1. #1
    Avatar von Emor9 Neuzugang
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    Der (Un)Sinn der Arktis-Session..

    Hey Leute,

    sicherlich sind die meisten von euch genau wie ich vom neuen DLC "Die Passage" anfangs total begeistert gewesen und haben auch bestimmt am ersten Releasetag die meiste Zeit in der Arktis verbracht. Heute habe ich es auch geschafft, die neue Questreihe zur verschollenen Expedition komplett abzuschließen und habe dann mein Endlosspiel wie gewohnt einfach fortgesetzt. Doch irgendwie werde ich seitdem dieses gewisse "hm-okay-und-nun"-Gefühl einfach nicht los, da ich nach längerem Spiel zum Schluss gekommen bin, dass ich mir im Prinzip diese ganze Arktis-Session mit ihrer unglaublich schwachen Umsetzung hätte komplett schenken können

    Kein einziges Produkt aus den nördlichen Breiten wird in der Alten oder Neuen Welt gebraucht, ausser das optionale Gas, was den ganzen Aufwand absolut nicht wert ist! Nicht einmal das Walöl findet irgendeine industrielle Verwendung, dabei spielte der kommerzielle Walfang doch im 19. Jh. eine immens wichtige Rolle! Die Siedlungen selbst, die man im Polargebiet gründet benötigen hingegen zahlreiche Produkte aus der Alten Welt, wie Konservennahrung, Kohle und Messing, die ja z.T. aus komplexen und aufwendigen Produktionsketten stammen. Die Luftschiffe sind zwar eine ganz interessante Neuerung, im Prinzip jedoch vollkommen verzichtbar (v.a. aufgrund ihrer absolut hanebüchenen Unterhaltskosten), wenn man nicht plant, die Gasvorkommen auf den Eisschelfen auszubeuten. Auch die arktischen Goldminen verschaffen keine wirklichen Vorteile, da man in der Neuen Welt Handelskammern bauen und mit Items ausstatten kann, die nützliche Boni auf Produktivität geben und tropische Inseln haben auch in der Regel mehrere Goldvorkommen im Gegensatz zu den arktischen Inseln.

    Ich weiss nicht, wie die Eindrücke der anderen Anno 1800-Spieler zum neuen DLC sind, ich jedenfalls kann mich nicht genug über die Lobpreisungen wundern, die in zahlreichen Artikeln zur neuen Erweiterung freigesetzt worden sind. Klar, der neue Weltteil sieht klasse aus und bietet natürlich eine ganz nette Abwechslung zu den gemäßigten und tropischen Zonen, doch ich kann mich einfach nicht des Eindrucks erwehren, dass es sich bei diesem DLC um ein sehr dürftiges und völlig unbedarftes Produkt handelt - vor allem wenn man endlich die Questreihe um Sir John abgeschlossen hat und sich die Frage stellt, welchen Sinn es denn nun hat, Posten am Nordpol zu unterhalten, die keinen wirklichen Nutzen für die großen Hauptsiedlungen in der Alten Welt haben und stattdessen nur wertvolle Produkte verschlingen, die doch viel besser für mehr Handwerker, Ingenieure und Investoren eingesetzt werden können. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Entwickler hier einige Dinge radikal neu strukturieren. Es ist einfach unfassbar, dass so etwas Banales wie das Bedürfnis der altweltlichen Bevölkerungsstufen nach Walöl-Lampen völlig ausser Acht gelassen wurde! Dabei würde es der Arktis-Welt eine komplett neue Dimension verleihen! Auch kann ich nicht verstehen, weshalb es in den nördlichen Breiten keine Erdölförderung gibt, ganz zu schweigen von einer Reihe anderer wichtiger und wertvoller Rohstoffe wie Diamanten, Silber, Blei, Nickel, Platin und Zink, die zu einem rohstoffreichen Raum wie der Arktis einfach dazugehören. Da hätten sich die Entwickler doch eigentlich etwas ausgefeilteres einfallen lassen müssen als Husky-Zucht und Gänsefarmen LOL! Bleibt nur zu hoffen, dass die neulich angekündigte Weiterarbeit an Anno 1800 v.a. auch eine umfassende Verbesserung der Arktis-Welt mit einschließt! Derzeit überlasse ich den Wettlauf zum völlig sinnfreien Nordpol lieber Von Malching oder Admiral Silva und beschäftige mich stattdessen viel lieber mit botanischen Ausstellungen auf meiner Hauptinsel
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  2. #2
    Avatar von KoKu13 Junior Mitglied
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    Ganz ehrlich hast du natürlich nicht unrecht. Wenn dann mal die quest in der Arktis erledigt ist gibt es dort nicht mehr viel zu tun.

    Die paar goldminen dich ich dort habe sind ganz nett. aber das habe ich eigentlich mit der neuen Welt schon abgedeckt. Gas ist ganz praktisch weil man es mit normalen schiffen handeln kann. kann also auf einer neuen insel direkt loslegen und brauch kein schienennetz. Aber komplett umstellen, dafür ist die Förderung viel zu langsam.

    Es ist ganz nett dort und durch die kleinen Inseln ist es für mich ein bisschen mehr anno als beim ersten DLC. aber eigentlich hat man dort wie gesagt nach der quest keine probleme mehr.
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  3. #3
    Avatar von futura007 Kam, sah und tippte
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    Das einzig gute sind die Zeppeline. Das war es dann auch schon. Hatte von der Artiks auch mehr erwartet. Die Gaskraftwerke haben nur einen Minimalen größeren Wirkungsgrad, aber bis man die bekommt ist eine Insel schon gut ausgebaut mit Ölkraftwerken. Dachte auch das man neue Waren für die andere Welt bekommt. Letztendlich bleibt die Artiks nur ein Zuschuss Geschäft mit kaum einen Nutzen. Schade.
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  4. #4
    Avatar von MattMcCorman Kam, sah und tippte
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    Was du schreibst ist durchaus richtig - die Arktis ist in erster Linie schmuckes Beiwerk. Die Kritik, dass es nur optionale und keine essentiellen Verflechtungen mit der Alten Welt gibt, hört man verschiedentlich, und sie ist nicht unberechtigt.

    Nur - wie löst man das Problem, dass ein optionaler DLC, den man sich kaufen kann oder auch nicht, mehr als eine Option in der Spielwelt darstellt?

    Nehmen wir mal an, wir führen Öllampen in der Alten Welt als zusätzliche Ware für Handwerker ein. Würden wir sie als Bedarfsware einführen, wären sofort alle Handwerker unzufrieden in dem Moment, wo du den DLC hinzufügst. Wenn dein bestehender Spielstand 10.000 Handwerker hat, wäre ganz schön was los!
    Würden wir sie als Luxusware einführen, würde dir die Befriedigung der Nachfrage geben, wovon du eh schon genug hast: Geld. Hm.

    Wie könnte man neue Waren sinnvoll in bestehende Spielmechaniken integrieren, damit neue Sessions nicht nur parallel zur Alten und Neuen Welt existieren, sondern wirklich mit ihnen vernetzt werden müssen...?
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  5. #5
    Avatar von AnnoEmma Kam, sah und tippte
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    Zitat von MattMcCorman Go to original post
    Was du schreibst ist durchaus richtig - die Arktis ist in erster Linie schmuckes Beiwerk. Die Kritik, dass es nur optionale und keine essentiellen Verflechtungen mit der Alten Welt gibt, hört man verschiedentlich, und sie ist nicht unberechtigt.

    Nur - wie löst man das Problem, dass ein optionaler DLC, den man sich kaufen kann oder auch nicht, mehr als eine Option in der Spielwelt darstellt?

    Nehmen wir mal an, wir führen Öllampen in der Alten Welt als zusätzliche Ware für Handwerker ein. Würden wir sie als Bedarfsware einführen, wären sofort alle Handwerker unzufrieden in dem Moment, wo du den DLC hinzufügst. Wenn dein bestehender Spielstand 10.000 Handwerker hat, wäre ganz schön was los!
    Würden wir sie als Luxusware einführen, würde dir die Befriedigung der Nachfrage geben, wovon du eh schon genug hast: Geld. Hm.

    Wie könnte man neue Waren sinnvoll in bestehende Spielmechaniken integrieren, damit neue Sessions nicht nur parallel zur Alten und Neuen Welt existieren, sondern wirklich mit ihnen vernetzt werden müssen...?
    In Anno 1503 gab es das zuletzt meine ich, dass man ein Bedürfnis gesplittet hatte. Man konnte es mit Ware A und/ oder B erfüllen. Genauso hätte es hier laufen können/ müssen:
    Ich hatte schon zu Beginn der Union derartige Dinge vorgeschlagen. Beispielsweise dass man den Bedarf an Getreide durch heimischen Weizen deckt und/ oder Reis aus dem fernen Osten nimmt. Solche Dinge eben. So hätte man auch Dinge aus der Arktis ergänzend einflechten können, ohne dass man Nachteile hat, wenn man die Arktis nicht nutzt. Bei Nutzung wäre eben der Vorteil, dass Produktionen heimischer Güter, die viel Platz verschlingen, verringert werden könnten.

    Aber wie so viele Dinge aus der Unionzeit wurde da nie drauf eingegangen und auch mit der neuen Welt wurde da ja auch nicht wirklich was in diese Richtung gemacht. Es blieb einfach wieder beim alten Schema F der Vorgänger.....wohl weil andere Wege viel zu zeitaufwendig gewesen wären oder eben einfach nicht in die Planung gepasst haben.
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  6. #6
    Avatar von MildeOrangenHai Neuzugang
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    Die Atmosphäre in der Arktis gefällt mir sehr gut. Sehr entspannend, leicht melancholisch. Die große Session ist sehr leer. Das macht Sinn bezogen darauf, dass die Arktis eher lebensfeindlich ist. Zufällig habe ich am Wochenende vor Release des DLCs den Film "Arctic" mit Mads Mikkelsen gesehen. Spiel und Film verknüpfen sich in meinem Kopf. Trotz 1st-Person-Easter-Egg wertet das eigene Kopfkino das Spielerlebnis stark auf.

    Im Gegensatz zur "Neuen Welt" ist die Verzahnung mit bestehenden Sessions tatsächlich verschwindend gering. Das DLC ist jedoch optional; bestehende Sessions nur für Besitzer des DLCs zu ändern, ist ein enormer Aufwand.
    Für die Zukunft wünsche ich mir da mehr Mechaniken, die ineinander greifen. In anderen Threads wurden schon Vorschläge gemacht. In einem asiatischen DLC Tee anbauen und als Ergänzung oder Ersatz von Kaffee nutzen, zum Beispiel. Oder neue Edelmetalle wie Platin als Ersatz für Schmuck, gegebenenfalls mit Diamanten statt Perlen. Die Bedürfnisse der Bürger könnten dann aus beiden Quellen bedient werden, vielleicht mit einem Zufriedenheitsbonus bei vielfältigem Angebot von Waren. Der alte Nate könnte aus zahlreichen Waren neue Dinge bauen - für Besitzer von DLCs dann andere Items. Das würde das Basisspiel nicht umwerfen, sondern nur ergänzen.

    Neue Schiffe, Luftkampf mit Zeppelinen (für kriegerische Spieler, also nix für mich), Luftabwehr gegen Zeppeline sollten locker möglich sein. Upgrades, die sehr schwer erreichbar sind und dann global wirken wie "10 t höhere Ladekapazität pro Frachtplatz" könnte man sich wie Monumente langsam erarbeiten. Ein großes Luftschiff mit sehr teuren Gas-Kosten, welches der Insel, die überflogen wird, besondere Attraktivität gibt... Ich bin gespannt, was die Entwickler nach dem wohlverdienten Weihnachtsurlaub an neuen Ideen entwickeln. Aber mehr als "nur eine weitere, abgekapselte Session" wäre schön.

    Bis dahin suchte ich weiter Anno, habe erst 524 Stunden auf dem Tacho
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  7. #7
    Avatar von arcayn2013 Neuzugang
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    Ich hatte mir das schon gedacht, deshalb auch bislang nicht zugeschlagen. DLCs sind etwas anderes als echte Addons, und sie mit dem Basisspiel sinnvoll zu verschränken, ist sicherlich keine leichte Aufgabe. Bei den ersten beiden DLCs bin ich noch mitgegangen, bei der Passage habe ich nun lieber gewartet. So wie das bisher klingt, und im Prinzip aus den oben schon erwähnten Gründen auch folgerichtig und logisch ist, scheint es eine weitgehend nutzlose Session zu sein, die für ein paar Optionen ganz nett sein mag, aber das Endlosspiel in der Alten Welt nicht weiterentwickelt. Vielleicht schieben die Entwickler in Zukunft noch etwas in der Richtung nach, aber das glaube ich nicht.
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  8. #8
    Avatar von AnnoEmma Kam, sah und tippte
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    Zitat von arcayn2013 Go to original post
    aber das Endlosspiel in der Alten Welt nicht weiterentwickelt. Vielleicht schieben die Entwickler in Zukunft noch etwas in der Richtung nach, aber das glaube ich nicht.
    Das Urproblem ist, dass alles nach der Stufe Handwerker nicht vernünftig weiter entwickelt war, sondern meiner Meinung nach nur noch unter Zeitdruck angehängt wurde. Diesen Eindruck hatte ich sehr stark nach der ersten CB und dann auch beim Start. Denn bis zu den Handwerkern ist alles schlüssig, sauber, ausgewogen und stimmig und dann plötzlich wird es hakelig, hektisch, unrund und fühlt sich nicht mehr gut an. Leider bleibt dieser Eindruck bis heute bestehen......
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  9. #9
    Avatar von Emor9 Neuzugang
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    Zitat von MattMcCorman Go to original post
    Was du schreibst ist durchaus richtig - die Arktis ist in erster Linie schmuckes Beiwerk. Die Kritik, dass es nur optionale und keine essentiellen Verflechtungen mit der Alten Welt gibt, hört man verschiedentlich, und sie ist nicht unberechtigt.

    Nur - wie löst man das Problem, dass ein optionaler DLC, den man sich kaufen kann oder auch nicht, mehr als eine Option in der Spielwelt darstellt?

    Nehmen wir mal an, wir führen Öllampen in der Alten Welt als zusätzliche Ware für Handwerker ein. Würden wir sie als Bedarfsware einführen, wären sofort alle Handwerker unzufrieden in dem Moment, wo du den DLC hinzufügst. Wenn dein bestehender Spielstand 10.000 Handwerker hat, wäre ganz schön was los!
    Würden wir sie als Luxusware einführen, würde dir die Befriedigung der Nachfrage geben, wovon du eh schon genug hast: Geld. Hm.

    Wie könnte man neue Waren sinnvoll in bestehende Spielmechaniken integrieren, damit neue Sessions nicht nur parallel zur Alten und Neuen Welt existieren, sondern wirklich mit ihnen vernetzt werden müssen...?
    Was du sagst stimmt natürlich. Neue Waren aus einer optionalen Erweiterung, die gleich neue Mechaniken im Basispiel erfordern, stellen die Entwickler in Bezug auf eine gute und sinnvolle Umsetzung im Spiel vor eine neue Herausforderung. Jedoch kann so etwas es m.E. nicht die Stumpfheit und Oberflächlichkeit entschuldigen, mit der eine wirtschaftlich so wertvolle Region wie die nördlichen Breiten umgesetzt wurde. Da hätte ich von Ubisoft schon mehr Kreativität erwartet.
    Die einzigen Bodenschätze, die in der Arktis abgebaut werden können sind Golderz und - wenn man weit genug voranschreitet - Gas. Der Abbau beider Rohstoffe ist allerdings weitgehend optional, wenn nicht gar gänzlich nutzlos. Hier hätte es zumindest mehr Erzvorkommen geben müssen wie z.B. Kupfer und Zink, von denen viel in der Alten Welt benötigt wird. Man hätte beispielsweise Boni auf deren Abbauproduktivität durch arktische Techniker geben können, wodurch der Wert der nördlichen Inseln gleich gestiegen wäre. Auch den Walfang hätte man abwechslungsreicher und fordernder gestalten müssen: Walgründe hätten in Räume für Glattwale (z.B. Grönlandwal oder Finnwale für Nahrungsverarbeitung) und Zahnwale (z.B. Pottwal für Öl) aufgeteilt werden können, wodurch man etwas mehr Komplexität vor Ort gehabt hätte, die man mit einkalkulieren muss. Auch das im 19. Jh. so begehrte Walöl hätte durchaus in die Alte Welt als Ware integriert werden können, indem sich z.B. die heimische Bevölkerung mit diesem Bedürfnis erst dann meldet, wenn die Questreihe abgeschlossen worden ist. Man könnte z.B. durch Zeitungsmeldung darüber informiert werden, dass es ein wachsendes Interesse an den "Schätzen" der Arktis gibt, in deren Genuss die Bürger gerne kommen möchten. Das würde den Spielern wiederum genug Zeit geben, den entsprechenden Warenvorrat schon mal einzulagern und wenn die Zeit gekommen ist, dann zum Verbrauch freizugeben..
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  10. #10
    Avatar von Jan127O Junior Mitglied
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    Ohne viel in der Arktis gewesen zu sein wirkt sie bisher nur wie eine abgespeckte und Stiefmütterlich behandelte Version aus 2205 auf mich, da war die Arktis wesentlich besser. Ich kann eigentlich allen Vorrednern nur beipflichten.
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