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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : U-234 vom Typ X



moselgott
23-05-06, 16:11
hab was interessantes über U-234 gelesen auf www.lexikon-der-wehrmacht.de (http://www.lexikon-der-wehrmacht.de)

"Das Boot lief am 25. März 1945 aus Kiel aus und fuhr nach Kristiansand. Das Boot wurde mit Plänen der Me 262, 550 kg Uran sowie weiteren technischen Teilen beladen. Außerdem stiegen zwei japanische Offiziere ein. Das Boot erhielt die Kapitulationsnachricht auf hoher See und ergab sich den Amerikanern. Die zwei Japaner hatten sich zuvor das Leben genommen. "
wird zwar wohl den meisten bekannt sein, dennoch finde ich dies sehr interessant und höchst brisant...nicht auszudenken was passiert wäre wenn der Kommandant Kptltn. Johann-Heinrich Fehler so fanatisch gewesen wäre sich nit zu stellen und versucht hätte durchzukommen. dann wäre genau diese 550kg Uran vll nicht in Little Boy oder Fat Man sondern in eine japse A-Bombe gelandet...und die hatten ja ein langstreckenbomber (zumindest in erprobung) der mit einer zuladung von 5t von japan aus die US-Westküste erreichen konnte. Vll stünden anstelle von hiroshima und nagasaki jetzt LA und san francisco in den geschichtsbüchern...

Ragosch
24-05-06, 00:14
Uran allein macht keine Bombe. Da braucht es schon auch noch ein wenig know-how dazu :-)

Ragosch

Trontir
24-05-06, 01:43
Wolfgang Hirschfeld hat in seinem Buch "Feindfahrten" darüber geschrieben. Die Ladung war danach mit der Aufschrift "U-235" beschriftet, um andere zu täuschen: man behauptete, es sei Ladung des U-Boots U-235, das nicht mehr nach Japan fahre. Hirschfeld hatte aber nachgeforscht und festgestellt, dass U-235 ein Boot vom Typ VII gewesen war, das ohnehin nie für einen Ferneinsatz vorgesehen war.

Für eine Atombombe hätten die japanischen Streitkräfte das Uran erst noch anreichern müssen. Ich bezweifel, dass sie das bis zur Kapitulation im August 1945 geschafft hätten. Aber die Geschichte ist trotzdem spannend - sie wirft einen Schatten voraus auf die folgende Zeit des Kalten Krieges und die Bedrohung durch Atomwaffen.

moselgott
24-05-06, 06:38
Originally posted by Trontir:
Ich bezweifel, dass sie das bis zur Kapitulation im August 1945 geschafft hätten.
wer weiß ob sie dann nicht noch länger zeit gehabt hätten. und ich denke mal, dass neben den Me 262 plänen und dem uran sämtliches deutsches wissen über nuklearwaffen bzw. raketenrechnik an bord war.

crypt87
24-05-06, 06:52
Ich empfehle hierzu dass Buch:"U234-In geheimer Mission nach Japan" von Joseph Mark Scalia,da werden die Ladung,die Fahrt,die ja dann letztlich in Portsmouth endete und die Passagiere(Technisches Fachpersonal) beschrieben.

Trontir
24-05-06, 14:03
Originally posted by moselgott:
und ich denke mal, dass neben den Me 262 plänen und dem uran sämtliches deutsches wissen über nuklearwaffen bzw. raketenrechnik an bord war.

Das stimmt. Hirschfeld schreibt: "Unter den Waren für Japan, die unter strengster Geheimhaltung verladen werden, befinden sich die neuesten Panzervernichtungswaffen sowie ein zerlegter Turbo-Jäger. Und Raketen.
Eines Tages sehe ich (...) zwei Japaner auf einer Kiste sitzen, die mit schwarzer Tusche Päckchen beschriften (...). Die Päckchen sind ca. 25x25 cm groß in Packpapier eingeschlagen, verklebt und schwer wie Blei. Die Beschriftung lautet 'U-235'."

@crypt87: Danke für den Buchtipp - werde ich mal versuchen zu bekommen!