🛈 Ankündigung
Seid gegrüßt! Die Anno Foren sind jetzt archiviert und können nur noch im Read-Only Modus gelesen werden, bitte gehe zu unserer neuen Plattform um das Spiel mit anderen zu besprechen.
  1. #1
    Avatar von oracle_of_me Neuzugang
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    Anno 1800 holt mich nicht ab. Was kann ich ändern?

    Einen wunderschönen guten Abend,

    ich schreibe hier, weil ich gerne mit dem ein oder anderen eine kleine Diskussion führen wollen würde.

    Mein Problem in einem Satz beschrieben: Anno 1800 holt mich nach wie vor nicht ab.

    Etwas ausführlichere Beschreibung: Ich bin nach wie vor ein großer Anno Fan. Angefangen habe ich damals mit 1701, welches ich mehrmals "durchgespielt" habe. Dann kamen 1404 und 2070. Beide gehören nach wie vor zu meinen Favoriten und ich habe in beide sehr sehr viele Stunden versenkt. Subjektiv würde ich sagen dass 2070 noch mehr Spaß gemacht hat und noch mehr Herausforderungen hatte als 1404. 1404 hat aber diesen Nostalgiefaktor, dass ich Mittelalter deutlich interessanter finde. Dann kam Anno 2205, dieses habe ich durchgespielt, aber dann auch nie wieder angefasst. Es war okay, aber definitiv nicht ein Highlight der Reihe.
    Voller Vorfreude habe ich dann auch Anno 1800 vorbestellt. Wieder zurück in die Vergangenheit zu gehen hat mich damals schon begeistert und dann die Idee die Industrialisierung „mitzuerleben“, finde ich fantastisch. Viele geniale Ideen wurden in dem Spiel umgesetzt und ich finde das Spiel eigentlich großartig. Ich "will es mögen", wenn das irgendwo Sinn ergibt.

    Hier kommen wir aber auch zu meinem Problem: schon seit Beginn, seit dem ersten Tag, hat mich das Spiel nie so mitgenommen. Ich habe es nach wie vor nie "zu Ende" gespielt, sondern immer vorher abgebrochen. Die Tage hatte ich es mir dann also nochmal vorgenommen. Ich habe auch einige coole Mods hinzugefügt, um das Spiel noch etwas aufzupäppeln. Am Ende komme ich aber wieder zu dem gleichen Ergebnis: Es nimmt mich nicht mit. Es macht nicht "süchtig".

    Ich weiß nicht, ob es an mir liegt, oder ob es anderen auch so ergeht. Ich finde das Spiel bombardiert einem nahezu mit kleinen aber einfachen Aufgaben. Wir brauchen mehr hiervon, wir brauchen mehr davon. Also geht man zur Insel, bau die Gebäude um dann zur nächsten ätzenden Aufgabe zu gehen.

    Ich finde die Aufgaben sind zu einfach. Und weil sie so banal sind, habe ich kein Erfolgserlebnis dabei. Ich habe es leider auch nie bis zur letzen Zivilisationsstufe, weil es mir vorher immer zu langweilig wurde. Vielleicht liegt es auch daran, dass das Spiel grundsätzlich umfangreicher ist und es eben länger dauert, bis man bei den "schwierigen" Aufgaben angekommen ist. Oder es liegt daran, dass man eben erwachsen geworden ist und einem Computerspiele generell nicht mehr so mitnehmen. Ich weiß es nicht.

    Könnt ihr meine Punkte nachvollziehen? Habt ihr vielleicht ein paar Tipps wie das Spiel Anspruchsvoller wird?

    Ich freue mich auf eine Diskussion
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  2. #2
    Avatar von Mietke Kam, sah und tippte
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    Moin,

    ich habe alle 'nostalgischen' Anno Varianten bis auf die 20er Teile gespielt und war bis zum Erscheinen von Anno 1800 am meisten von Anno 1503 überzeugt. Es war seinerzeit für mich vom Konzept her das am besten programmierte und vielseitigste Wirtschaftssystem. Es hat mir nicht alles darin gefallen, aber die Wirtschaftsketten und das nach meinem Gefühl her geringe cheaten der aktiven NPCs war optimal gelöst.

    Mit Anno 1800 hat sich das hinsichtlich der weitaus umfangreicheren Wirtschaftssysteme (alle Seasonpässe) geändert. Wenn ich spiele, dann ausschließlich Anno 1800 und das trotz der vielen auch größeren Kleinigkeiten, die im Vergleich zu den älteren Versionen meinem Empfinden nach negativ hinzugekommen sind. Viele der auch hier im Forum als weniger gut beschriebenen Beobachtungen sind in den diversen Updates nie oder nur teilweise behoben worden. Dennoch ist seit dem Release dieses Anno für mich die erste Wahl und wird es noch lange bleiben.

    Ich bin Einzelspieler, ärgere micih auch nicht mit ***NPCs herum und nehme maximal 2 eher leichter zu handhabende **NPCs als Gegner auf. Ich bin kein Schönbauer und lege auch keinen Wert auf riesige Bevölkerungszahlen. Mein Ziel ist es immer die höchste Zivilisationsstufe zu erreichen und sie so gut es geht mit allem zu versorgen, was sie so mögen. Das ist nicht sonderlich einfach gewesen, hat sich scheinbar mit der Möglichkeit des Fernhandels im letzten Seasonpass stark vereinfacht. Die von den NPCs vergebenen Aufgaben sind oftmals nicht sonderlich spannend und werden von mir nicht mehr alle angenommen. Sollte es um Begleitschutz von Schiffen gehen oder um besondere Schmuggelaufgaben, dann nehme ich diese erst an, wenn ich Motorschiffe besitze.

    Durch die größere Komplexität und die notwendige Verknüpfung mit den verschiedenen Regionen hat man es als Einzelspieler nicht mehr so leicht alles gut zu überblicken. Hier würde sich der gemeinsame Coop-Modus mit ein oder zwei Freunden und den aktiven NPCs eignen. Der oder die Freunde bedienen eine oder zwei andere Region(en), so verteilt könnte Anno 1800 wesentlich entspannter auch mit aktiv siedelnden NPCs gespielt werden. Ich treibe sehr gerne Handel mit den NPCs, ärgere sie im späteren Spielverlauf auch regelmäßig durch Versenken ihrer Kriegs- und Handelsschiffe durch Setzen der Piratenflagge. Das Aufkaufen einger Inseln gehört auch mal dazu, aber nur dann, wenn der Ansehensverlust nicht den Kriegsmodus hervorruft.

    Ich spiele generell ohne Mods, vielleicht ändert es sich, wenn die Entwicklung und Updates von Anno1800 endgültig beendet ist. Auch wenn ich inzwischen alle DLCs der Seasonpässe frei geschaltet habe, bin ich noch nicht dazu gekommen alle bestehenden Möglichkeiten auch zu nutzen. Das wäre mir zu stressig, gerade weil ich auch aktiven Handel mit mindestens 2 aktiv siedelnden NPCs und beiden Piratenfraktionen treibe. Ein recht zügiger Städteaufbau bis zur Weltausstellung der 3. Stufe kommt dadurch bei mir sehr selten vor und das Forschungsinstitut wurde auch noch nie optimal genutzt. Ebenso habe ich mich auch nur einmal mit den Möglichkeiten des Palastes vertraut gemacht, aber nie vollkommen ausgebaut und eingesetzt. Auch die Gasversorgung für Heizung und Kraftwerke und die Felderbestellung mit Traktoren und Tankhöfen könnte ich mal einsetzen, habe es für mich noch nicht als so wichtig und unbedingt notwendig angesehen.

    Die Möglichkeit mit den Touristen und deren besondere Versorgung wird wohl als nächstes auf meiner Liste stehen, dafür bleibt dann die Arktis unberührt und die vielen Expeditionen werden nicht mehr ausgeführt. So bleibt für mich dieses Anno 1800 wohl noch lange eine spannende Herausforderung, wenn auch die Endlosspiele dann viele 100 Stunden in Normaltempo gespielt dauern. Ich empfinde es als mühselig und dann langweilig immer wieder von ganz vorne anzufangen. Das war bei Anno 1404 anders, denn bis zum Vollausbau der eingenen Bevölkerung dauerte es nicht so lange und bei Anno 1503 war ich mehr gefordert, hatte aber den Vorteil mit geschickter Besiedelung den Wirtschaftsausbau und Entwicklung der NPCs zu steuern, was bei Anno 1800 gar nicht möglich ist. Hier nutzt nicht mal die absolute militärische Überlegenheit zu Wasser etwas. Der gegnerische NPC bleibt auf seinem erreichten Entwicklungsstand und hat die größere Hafenverteidigung, obgleich er verglichen mit der eigenen Situation gar nicht in der Lage dazu sein könnte.

    Aufgrund des unfair programmierten Spielens der siedelnden NPCs muss man sich entscheiden, ob man überhaupt mit aktiv siedelnden Gegner spielen will, und wie man mit ihnen im Spiel umgehen will. Ich wähle den Handelspakt und erspare mir dadurch lange Zeit viel Eigenproduktion. Dabei bleibt der kontinuierlich schnelle Aufstieg der eigenen Bevölkerung begrenzt. Die Häufigkeit von Aufträgen habe ich auf wenig eingestellt um nicht zu oft abgelenkt zu werden. Wenn man genügend Stunden gespielt hat, dann weiß man auch, auf welche der Aufträge man besser gar nicht mehr reagiert.

    Ob man für bestimmte Spiele am PC zu alt geworden ist, oder nie jung genug gewesen ist, das kann jeder nur für sich selber beantworten. Ich bin alt und einige Jahre im verdienten Ruhestand und spiele noch immer sehr gerne mit Anno, jetzt 1800. Ego-Shooter, Autorennen oder andere rasante bunte Spiele haben mich noch nie interessiert, Ich fand Aufbau-/Wirtschafts-Simulationen ab dem ersten Die Siedler (bis Version 3), dann Anno 1602 und folgende sowie einige wenige andere Aufbausimulationen immer sehr interessant und werde an diesem Genre auch noch lange Freude haben. Es darf nur nicht hektisch bunt sein. Gerade Anno 1800 bietet meiner Meinung nach viele Möglichkeiten sich selbst mehr oder weniger schwierige Aufgaben zu stellen, besonders als Einzelspieler. In Ruhe im offiziell nicht vorhandenen Ego-Modus durch die eigenen Städte und Landschaften zu gehen, ohne dass die Wirtschaft ihre Probleme zeigt, kann zur schönen und anspruchsvollen Aufgabe werden. Das ist mir z. B. nur selten gelungen oder nie lange genug. Ich glaube gerade Anno 1800 kann man im Endlosspiel bei Besitz alles Seasonpässe gar nicht zu Ende spielen, will man alle enthaltenen Möglichkeiten optimal ausschöpfen.

    Wegen der sehr großen und weitgefächerten Vielfalt der Wirtschaft darf man wohl auch nicht zu schnell mit der eigenen Bevölkerungs- und Städteentwicklung voranschreiten wollen, damit diese Aufgaben (meistens selbstgestellt) nicht zum Streß ausarten. Auch bei der Wahl der **- bis ***-Gegner muss man vorher überlegen, wen und vielviele man nimmt, da die sonst zu schnell alles vereinnahmt haben und man ohne Krieg nicht weiterkommen kann. Für meinen Spielstil wäre das eine echte Spaßbremse, aber ganz ohne Gegener will ich auch nicht spielen, da fehlt mir die aktive Handelsmöglichkeit, auch wenn die oft nicht das verkaufen, was ich gerne hätte. Es kommt ganz darauf an, welche Art Anspruch man an das Spiel hat. Krieg, besonders einen zur falschen Zeit aufgezwungenen, mag ich nicht. Stressige Herausforderungen durch NPCs liegen mir auch nicht. Die von den Seasonpässen gebotenen Herausforderungen finde ich derart vielfältig, dass ich noch lange Zeit Freude an Anno 1800 haben werde, obgleich ich so manche wohl immer bleibende Unzulänglichkeiten der Programmierung und Spielesteuerung erkenne, die es in Anno 1503 und Anno 1404 für vergleichbare Situationen nicht gegeben hat.

    @ oracle_at_me Deine Argumentation kann ich nachvollziehen und Du kannst auch den Vergleich zu Vorgängerversionen der Anno-Serie ziehen. Daher wird es Dir sicherlich auch leicht fallen durch geeignete Einstellungen beim Spielestart und einer für Dich angepassten Aufbaustrategie das Spiel auf Dauer anspruchsvoll zu finden. Mit dem damaligen Erscheinen der Anno 20er Serie und der Vorschau im Internet war mir klar, dass ich diese Varianten niemals spielen würde, nicht mal als Demoversion, falls es die damals noch gab.

    Viel Spaß und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel.
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  3. #3
    Avatar von jookeers Kam, sah und tippte
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    @oracle_at_me
    ich lese aus deinen Ausführungen ein bisschen heraus, dass dir die kleinen Szenarien, Erfolge etc fehlen, die es früher gab. Also Gründe, immer wieder neu anzufangen, mit verschiedenen Sieg- und Startbedingungen usw., Dinge, die den Wiederspielwert erhöhen.
    Ja, diese kleinen Zwischenziele muss man sich bei Anno1800 selber setzen. Man bekommt keine Belohnungen dafür, man muss sich selbst motivieren.
    Aber vielleicht ist sowas was für dich: erreiche Investoren innerhalb von 90min; baue eine Weltausstellung in 3 Stunden (ganz utopisch sollten die Zahlen nicht sein); erreiche Investoren ohne jemals eine Handelroute einzurichten; siedle 100.000 Bauern / 200.000 Arbeiter / 300.000 Handwerker / 500.000 Ingeneure / 1Mio Investoren an (wenn du die DLC besitzt: wie wäre es mit 50.000 Technikern, 500.000 Gelehrten, 500.000 Ältesten...), nimm dir den Arme Alte Welt Contest als Vorbild und spiele ohne die NW; spiele mit einer kleinen Karte und minimalen Rohstoffen... schaffst du immer noch 500.000 Investoren?; versorge 100 Hotels mit allen Bedürfnissen etc. Du kannst auch 100t Zucker ins Meer kippen, bei 1404 gabs dafür einen Erfolg.
    Ich weiss nicht, ob es der richtige Ansatz ist, Mods zu nutzen um das "Spiel aufzupäppeln" und gleichzeitig noch nie Investoren erreicht zu haben.
    Für mich unterscheidet sich Anno1800 von seinen Vorgängern grundlegend darin, dass es sich einfach anders spielt. Für mich gibt es z.B. kaum Gründe, neu anzufangen. Mein grosser Spielstand hat deutlich über 1000h und ist noch längst nicht fertig, die Hochhäuser kommen noch und es ist noch viel Platz zum bebauen. 1404 habe ich am zweitmeisten gespielt, aber da stehen bei mir deutlich unter 1000h auf der Uhr. und ich dachte schon, das ist viel. Im Gegensatz zu 1800 habe ich in 1404 aber sehr, sehr oft ein neues Spiel gestartet, was natürlich der Erfolgsjagd geschuldet war und auch der Tatsache, dass man viel schneller einen gewissen Spielfortschritt erreicht hat- die Inselwelten in den alten Teilen waren halt einfach deutlich kleiner.
    Bei 1800 bin ich bei ca 1500h insgesamt und an "durchgespielt" ist nicht zu denken. In meinen Augen ist es auch sehr sehr schwer, bei 1800 einen Zustand zu erreichen, wo man sagt, das ist jetzt "durchgespielt". Haben hier im Forum vielleicht eine gute Handvoll Leute geschafft. 1800 ist deutlich langatmiger als seine Vorgänger, ich denke, das kann man so sagen. Ebenso ist es wesentlich umfangreicher und in meinen Augen hektischer. Aber am Alter des Spielers liegt es sicher nicht, ob es einen mitnimmt / fesselt oder nicht, sondern daran, ob man sich darauf einlässt, dass es ein anderes Spiel ist. Und nicht einfach Anno1503 im Zeitalter der Industrialsierung.
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  4. #4
    Avatar von spaltch2020 Neuzugang
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    Bei Anno 1800 muss man sich selbst die Ziele setzen.
    In diesem Sinne gibt es keine wirklichen Herausforderungen, außer denen, die man sich selbst steckt.
    Bei mir waren die ersten Erfolgserlebnisse, dass ich alles was es zu bauen gibt auch gebaut habe.
    Der Bau des ersten Kraftwerkes (mit Zugverbindung) war da schon ein Erlebnis. Und dann natürlich die ersten
    Ingenieure und dass man alle Bedürfnisse befriedigen konnte.

    Das reißt mich jetzt nicht mehr mit, vor allem wenn man weiß, wie mächtig die Items sind (man braucht keine Ölraffinerie z.B. wenn man in einem Bergewerk das richtige Item hat).
    Dann bin auch draufgekommen, dass man durch die Hochradproduktion eigentlich gar keine Warenketten mehr braucht. Hätte ich das alles schon vorher gewusst, hätte das meinen
    Spielspaß getrübt.

    Vielleicht ein Vorschlag:
    Nimm dir vor ganz ohne Items, Miniaufgaben und Handelskammer zu spielen. Nimm dir drei starke Gegner mit rein. Das sollte genug Herausforderung sein.
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  5. #5
    Avatar von LadyHahaa Moderator
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    Zitat von oracle_of_me Go to original post
    ...

    Ich weiß nicht, ob es an mir liegt, oder ob es anderen auch so ergeht. Ich finde das Spiel bombardiert einem nahezu mit kleinen aber einfachen Aufgaben. Wir brauchen mehr hiervon, wir brauchen mehr davon. Also geht man zur Insel, bau die Gebäude um dann zur nächsten ätzenden Aufgabe zu gehen. ....
    Hier ist IMHO das Geheimnis, für sich selber zu filtern, was wichtig ist und was man ignorieren kann.
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  6. #6
    Avatar von Kegelkarst Kam, sah und tippte
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    Bei Anno 1800 muss man sich selbst die Ziele setzen.
    Nimm dir vor ganz ohne Items, Miniaufgaben und Handelskammer zu spielen. Nimm dir drei starke Gegner mit rein. Das sollte genug Herausforderung sein.
    Ehrlich gesagt ist das vielleicht genau eines der Probleme, mit denen oracle_of_me so seine/ihre Schwierigkeiten hat. Kann ich ganz gut nachvollziehen.

    Sich selbst Herausfoderungen zu setzen, indem man Möglichkeiten, die einem die Spielmechanik bietet, bewusst nicht nutzt, macht auf Dauer nicht so viel Spaß. Die Idee ist ja, das Spiel zu "meistern", gerade weil es ein bestimmtes Regelwerk hat und bestimmte Anforderungen stellt, mit denen man klar kommen muss.

    Insofern:
    Hier ist IMHO das Geheimnis, für sich selber zu filtern, was wichtig ist und was man ignorieren kann.
    Filtern ja, aber für mich nicht auf die Art, dass ich z.B. ohne Handelskammern spielen würde. Aber die eine oder andere Aufgabe (insbesondere im späteren Spiel) auslassen, ja.

    Nach über 3000 Spielstunden bin ich diesbezüglich allerdings auch nur halb konsequent. Ich stelle meinen Schwierigkeitsgrad auf irgendwas zwischen mittel und schwer ein (normale Ressourcen, eher schwere Gegner, aber viel Einfluss usw.) und versuche, mich dann sukzessive durch die Einwohnerstufen nach oben zu entwickeln, irgendwann die Neue Welt, Arktis und Enbesa zu besiedeln usw. Nach längerem Spielen werden die gebotenen Herausforderungen (z.B. Expeditionen, Aufgaben, Umgang mit den Gegnern), weil man ja deren Lösungen schon kennt, dann aber in der Tat ziemlich zur Routine und der Reiz daran nimmt ab. (Mich ganz persönlich würden z.B. ein paar neue Inseln schon ansprechen - mal wieder "durchdeklinieren", wie brauchbar sie für den Stadtausbau sind usw. - altes Thema: bitte mehr (große) Inselvariationen!!)

    Ganz bewusst habe ich mir aber z.B. die Speicherstadt bisher nicht runtergeladen. Eben weil man (wenn ich den ganzen Berichten und Foreneinträgen glauben kann) dann wohl letztendlich auf viele Produktionsketten verzichten kann. Ich weiß genau: wenn mir das Spiel diese Option bietet, würde ich sie wohl nicht bewusst/strategisch nicht nutzen - und dann wird's langweilig.
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  7. #7
    Avatar von Stuffel_Z Forum Veteran
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    Vieleicht ist die größte Stärke von Anno 1800 auch die größte Schwäche: Man hat versucht, möglichst viele Spielstile zu unterstützen.
    Bei den vorherigen (historischen) Annos hat man irgendwann ein Ende erreicht.
    Bei Anno 1800 habe ich bis jetzt nach all den Stunden nicht das Gefühl, das es zu Ende ist, obwohl mein Spielstand auch schon über tausend Stunden auf dem Buckel hat.
    Es ist natürlich schwerer, sich selbst Ziele und Grenzen zu setzen, als vorgegebene Ziele zu verfolgen und vorgegebene Grenzen einzuhalten.
    Dafür fühle ich mich freier in der Gestaltung.
    Das Forschungsinstitut macht z.B. einen Großteil der Quests, Expeditionen, Weltausstellungen und Bergungsschifffahrten überflüssig, setzt also viele Spielmechaniken außer Kraft.
    Also mache ich die Quests u.s.w. nur noch, wenn ich Lust darauf habe. Dann ist es auch nicht langweilig. Also, ich möchte nicht mehr auf das Forschungsinstitut verzichten - abgesehen davon fand ich die Einführungsgeschichte zum Land der Löwen schon grandios.

    Ich gehöre z.B. zu denen, die die Speicherstadt genial finden, während ich beim Reisezeit-DLC sage, kann man machen, muss man aber nicht.

    So kann jeder seinen Vorlieben nachgehen, Anno so spielen, wie er es gern hat, egal ob Schönbau, Rekordbau oder irgendetwas dazwischen.

    Ich hoffe, dass der nächste Anno-Teil da genauso offen gestaltet wird
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  8. #8
    Avatar von jookeers Kam, sah und tippte
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    Zitat von Stuffel_Z Go to original post
    Vieleicht ist die größte Stärke von Anno 1800 auch die größte Schwäche
    woah, ganz zum Schluss des alten Forums wird es so richtig philosophisch hier *schnüff*
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  9. #9
    Avatar von oracle_of_me Neuzugang
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    Okay ich habe jetzt gestern Abend das Spiel nochmal angespielt und diesmal hat es wirklich Spaß gemacht. Ich setze mir selber kleine Herausforderungen wie z.B. die Produktionen in Blöcken so klein wie möglich zu machen, dass man diese einfach kopieren kann und nicht jedes mal zehn Felder setzen muss. Dies löst auch ein großes Problem welches ich vorher mit den Produktionen hatte. Und zwar waren ich früher immer der Bevölkerung am "hinterher" bauen. Es gibt zu wenig Kleidung, also habe ich ein oder zwei Schneiderein gebaut. Jetzt kann ich diese "alltagsprobleme" in Sekunden lösen indem ich die anderen Gebäudeblöcke einfach kopiere.

    Heute abend steht die nächste Session an. Ich bin mal gespannt.

    Vielen Dank für eure Tipps.
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  10. #10
    Avatar von Stuffel_Z Forum Veteran
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    @oracle_of_me: Freut mich, dass Du wieder motivierter bist.
    Würde mich freuen, wenn Du im neuen Anno-Forum weiter von Deinen Erfahrungen berichtest
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