1. #1
    Avatar von neven869 Forum Veteran
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    Das Meer

    Das Meer ist ruhig als das marode Bettlerschiff leise und gemächlich über das Wasser gleitet. Es ist eine dunkle und klare Nacht. Die Sterne spiegeln sich im glatten Wasser.
    Erik steht an der Reling und blickt in Wasser. Manfred tritt neben ihn. Ein kaltes Gefühl durchströmt ihn, während er Erik ruhig wie ein Stein ins Wasser starren sieht.
    "Morgen erreichen wir einen Hafen. Dort gibt es gute Aussichten auf ein besseres Leben."
    Erik sieht ihn an. "Für mich vermutlich nicht", antwortet er bitter.
    "Komm dennoch mit uns. Du wirst es schon sehen." Manfred merkt, dass er das Thema umlenken sollte. "Übrigens: Hast du schon von Feldherr Neven gehört?"
    Erik blickt erneut auf und scheint nachzudenken. "Nein habe ich nicht. Was ist denn geschehen?"
    Manfred lehnt sich an die Reling. "Er wurde verurteilt, weil er angeblich einen Lagerbesitzer ermordet haben soll. Aber nun wird es spät. Gute Nacht!"
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  2. #2
    Avatar von neven869 Forum Veteran
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    Träumerisch stehen Neven und Marie auf dem Achterdeck von Maries Schiff. Es ist angeschlagen von vielen Kämpfen in der Vergangenheit, segelt dennoch flink durch das klare Wasser, in dem sich der Mond spiegelt.
    "Marie? Erinnerst du dich noch an damals, als ich dir diesen Dolch geschickt habe? Ich schmiedete ihn zeitgleich mit meinem Schwert und sandte dir den Dolch, auf dass er dir guten Nutzen bringen würde."
    "Ich erinnere mich. Ich erhielt ihn damals, als Edenreuth noch stand, In den aussichtslosesten Kämpfen konnte ich mich mit dieser Waffe schützen und durch das Andenken stets den Mut bewahren. Doch was ist das für ein schwarzes Band an der Parierstange deines Schwertes?"
    "Dort sind unsere Namen eingefasst. Als ich dich tot glaubte habe ich das schwarze Band um sie gebunden, damit sie der Welt verborgen bleiben. Doch nun - ich kann es entfernen."

    Die beiden stehen weiterhin an der Reling, als Neven drei schwarze Punkte am Horizont erkennt. "Das sind Schiffe, die auf uns zukommen. Dem traue ich nicht, wir sollten unseren Weg fortsetzen. Gib bitte leise den Befehl, ein paar mehr Segel zu setzen..."
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  3. #3
    Avatar von neven869 Forum Veteran
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    Den ganzen Tag sind die drei Schiffe Maries Schiff gefolgt. Offenbar legen sie Wert darauf, einen gewissen Abstand zu halten, kommen aber dennoch langsam näher. Neven kennt diese Strategie. Piraten verfolgen ihre beute oftmals tagelang um die Besatzung zu beunruhigen. Es wird Befehl gegeben, mehr Segel zu setzen und die Seeleute hoffen, ihre Verfolger abschütteln zu können...
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  4. #4
    Avatar von neven869 Forum Veteran
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    Einige Stunden später befindet sich Maries Schiff noch immer in einem schweren Gefecht. Die Piraten donnern mit ihren Geschützen auf das geschwächte Schiff. Sie umkreisen es und schlagen stets nacheinander zu, sodass der Besatzung keine Erholung bleibt. Doch das Schiff Maries weht sich wacker. Die Matrosen strengen sich aus vollsten Kräften an. Der Steuermann wird niedergeschossen und Neven ergreift das Steuerrad, während Marie ihre Besatzung weiter anspornt und Feuerbefehl auf Feuerbefehl über das Schiff jagt.
    Dennoch beginnt Maries Schiff, nachzugeben. Das Holz birst an jeder Stelle und Wasser dringt bereits in das Schiff ein. Neven besinnt sich der Vorkommnisse in der Tränenfeste. Er ergreift ein Gewehr und zielt auf die Mastlaterne eines der Piratenschiffe. Diese fällt nach dem Treffer hinab auf das Deck und entzündet durch das sich verbreitende Lampenöl ein Feuer. Das Piratenschiff fängt schnell Feuer welches die Pulverkammer erreicht, sodass das Piratenschiff explodiert.
    Doch in der Zwischenzeit bricht der Fockmast von Maries Schiff. Eines der Piratenschiffe versucht ein Entermanöver durchzuführen, doch Neven reißt das Ruder herum und schleift den Bug des Schiffes einmal entlang der Bordwand des Piratenschiffes, welches dabei schwere Schäden erleidet. Doch der Bug von Maries Schiff hat sich dabei in der Takelage des Piratenschiffes verfangen, sodass es nicht mehr loskommen kann. Wütende Piraten stürmen auf das Schiff, werden allerdings in einem Pfeil- und Kugelhagel besiegt.
    Das dritte Schiff nutzt die Lage, um Maries Schiff unter Feuer zu nehmen. Schwere Breitseiten schlagen in das Heck ein. Die Kugeln sausen durch das ganze Schiff und fordern viele Opfer.
    Neven erkennt die Lage und befiehlt der Mannschaft, sich ruhig zu verhalten.
    Daraufhin stellen die Piraten den Beschuss ein und kommen näher. Sie legen an, um auf dem sinkenden Schiff an Waren zu retten, was zu retten ist. Doch sie geraten in einen Hinterhalt als sie an Deck kommen und werden von allen Seiten beschossen.
    Als die Piraten besiegt sind, fragen sich Neven und Marie, wie weiter zu verfahren ist. Ihr Schiff droht zu sinken und scheint nicht repariert werden zu können. Der Kampf ist zwar gewonnen, doch die Piratenschiffe sind allesamt nicht mehr seetauglich. Dann hallt ein Ruf vom unteren Deck nach oben. "Feuer! Es brennt!"
    Schnell wird Befehl gegeben, die Beisboote zu Wasser zu lassen. Die Mannschaft ist schon kurz darauf sicher zu Wasser gelassen und Marie und Neven lassen sich mit dem letzten Boot zu Wasser.
    Dann jedoch explodiert Maries Schiff und zerfetzt mehrere der Ruderboote der Flüchtenden. Es gelingt, die Matrosen der anderen Boote zu retten, doch Marie und Neven sind verschwunden...
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  5. #5
    Avatar von neven869 Forum Veteran
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    Zwischen Trümmern und völlig durchnässt wacht Neven am Strand auf. Sein Kopf schmerzt und alles sieht verschwommen aus. Als er wieder Herr seiner Sinne ist sieht Neven sich hastig nach Marie um. Die Angst, sie erneut und vielleicht endgültig zu verlieren macht ihn rasend. Er rennt am Strand entlang. Dann sieht er Marie dort in der Brandung liegen. Sie bewegt sich nicht, lebt allerdings noch. Neven nähert sich ihr und sinkt erleichtert neben sie in den Sand. Marie kommt langsam wieder zu sich. "Neven" sagt sie erschöpft, "hast du die Dokumente noch?"
    "Keine Sorge Marie, ich trage sie bei mir. Geht es dir gut?"
    Marie richtet sich langsam auf und sieht sich um. Sie ist erschöpft und durchnässt. Ebenso wie Neven hat sie mehrere leichte Verletzungen erlitten. Dennoch ist sie in ihrer glänzenden Rüstung eine stattliche Erscheinung. Sie überprüft, ob sie Schwert und Dolch noch bei sich trägt und nickt zufrieden als sie feststellt, dass alles vorhanden ist.
    Neven steht neben ihr und mustert sie. Sie hatte sich in den Jahren kaum verändert. Noch immer war sie tapfer und prächtig. "Wir befinden uns auf der Insel, auf der Annoport liegt. Wir müssen durch diesen Wald durch und dann erreichen wir das Nordtor der Stadt."
    Marie blickt zur Sonne. "Nun, wir werden wohl im Wald übernachten müssen und erst morgen in die Stadt kommen", antwortet sie daraufhin...
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  6. #6
    Avatar von Seawolf99154 Junior Mitglied
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    gutes RPG
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  7. #7
    Avatar von Sir_Tom_1 Kam, sah und tippte
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    Draussen - weit auf dem Meer - fährt ein Schiff, welches sich langsam aber sicher dem Hafen der Insel nähert. Einer der Passagiere ist besonders Dankbar, dass kein schlimmer Seegang herrscht.
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  8. #8
    Avatar von Sir_Tom_1 Kam, sah und tippte
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    Als die Insel am Horizont versunken ist - schliesse ich die Augen und sehe Synola klar vor mir ... gerade denke ich daran, welche Augen sie machen wird, wenn sie das Blumenmehr erblickt ... innerlich wird mir ganz warm bei dem Gedanken an ihre Freude .... plötzlich werde ich von hinten angrempelt --- ein Matrose fragt mich im rauhen Seemannston "Dein Seesack?" und deutet auf den Seesack der in der Ecke steht ... ich nicke und denke so bei mir "der Matrose heute morgen wäre mir lieber" .... nehme den Seesack und gehe nach unten in den Schlafraum ... der, wie erwartet, alles andere als komfortabel und gutriechend, ist.
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  9. #9
    Avatar von Sir_Tom_1 Kam, sah und tippte
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    Bereits kurz nach der Abfahrt mußte Kapitän Hiob sein Schiff über mehrere Tage durch einen verheerenden Sturm
    steuern. Obwohl er das Schiff retten konnte sind doch etliche Verluste zu beklagen.

    Nun als sich das Wetter und das Meer beruhigt haben sitzt er in der Kapitänskabine und hat die Matrosen- und Passagierliste vor sich.

    Er macht hinter drei Matrosen und hinter allen vier Namen auf der Passagierliste schwermütig ein Kreuz.

    „Leider muß ich meinen Namen wieder alle Ehre machen und schlechte Kunde überbringen“ seufzte er und lehnt sich zurück und zieht an seiner Pfeife …
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  10. #10
    Avatar von Sir_Tom_1 Kam, sah und tippte
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    Dann nimmt er erneut die Feder in die Hand, taucht diese in das Tintenfaß und sagt:

    „Vorname und Nachname“ bitte.

    Die Person die mit ihm im Raum ist antwortet, so wie sie es immer tut, wenn diese Frage kommt, mit seinen 2 Vornamen und den richtigen Nachnamen laßt er weg und setzt statt dessen ein gekünsteltes Hüsteln hinterher.

    Der Kapitän wiederholt „Vorname: Sirius - Nachname: Tomislav“.

    Sir Tom atmet tief durch und ist erfreut, daß es wieder einmal funktioniert hat.

    Erleichtert fügt er an: „Ich muß euch noch meinen Dank aussprechen, werter Kapitän, dafür, daß ihr mich so kurzfristig ohne Anmeldung als Passagier noch direkt vom Pier aufgenommen habt.„

    „Kein Ursache“ entgegnet der Kapitän, und fährt fort „aber Danken sie lieber Gott, daß es Ihnen nicht wie den anderen armen Seelen ergangen ist, welche unter Deck erschlagen wurden!“

    Sir Tom antwortet in sich gekehrt: „Ja, Kapitän, Gott war auf meiner Seite und wollte wohl, daß ich mein Versprechen einhalten kann.“

    Mit einem groben Lachen spricht der Kapitän: „Ha … ein Versprechen meint ihr hat euch das Leben gerettet … nun ja … ich denke dazu war eher ein eisernen Wille und ein gutes Auge nötig … aber sei’s d’rum … Ihr könnt gehen, ich muß noch mehr Nachtragen - der verdammte Sturm hat mich bisher daran gehindert!“

    Der einzig überlebende Passagier läßt den Kapitän alleine.

    Als Sir Tom wieder unter Deck ist, setzt er sich auf seinen Platz und schließt die Augen und sieht seine Liebste vor sich und lächelt …
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