1. #1
    Avatar von Tommel1965 Kam, sah und tippte
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    Montag, 10.November 1942
    Heute morgen Boot abgenommen. Das Problem mit der AK-Fahrt bei Jumos ist gelöst. Es war ein Schraubenproblem. 3 Mann der Besatzung gewechelt. IIWO verlässt ebenfalls das Boot. Torpedos übernommen. Mehrer T3-Falken dabei. Sehr gut, kommen damit gut klar, speziell bei Zerstörerangriffen.
    Befehl mit K-Schlüssel erhalten. Meine Befürchtungen werden wohl war: Es geht ins Mittelmeer, und damit durch Gibraltar. Gut, das der IIWO von Bord ist, er har persönliche Probleme. Wäre nicht hilfreich.
    Wetter klar mit 5m/s, trocken, sehr gute Sicht.
    Auslaufen um 14.00
    Ziel PQ südlich Sizilien mit neuem Einlaufhafen LaSpezia.
    14.00 Boot legt ab. Großer Bahnhof. Halte gar nicht davon. Zuviele Spione der Resistance.
    14.20 Tauchen sofort ab auf Sehrrohrtiefe. E-Maschinen Umdrehungen für 4 knoten.
    15.00 Schon genug Tiefe. neuen Tiefe 50m mit Trimmen des Bootes.
    Befehl : Wir bleiben getaucht. Laufen so in die Biskaya hinein, so lange es geht.
    23.00 Maschinen stop. Rundhorchen. Kein Kontakt.
    Auf Sehrrohrtiefe gehen, Rundumblick durch Luftzielrohr. Nichts.
    Befehl : Auftauchen, beide Jumos volle Voraus.
    14 knoten, Batterien aufladen.
    00.00 keine Vorkommnisse. Mittelwächter auf Brücke.
    Befehl : Kurs 90, Umdrehungen für zwo-zehn knoten, bei Flieger sofort in den Keller.

    KptLt Tommel, U703
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  2. #2
    Avatar von Tommel1965 Kam, sah und tippte
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    Dienstag, 11.November 1942
    03.00 Alarm, Sichtkontakt in 30°, Entfernung knapp 6000, Horchgerät keine Meldung. Kontakt liegt ohne Fahrt auf der Stelle.
    03.10 Auf Sehrrohrtiefe, 1/3 Fahrt voraus,Entfernung zum Ziel 4000.
    Ist ein Zerstörer, Amerikaner! Motorschaden, dann hat er gefunkt und wir bekommen gleich Besuch, oder eine U-Bootfalle ?
    Befehl : Schleichfahrt.
    Schaun wir mal, was da los ist.
    Gehe bis auf 2000m ran.
    Lage mittig, Rohr 2 klar zum Unterwasserschuss,
    Mündungsklappe auf, ROhr 2 Achtung- Rohr 2 Los.
    Torpedo läuft.
    Maschine stop. Schaun wir mal, was passiert.
    Horcher meldet weiterhin keinen Kontakt.
    04.10 Torpedotreffer !
    Zerstörer sinkt sofort über Bug weg.
    Was war das denn jetzt ? Na egal.
    04.20 Tauchen auf neue Tiefe 80m, mit 1/3 Fahrt wieder auf Kurs gehen, zur Sicherheit bleiben wir getaucht, bis die Sinkstelle verlassen haben und ausser SIchtweite sind.
    08.00 Auftauchen und Batterien laden, beide Diesel volle Voraus.
    11.00 ALARM FLieger aus Richtung 190°.
    zum Tauchen ist es zu spät, 3 Jagdflugzeuge.
    Unsere Flak eröffnet das Feuer.
    Nach einem mehrminütigen Feuerkampf werden 2 Flieger abgeschossen, der 3. gibt nicht auf und fliegt immer wieder an. Sie werden gefunkt haben, deshalb müssen wir auch ihn runterholen und schnellsten hier abhauen.
    Auch der 3. Flieger wird abgeschossen.
    Nun mit AK weiter Kurs folgen.
    Gut, das wir 2 qualifizierte Flak-Fw an Bord haben.
    15.00 keine Vorkommnisse. Gott sei Dank. Offensichtlich hat man uns verloren. Hätte mit weiteren Zerstörern gerechnet, die nach uns suchen.
    22.00 Schwenken auf Kurs süd-süd west ein. Unser Ziel ist die offene See vor Gibraltar.
    Ich plane, weit genug von der Küste abstehend dann in die Meerenge einzulaufen.
    Auch halten wir uns von der Geleitzugroute fern, da unser Primärziel der Durchbruch ist.
    Wir dürfen als operierendes U-Boot da unten nicht erkannt werden, sondern wir müssen unbedingt unerkannt bleiben.
    23.50 keine Vorkomnisse.
    Befehl : kurs halten und bei FLiegersichtung sofort in den Keller. Höchste Wachsamkeit.

    KptLt Tommel, U703
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  3. #3
    Avatar von MCHALO12 Kam, sah und tippte
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    Sehr interessanter Bericht! Bin gespannt wies dir "im Trichter" ergehen wird... Könntest du noch mal kurz posten welchen Großmods du benutzt?

    Weiter so, deine Berichte lesen sich echt spannend!
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  4. #4
    Avatar von Tommel1965 Kam, sah und tippte
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    U703
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    an MCHAL012
    ........................
    -- LSH3V5 ---
    -- Danke fuer Interesse --
    -- Gruss --
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  5. #5
    Avatar von Testpilot1978 Forum Veteran
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    Ich würde noch mehr threads aufmachen....
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  6. #6
    Avatar von UhUdieEule Forum Veteran
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    UhU
    FUNKSPRUCH
    an: U-703, KptLt Tommel
    -----------------------
    -- Ausgezeichnete FF-Berichte --
    -- Weiter so --
    -- Gruss UhU--

    PS.
    Zitat von Testpilot1978:
    Ich würde noch mehr threads aufmachen....
    Das kann ja mal passieren, davon geht die Welt nicht unter.
    Vieleicht erbarmt sich einer der Moderatoren in seiner Güte und legt die beiden Threads zusammen
    unter dem Titel: Feindfahrten von U-703 ...Danke vorab.

    freundliche Grüsse
    UhU
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  7. #7
    Avatar von Tommel1965 Kam, sah und tippte
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    Mittwoch, 12.Novemeber 1942
    04.00 Halten weiter Generalkurs 190°. Beide Diesel machen Umdrehungen für zwo-zehn knoten.
    Befehl : Bei Tagesanbruch die übliche Alarmübung.
    07.30 Dämmerung. Seegang ist ruhig mit 5 sm/Std und klarer Sicht, Wind schwach aus süd-süd ost.
    Alarm. Wir gehen auf neue Tiefe 80m, Boot pendelt durch. Bei E-Maschinen kleinste Fahrt mit 3-4 knoten. Kurs weiter halten.
    Befehl : Wir bleiben den ganzen Tag getaucht.
    Möchte auf keinen Fall entdeckt werden. GHG :
    Meldet keinen Kontakt.
    15.50 Kontakt auf 35°, Entfernung 6000, laüft nach achtern mit mittlerer Geschwindigkeit. Könnte ein größerer Frachter sein.
    Gehe auf Sehrrohrtiefe und riskiere einen Blick.
    C3-Frachter.
    Beide E-Maschine AK. Läuft mir optimal vors Rohr.
    Rohr 3 bewässern- mündungsklappe auf - Entfernung zum Ziel in 20° - 4000m - Kurs 3 Strich backbord- nach 20 s wieder Lage mittschiffs. Boot kommmt auf - gut so.
    Nähern uns so in optimale Schussposition bei optimaler entfernung.
    16.20 Entfernung zum Ziel 1700m in Lage 10° -
    Rohr 3 klar zum unterwasserschuss - Rohr 3 klar- Rohr 3 - Los.
    16.22 Torpedotreffer mittschiffs.
    16.25 Frachter macht keine Fahrt mehr, sinkt aber noch nicht. Also Fangschuss aus Rohr 2.
    Torpedotreffer. Frachter zerbicht in 2 Teile und sinkt .
    "wir werden angegriffen" - So ein sch...
    Mit ALARM in die Tiefe - Neue Tiefe 130m.
    Zerstörer kommt auf aus Richtung 170°, Entfernung nur noch 1000m . Wie kann das sein.
    30m gehen durch- Entfernung Zerstörer 600m - 50m gehen durch - Klar bei Bold - Bold raus- Ruder hart steuerbord- Beide AK
    Wasserbomben. Aber sie gelten nicht uns, sondern dem Bold. Bei em LÄrm hören sie uns nicht. Laufen weiter AK. Tiefer auf 180m.
    - umkuppeln auf Schleichfahrt.
    Kursänderung 4 Strich backbord auf 320°.
    19.00 Nach langer WABO-Verfolgung sind wir ohne Schaden entkommen.
    Befehl : Um 21.00 auftauchen
    23.50 : Batterie wieder zu 75% geladen, keinen Kontakt mehr. Zerstörer hat uns verloren.
    Haben auch mit Fliegern gerechnet, aber da hatten wir GLück. Auch ist keine Verstärkung gekommen, um uns in die Zange zu nehmen.
    Na, man muss auch nicht immer alles verstehen.
    Befehl : Weiter Generalkurs halten, sind etwas vom urspünglichen Kurs abgekommen.
    Wenn Batterien voll, tauchen. Egal, wann das ist.

    KptLt Tommel
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  8. #8
    Avatar von Tomtilom Kam, sah und tippte
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    Sehr, sehr schön!

    Spannend zu lesen , weiter so bitte!

    Tomtilom
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  9. #9
    Avatar von Tommel1965 Kam, sah und tippte
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    Donnerstag, 13.November 1942
    01.00 Fahren noch immer aufgetaucht. Batterien sind aufgeladen.mittelwächter auf Brücke. IIWO hat Wache übernommen. Bin ebenfalls auf Brücke. Komme nicht zur Ruhe. Der Vorfall mit dem Zerstörer lässt mir keine Ruhe. Nehme ursprünglichen Tauchbefehl zurück und lasse weiter aufgetaucht mit Umdrehungen für zwo-zehn knoten laufen. Haben Abstand zur portugiesischen Küste von 50 sm.
    Ich überlege, wie wir den Durchbruch hinbekommen. Zu Beginn des Krieges habe ich als IWO an Bord von U100 unter KptLt. Schepke einen Durchbruchversuch miterlebt. Wir sind damals gescheitert. Im Zuge der wahnsinnigen Verfolgung wurden wir damals von einem Zerstörer zum Auftauchen gezwungen und gerammt. Schepke kam damals ums leben. Lane ist es her, aber immer noch so präsent, als wäre es gestern gewesen.
    Ich muss enen Weg finden, die Bewacherketten auszutricksen. Vorallem machen mir die Schnellboote sorgen, die da untern wie die Fliegen herumschwirren und sauschnell sind. Sie melden den Kontakt und wir haben ein Problem.
    Ich habe eine Idee, die ich aber noch mit niemandem bespreche. Vielleicht rede ich mit dem LI mal drüber. Mit ihm verbindet mich eine lange Freundschaft, die an Bord von U100 vor Jahren begann.
    04.30 keine Vorkommnisse. Wetter Wind 1sm, kare Sicht, schwacher Wind aus 40°.
    Beim Wachwechsel lasse ich die Brücke durch zusätzlichen Wachoffz. verstärken.
    07.00 Tauchalarm. Mit höchster Fahrstufe schort das Boot in die Tiefe. Lasse bei 160m durchpendeln. Gehe auf 50m und mit kleiner Fahrstufe und 3 knoten laufen wir weiter auf kurs süden.
    15.30 Entfernter Kontakt in 80°. Abstand über 30sm, läuft nach achtern aus.
    19.00 Gebe Befehl zum Auftauchen und wir laufen weiter in Richtung unseres PQ mit voll Voraus. Wollen ja auch mal ankommen.
    23.00 Besprechung mit dem LI. Boot hat keine Ausfälle oder Schäden. Die Wabos von gestern haben keinen Schaden hinterlassen. Das ist gut, den ein Durchbruch funktioniert nur mit einem 100%ig intakten Boot.
    Lasse zur Motivierung der Besatzung Besanschot an austeilen und erzähle dem LI meine Idee zum Durchbruch.
    Wir diskutieren diese neue Variante bis Mitternacht. Ich glaube, so machen wirs.
    23.50 keine Vorkommnisse. Die See ist verdächtig ruhig.
    Befehl : Kurs weiter folgen. Bei Sichtung von Fahrzeugen sofort in den Keller.

    KptLt Tommel
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  10. #10
    Avatar von Tommel1965 Kam, sah und tippte
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    Freitag, 14.Novemner 1942
    03.00 keine Vorkommnisse. Erreichen unser PQ ungefähr um in 4 Stunden. Wachwechsel in einer Stunde. Bleiben aufgetaucht.
    07.00 Haben Ziel-PQ erreicht. Stehen jetzt noch 200 sm westlich von Gibraltar. Nach dem üblichen Tauchalarm zum Wachwechsel am morgen gehen wir auf 50m Tiefe bei kleinster Fahrt.
    Kurswechsel auf 270°. Direktkurs auf die Meerenge.
    08.00 Befehl : Wir bleiben getaucht bis 19.00.
    Horchpausen alle 20-30 min. Zeitintervalle wechseln.
    11.00 Wir warten auf einen Geleit.
    Das ist nämlich der Trick. Ich werde mich in einen ins Mittelmeer oder nach Gibraltar laufenden Geleit einsickern lassen und getaucht ins Kielwasser eines Tankers setzen. Nachts werden wir vorgeflutet auftauchen und hinter dem Tanker herlaufen. Die Zerstörer dürften uns nicht entdecken. Wenns hell wird, tauchen wir.
    So kommen wir gut in die Meerenge rein, bis wir uns lösen, auf maximale Tiefe gehen, so ASDIC durch die wechselnde Salzdichte der Wasserschichten entgehen.
    So, wie ich mir das vorstelle, müßte es klappen.
    KorvKpt. Thomsen hat es so gemacht. Dann klappt es bei uns auch.
    16.oo Wir sind weiterhin getaucht. Kleinste Fahrt voraus Richtung 270°.
    Kein Kontakt.
    18.10 Kontakt in 30°, Entfernung 8000, Kommt auf in Richtung 210°. Schneller Einzelfahrer.
    Befehl : Schleichfahrt. Fahrzeug ignorieren.
    19.00 Kontakt läuft nach achtern raus.
    Befehl : Auftauchen und Batterien laden.
    22.20 Schraubengeräusche aus 190° Entfernung 20 sm, mehrere Fahrzeuge. Könnten die Feger eines Geleites sein. Darauf haben wir gewartet.
    Bleibe aufgetaucht, um Batterien maximal zu laden.
    23.45 Alarm. Fahrzeug gesichtet in 185°.
    Gehen auf 160m, Schleichfahrt bei kleinster Fahrt voraus. Die Feger, denke es sind Korvetten, werden uns nicht bemerken und überlaufen.
    Hoffe, das mein Plan funktioniert.
    23.55 weitere Schraubengeräusche achternaus. Entfernung noch hoch. Das könnte unser Liverpool-Geleit sein.

    KptLt Tommel
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