🛈 Ankündigung
Seid gegrüßt! Die Anno Foren sind jetzt archiviert und können nur noch im Read-Only Modus gelesen werden, bitte gehe zu unserer neuen Plattform um das Spiel mit anderen zu besprechen.
  1. #121
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    Es wird allmählich spät. Manius und Syzilljana verlassen den Tisch und legen sich schlafen. Leutnant Mauwer ist unermüdlich wie immer und redet weiter mit Nevens Vater. Die Wachen werden abgelöst und begeben sich nun auch zum Schlafen. Neven selbst geht in sein Zimmer und kramt dort einige alte Bücher hervor, welche er zu lesen beginnt. Langsam beginnt auch er in Schlaf zu versinken.
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  2. #122
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    Neven wacht auf. In seinem Händen hat er ein Buch, das der gestern zu Ende gelesen hatte. "Manius! Gibt es Neuigkeiten?"
    "Nein, Feldherr."
    "Nun gut."

    Neven verlässt das Haus und geht in Richtung Bibliothek.
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  3. #123
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    Neven sitzt in seiner Residenz. Er denkt über den übersetzten Text nach. Es ist ihm interessant zu lesen, wie seine Gegner ihn sehen...
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  4. #124
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    Zu Hause angekommen ruft Neven Leutnant Manius: "Manius! Freund Davy ist in der Nähe! Lass Mauwer die Python Regius klarmachen!"
    "Ah, der feine Herr Jones lässt auch mal von sich hören", antwortet Manius leicht sarkastisch, "ich werde den Befehl überbringen."
    "Kein Befehl! Eher ein Wunsch" lacht Neven.
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  5. #125
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    Morgens steht Neven auf und legt seine Waffen und seine Rüstung an. Dann begibt er sich zur Python Regius.
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  6. #126
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    Inzwischen liegt der aufgewirbelte Staub nach der Versenkung der Dutchman wieder am Boden. Neven genießt die Ruhe...
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  7. #127
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    Neven geht sitzt auf seinem Bett und ist in Gedanken versunken. Seit seiner Verbannung aus seiner Heimatstadt hatte er unentwegt gekämpft und Blut vergossen. Mit den Blut, das er selber vergossen hat, könnte man einen See füllen, mit dem, was er und seine Männer insgesamt vergossen haben, könnte man einen noch viel mehr füllen. Doch das ist es nicht, was auf Neven lastet. Er kann mit den zahllosen Toten leben. Er hat sich nach jedem erkundigt und gegebenenfalls die Familien der Gefallenen versorgt. Neven sieht das Töten nicht als gerecht an. Er war noch nie ein großer Freund von Krieg - wenngleich er alles durch ihn erreicht hat und gerade darin unüberwindbar ist.
    Was auf Neven lastet ist etwas anderes: Neven hat eine neue Heimat, viele gute Gefährten, von denen jeder für ihn sein Leben geben würde und eine gute Arbeit. Doch Neven fühlt, dass er sich nach etwas sehnt, was ihm sein gesamtes Leben verwehrt blieb. Und Neven weiß, dass ebendies durch keine Macht der Welt zu erzwingen ist...
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  8. #128
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    Neven geht einige eingereichte Anzeigen durch und muss auf jeden antworten, dass es nicht strafbar ist, seine Hecken nicht zu schneiden und ähnliches.
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  9. #129
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    Syzilljana eilt zu Manius. "Manius, was ist mit dem Feldherrn los?"
    "Wie meinst du das, Liebste?" fragt Manius sie überrascht.
    "Du weißt was ich meine. Neven sitzt seit Wochen nur noch in seinem Raum. Man hört nur trauriges Klavierspiel von ihm. Der Koch betritt täglich den Raum, bringt Neven Essen und Wein und verlässt den Raum wieder. Du kennst ihn am besten also sag mir: Was ist mit dem Feldherrn los?"
    Manius ist etwas aus der Fassung. "Was ich dir jetzt erzähle, musst du für dich behalten."
    "Einverstanden", erwidert Syzilljana.
    "Also gut. Vor 10 Jahren wurde Neven im Alter von 16 mit Handelsverträgen zu einem Ritter geschickt. Einem Burgherren um genauer zu sein. Er verliebte sich in dessen Tochter und sie sich in ihn. Also kam es, dass Neven ihr seine Liebe gestand und ihr versprach, keine andere zu ehelichen als sie. Sie tat selbiges.
    Als Neven nach Hause zurückkehrte, war er glücklicher als ihn jemals jemand zuvor gesehen hatte. Doch kurz darauf verschwand sein Vater. Neven wollte ihn suchen, doch der Bürgermeister ließ die Navis Argentaria an die Venezianer verkaufen und Neven hatte kein Schiff mehr. Also verschwand er in sein Haus und ließ sich allerhand Substanzen bringen. Dann experimentierte er mit diesen und erzeugte letztlich das, was die Python Regius unzerstörbar macht. Mit dem letzten Geld seiner Familie mietete er die Werft der Stadt ein ganzes Jahr lang. In dieser Zeit baute er die Python Regius, pumpte das Werftbecken leer und ließ sein härtendes Mittel hineingießen, sodass sein Schiff vom Kiel bis zur Großmastspitze mit dieser Chemikalie durchtränkt wurde. Das Holz sog alles bis zum letzten Tropfen auf und wurde so, wie es jetzt ist."
    "Und weiter?"
    "Neven war 17 als sein Schiff fertig wurde. Sein erstes Ziel war die alte Festung, wo er seine Geliebte endlich ehelichen und dann mit auf seine Suche nehmen wollte. Doch als er die Festung erreichte, war alles zerstört. Überall lagen Tote, und die gesamte Stadt lag in Trümmern und Asche, obwohl sie offenbar bis zum bitteren Ende verteidigt wurde. Neven Verlobte war nicht aufzufinden. Und so suchte Neven ein weiteres Jahr nach ihr. Doch vergebens.
    Mit 18 kehrte er nach Hause zurück. Geschlagen von seinem Verlust. Er hatte seinen Vater und seine Frau verloren und wusste nicht mehr weiter. Als er dann im Hafen festmachte, traf er auf den Bürgermeister, welcher Neven sagte, dass er verbannt sei, weil er ein venezianisches Kaperschiff vernichtet hatte."
    "Warum hatte er es vernichtet?"
    "Es hatte ihn angegriffen und Neven verteidigte sich. Also lag die Schuld nicht bei ihm. Doch die Stadträte sahen das anders. Sie verbannten ihn und verboten seine Rückkehr. Sein Haus und sein übriges Vermögen wurden beschlagnahmt.
    Doch Nevens Familie hatte der Stadt stets treu gedient und genoss vor allem unter den Soldaten und Seeleuten einen guten Ruf. Neven selbst war sehr beliebt bei allen gewesen."
    "Was ist dann passiert?"
    "Fast die gesamte Generation der Jungen, die mit ihm aufgewachsen war, mit ihm erzogen wurde, mit ihm ausgebildet wurde, verließ die Stadt um Neven zu folgen. Außerdem schlossen sich Neven die besten Kapitäne des gesamten Flotte des Stadt mit ihren Schiffen an. So zum Beispiel Kapitän Green, der berühmte Korsar, mit seinem Kaperschiff, der France. Dadurch wurde Neven allerdings noch verhasster bei den Räten und sie verbannten auch die, die Neven folgen wollten.
    Neven hatte also alles verloren. Vater, Verlobte, Heimat. Doch ermuntert davon, dass wir hinter ihm standen gab er nicht auf und zog mit uns durch die Welt. Später dienten wir 4 Jahre unter Kaiser Herbert I, der Neven aber vor einiger Zeit verriet. Seither leben wir hier in Annoport. Neven haut auch seinen Vater und die beiden verlorenen Schiffe wiedergefunden. Doch noch immer trauert Neven um seine Liebe. Vor allem jetzt, da er alles andere wiedergewinnen konnte."
    "Und was ist mit seinem Schwert?"
    "Sein Schwert? Darüber weiß ich nicht viel. Ich kann dir nicht mal sagen, aus welchem Metall es ist. Ich weiß nur, dass er es mit 16 Jahren, direkt nach seiner Rückkehr geschmiedet hat, als er noch das Glück im Gesicht hatte."
    Syzilljana ist jedoch noch immer neugierig. Wissbegierig fragt sie mit gesenkter Stimme:
    "Was hat es mit dem schwarzen Band auf sich?"
    "In seinem Schwert sind nahe der Parierstange zwei Namen in Diamant eingefasst. Einer ist seiner. Und der andere Name... nun, das weiß ich auch nicht. Vermutlich ist es der, seiner Geliebten. Das schwarze Band verdeckt die beiden Namen und soll entweder seine Trauer zeigen, oder verhindern, dass Blut darüber läuft."
    "Jetzt verstehe ich, weshalb Feldherr Neven so niedergeschlagen ist. Er hat fast alles. Aber das wertvollste ist ihm verloren gegangen", sagt Syzilljana mit gerührter Stimme und lässt sich in Manius Arme sinken.
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  10. #130
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    Der Himmel ist graubraun und ein düsterer Nebel liegt über dem Boden. Hier und da steigen Rauchschwaden aus dem Trümmerfeld, das einst eine stolze Festung gewesen war, und vermischen sich mit dem Nebel. Vereinzelt brennen noch Ruinen und zerfetzte Banner roter, weißer und gelber Farbe, sowie zahllose tote Soldaten liegen überall. Neven eilt durch die Trümmer bis hin zum Bergfried der Stadt. Doch auch dieser musste der Gewalt dieser Zerstörung nachgegeben haben. Neven tritt durch die Überreste des Tores und durchsucht die Burg. Verstört und erschöpft schlägt er mit seinem Schwert die Trümmer von heruntergefallenen Dachbalken in Stücke. Nachdem er dies geschafft hat bricht er die Tür, die hinter den Überresten gewesen war, auf.
    Fassungslos steht er am Eingang zu einem Raum und blickt auf eine tote Frau.

    Schweißüberströmt wacht Neven auf. Seit einiger Zeit hat Neven immer nur noch den selben Traum. Diese Bilder erscheinen jedes Mal, wenn er die Augen schließt.
    Neven greift zu seinem Schwert und fährt mit dem Finger über die Klinge. Der Stahl ist eiskalt. Im Mondschein scheint die Schneide einen blauen Schimmer zu haben. Oberhalb des schwarzen Bandes vor des Parierstange befinden sich auf jeder Seite fünf Einkerbungen, sodass man das Schwert den Bastardschwertern zuordnen kann, wenngleich die restliche Klinge eher glatt und einem normalem Schwert ähnlich ist. Noch nie in all den Jahren, musste Neven das Schwert schärfen. Mit ihm kann er mühelos auch Steine durchtrennen, ohne dass es der Klinge auch nur den geringsten Schaden antun würde.
    `Es gibt nur zwei solcher Waffen auf der Welt´ denkt sich Neven als er nach einer Flasche voller Wasser greift und sie austrinkt. Langsam lässt er sich auf sein Bett zurücksinken und versinkt erneut in Gedanken...
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