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KaptainRamon
07-02-09, 06:13
Eine Sache würde mich mal brennend interessieren...
Spielt ein Programmierer,Zeichner etc von einem Spiel eigentlich selbiges,wenn es fertig ist?
Wenn ja,bringt man eigene Wünsche und Vorschläge mit ein?
Oder macht man NUR seinen Job und programmiert/zeichnet?

KaptainRamon
07-02-09, 06:13
Eine Sache würde mich mal brennend interessieren...
Spielt ein Programmierer,Zeichner etc von einem Spiel eigentlich selbiges,wenn es fertig ist?
Wenn ja,bringt man eigene Wünsche und Vorschläge mit ein?
Oder macht man NUR seinen Job und programmiert/zeichnet?

MP70513
07-02-09, 09:53
Also in Interviews mit anderen Entwicklern kam bisher immer so raus, dass es auf den Aufgabenbereich und das Privatleben ankommt.
Einige spielen sowieso keine Spiele, sondern kümmern sich um Frau und Kind in der Freizeit. Andere haben während der Entwicklung soviel damit zu tun, dass sie es sowieso schon kennen und kein Interesse am durchspielen haben und wieder andere spielen es.

Naja, keine Ahnung ob es bei RD auch so ist, aber ich könnte es mir vorstellen.

CAB1962
07-02-09, 11:12
Tja, keine Ahnung, wie es dem Durchschnitt da ergeht, ich berichte mal von meinen Erfahrungen:

Vor knapp 30 Jahren fing ich (mit ein paar Kumpels) an, Spiele zu erfinden. Das waren schlußendlich riesige Pläne, gezeichnet auf der Rückseite von zusammengeklebten Tapetenrollen, ca. 2,5 x 1.0 m. Grundidee damals war "Risko", kombiniert mit Aufbausimalationen inkl. Wetterkapriolen und dergleichen. Da wir am Tisch gespielt haben (inklusive erst übel schmeckendem Tee, danach dann Wein ala "Schwarze Mädchentraube"), lief das ganze natürlich nur rundenbasiert, d.h. jeder hat fertiggezogen, dann war der nächste dran.

Spielfiguren (bis zu 80 verschiedene) haben wir uns selbst aus Fimo, Holz, Müll selbst zusammengebastelt.

Logbuch (in Anlehnung an Anno) wurde auch geführt, per Hand geschrieben auf eine Toilettenpapierrolle :-)

Die wurde dann am nächsten Sonntag mittag dann wieder rausgekramt, durchgelesen, alle Figuren exakt nach letztem Stand aufgestellt (das dauerte dann schon mal locker eine Stunde) und dann gings los.

Normalerweise hat so ein Spieletag ca. 10 - 12 Stunden gedauert, die Hälfte der Zeit waren wir am diskutieren, wie mal was besser machen kann, bis wir durchschnittlich nach 3 Sonntagen den ganzen Mist in die Tonne gekloppt haben und anfingen, ein neues, verbessertes Spiel zu entwickeln/basteln.
Somit sind wir immerhin auf geschätzte 10 Spiele gekommen. :-)

Irgendwann waren wir auch mal auf der Spielemesse in Göttingen, Antje Huber hat uns auch wohlwollend zur Kenntnis genommen, nur hat sich leider sonst niemand gemeldet.

Dabei ist das, was wir damals gespielt haben, nichts anderes als ein richtig gutes ANNO, hätten wir uns nur früher mal mit Computern beschäfigt, wir wären heute reich :-(

Schlußendlich, umn auf deine Frage zurückzukommen, KaptainRamon, würde ich die mit JA beantworten, weil du kein Spiel richtig zeichnen/programmieren kannst, wenn nicht dein Herz daran hängt.

Edit: Beim letzten Spiel haben uns die Wetterkapriolen dann irgendwann umgebracht, 20 Runden Eiszeit übersteht keiner :-(

Irgendwo war da wohl doch ein Fehler in den Regeln, wir haben ihn allerdings nie mehr gesucht, weil sich das dann alles verlief, neue Freunde kamen, alte blieben auf der Strecke.

Die Zeit vermisse ich mittlerweile echt.

Gruß aus Bremen

Croaker
11-02-09, 16:51
Da gibt es sicher keine allgemeingültige Erklärung, aber ich sag einfach mal, wie ich es bisher so gehandhabt habe. Sicher begeistert man sich in der Entwicklung sehr für sein Spiel und ich finde, dass man sich grundsätzlich für Spiele begeistern sollte, wenn man in die Branche geht, aber wie MP das so treffend beschrieb, kennt man sein Spiel mit der Zeit in- und auswendig.
Und das ist, seien wir mal ehrlich, nicht mehr besonders spannend. http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif Ich hab die Spiele, an denen ich mitgewirkt hatte, bisher nicht wieder angefasst. Ist dafür aber noch etwas zu frisch... werd sie wohl in Jahren rauskramen und mich an Einzelheiten erinnern, die sich in der Entwicklung ereigneten... Hach, Vornostalgische Gefühle...

Andererseits gibt es durchaus Spezialisten, die sich nicht so sehr für die Spiele als vielmehr für die damit verbundenen Aufgaben interessieren. Grafiker, die gern an schönen Häusern, Figuren, Portraits oder Landschaften modellieren, Programmierer, die neue Algorithmen ersinnen wollen... Kommt vor, dass nicht alle Entwickler Spieler sind, aber fast alle, die ich kenne... Dagegen ist es fast unüblich, dass man passioniert das Genre spielt, für das man Spiele entwickelt ^^

Rameos
21-02-09, 03:43
Mhm ja also ich hab meine Produkte auch immer gespielt: Zum einen um zu testen, wie es läuft (Bug or Feature?) und zum anderen, ob es überhaupt Spaß macht. Ich entwickel zusammen mit einigen Kumpels eigene PC-Spiele. Klar, sowas großes wie Anno ist (noch) nicht drinnen, aber unser aktuelles Projekt Xrodon ist auch schon ein für uns großes Projekt. -> Mehr Bugs und mehr Feature ^^ -> mehr Testen. Und außerdem ist das ein seht schönes Gefühl,wenn dein Spieleprojekt fertig ist und du es im ganzen anschauen kannst und du sagen kannst: "Das ist mein Werk...heeey cool!"

Durch das eigene Erstellen von solchen Projekten kriegt man noch mehr Respekt vor den Profies, weil man eben "am eigenen Leib spürt" wie viel Arbeit die Grafik z.B. macht...und wieviel Spaß^^