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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Feindfahrt U446 nr.1, KptLt Tommel, Januar44, Tagebuch



Tommel1965
28-09-10, 10:34
Montag, 11.Januar 1944
Bergen

Ich erreichte Bergen in den frühen Morgenstunden des 10.01.44.
Endlose Gespräche im OKM und mit dem BdU liegeh hinter mir. Teile meiner alten Manschaft sind schon hier in Norwegen.
Zu den vergangenen Wochen gibt es viel zu berichten, hier in Kurzform das Wichtigste:
Nach unsere Befreiung aus Spanien und der endlosen Bahnfahrt bis nach Paris wechselte ich dort in eine Ju52, um zügig nach Berlin zu kommen. Die Reste meiner alten Manschaft aus unserem versenkten U537 machten sich von Paris aus weiter mit dem Zug auf den Weg nach Lorient, von wo aus Sie dann in den Urlaub enlassen wurden.
Nach einem recht abenteuerlichen Flug landete ich am 24.12.43 in Berlin. Makaber, denn ich habe ja ursprünglich auf See versucht, dies meiner Manschaft zu ermöglichen. Leider hat es uns das Kopf und Kragen gekostet. Ich habe mich immer wieder gefragt, wer letztlich Schuld an diesem Disaster war,
( Thread : BdU Verlustmeldung U537 )
und komme immer wieder zu einem Resultat:
Das Boot hatte einfach eine zu lange und schwerfällige Tauchzeit. Diesem Umstand habe ich nicht konsequent genug Rechnung getragen, sondern habe auf das miserable Zielwasser der Briten gesetzt. Ein folgenschwerer Fehler.
Nach langen Gesprächen über diese Tauchschwäche des Typs IX, über die von mir offen angesprochene Funkmessortung der Briten und der Radarmöglichkeit der britischen Flieger(sie haben uns auch nachts angeflogen!), wurde ich letztlich von aller Schuld freigesprochen und auf meinen eigenen Wunsch nach Norwegen versetzt. Ich übernehme hier nun wieder ein Boot vom Typ VII-C. Außerdem werden hier, bei der 11.Flottille, wohl demnächst die ersten Elektroboote vom neuen Typ XXI eingesetzt werden, wie mir der Flottillenchef FrgtKpt Hans Cohausz berichtet hat.
Unklar ist noch die Nummer meines neuen Bootes.
Wahrscheinlich U-446, könnte aber auch U-483 werden.
Ich werde es wohl noch heute erfahren.
Es ist jedenfalls nicht mit den modernsten Dingen ausgestattet. Einen Schnorchel gibt es wohl auch nicht. Aber eine Kampfwertsteigerung in FOrm der großen Batterien. Leider gibt es hier in Bergen noch keine Zaunkönige. Noch nciht mal den alten Falken. Aber was solls. Bei U-537 hat uns das auch nicht viel genutzt.
Das Wichtigste aber ist, dass ich den wesentlichen Teil meiner alten Besatzung behalten habe.

10.00 Habe einen Termin beim Flottillenchef.
Wir reden lange über meinen neuen Auftrag und über die Vor- und Nachteile des alten Typ VII.
14.00 Ich nehme mir den Rest des Tages frei und werde morgen früh um 08.00 das neue Boot übernehmen.
16.00 Meine alten LI OLt Störmer treffe ich in der OffzMesse wieder. Wir trinken und reden sehr lange.
22.30 ziemlich abgefüllt verziehe ich mich ins Quartier, ein altes Grand Hotel hier in Bergen.
Ich denke nochmals über unseren neuen Kampfauftrag nach. PQ AM41, liegt direkt auf mehreren GL-Routen. Endlich wieder. Irgendwie gefällt mir das besser als das endlose herumkajolen im Süd-Atlantik und bei der Affenhitze in der Karibik.

Jedenfalls fällt mir hier nun noch eine wichtige Info an alle anderen Kaleus in SH3-Forum ein :
"I'am back"

KptLt Tommel
U-446

Tommel1965
28-09-10, 10:34
Montag, 11.Januar 1944
Bergen

Ich erreichte Bergen in den frühen Morgenstunden des 10.01.44.
Endlose Gespräche im OKM und mit dem BdU liegeh hinter mir. Teile meiner alten Manschaft sind schon hier in Norwegen.
Zu den vergangenen Wochen gibt es viel zu berichten, hier in Kurzform das Wichtigste:
Nach unsere Befreiung aus Spanien und der endlosen Bahnfahrt bis nach Paris wechselte ich dort in eine Ju52, um zügig nach Berlin zu kommen. Die Reste meiner alten Manschaft aus unserem versenkten U537 machten sich von Paris aus weiter mit dem Zug auf den Weg nach Lorient, von wo aus Sie dann in den Urlaub enlassen wurden.
Nach einem recht abenteuerlichen Flug landete ich am 24.12.43 in Berlin. Makaber, denn ich habe ja ursprünglich auf See versucht, dies meiner Manschaft zu ermöglichen. Leider hat es uns das Kopf und Kragen gekostet. Ich habe mich immer wieder gefragt, wer letztlich Schuld an diesem Disaster war,
( Thread : BdU Verlustmeldung U537 )
und komme immer wieder zu einem Resultat:
Das Boot hatte einfach eine zu lange und schwerfällige Tauchzeit. Diesem Umstand habe ich nicht konsequent genug Rechnung getragen, sondern habe auf das miserable Zielwasser der Briten gesetzt. Ein folgenschwerer Fehler.
Nach langen Gesprächen über diese Tauchschwäche des Typs IX, über die von mir offen angesprochene Funkmessortung der Briten und der Radarmöglichkeit der britischen Flieger(sie haben uns auch nachts angeflogen!), wurde ich letztlich von aller Schuld freigesprochen und auf meinen eigenen Wunsch nach Norwegen versetzt. Ich übernehme hier nun wieder ein Boot vom Typ VII-C. Außerdem werden hier, bei der 11.Flottille, wohl demnächst die ersten Elektroboote vom neuen Typ XXI eingesetzt werden, wie mir der Flottillenchef FrgtKpt Hans Cohausz berichtet hat.
Unklar ist noch die Nummer meines neuen Bootes.
Wahrscheinlich U-446, könnte aber auch U-483 werden.
Ich werde es wohl noch heute erfahren.
Es ist jedenfalls nicht mit den modernsten Dingen ausgestattet. Einen Schnorchel gibt es wohl auch nicht. Aber eine Kampfwertsteigerung in FOrm der großen Batterien. Leider gibt es hier in Bergen noch keine Zaunkönige. Noch nciht mal den alten Falken. Aber was solls. Bei U-537 hat uns das auch nicht viel genutzt.
Das Wichtigste aber ist, dass ich den wesentlichen Teil meiner alten Besatzung behalten habe.

10.00 Habe einen Termin beim Flottillenchef.
Wir reden lange über meinen neuen Auftrag und über die Vor- und Nachteile des alten Typ VII.
14.00 Ich nehme mir den Rest des Tages frei und werde morgen früh um 08.00 das neue Boot übernehmen.
16.00 Meine alten LI OLt Störmer treffe ich in der OffzMesse wieder. Wir trinken und reden sehr lange.
22.30 ziemlich abgefüllt verziehe ich mich ins Quartier, ein altes Grand Hotel hier in Bergen.
Ich denke nochmals über unseren neuen Kampfauftrag nach. PQ AM41, liegt direkt auf mehreren GL-Routen. Endlich wieder. Irgendwie gefällt mir das besser als das endlose herumkajolen im Süd-Atlantik und bei der Affenhitze in der Karibik.

Jedenfalls fällt mir hier nun noch eine wichtige Info an alle anderen Kaleus in SH3-Forum ein :
"I'am back"

KptLt Tommel
U-446

Tommel1965
29-09-10, 10:09
Dienstag, 12.Januar 1944

08.00 Endlich ist es soweit. Ich war heute morgen schon beim FrgtKpt. Mein neues Boot liegt fix und fertig im Bunker 7 .
Es ist nun U-449 .
Ein Typ VII-C Boot, frisch aus Danzig von der 8.U-Boot Lehrflottille überführt.
gestern wurden schon Aale am Arsenal gebunkert und Brennstoff sowie Frischwasser sind bis zum Stehkragen voll.
Das Frontklarmachen hat der LI geleitet und so kann ich mir sicher sein, dass alles an seinem Platz ist.
Aber wie es bei neuen Booten so ist, werden wir erst einige Tests und Tauchversuche fahren müssen, bevor alles hinhaut.
Da es ein ganz neues Boot ist, weiß man nie, welche Verschlüsse oder Stopfbuchsen nicht ganz in Ordnung sind oder wo ein Werftgrennie als Norweger etwas manipuliert haben könnte. In diesen Zeiten soll so etwas häufiger vorkommen, als man denkt.

Ich erreiche den Bunker, gehe zum Boot und siehe da, die Mannschaft steht geschniegelt und gespornt auf Deck. Der Bootsman meldet mir die Mannschaft und ich übernehme die Mannschaft und das Boot. Viele Gesichter erkenne ich wieder.
Einigen steht im Gesicht geschrieben, was wir alles schon gemeinsam erlebt haben. Sei es auf damals auf U100 oder später dann auf den Fernfahrten mit U 537. Einige waren von Anfang an dabei.
Ich lasse wegtreten und nachdem ich das Boot von vorne bis hinten inspiziert habe, legen wir um 11.00 wie geplant ab.
Und wieder der große Bahnhof! Mit Musik und Tam-tam-tam. Wie ich es hasse. Man könnte genauso gut über unser Auslaufen in der Zeitung berichten, damit auch wirklich jeder der Partisanen bescheid weiss. Aber was solls.

Am Kartentisch hängen wir gemeinsam auch über dem Übersegler. ich inspiziere unser neues Ziel-PQ und überlege, wo die Geleitzugrouten liegen. Der IIWO koppelt den Kurs, wir werden durch den westlichen Fjord laufen, und uns dann nach Norden in die offene Nordsee begeben. Tauchen können wir die nächsten 50 sm nicht, denn der Fjord ist lang und flach. gar nicht ungefährlich das Ganze, aber überall sind Flakbatterien an Land, die uns schützen. Außerdem laüft einer Mienenräumer vor uns her.
Unser Ziel-PQ wurde noch kurzfristig geändert. Er liegt nicht, wie ursprünglich vermutet, in der Nordsee, sondern ca. 200sm südlich von Island. Meines Erachtens genau im Bereich der Geleitzüge.
Wir müssen hier oben höllisch aufpassen, dass uns keine der Mistbienen erwischt. Wenigstens kommen wir mit unserem Boot wieder schneller in den Keller. Und das werden wir üben. Immer wieder üben, bis das Wasser im A. kocht.

13.00 Boot läuft mit zwo-zehn knoten Kurs 330.
Wir kommen langsam in die tiefe Rinne vor der norwegischen Küste.
Ich gebe Befehl zum Tauchen.
Auf 50m pendelt der LI das Boot ein und erledigt die notwendigen Trimmarbeiten ziemlich zügig und in der gewohnten Präzision.
nach dem er mir Vollzug gemeldet hat, und wir somit voll gefechtsklar sind, lasse ich tiefer tauchen.
neue Tiefe 150m. Alle Verschlüsse und Stopfbuchsen halten. Alles funktioniert einwandfrei. Sollten wir Glück haben und ein mängelfreies Boot bekommen haben.
Wir gehen auf 200m runter und nachdem auch hier nichts festzustellen ist, gehen wir wieder auf 50m. Befehl : Tiefe halten bis 20.00 .
Wir laufen mit 3 knoten leise und unerkannt nach Norden.
Folgende Befehle geben ich noch an die Mannschaft : absolutes Funkverbot, Radar bleibt aus,bis ich den Befehl zum Aktivieren gebe.

20.00 Gehe auf Sehrrohrtiefe. nach einem Rundumblick mit dem Luftzielrohr und danach mit dem Angriffsehrrohr gebe ich den Befehl zum Auftauchen. Die frische Sehluft, die mir nach öffnen der Luke entgegen strömt, tut gut.
Endlich. Ich stehe wieder auf der Brücke, mein Glas in der Hand, der Diesel rumort sein hämmerndes Stakato und ich sehe nichts um mich herum als offene See. Aber Vorsicht. Überall können Sie lauern, unsere britischen Freunde.

22.00 Die Batterien sind wieder voll. Das geht ja schon einmal sehr schnell, wie ich finde.
Ich gebe Befehl, das Radargerät zu aktivieren.
Wir gehen mit den Umdrehungen hoch und laufen mit großer Fahrt und 18 knoten nach Norden.
Möchte aus der nördlichen Nordsee heraus und in den offenen Atlantik.
Ich habe mich für die nördlichere Route entschieden und somit steuern wir die Dänemarkstraße an. Habe keine Lust, mich mit einzelnen Zerstörern herumschlagen zu müssen, wenn wir die südlichere Route gewählt hätten.
23.08 Unser Radar meldet einen Kontakt in 230°, Entfernung über 120 sm. Ich beschließe, dies zu ignorieren. Ein Abfangen in diese Richtung in dieser Entfernung, nahe an der britischen Küste sollten wir einfach lassen.
23.55 Wachablösung auf Brücke. IWo übernimmt meine Wache und ich lasse noch einen Mittelwächter auf die Brücke kommen.
Nach meinem Entrag ins Logbuch haue ich mich auf Ohr. Versuche das zumindest. Vieles geht mir noch durch den Kopf.
Irgendwann mitten in der Nacht weckt mich ein schrilles Geräusch. Ich schnelle hoch. Wie spät ist es ? Muss so gegen 04.00 sein, oder schon später. Die Alarmglocke.

KptLt Tommel
U 449

Tommel1965
01-10-10, 10:05
Freitag, 15.Januar 1944

06.00 Nach unendlicher Gammelfahrt haben wir endlich unser eigentliches Jagdgebiet erreicht.
Der Alarm am Dienstag, der mich so brachial aus dem Schlaf gerissen hat, war ein klassischer Fehlalarm. Aber lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig oder zu spät.
Tagsüber habe ich konsequent den Unterwassermarsch bei mikrigen 3 knoten laufen lassen, nach Einbruch der Dunkelheit sind wir aufgetaucht mit großer Fahrt unsrem zielgebiet entgegengelaufen.
Alles, aber auch wirklich alles funktioniert im Boot einwandfrei. Ich glaube, dass das Radargerät in meinem alten Boot besser war. hier ist eben nicht das neuste eingebaut. Vielleicht können wir das beim nächsten Werftaufenthalt ja nachrüsten.
08.00 Wir haben sehr schwere See, dickster Nebel, Sicht kaum weiter als 500m, das Boot läuft nicht mehr sauber, die Diesel spucken gelegentlich, wir mchen nicht mehr wirklich viel Fahrt über Grund. Vorteil: Die Mistbienen bleiben uns vom Leib.
09.20 Wir fangen eine Fühlungsmeldung auf. Großes Geleit nordöstlich unserer Position, Entfernung ungefähr 100sm.
Hänge mit meinem IWO über der Karte. Wir koppeln einen Abfangkurs. müsste gehen. Schätze, ungefähr 5 Stunden AK.
neuer Kurs 80°. Wir laufen mit AK nun südlich paralell zum Geleit, um uns vorzusetzen.
15.00 Wir haben eine gute Position erreicht. Lasse mit neuem Kurs Nord laufen.
15.30 Befehl zum Tauchen. Neue Tiefe 40m, danach beide Maschinen stop. Horchpause.
Und siehe da: Der Geleit. Ungefährt 30sm nordwestlich von unserer Position. Beschließe sofort aufzutauchen und noch einige Meilen mit Diesel nach Norden zu laufen.
16.20 Position erreicht. Ruder backbord auf 280°. Die alte Taktik. Lasse mich von vorne in das Geleit sacken. Laufen noch 20 min aufgetaucht dem Geleit entgegen. Beim Abstand 15 sm gehen wir auf 120m Tiefe, Befehl Schleichfahrt. Lasse mich vom Feger überlaufen, um dann auf Sehrrohrtiefe hochzukommen und meine Aale loszuwerden.
und es klappt. Um 17.00 werden wir von einem Zerstörer überlaufen in Nulllage. Wahnsinn, dass er uns nicht bemerkt. Aber es klappt. Es hat so immer geklappt. Man muss nur tief genug und muckmäuschenstill sein. Nachdem er uns überlaufen hat, und so 5sm weg ist, lasse ich auf Sehrrohrtiefe gehen, gleichzeitige Kursänderung süd, denn so läuft das Geleitdirekt an meiner Nase vorbei.
Nach einigen kleineren Kursändeungen um ein paar Detz passieren direkt vor meiner Nase 1 Truppentransporter, 1 C3-Cargo, 1 Liberty und weiß der Geier was sonst noch alles. Langsam kämpfen sich die Frachter durch die See, und obwohl ich fast auf Wurfreichweite heran bin, sehen die mich bei diesem Seegang nicht.
Rohr 1 bis 4 klar zum Unterwasserschuss, Mündungsklappe Rohr1&2 öffnen, auf den Truppentransporter in 10°, Entfernung 385m, klar zum Schuss, Fächer aus Rohr 1&2, Achtung, Rohr 1&2-LOS.
Keine 20 Sekunden, und der 1.Aal trifft, unmittelbar der 2. danach. Aber, der Pott schwimmt noch. Ich verstehe die Welt nicht mehr.
Ruder 15 Strich steuerbord. Da kommt der nächste Pott auf. Entfernung schon auf 350m geschrumpft. Mein Gott, wir sind mittendrin. Also das Ganze nochmal mit Rohr 3&4.
Wieder 2 Treffer, auch der Pott brennt und schlingert, kränkt immer nach backbord, aber er sinkt nicht.
ALARM. Feind hat uns in der Ortung. Das Ganze ist nicht unentdeckt geblieben. Einer Flower-Korvette kommt auf aus Richtung 170°, Entfernung schon sehr gering, keine 500m. Wir gehen schon auf Tiefe, schlagen sofort einen Hacken nach backbord, neue Tiefe 100m.
Wasserbomben, Wasserbomben, Wasserebomben. Aber alle daneben. Ich nehme Reisaus nach Süden, weg vom Geleit. Würde eh nicht mehr auf Schusshöhe hinauf kommen. Lasse das Geleit zunächst abhauen.
19.30 Geleit hat sich auf 13 sm entfernt, die Korvette ebenfalls.
Horcher meldet weiter alle Kontakte, ener davon entfernt sich mit Kurs Ost langsam vom Geleit. Erst glaube ich, es handelt sich um Aussensicherung, dann aber wird klar, es handelt sich um einen Frachter. Er kann vielleicht die 8 knoten des Geleits nicht mehr mitlaufen, und sucht die direkte britische Küste.
Beschluss : Wir verfolgen den Frachter, Immer wechselnd aufgetaucht und dann getaucht, um ihn besser peilen zu können.
Nach 1 Stunde Verfolgung sind wir gleichauf mit ihm in südlicher Entfernung keine 500m.
Wir setzten uns vor, und dann schwenke ich auf Nordkurs, gehe sofort auf Sehrrohrtiefe.
Da habe ich ihn, Entfernung 450m, Rohr 1, inzwischen nachgeladen, Achtung, Rohr 1 - LOS.
treffer mittschiffs. Mit einem Riesenfeuerwerk verabschiedet sich der Pott, es ist der Truppentransporter, von der Oberfläche. Na, da waren aber auch Tonnen von Munition an Bord.
ich lasse auftauchen und nun heißt es, wieder Fühlung aufzunehmen mit dem Geleit.
22.00 Es ist bald wieder soweit. Die Batterien sind wieder fast voll, und der Geleit läuft weiterhin Kurs Ost, Entfernung nun 30 sm nördlich von uns.
Wir setzten uns weiter vor, es muss ausreichend sein, sonst bringt es nichts. Also laufen wir noch fast 2 weitere Stunden weiter, um dann nördlich uns wieder vor den Geleit zu setzen.
um genau 23.40 schwenken wir 90° nach backbord und laufen dem Geleit wieder entgegen. Das Wetter ist immer noch mieserabel, aber für uns ist das jetzt gut.
Ich lasse auf Tiefe gehen, neue Tiefe 110m. Schleichfahrt. Wir warten.
Der Horcher hat die Schraubengeräusche schon im Hörer, noch aber weit weg.
23.55 Sind auf Gefechtsstation und erwarten den Feger. Auf ein neues.

KptLt Tommel
U 449

Nordatlantik, 300sm südöstlich von Island

MCHALO12
08-10-10, 07:12
Von: U1
An: U 449, Tommel

K an K

Schön wieder von dir zu hören, bin eine Weile nicht dazu gekommen hier reinzuschauen.

Gute Jagd und fette Beute, pass auf die Bienen auf!

MCHALO

Tommel1965
21-10-10, 10:34
Samstag, 16. Januar 1944

01.00 Und da ist er wieder. Wir laufen mit Schleichfahrt in 130m Tiefe auf das Geleit zu, als uns der Zerstörer überläuft.
Nichts. Er bemerkt uns nicht. Wir sind früh genug vor ihm getaucht, sein Radar, und es ist ohne Zweifel, dass mittlerweile fast jeder Zerstörer ein Radargerät besitzt, hat uns nicht geortet. Als der Zeri 5000m hinter uns ist, lasse ich auf Sehrrohrtiefe gehen. Wir bleiben auf Schleichfahrt, denn, auch wenn es so viel Zeit kostet, die Zerstörer würden uns bemerken, und uns dann unter Wasser halten. ich lasse immer wieder den Kurs neu anlegen, um in guter Schussposition zu bleiben. Es funktioniert diesmal auch wieder. Als wir auf Sehrrohrtiefe sind, nach langen 10 minuten, laufen mir direkt 2 Pötte vor die Rohre. Der Erste ist ein Liberty-Frachter, der 2. etwas rechts von ihm ein C3-Frachter. Ich laufe den Liberty-Frachter an, bei 400m kann ich ihn sehen. Rohr 1 und 2 Achtung, Rohr 1- los. Rohr 2 - los.
Ruder hart steuerbord. nun ist der rechte Frachter dran. Als ich ihn ins Visier nehmen kann, ist er schon auf fast 300m ran. Ich versuche es trotzdem. Rohr 3 und 4 los.
Die ersten beiden Aale treffen den Liberty-Frachter sauber. Kurz danach wird auch der C3-Frachter von beiden Torpedos getroffen.
Trotz der nähe. Bin hohes Risiko gegangen, da die Entfernung schon sehr kurz war.
Erstaunlicherweise sinkt der C3-Frachter sofort. nur der Liberty-Frachter kränkt stark nach backbord, macht auch nicht mehr viel Fahrt, aber er sinkt nicht.
ich lege Ruder hart backbord und versuche ihn mit meinem Heckrohr den Fangschuss zu geben.
Ich laufe immer auf der Steurbordseite des Liberty-Frachter mit, überhole ihn in einer Entfernung von maximal 400m und lege Ruder hart steuerbord. Als ich in Schussposition für mein Heckrohr komme, werde ich schon aus Richtung 280° beschossen. Der Zerstörer. Er hat uns tatsächlich geortet. Oder der Frachter hat gefunkt. Ich störe mich nicht daran. bin fast da !!!
Topedo Rohr 5 Achtung- Rohr 5 los.
ALARM. Sehrrohr ein, alle Amnn voraus, beide AK, Ruder 10 Strich steurbord, sofort auf Tiefe.
-Torpedotreffer. Der Liberty Frachter sinkt endlich mit einem mordmäßigem Theater. Weiß der Geier, was der geladen hatte.
Der zerstörer hat unsere Tauchposition erreicht und wirft Wasserbomben. Wir sind erst auf 40m . Es rappelt enorm, wir werden ziemlich übel durchgeschüttelt, Bordverschlüsse reissen, Licht fällt aus, Wassereinbruch achtern. Das Rep-Team ist vor Ort und versucht zu retten was zu retten ist.
Zerstörer läuft wieder an. keine Schleichfahrt mehr. Wir müssen erst reparieren. 100m gehen durch. Wieder Wasserbomben. liegen wieder ziemlich dicht. Kein Anfänger da oben.
Hoffentlich geht das hier nicht schief. Zwei Abteilungen achtern nehmen stark Wasser.
Bold raus. und mit hoher Fahrt weg hier.
Der Zeri dreht wieder. Horcher meldet einen zweiten aus Richtung 110°. Mist.
Na ja, wir haben sie ja auch gehörig verärgert.
Wir bekommen die Wassereinbrüche nochmals in den Griff und laufen ruhig, wieder mit Schleichfahrt immer weiter weg. Die Zerstörer toben sich beim Bold aus und merken nicht, wie wir immer weiter ablaufen.
neue Teife 150m .
10.00 Nach stundenlanger Tauchfahrt hatten wir gegen 05.00 keinen Zerstörer mehr in unserer Nähe. Ich habe befürchtet, dass sie uns trotzdem noch orten können und habe noch lange getaucht weiter auf Südkurs gelaufen.
11.30. Bereit zum Auftauchen. Sehrrohrtiefe.
Nach einem Rundumblick lasse ich auftauchen und mit AK ablaufen. Das Wetter ist immer noch sehr schlecht, smoit sind wir vor den Mistbienen sicher.
15.00 Die Batterien sind wieder voll, alle Wunden sind geleckt, unser Abschusskonto gut gefüllt, nur unsere Torpedos gehen langsam zur neige. Ich habe die externen ins Boot holen lassen. Bei hoher See geht das auch nur mit großer Mühe (SH3 ;-)kein Thema )
23.00 Nach langer Fahrt ohne jeglichen Kontakt entschließe ich mich, eine kleine Schleife nach Westen zu ziehen und dann grob auf Nord-Ostkurs Richtung Dänemarkstraße zu laufen, um letztlich mit Ziel Bergen wieder nach Hause zu schippern.
Unseren Ziel-PQ haben wir ja schon bereits abgeschippert.
Mit den uns verbliebenen 3 Torpedos können wir vielleicht unterwegs noch ein wenig Beute machen, bzw. uns verteidigen. Mal sehen.
23.50 Ich lasse tauchen. Wir haben schweren Sturm, die Leute kommen nicht zur Ruhe.
Neue Tiefe 50m. Klienste Fahrt, so halten die Batterien lange.
Ich haue mich ebenfalss auf Ohr. Möglichst viele Leute auf Freiwache, nur die Notbesetzung in der Zentrale und am Horchgerät bleibt im Dienst.
Ich mache noch meine KTB-Einträge und horche dann dem leisen Summen der e-Maschine.
Wir haben wieder einmal überlebt, und dabei noch reichlich Beute machen können.
irgendwann geht das mal in die Hose und wir saufen ab. Hoffentlich muss ich das nie erleben.
ich hoffe, dass ich das durch schlaue Taktik verhindern kann. Vorsicht ist die Mutter der Porzelankiste, sagte meine Oma immer.

KptLt Tommel
U 449

Nordatlantik, 700 sm südwestlich Südküste Island.

UhUdieEule
22-10-10, 01:10
Ahoi Tommel1965, http://www.cosgan.de/images/smilie/figuren/a035.gif

einfach herrlich deine Berichte wieder zu lesen.
Herzlichen Dank an dich.

Grüsse
UhU

Tommel1965
17-11-10, 10:49
Sonntag, 17.Januar 1944

14.00 Nach nunmehr fast 14 Stunden getauchter Fahrt sind wir mit knapp 3 knoten kaum mehr als 40 Seemeilen voran gekommen.
Aber egal, die Ruhe war mal nötig. nun ist es an der Zeit, die Sauerstoffvorräte aufzufüllen und die Batterien nachzuladen.
Um 14.30 gebe ich den Befehl, auf Sehrohrtiefe zu gehen. Nach einem intensiven Rundumblick und einem Rundhorchen lasse ich auftauchen.
Mit dem Diesel laufen wir mit 14 knoten gen Norden Richtung Dänemarkstrasse.
Der Sturm ist nicht weniger geworden. Die Sicht ist äußerst bescheiden. Keine 400m weit.
Wir tauchen alle 30 min und stoppen für ein Rundhorchen. Danach tauchen wir wieder auf und laufen mit großer Fahrt weiter gen Heimat.
18.30 Radarkontakt. Entfernung ca. 30 sm nod-östlich unserer Positiion. Wir gehen auf Abfangkurs. Vielleicht finden wir ja nochmals eine Beute. Dann gehen die restlichen 2 Aale auch endlich raus.
19.40 Wir haben keinen Sichtkontakt. Die Brühe ist immer noch dick. Starker Nebel bei hohem Seegang. Aber wenigstens haben wir keine Fliegerprobleme.
Wir gehen auf Abfangkurs nach unserer Radarortung. Klappt wunderbar.
Die Mischung aus Horchkontakt und Radar führt uns direkt zum Ziel.
Ein großer Einzelfahrer, 8 knoten schnell, Frachter Typ C2.
Ich drehe auf 90° nach steuerbord und bei 600m vorm Ziel auf Sehrrohrtiefe.
Da, er taucht aus dem nebel auf. Auf 10° sehe ich ihn, Entfernung knapp 400m.Rohr 4, Achtung, Rohr 4, LOS.
Ruder hart steurbord, beide AK.
Das Boot geht hart nach steuerbord, Rohr 5 klar zum Unterwasserschuss. Unser letzter Torpedo.
"Torpedotreffer". Der Frachter wird durch den ersten Aal mittig getroffen und brennt, läuft aber weiter. Als das Boot herum ist, sehe ich nur noch den feuerschein. Ich lasse Ruder mittschiffs legen und beide volle zurück.
Siehe da, er taucht wieder aus dem Nebel auf. Entfernung 400m. Ich jage den letzen Torpedo aus dem Heckrohr raus, gehe mit beiden vole voraus, Ruder hart steuerbord, um dem Pott zu folgen.
Das triff auch der 2.Torpedo aus dem Heckrohr.
Und, der Pott schwimmt immer noch. Es ist zum Haareraufen.
Keine Torpedos mehr, der Frachter liegt gestoppt, er sinkt aber nicht, er brennt nur, ich habe schweren Sturm und kann ihn nicht mit Bordwaffen versenken. und das Beste ist überhaupt, dass ich gar keine Bordkanone mehr habe. nur noch mehrere Flakgeschütze. Wer rechnet schon mit sowas ?
ich beschließe zu warten. Vielleicht kann ich ihn mit den Flakwaffen versenken.
Abgetaucht auf 25m, keine 600 entfernt, liege ich still und warte auf besseres Wetter.
und siehe da, es wird besser.
Am ´Montag-nachmittag gegen 16.00 reisst das Wetter auf, schlagartig wird die See ruhiger. Gegen 20.00 kann ich meine Bordwaffen einsetzen.
nichts. Nichts zu machen. Es klappt nicht.
Verzweifelt und ziemlich sauer lass ich Frachtschiff Frachtschiff sein, vergesse den Pott und mache mich auf den Kurs gen Heimat.
ich funke noch einen letzten Bericht zum BdU. Dieser beordert mich auch sofort zurück nach Bergen.

5 Tage später, am Freitag, 22.Jenner 1944, erreiche ich mit meinem Boot und der kompletten Mannschaft gesund und ohne große Blessuren in den Morgenstunden Bergen.
Den Ärger habe ich bereits vergessen oder jedenfalls verdrengt, ich erledige den üblichen Papierkram und trete nach meiner Rückmeldung deim FdU-Nord meinen wohlverdienten Urlaub an.
Ach ja, Eichenlaub mit Schwertern gabs auch noch.
Bin gespannt, wo uns die nächste Feindfahrt hinführt.

KptLt Tommel
U 449