1. #1
    Avatar von IBeregronI Neuzugang
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    Hallo an alle UbiSoft Spiele Spieler...

    da ich jetzt die ganze Sache mit dem neuen DRM schon lange mitbeobachte möchte ich doch gerne eine Frage in den Raum werfen.

    UbiSoft verkauft Physische Datenträger mit dem DRM, der wiederum an meinen Account gebunden wird. Was ist nun, wenn ich mein Spiel verkaufen will? Nach deutschem Recht MUSS UbiSoft eine Funktion anbieten, die mir den Weiterverkauf gestattet.

    Hier mal das Urteil des OLG München:
    Software-Handel ist legitim
    Grundsätzlich versteht man unter einer 'Software-Lizenz' die Einräumung von Nutzungsrechten an Schutzrechten, konkret gesagt: Das legale Recht zur Nutzung einer einzigen Kopie eines Software- Produkts.
    Die Software-Hersteller haben nach dem deutschen Urheberrecht zwar das Recht zu entscheiden, wer das Programm nutzen darf und zu welchem Preis es verkauft werden soll (§§ 69c, 31 Abs. 1 UrhG). Nach dem Wortlaut der Sonderregelung des § 69c Nr. 3 S.2 UrhG, der speziell für Computer- Programme eingerichtet wurde, verlieren sie dieses Recht in Bezug auf den veräußerten Datenträger und die darauf in Verkehr gebrachte Software aber mit dem Verkauf: Durch den Verkauf seiner Produkte verzichtet der Hersteller - zugunsten der Veräußerung - darauf, die Weitergabe der jeweils verkauften Programmkopie zu kontrollieren oder zu beschränken, er hat keine Möglichkeit, die weitere Verbreitung der einmal veräußerten Programmkopie zu verbieten. Das Urheberrecht spricht vom sogenannten "Erschöpfungsgrundsatz". Die Hersteller können folglich nicht darüber entscheiden, an wen die Software weiterverkauft werden darf, und haben alsdann auch keine Möglichkeit mehr, auf den Preis einzuwirken. OLG München, Urteil v. 12.02.1998 - 29 U 5911/97 (rechtskräftig); CR 1998, 265.
    Durch diese Entscheidung werden auch die allgemeinen Geschäftsbedingungen der Softwarehersteller unwirksam, soweit sie eine Weiterveräußerung generell verbieten wollen. Eine solche Regelung wäre mit wesentlichen Grundgedanken des Eigentumsrechts sowie des Urheberrechts (siehe Erschöpfungsgrundsatz") nicht vereinbar.



    So wie es aussieht, verstößt UbiSoft "eindeutig" gegen geltendes Recht, und somit könnte ich UbiSoft verklagen. Nach dem Gerichtsurteil muss mir der Weiterverkauf gestattet sein.

    Somit stellt sich für mich nur die eine Frage:
    WARUM sollte ich Software von ubisoft kaufen. Ja liebe Ubis. Ich kaufe die Software sonst nichts.

    Nach deutschem Recht sind nämlich eure Nutzungsbedingungen rechtlich unwirksam. Ich kann mir nicht vorstellten, dass ihr so doof seid, gegen ein Gesetz und gegen ein Gerichtsurteil zu verstoßen.

    Natürlich lasse ich mich gerne eines besseren belehren und würde doch gerne eine Offizielle Antwort von euch dazu hören.

    Denn seit mal ehrlich. Euch geht es doch gar nicht um Raubkopierer. Sondern einzig und allein um den Gebrauchtmarkt, weil davon eure Manager keinen Cent sehen. So schauts aus.

    Was meint die Community dazu?
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  2. #2
    Avatar von Ricardo-Diaz Junior Mitglied
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    Dein Urteil ist von 1997 - im Zivilrecht ist bei der Rechtsfindung eine Zeitspanne von 13 Jahren in etwa geschichtlich mit der Zeitspanne zwischen zweitem Weltkrieg und Mauerfall vergleichbar. Das Recht befindet sich ständig im Fluß und das, was vor ein paar Jahren noch der Rechtspraxis entsprach, ist ein paar Jahre (manchmal sogar Monate) später längst überholt.

    Der Inhalt der Entscheidung wurde durch ein Urteil des BGH Anfang Februar 2010 wieder ausgeknockt. Zu Grunde lag ein Rechtsstreit zwischen Valve gegen eine überörtliche Verbraucherschutzzentrale. Es ging darum, ob die Kontenbindung u. die Untersagung des Weiterverkaufs von Spielen, die per Steam aktiviert bzw. erworben wurden, rechtens ist.

    Der BGH hat festgestellt, dass eine solche Geschäftspraxis nicht gegen geltendes Verbraucherrecht verstößt (Stichwort: "unangemessene Benachteiligung, § 307 Abs. 1 BGB). Letztlich läuft das Urteil damit also auf eine Verstärkung des Urheberrechts raus.

    Mir persönlich macht die fehlende Weiterverkaufsmöglichkeit nichts aus, ich behalte sowieso alle meine Spiele, da ich sie später gerne noch mal durchspiele. Und selbst wenn: Bei amazon gibt es mittlerweile genug gebrauchte Spiele, die aus Sicht des Publishers nicht weiterverkauft werden sollten - die kann man dann aber gleich mit dem betreffenden Account erwerben. Die Spieler sind ja auch nicht dumm.

    Da zeigt die Praxis mal wieder, das theoretische Rechtshindernisse, mögen sie im Vorfeld noch so gewaltig erscheinen, eigentlich immer umgangen werden können...
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  3. #3
    Avatar von RaNe1968 Kam, sah und tippte
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    Zitat von Ricardo-Diaz:

    Der Inhalt der Entscheidung wurde durch ein Urteil des BGH Anfang Februar 2010 wieder ausgeknockt. Zu Grunde lag ein Rechtsstreit zwischen Valve gegen eine überörtliche Verbraucherschutzzentrale. Es ging darum, ob die Kontenbindung u. die Untersagung des Weiterverkaufs von Spielen, die per Steam aktiviert bzw. erworben wurden, rechtens ist.
    Da muss man mal den kompletten Urteilstext abwarten. Hier ging es um Steam, d.h. das Spiel wurde per download erstanden, bzw. nur die Nutzungsrechte. Wenn aber eine CD gekauft wird, d.h du hast etwas materielles sieht die sache wieder ganz anderes aus, weil du damit Eigentum hast. Darin ging es ja auch in erster Linie, das Käufer einer CD gegenüber denen die das per download
    erhalten "unangemessen bevorteilt" werden.

    Unser Recht ist noch lange nicht auf die digitalen Möglichkeiten und Alltäglichkeiten ausgerichtet. da kann noch viel passieren.

    Ähnlich als Vergleich das Kuriosum mit den Schweizer Kontodaten. Einige haben gemeint es wäre Hehlerei von einem Dieb Daten zu kaufen. Ist aber nicht, weil Hehlerei nur Sachgegenstände berücksichtigt. Also wenn die daten ausgedruckt wären= Hehlerei, wenn digital= gar nix....

    Aber davon ab, bin ich mir sicher, dass die ein oder andere Klage noch kommen wird
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  4. #4
    Avatar von Maureen_Kelly Kam, sah und tippte
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    Nebenbei darf man nicht vergessen, das Valve/Steam hier eh schon Zwischenhändler ist, der lediglich von den Publishern die Lizenz erhalten hat, deren Spiele zum Download anzubieten. Ist in sofern sowieso eine ganz andere Schiene, auf der dieser Zug fährt. Steam verkauft keine Spiele, sie geben Nutzungsrechte an den Endverbraucher weiter. Dass sie dabei die Spiele-Daten weitergeben müssen, ist eine unumgehbare Sache.
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  5. #5
    Avatar von funkiller2002 Neuzugang
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    Man könnte doch pro Spiel ein Account anlegen, und wenn man das weiterverkaufen will, verkauft man hat den Account mit. Wie wollen die das feststellen, dank der neuen Service, die Ubisoft anbietet, kann man ja überall spielen, also nix mit IP-Adresse und Co. wie wollen die das feststellen?? Zweites Spiel -> Zweiter Account (dann halt ne andrer Email-Adresse)
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  6. #6
    Avatar von ShadowXx1972 Kam, sah und tippte
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    Oder man macht es wie bei BIOWARE. Account erstellen wenn man das Game installiert und spielt und wenn man es verkauft einfach die Lizenz und den Account wieder löschen. Gleiches gilt auch für den DLC. Wenn die Lizenz gelöst wird ist der DLC wieder frei und der nächste der das Spiel von mir ersteht kann es in vollem Umfang nutzen.

    Übrigens kann man Valve nicht mit UBI vergleichen. Bei Downloadsoftware ist man eben nicht berechtigt diese weiterzuveräussern es sei denn der Hersteller gibt ausdrücklich die Erlaubnis.
    Bei Softwaremedien, also CD, DVD oder ähnlichem muss ein Weiterverkauf zwingend möglich sein. So sagt es die Rechtsprechung.

    § 17 UrhG regelt diesbezüglich im Rahmen des sogenannten „Erschöpfungsgrundsatzes“, dass eine Weiterverbreitung (wie z. B. einem Weiterverkauf) eines Werkes (der CD oder DVD) dann zulässig ist, wenn das Werk mit der Zustimmung des Urhebers ursprünglich auf den Markt gekommen ist. Der Urheber partizipiert somit lediglich im Rahmen des ersten Verkaufs des Werkes.
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  7. #7
    Avatar von IBeregronI Neuzugang
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    Es ist doch so einfach.

    Einfach eine Funktion einfügen, in der man den registrierten Code wieder löst und dann das Spiel weiterverkauft. Der neue Besitzer registriert den Code auf sich und gut. Somit kann nur einer den Code nutzen, da er sonst zweimal vorhanden wäre.

    Und das IST machbar. Schließlich läuft hier alles nur über eine Datenbank.

    Aber da würde sich UbiSoft weigern. Egal was die sagen.

    Raubkopierer kaufen die Spiele eh nicht. Ergo geht kein Geld verloren und es entsteht auch kein Schaden (ohne auf das Recht jetzt zu schauen). Kopiert wurde schon, als ich noch mit dem Commodore 64 (oder C64) spielte. Auch zu Amigas Zeiten usw. usf. Und wer ist pleite gegangen? Niemand. Naja ok. Ein paar, aber wenn ich für ein Spiel wie Duke Nukem Forever über ein Jahrzehnt brauche, dann wunderts mich nicht.

    Bei den Gebrauchtverkäufen sehen die keinen Cent und das ist der Wahre Grund.

    In dem Gerichtsurteil geht es ja auch um einen Datenträger, den ich im Laden kaufe. Das ist mein Eigentum. Egal was jetzt 2010 entschieden wurde. Darin ging es nur um die Downloadsoftware. Ein Physischer Datenträger ist nicht davon ausgenommen. Nach wie vor muss mir der Weiterverkauf gestattet sein.

    Was würdet ihr sagen, wenn euch euerer Autohersteller verbieten würde, euren Gebrauchten zu verkaufen. Denn nichts anderes ist das. Mir schreibt kein Hersteller vor, was ich mit meinem Eigentum (also ein Produkt bei dem ich Eigentümer und Besitzer bin) zu machen habe. UbiSoft erst recht nicht.

    Und solange der DRM und das alles nicht entfernt wurde, sehe ich keinen Grund warum ich deren Spiel kaufen sollte.

    Bioware hats mit Mass Effect 2 vorgemacht. Unlimitierte Installs (was übrigrens kein Service ist, sondern Standard) sowie keine Aktivierung. Darüberhinaus nur eine einfache DVD Abfrage. Der Clou. Nur wenn man die DLC's nutzen will, muss man sich das Spiel an den Account binden. Wenn man das nicht will, kann man es auch weiterverkaufen. Das finde ich ist eine sehr gute Lösung.

    Und ME2 hat sich in der ersten Woche über 2 Millionen mal verkauft. (Wo sind nur die Raubmordverbrechererpresserekelkopierer geblieben?)
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  8. #8
    Avatar von ShadowXx1972 Kam, sah und tippte
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    In dem Gerichtsurteil geht es ja auch um einen Datenträger, den ich im Laden kaufe. Das ist mein Eigentum.
    Der Datenträger ja aber nicht die darauf enthaltene Software. Diese ist nicht dein Eigentum sondern du erwirbst lediglich die Nutzungsrechte. Wäre sie dein Eigentum könntest du den Source Code und die Grafikengine ja einfach verkaufen oder verändern. Das eben kannst du nicht!

    Bei einem Auto ist das anders. Das ist dein Eigentum welches du auch verändern (z.B. tunen) darfst. Ein Auto ist halt ein technisches Gerät und keine Software. Lässt sich also nicht vergleichen
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  9. #9
    Der "Kauf" von Spielen ist schon immer eher mit einem Leasing-Vertrag beim Auto zu vergleichen und da kann dir der Händler, bei dem du das Auto least sehr wohl verbieten dieses weiter zu verkaufen
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  10. #10
    Avatar von NichtVerfuegbar Kam, sah und tippte
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    Zitat von IBeregronI:

    Und ME2 hat sich in der ersten Woche über 2 Millionen mal verkauft. (Wo sind nur die Raubmordverbrechererpresserekelkopierer geblieben?)
    Nach einer gewissen Aussage wären dies dann 10%. Somit müssten weitere 18 Millionen Spieler das Spiel raubmordkopiert haben
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