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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Feindfahrt U446 nr.2,KptLt Tommel, Februar44, Tagebuch



Tommel1965
17-12-10, 07:54
Montag, 22.Februar 1944

Nachdem ich den Ärger mit denm Versenkungsproblem auf unserer letzen Feindfahrt vergangenen Monat verdrängt hatte, und ich endlich wieder für ein paar Tage zu Hause war, musste ich erkennen, dass es verdammt übel aussieht in der Heimat.
Fast täglich gehen im Ruhrgebiet die Bomben der britischen und amerikanischen Bomber nieder.
Vieles liegt in Schutt und Asche.
Das sollte uns anspornen, hier noch mehr Schiffsraum zu versenken. Denn jede nicht abgeworfene Bombe könnte Menschenleben der Zivilisten zu hause verschonen.
Nun, mein Urlaub dauerte dann schöne 2 Wochen, in denen ich die Zeit, zusammen mit meiner Familie sehr genossen habe. Wir sind ins Sauerland geflohen. Dort gab es keine Bombenangriffe.

Aber nun stehe ich wieder vor meinem Boot. Keine 50m entfernt von mir liegt es an der Pier. Noch nicht einmal im Bunker. Wie leichtsinnig ist das denn?

Da die Mannschaft schon an Bord ist, spule ich den üblichen Tam Tam und so ab und lasse alle Stationen besetzen.
Um 10.00 ist es dann so weit.
Ich lasse mit E-Maschine ablegen und dann laufen wir mit den Dieseln und kleiner Fahrt aus Bergen aus. Wir halten uns wie immer recht und durchlaufen den langezogenen Fjord.
Bis wir endlich die offene See erreichen, wird es noch bestimmt 4 Stunden dauern. Es sind letzlich gut 40 sm.
Richtig wohl fühle ich mich auch nicht, denn zum Tauchen ist es hier viel zu flach. ich lasse wie immer die Flaks besetzen.

14.30 Wir haben das offene Meer erreicht.
Beide Diesel gehen mit großer Fahrt vorraus.
Die See ist sehr ruhig, die Sicht klar, Wolkenlos.
Ich werde bei tageslicht nicht mehr tauchen. Eine neue Taktik von mir. ich werde nur noch nachts tauchen. Was sich zunächst schwachsinnig anhört, hat aber seinen Grund. Ich bin der festen Überzeugung, dass die britischen Flugzeuge so eine Art Radar an Bord haben und uns auch nachts im dunkeln schon aus großer Entfernung entdecken können. Wir aber sehen sie viel zu spät und haben natürlich auch mit unserer Flak nachts kaum eine Chance.
Schon einige Male hatten wir nur ein riesen Glück, nicht zu den Fischen gebombt worden zu sein. Wir haben die Flieger viel zu spät erst bemerkt. Die uns aber schon viel eher und offensichtlich auch schon ausserhalb des Sichtbereichs. Deshalb lasse ich nachts nun tauchen und tagsüber bleiben wir oben. Denn dann sehen wir die Flieger noch früh genug, um tauchen zu können.
Insgeheim hoffe ich aber stets auf sehr schlechtes Wetter. Meiner Mannschaft gefällt das natürlich nicht, aber wir können bei schwerer See und schlechter Sicht wenigstens überleben.
Nach fast 6 Stunden Überwassermarsch mit fast 18 knoten lasse ich um 20.30 tauchen. Unser Ziel-PQ liegt ca. 300sm süd-westlich der Hybriden. Eine fliegerverseuchte Gegend, die aber regen Schiffsverkehr verspricht. und sie ist nicht so weit entfernt.
Ich habe einen sehr nördlichen Kurs abgesteckt. Wir machen einen großen Bogen und Schottland, gehen in großem Abstand zur Küste von 300sm dann auf Kurs Südwest. Hier laufen oft Geleitzüge mit Ziel Liverpool aus Halifax durch.

23.50 Wir laufen derzeit mit kleinster Fahrt E-Maschine auf 50m Tiefe mit 3 knoten Richtung Nord-Westen.

Bis jetzt ist gar nichts passiert. Keine Schiffsverkehr, kein Funk, Füllfunk hier und da, aber nichts für uns. ist es der erste Tag einer hoffentlich nicht lange andauernde Gammelfahrt.
Schaun wir mal, was uns morgen erwartet.

KptLt Tommel
U-446

Tommel1965
29-12-10, 03:03
Dienstag, 23.Februar 1944

04.00 Sind immer noch getaucht. Habe mir viele Gedanken gemacht. Die Tatsache, dass wir es hier mit den Tommies immer schwerer haben und gleichzeitig zu Hause alles in Schutt und Asche gelegt wird, lässt einen schon sehr nachdenklich werden. Die Anzahl der Kameraden, die mit mir aus der Crew36 noch am Leben sind, ist verschwindend gering.

07.30 Es muss oben nun einigermaßen hell sein.
Befehl: Auf Sehrrohttiefe gehen.
Nach dem üblichen Horchen nehme ich einen Rundumblick. Nichts zu sehen, aber sehr schwere See oben. Sturm mir dichtem Nebel. Gebe Befehl : Klarmachen zum Auftauchen.
Wir tauchen auf, die erste Brückenwache bezieht ihren Posten. Beide Diesel volle voraus.
Das Wetter müssen wir ausnutzen. Jetzt sind wir sicher vor den Fliegern. Das Problem sind die Trägerflugzeuge, die immer mehr werden. Sie drücken dich so lange unter Wasser, bis du auftauchen musst und erledigen dich dann. Mit unserer begrenzten Reichweite unter Wasser kann man ihnen gar nicht entkommen. Wenn sie dich einmal erwischt haben, haste verloren. Null Chancen mehr. Deshalb lasse ich nachts tauchen und tagsüber aufgetaucht fahren, um die Flieger möglichst früh zu entdecken. Am Besten haben es die Kameraden, die mit den größeren Booten weit draußen oder im Mittelatlantik, fern jeder Flugzeuge, noch wie früher auf Jagd gehen können.
Wir kämpfen uns durch die schwere See, Sicht ungefähr 400m. Das Funkmessgerät ist wenigstens das neuste, was es gab. Es schaut durch den Nebel fast 20sm weit.
10.18 Meldung über Funk: Kontakt in Richtung 40°, Entfernung von uns aus mindestens 60sm, kleiner Geleitzug. Wahrscheinlich 8-10 Schiffe.
10.20 Befehl: neuer Kurs 40°, Beide Diesel AK.
Ich möchte mich nördlich des Geleitzuges vorsetzen und dann angreifen. Wir müssten es in 3-4 Stunden schaffen. Ich weiß, es ist sehr schwer, bei diesem Sturm einen Geleitzug anzugreifen. Aber hat ja schon einmal geklappt, warum nicht also nochmal.

14.40 Wir haben wieder Kontakt. Diesmal durch unser Funkmessgerät. Enfernung zum Ziel 15 sm in 300°. Wir sind also genau richtig unterwegs. Aber er läuft schneller als ich dachte.
15.50 Der LI braucht bald Beruhigungspillen.
"Der Brennstoff, der Brennstoff"
Aber egal. Zur Not laufen wir nochmals in Lorient ein.
17.00 Endlich sind wir vor dem Geleit. Ich lasse auf 270° gehen, weiterhin beide AK und setze mich wie immer vor den Geleit. 10 sm vor ihm gehe ich auf 40m Tiefe.
Beide E-Maschinen kleinste Fahrt.
17.30 Horcher meldet mehrere Kontakte in Richtung 355° Hört sich gut an. Kontaktentfernung unter 5000m. Gehe höher auf Sehrrohrtiefe. Ein Zerstörer wird mir gemeldet.
"Nur ein einziger Zerstörer??" Was soll das denn ? Egal, kann nur gut sein.
Ich gehe auf Sehrrohrtiefe und nehme einen Blick. nichts. Der Horcher meldet mir ständig die Positionen der einzelnen Schiffe. 3 dickere Pötte, eine Tanker darunter, größeres Schiff, dann nur noch kleinere Frachter und mehrere Küstenschiffe. Auf die Dicken habe ich es abgesehen. Ich ignoriere den Zerstörer, er bemerkt uns auch nicht. Normalerweise würden wir uns schon jetzt verraten haben und wären schon geortet worden.
Aber hier: Nicht dergleichen. Also weiter im Text.
Anlauf beginnt. Schiffe nur noch 2000m maximal entfernt. Ich lege das Boot schön in optimale Schusslage und warte.
Da kommen sie. Der erste, gleich unser Tanker, schiebt sich langsam aus der Nebelwand hervor. Erst schemenhaft, dann deutlicher zu sehen und als Ziel schon fast zu nah. Noch 350m, das reicht. Jetzt schnell, Mündungsklappen sind schon offen, Ziellösung läuft, Torpedos 1 und 2 klar zum Unterwasserschuss, Rohr 1...LOS, Rohr 2...LOS
Die Torpedos laufen, da kommt der nächst Pott aus der Nebelsuppe gekrochen. Ein Lieberty-Frachter. Na, immerhin. Läuft mir ebenfalls optimalst vor die Rohre. Horcher meldet Zerstörergeräusche aus 300°, kommen näher. Egal.
Torpedotreffer auf Tanker. Er fliegt in die Luft. Der 2.Torpedo läuft durch. Das Schiff, den er treffen sollte, ist schon nicht mehr da.
Die Ziellösung für den Frachter steht auch schon. Rohr 3 & 4 ... LOS.
Beide Aaale laufen, da werden wir schon beschossen. So ein Sch....
ALARM !!!
Sehrrohr rein und beide E-Maschinen AK, wir gewinnen nur zäh an Tiefe. Treffer auf dem Deck. Man hört die Einschläge. So ein Mist!!
Panik bei mir. Ruder 5 Strich Backbord.
Der Zerstörer ist schon nah dran, aber noch mindestens 400m weg. Wirft schon Wasserbomben. Ist der bekloppt ??? Versteh ich nicht. Aber egel. 30 Meter gehen durch.
Torpedotreffer! Und kurz danach nochmal. Auch der 4.Aal hat getroffen. Der Frachter sinkt.
Aber nun geht es uns an den Kragen. Während die Torpedos schon nachgeladen werden, gehen ich noch ohne Schleichfahrt mit AK auf Kurs 300°, um den Geleitzug zu unterlaufen. Ich lasse hier noch nicht locker, auch wenn der Zerstörer mich am Wickel hat. Zur Not lege ich mich mit ihm an, wir haben immerhin im Heckrohr einen Zaunkönig.
Ich lasse einen Bold werfen, auch übrigens schon der neuste Bold Typ3. Hält länger durch.
Der Zerstörer übrläuft uns nochmals und wirft dabei Wasserbomben, die uns aber nur ein wenig durchschütteln und keinen gro0ßen Schaden anrichten.
Ich warte auf den Zerstörer und frage mich, ob wir uns weit genug entfernen können, während er den Bold beharkt.
Plötzlich eine Explosion. Und.. ich glaubs nicht, der Zerstörer ist weg. Einfach weg !!!!!
Er muss sich selbst, wahrscheinlich mit seinen eigenen Wasserbomben, zu den Fischen geschickt haben. und das in Null-komma-nix.
Oder haben wir durch ein anderes U-Boot verstärkung bekommen. Der Horcher sagt nein.
Ich verstehe das trotzdem nicht.
Weit ab von unsere Position zerlegt sich ein Zerstörer selbst ???!!!
Nun ist der Geleit schutzlos. Wahnsinn. Ich lasse auftauchen und fahre einen Angriff nach dem anderen. Noch 4 kleine Frachter schicke ich zu den Fischen, die anderen noch verbliebenen 5 kleinen Frachter entkommen mir. Sie weichen ständig den Torpedos aus, es klappt einfach nicht. Sehr schlaue Leute da oben.
Um 20.00 ist alles vorbei. Wir sind im Boot leergeschossen. Nur die auf dem Deck befindlichen Aussentorpedos haben wir noch. Der Zaunkönig hat einen kleinen Frachter getroffen, natürlich, da nutzen auch keine Ausweichmanöver. Sehr teuer gewesen. Hoffentlich bereuen wir das nicht. Aber der Jagdtrieb war größer.

Komisch, eigentlich hätten die Herren auf ihren Schiffen meinen Angriff doch per Funk melden müssen, und Verstärkung müsste schon längst hier sein und uns das Leben zur Hölle machen. Aber nichts dergleichen.

Beschluss : Schnellstmöglichst weg hier.
Beide Diesel große Fahrt, neuer Kurs 180°.
Wir laufen zunächst in Richtung unseres PQ.

22.00 Die Batterien sind wieder voll und ich lasse einen Funkspruch absetzen. Wir melden Verschossen, denn die verbliebenen 2 Aale behalte ich mir als eisenere Reserve für unseren Rückmarsch.
Gebe Befehl zum Tauchen. neue Tiefe 50m.

23.50 Laufen getaucht mit 3 knoten gen Süden in Richtung unseres PQ.
Mache meine KTB-Eintragungen und stelle zufrieden fest, dass es tatsächlich noch möglich ist, wie in den ersten Jahren, einen Geleit derart aufzumischen. Ich kann es immer noch nicht glauben.
Da kommt mir der Spruch eines Kameraden aus dem FdU ins Gedächnis. Er sagte, dass die Briten eine Invasion im Süden vorbereiten würden und schon jetzt die Geleitzugbegleiter im Nordatlantik reduzieren. Vielleicht hatte er ja recht.

Ich haue mich ein wenig aufs Ohr.
Kann diese Geschichte mit dem einzigen Zerstörer, der sich dann auch noch selbst versenkt, noch immer nicht glauben.

KptLt Tommel
U-446

500sm südlich Rockal Island

Soni2
07-01-11, 03:51
Heyho Kamerad,

kannst Du Deine Feindfahrtberichte in einem einzigen Thread zusammenfassen, anstatt für jede Fahrt einen neuen Thread zu eröffnen? So muß man nicht lange suchen, wenn man die Erlebnisse vergangener Feindfahrt nachlesen möchte, sondern hat quasi "alles komplett" ;-)

LG
Soni2

Soni2
07-01-11, 03:54
Oh, ich vergaß ... wieder ein schöner Bericht geworden. Gibt es bald mehr von KptLt. Tommel und seiner tollkühnen Crew zu lesen?

Tommel1965
14-01-11, 08:13
Mittwoch, 24.Februar 1944

07.00 Nach nunmehr 9 Stunden Tauchfahrt lasse ich, nachdem ich mit dem Sehrohr einen Rundumblick genommen habe, auftauchen.
Das Wetter hat sich beruhigt. Die See macht vielleicht noch 5-6 Windstärken, Sicht ist relativ klar.
Ich übernehme die Brückenwache selbst. Wir laufen mit 14 knoten auf unser PQ zu. Ich vermeide weiterhin peinlichst zu funken. Nur wenn es sich nicht vermeiden lässt, setzte ich einen FT ab. Das stößt beim BdU nicht unbedingt auf Begeisterung, ist mir aber gleich. Ich bin weiterhin davon überzeugt, dass die Briten unseren Funk mithören und vorallem entschlüsselt haben.
09.20 ALARM Flieger aus Richtung 280°, Entfernung noch groß, kommt aber genau auf uns zu. Mit anderen Worten: Er hat uns irgendwie per Radar schon längst gesehen. Es ist zum k....
Wir schoren in die Tiefe, noch bevor er zu nahe heran ist. Das klappt ja schon mal gut. nur wehe, wenn ein Flieger mal aus der Sonne kommt oder wir sehen ihn zu spät.
Als 50m durchgehen, fallen oben Wasserbomben. Es sind zu viele. Es mussten also mehrere Flieger sein. Wir werden also weiterhin getaucht bleiben müssen. Wenn die Flieger jetzt Verstärkung holen, wars das mit uns. Diese huntergruppen sind zäh.
Ich lege einen neuen Kurs und wir bleiben getaucht.
um 10.00 lasse ich auftauchen und mit 3x AK laufen wir auf dem neuen Kurs weg. Ja genau, wir laufen weg. Genauso fühlt es sich an.
Blos schnellstens weg. Ich beschließe, mich notfalls auf einen Luftkampf einzulassen, denn unserer Batteriekapa würde für einen langes Versteckspiel mit Zerstörern nicht mehr reichen.

11.30 Flak besetzen. Am Horizont scheinen Flieger zu sein. Richtung 190°,Entfernung mindestens 8000.
Da kommen sie. Lasse das Boot auf 90° legen. Dann haben wir die besseren Karten.
Es beginnt ein Luftabwehrkampf, den ich so noch nicht erlebt habe. Vorsichtshalber habe ich vor gut einer Stunde auf Batterieladung umgekuppelt. Ich habe so etwas geahnt. Jetzt fehlen nur noch die Zerstörer. Und das mit nur noch 2 Aalen, die wir zum Glück schon im Boot haben.
nach über 1 Stunde Luftabwehrkampf haben wir mit unseren starken Flak 8 Flieger vom Himmel geholt. Einen Matrosen hats leicht erwischt, aber sonst keinen Flurschaden. Da aber immer mehr von den Mistbienen kommen, beschließe ich zu tauchen. Die Batterien sind wieder gut voll.
Um 13.00 gebe ich den Befehl zu tauchen.
Auf 100m laufen wir mit 3 knoten langsam wieder nach Norden. Habe mr das PQ geknickt.Hat keinen zweck mehr. Da sie uns am Wickel haben, und das Wetter zu gut ist, haben wir keine Chance mehr, unentdeckt zu bleiben.
13.30 Schraubengeräusche aus Richtung 140°. und aus 155° zweite Schraubengeräusche. Kommen schnell näher. Zerstörer!! Ich hatte es befürchtet.
Nun geht das Theater los. na, dann kommt ruhig.
Wir gehen tiefer auf 180m. ich versuche den alten Trick mit den Wasserschichten und nach Schlagen eines kleines Hakens entfernen wir uns mit einem Zickzackkurs in westliche Richtung.
Die Zerstörer orten uns und werfen Wasserbomben. Immer wieder, manchmal in unserer unmittelbaren Nähe. Bold raus und weg. Tiefer, LI, tiefer. Wir sacken auf 230m. Offensichtlich verfälscht sich hier unten unser ortungsecho ein wenig. Sie werfen ungenauer.
21.00 Nach nunmehr fast 8 Stunden Wasserbombenverfolgung und insgesamt 4 Boldabwurfen, nach fast 200 Wasserbomben haben wir es mit einem ziemlich beschädigten Boot geschafft, die Zeris abzuschütteln.
Sie sind fast 5000m entfernt, suchen uns dort immer noch, werfen auch noch WaBos.Aber sie haben uns verloren. Wie gerne würde ich jetzt angreifen. Der Jagdtrieb ist ja noch da. Vielleicht ist es auch nur noch Wut. Ohnmächtige Wut, diesem Spuk ein Ende zu machen.
Wir entfernen uns mit Schleichfahrt weiter.
23.50 Wir haben uns weiter entfernt. Noch immer juckeln wir auf einer Tiefe von 150m mit einem Hüllenschaden von 50% Richtung Westen.
Batteriekapa hat noch 30%. Ich beschließe, dass wir noch 1 Stunde getaucht bleiben und dann mal versuchen werden, aufzutauchen. Vielleicht spielt das Wetter ja mit. Dann können wir den Fliegern entkommen. Ist das Wetter oben klar, sind wir verloren.

Ich mache meinen Eintrag ins KTB. Relativ entnervt stelle ich fest, dass es in 1944 nur noch ums nackte Überleben geht bei der britischen Übermacht und der feindlichen Radartechnik in den Fliegern. Da ist man machtlos. Ich hoffe, dass wir es nochmal schaffen heute nacht.

KptLt Tommel
U-446

Nordatlantik

Holdepolde
14-01-11, 10:49
Was soll man denn da noch sagen?! http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_eek.gif

Einfach super spannend zu lesen Tommel http://www.ubisoft.de/smileys/read.gif

Und viel Glück und weniger http://www.ubisoft.de/smileys/plane.gif noch im Nordatlantik http://www.ubisoft.de/smileys/dancing_geek.gif

Tommel1965
04-02-11, 07:51
Donnerstag, 25.Februar 1944
03.00 Wir sind doch noch länger unter geblieben. Der LI hat mit seinen jungs viel wieder hinbekommen, aber die Hülle macht mir schon sorgen. Vorallem bedeutet das für uns, nicht mehr so tief in den Keller zu können. Auch weiß ich gar nicht, wie weit ich das Spielchen noch treiben kann. Bei welchem Hüllenschaden ist Feierabend.
Unser Batteriekapa liegt noch bei 20%, als ich mit gestoppten Maschinen auf 50m Tiefe 15min Rundhorchen lasse. Danach lasse ich auf Seerohrtiefe gehen. Gaaaanz vorsichtig lupfe ich ein paar Zentimeter aus dem Wasser. Ich sehe...nichts.Es ist stockfinster. Leichter Seegang. Da!!! In 70°, ein schwarzer Schatten..
Ich habe es gewußt!!! Ein Zerstörer. Er liegt mucksmäuschenstill und wartet wohl auf uns. Entfernung ist mindestens 5km.
Ich kann ihn versenken, wenn er noch ein paar Minuten so liegen bleibt. Falls er jedoch funkt, sind wir wirklich erledigt.
Entscheidung: auf 30m gehen, mit Schleichfahrt weiter von ihm weg. Zum Glück hällt er uns sein Achterdeck hin. Wir bringen uns nun gezielt weiter von ihm weg.
Nach einer Stunde schwenken wir leicht nach steuerbord. Entfernung zum Zerstörer, der immer noch still daliegt, 10km. Das sollte genügen. ich lasse auftauchen.
04.30 Wir sind aufgetaucht. Mit beiden Dieseln laufen wir mit AK von der alten Position weg in Richtung offener Atlantik.
Der Zeri hat uns nicht geortet. Hoffentlich nicht. Dummerweise kommen wir ja leider nicht mit 20 Knoten hier weg, denn wir müssen endlich unsere Batterien nachladen. Mit schlappen 14 Knoten entfernen wir uns.
Und jetzt das Beste und das, auf das wir so dringend gewartet haben: Das Wetter wird schlechter. mittlerweile blässt es mit 12sm aus Richtung Westen, die Wolkendecke ist dicht.
Aber das schützt uns leider nicht vor den Radargeräten der Schiffe. ich ignoriere diese Gedanken und denke nur noch daran, das Boot heile nach Hause zu bekommen. und daran, das jetzt jedes Ampere zählt.
Der Horcher meldet einen Kontakt in Richtung steuerbord auf 70°, Entfernung noch sehr groß und gleichbleibend. Vielleicht jemand, der nach uns sucht? Ruder 3 Strich backbord. Wir schlagen einen kleinen Haken nach Backbord.
Einfach nur Abhauen, lautet nun die Devise.
07.00 Es wird langsam hell. Nach nunmehr fast 2 1/2 Stunden sind unsere Batterien zwar noch nicht voll, aber schon wieder mit einem "Sicherheitspolster" versehen. Es zählt jede halbe Stunde.
Wir laufen weiter mit allem was wir haben nach Westen. Eigentlich hauen wir erstmal ab, um dann in einem großen Bogen wieder über den Nordkurs Richtung Bergen zu laufen.
Um 10.30 meldet mir der LI, dass unsere Batterien nun wieder voll sind. Endlich. Das bringt uns gewisse Sicherheit. Wir gehen mit der Fahrt herunter, denn wir müssen auch auf unseren Brennstoff achten.
Ich stecke einen neuen Kurs ab. Nordlich um Island herum, dann weiter nördlich durch die norwegische Tiefseerinne Richtung Bergen.
Die Schäden an unserem Boot sind trotzallem erheblich. Richtig auf Tiefe gehen können wir nicht mehr, also ist es besser, man erwishct uns nicht.
Um 12.45 schwenken wir auf den neuen Kurs ein nach Norden. Das Wetter ist sshr schlecht, die See geht 15sm und die Sicht liegt unter 1000m. Das ist gut für uns gegen Flieger, schlecht bei Radarerfassung durch Zeris. Höchste Aufmerksamkeit für unseren Horcher.
Es scheint zu klappen. Niemand scheint uns in die Quere zu kommen.
17.30 Fern ab hört unser Horcher ein Gefecht mit Wasserbomben in Richtung 170°. Entfernung mindestens 20sm. Innerhalb einer kurzen Horchpause hatte er es gemeldet. Also jagen sie noch immer, die Himmelhunde. Vielleicht sind sie immer noch hinter uns her. Vielleicht einer Huntergroup, die uns meint, aufgespürt zu haben. Oder haben sie ein anderes Boot, das sie beharken ? Ich lasse mit der Fahrt hoch gehen. Wir laufen mit fast 20 knoten nach Norden ab.
Eine Stunde wird das mal gehen. Zur Not laufen wir Trömso an.
20.00 Es wird wieder dunkel. Eine mittlerweile für uns gefährliche Tageszeit. Wir sehen zu wenig.
Wir haben aber GLück. Wir kommen richtig voran und machen gut Seemeilen. Sind schon über 140 sm von unserem Ort des Desasters entfernt.
Gut, dass das Wetter so schlecht ist, da können uns keine Flieger erwischen.
Eins steht für mich fest, ich werde alles mir mögliche unternehmen, dass wir endlich einen dieser neuen Schnorchel bekommen. So geht es nicht weiter. Ich schreibe gerade meine KTB-Eintragungen, da zereißt ein lauter Knall meine innere Ruhe. Aus dem ruhigen gekicke und gesumme wird eine Geräuschkulisse von Schreierei und Befehlen.
Ich schreie nach Meldung. Da meldet mir der LI, dass es den Steuerborddiesel gerade zerissen hat. Es muss sich schon um einen Vorschaden gehandelt haben. Der ganze Block ist Schrott, kolben sind wohl abgerissen und die Zylinderköpfe hat es zerstört. Tja, das war es dann. Dieselgestank zieht durchs Boot. Wir sind tauchunklar.
Befehl : Der Li soll den Schaden soweit es geht eingrenzen, den Steuerbord-jumo irgendwie verpacken und so abschirmen, dass er uns nicht merh das ganze Boot vollmieft.
um 22.00 meldet er mir Vollzug. Wir sind wieder tauch- und gefechtsklar, wobei wir nun nur noch mit 10 knoten maximal laufen können, laden wir die Batterien auf, so werden es noch weniger bei AK. uns bleibt auch nichts erspart.
23.50 Wir laufen weiterhin mit nunmehr 8 schlappen Knoten auf Nordkurs in Richtung Dänemarkstraße.Entfernung bis dahin noch über 4 Tage. Wir sind noch lange nicht zu hause, auch wenn wir dem Sensenmann zunächst von der "Schüppe" gesprungen sind.
Ich versuche ein wenig zu ruhen.
Sobald das Wetter besser wird, müssen wir uns auch bei Tag wieder getaucht halten, um nicht entdeckt zu werden.
Im Augenblivk hilft uns noch das miese Wetter.
Irgendwie habe ich jedoch kein gutes Gefühl bei dieser Sache.

KptLt Tommel
U-446

ca. 700sm süd-westlich Dänemarkstraße
Kurs Nord-Ost

VF-1
04-02-11, 10:40
Mensch Tommel. Jetzt wird es aber heftig. Weiter so... http://forums.ubi.com/images/smilies/11.gif

MCHALO12
08-02-11, 10:37
Moin Tommel,

wirklich super zu lesen dein Feindfahrtbericht und sehr interessant! Ich werde bald eine neue Feindfahrt im Jahr 41 starten und dann hier auch regelmäßig von meinen Erlebnissen berichten.

Gruß, MCHALO12.

Tommel1965
11-02-11, 06:34
Montag, 01.März 1944
02.45 Wir haben die Dänemarkstraße erreicht.
Es war in den letzen 4 Tagen sehr ruhig. Tat den Männern auch mal gut. Die ersten 3 Tage hatten wir sehr schlechtes Wetter, so daß wir ohne Ausnahme aufgetaucht mit Diesel fahren konnten.
Der LI hat unser Boot auch wieder einigermaßen in Schuss bekommen. Zumindest konnte er alles das, was zu reparieren mit Bordmitteln möglich war, auch wieder richten. Tauchen geht nach unseren Berechnungen und Schätzungen der Aussenhüllenbeschädigungen wahrscheinlich nur noch bis maximal 50-60m Tiefe. Sicher nicht tief genug, um Zerstörern entkommen zu können. Wir haben noch 2 Torpedos in den Rohren. Einer in achtern und einer in Rohr 1, beides sind T2.
Also, ein bischen wehren könnten wir uns noch.
mit äußerster Vorsicht schippern wir weiter nach Norden, schieben uns ganz vorsichtig durch die Dänemarkstraße.
Alle 20 min machen wir einen kurzen Horchstop, um ja auf keine britischen Kriegschiffe zu treffen.
08.00 Es wird hell. Das Wetter hat sich aufgeklart. Die Sicht ist gut. Zu gut.
ich gebe den Befehl zu tauchen. Tiefe 30m.
Sollte genügen.
Mit kleinster Fahrt laufen wir nach Nord-Ost.
Ziel ist die Durchfahrt nördlich der Faroer-Inseln.
Auf unserem Weg dahin müssen wir einen ARt Sperrgürtel passieren, der uns auf unserer Hinfahrt schon aufgefallen war. Die Briten scheinen hier verstärkt Patroullien zu fahren.
Na, egal.
10.30 Unser Horcher meldet ständig Schiffsverkehr. Sehr reger Schiffsverkehr dort oben. Hauptsächlich mit Kurs süd-west.
Ich vermute, es hängt mit de geplanten Invasion der Alliierten zusammen. Die brauchen jetzt in Frankreich jeden Kolcher.
Solange es hell ist, bleiben wir getaucht. Wir umfahren den ein oder anderen Kontakt recht geschickt.
11.20 Horcher meldet Kriegsschiffe. Mehrere Kontakte in Richtung 340°. Kommen schnell näher, Entfernung 12 sm.
Befehl : Ruder 5° steuerbord, Schleichfahrt, neue Tiefe 40m, Kurs 40°.
Es scheint zu funktionieren. Sie bemerken uns wohl nicht. Mit 25-30 knoten laufen mindesten 4 Zerstörer und 2 größere Kreuzer auf Südkurs an uns vorbei. Würden Sie uns jetzt aufspüren, wären wir verloren.
15.00 Die Kriegschiffe sind schon vergessen, da geraten wir in eine neue Sch...-Situation.
Der Horcher meldet mir, dass er ein sehr intensives, sich sehr komisch anhörendes Geräusch gehört hat aus Richtung 270°. Entfernung kann er nicht sagen. Es hörte sich wohl so an wie ein Aufschlag. Vielleicht ein Abstürzendes Flugzeug? Er meint, dass er so ein Geräusch kennen würde. Dieses wäre anders.
...Mir fährt der Schrecken durch die Glieder...
nein, das kann doch nicht sein.Das darf nicht sein.
KptLt Baberg von U618, 7.Flotille in St.Nazaire, hat mir vor einiger Zeit mal etwas von einer Art Horch-oder Sonarboje erzählt.
Wenn uns eine solche Boje "hört", dann haben wir hier bald ein Riesenproblem.
Befehl: mschine stop, Kein Mux im Boot.
Warten. Unendliche Minuten und Stunden vergehen. Wir warten so lange, bis es oben dunkel wird, dann tauchen wir auf.
mit dem Diesel laufen wir von der Stelle des Bojenabwurfs weg. Vielleicht war das ja auch alles Quatsch. Vielleicht sind wir ja alle schon so abgenervt, dass wir uns Sachen einbilden, die es gar nicht gibt.
Ich weiß es auch nicht. jedenfalls hatte dieser Zwischenfall keine weiteren Auswirkungen. kein Zerstörer hatt sich blicken lassen.
Wir laufen also im relativen Schutz der Dunkelheit weiter in Richtung Faroer-Inseln.
23.50 Das Wetter ist wieder schlechter geworden. Wie gut für uns. Sollten wir doch Glück haben, und heile nach Hause kommen.
Wir werden weiter aufgetaucht mit dem Diesel AK nach hause laufen. Im Augenblick mit sagenhaften 6 knoten. Was solls. Wird schong gehen. So wird wenigstens der Diesel reichen.
Wieder mache ich noch meine KTB-Eintragungen.
Heute nacht stehe ich aber selbst auf der Brücke. jedes Augenpaar wird da oben gebraucht.

KptLt Tommel
U-446

100 sm süd-westlich Faroer-Inseln

Pottwal_343
12-02-11, 10:51
Hallo Tommel,

Deine Beiträge sind wie die von Soni2 echt druckreif. Meine Verehrung und danke!
Wenn man das in die damalige Wirklichkeit überträgt, wird die menschliche Leistung der Soldaten bei der Befolgung der unmenschlichen Befehle nur noch mehr bewundernswert. Aber Herr Meier, der Anstreicher und sein Demagoge mußten den A... ja nicht hinhalten.
Das Spiel ist ja doch ein Medium, das unsere eigene Intelligenz herausfordert.
Bitte weiter mehr davon und gute 'Heimkehr'!

Grüße aus der Tiefe vom

Pottwal

Soni2
21-02-11, 08:03
Hätte ich doch fast Tommels Update überlesen! Hat wieder einmal Spaß gemacht, die Ereignisse auf U-446 zu verfolgen! Weiter so.

Tommel1965
15-03-11, 03:57
Mittwoch, 03.März 1944
01.00 Wir haben uns nun seit fast 3 Tagen durch das schlechte Wetter gekämpft. Der Diesel hällt sich auch wacker. AK können wir nicht gehen, das hält der Diesel nicht durch. Also fahren wir mit großer Fahrt und 9 Knoten gen Heimat. So schlecht läuft es also gar nicht. Wir sind aus dem Schlamassel ganz gut heraus gekommen. Unsere Position ist derzeit ca. 170 sm südliche der Insel Jan Mayen im Nordatlantik. Wir haben die Dänemarkstraße hinter uns gelassen und konnten unbehelligt weiter in Richtung Bergen laufen. Ich habe einen nördlichen Kurs setzen lassen und hoffe so, den Nordenglischen Fliegerhorsten aus dem Weg zu gehen.
05.00 Wie schon seit 3 Tagen ist weit und breit nichts los. Kein Schiff, kein Flugzeug, nichts. Das Wetter hat sich verbessert. Es ist sternenklar, wir haben eine leichte Briese aus Südwest mit 3-4 m/s. Allerdings ist es bitterkalt mit Temperaturen unter 0°C.
Der Smutje gibt sein Bestes und hält so die Manschaft bei ganz brauchbarer Laune. Die Aussicht auf Heimaturlaub lassen alle mit besserer Laune arbeiten.
Regelmäßig regeln wir unsere verbliebenen Torpedos, um uns notfalls unserer Haut wehren zu können. Oder vielleicht ist ja noch ne Versenkung drinn. Wobei wir uns langsam aber sicher den norwegischen Gewässern nähern. Aber ich glaube, das heißt schon lange nichts mehr. ich rechne eigentlich mit einer baldigen Invasion der Alliierten an der Westfront und dann ist es eh nur noch eine Frage der Zeit. Wunderwaffen hin oder her. Laut diskutieren wir dies nicht, denn der Glaube an den Endsieg ist auch auf meinem Boot, zumindest unter der Offizieren, allgegenwärtig.
09.30 Ein klarer, schöner Morgen. Schönes Wetter, die Sonnenstrahlen sind schon recht kräftig, obwohl wir erst März haben.
Der Diesel hämmert sein Stakato, das gleichmäßige Rauschen der Gischt, nur unterbrochen durch das gelegentliche leichte Schlagen des Bugs in die Wellen, immer der gleiche Rythmus, ein gleichbleibendes Geräusch.
Wie friedlich scheint es hier draußen zu sein. Als wäre die letzen Jahre nichts passiert und das Meer schon immer so gewesen. aber so ist es ja auch. Dafür liebe ich die See. Sie verschluckt alles irgendwann, und nach dem schlimmsten Seegefecht ist die See am nächsten so ruhig, als wäre nichts gewesen.
Aber Schluss jetzt mit dem Philosophieren.
Wir haben Krieg und meine Aufgabe ist es nun, die Jungs hier heile nach Hause zu bringen.
13.00 Der Horcher meldet ein schnelles Schraubengeräusch in Richtung 30°. Entfernung 12sm. Kommt schnell näher. Wie schön. Da müssen wir ja dann gar nicht viel tun.
Ich stecke einen Abfangkurs ab und wir gehen mit 10 Strich Steurbord quer ab zum vermuteten Kurs des Schiffes. Schon 10 min später haben wir Sichtkontakt. Sofort gehen wir auf Seerohrtiefe mit kleinster Schleich-Fahrt in optmaler Schussposition zum Gegner. Entfernung noch 5000, kommt verdammt schnell ran. Ist ein mir unbekannter Kreuzertyp. Britisch jedenfalls nicht. Seltsam, sehr seltsam. Aber auch kein Deutscher. Das stewht fest. Von daher: Ran und versenken. Oder ist es ein Fehler? Mit nur noch 2 Torpedos, leicht verwundet ein Dickschiff anzugehen ? Aber alles andere würde mir als Feigheit vor dem Feind ausgelegt. Habe gar keine Alternative. Also dann Attacke. Entfernung zum Ziel noch 3000m. kommt schnell auf. Geschwindigkeit 25 knoten.
Rohr 4 bewässern, Mündungsklappe auf.
Ziellösung ! Ich muss jetzt schon schießen, der T2 ist nicht besonders schnell. Rohr 4 Achtung, Rohr 4 - LOS ! Ruder hart backbord. Beide volle Voraus. ich will ihm auch unseren BackbordAal hinterherschicken. Rohr 5 klar zum Unterwasserschuss ! Mündungsklappe auf. Der kruezer kommt auf. Er liegt nun in 160°. Das passt. Rohr 5 Achtung, Rohr 5 - LOS !
So, beide Aale sind raus, Sehrrohr rein, Maschine wieder auf Schleichfahrt und Kurs weiter halten.
Torpedotreffer !! Der erste Aal hat gesessen. Ein Volltreffer. nach dem Spektakel zu urteilen, haben wir die Munitionskammer erwischt. "Torpedotreffer" !!! Zack !! Auch der 2. Aal hat sein Ziel tatsächlich getroffen.
Ich riskiere einen Ausblick . kein Zerstörer oder so. nichts. Der Kreuzer macht kaum noch Fahrt, kränkt nach steuerbord. Ich glaube nicht, dass er sich noch lange hällt. Aber wir müssen so schnell es geht hier weg. Gehe mit der Fahrt hoch, Kurs Süd, weg vom kreuzer, weiter Richtung Bergen. neue Tiefe 30m. Ich hoffe, dass uns jetzt keiner suchen wird.
18.00 5 Stunden hat dieser Kampf dann doch gedauert. Wie die Zeit vergeht. Der Kreuzer ist um ca. 15.00 gesunken. Es war ein Russe. Tatsächlich ein Russe. Hier oben. Irre ist das. Aber auch gleichzeitig für mich das Zeichen, dass wir die Lage nicht mehr im Griff haben.
21.00 Die Nacht ist hereingebrochen. Ich lasse auftauchen, nachdem ich einen Rundumblick gewagt habe. Mit unserer Kraft aus einem Diesel und bei Batterieladung pflügen wir nun mit sagenhaften 6 Knoten durch die See gen Südenosten Richtung Bergen. Entfernung noch 4 Tage bei dem Tempo.
wir sind leergeschossen und natürlich immer noch angeschlagen. Aber nun bringen wir auch einen großen Versenkungserfolg mit nach Hause. Der Kreuzer hatte an die 20.000 BRT. Recht viel, wie ich finde.
Um 23.30 betrete ich nochmal die Brücke. nochmal Luft schnappen. Die Batterien sind wieder voll, wir laufen nun mittlerweile mit 9 knoten volle Voraus.
Daaa, in Richtung 4 Uhr, ein Blitzen oder ein Glitzern oder soetwas !!!Was war das. nun ist es weg. Aber ich bin doch nicht blöd. auch der IWO beobachtet diese Richtung. nichts. Meldung vom Horchraum : keine Geräusche. Gebe Befehl, in Richtung Steurbord, zwischen 80 und 180° zu horchen. Ich gebe Befehl zum Tauchen. Auf 30m gehen. Ich will horchen. Nach 3 Minuten sind wir auf Tiefe. Maschine stop. Horchen !
nichts zu hören ! Was zum Teufel war das ??
Befehl: kleinste Fahrt voraus. Schleichfahrt. Tiefe und Kurs halten.

01.00 Vielleicht war es ja auch nichts. Eine treibende Flache oder sonst sowas. keine Ahnung. Lasse Schleichfahrt aufheben. Wir bleiben erst noch getaucht bis auf weiteres.
Bevorich mich zur Ruhe bette, tätige ich wie immer meine Logbucheinträge. Ich möchte 2 Leute zu Beförderungen vorschlagen.

KptLt Tommel
U-446

350 sm südöstlich der Inselgruppe Jan Mayen

Soni2
23-03-11, 09:02
mach doch weiter http://forums.ubi.com/images/smilies/10.gif

Tommel1965
12-04-11, 02:18
Donnerstag, 04.März 1944

04.00 Ich werde wach. Irgendwas hat mich aufgeschreckt. Aber es war wohl nichts. Ich lasse auf Sehrohrtiefe gehen und untersuche die Gegend so gut es geht. Nehme mir viel Zeit. Nichts. Befehl : Auftauchen !
Das Boot taucht auf und wir laufen mit 7 knoten in Richtung Heimat. Naja, was man so Heimat nennt.
Ich habe ein mieses Gefühl, weil wir leer geschossen sind. Habe ich übrigens immer, wenn alle Aale raus sind. man kann sich halt nicht mehr wehren. Wenn jetzt ein dicker Brocken auftaucht, können wir nur noch winken. Damals, zu Anfang des Krieges, hätte ich noch fast jeden Dampfer mit dem Geschütz angegriffen. Heute kann man das getrost vergessen. SChon der kleinste Trawler hat ja mittlerweile ne Kanone. Ein Treffer in unsere Tauchzellen, und das wars.

Langsam wird es hell. ich lasse mir einen schön heißen Muck Kaffee auf die Brücke bringen.

06.00 In Richtung 50° entdecken wir in der Ferne, mindestens 10 sm entfernt, eine Rauchwolke. nein, mindestens 3 .
Ich lasse den Kurs leicht nach Backbord ändern. Wir haben nichts mehr an Bord, mit dem wir in einen Kampf gehen könnten.
08.00 Wenn alles gut geht, sind wir morgen früh in Bergen.
16.00 ich muss leider ins Logbuch eintragen, dass nichts passiert ist. Wirklich nichts. Der Diesel stampft sein Stakato, die Batterien sind voll, die Torpedorohre leer, die Manschaft ist verbrauchtund fertig, die Moral wird nur durch den Gedanken des Heimaturlaubes aufrecht gehalten.
Ich glaube übrigens, dass das Glitzern von gestern ein still liegender Zerstörer war, der uns auflauern wollte. Oder ein Fischerboot, ich weiß es natürlich auch nicht sicher. Aber ist auch egal.
22.00 Das Wetter ist nun seit heute mittag mieserabel. Finde ich aber gut, denn dadurch brauchen wir Flieger nicht zu fürchten. Wobei ich mittlerweile glaube, dass auch die FLugzeuge Radar haben und uns so auch bei schlechtestem Wetter orten könnten. Sie können halt nur nicht starten und landen. Und das schützt uns derzeit.

Am nächsten morgen, es ist der 05.März 1944 laufen wir gegen 10.00 in Bergen ein.
Es war eine ruhige letzter Tag und eine ereignislose Nacht. Ganz knapp haben wir kurz vor Bergen eine Treibmiene verpasst. nur wenige meter, und wir wären zu den Fischen gegangen. Das war so gegen 07.00. mein Gott, wie knapp das Schicksal es manchmal mit einem meint.

Um 11.00 haben wir im Bunker festgemacht. Und sogleich haben wir draußen Fliegeralarm. Ein Schwarm Bomber fliegt aus westlicher Richtung an. ich schätze, so an die 100 Flugzeuge. Es sind Amerikaner. Wir bleiben im Bunker, während um uns herum alles in Klump und Asche verwandelt wird. Stahl wird zerfetzt, Betondecken werden in Staub verwandelt und riesige Kräne wirbeln durch die Luft, als wären sie aus Pappmaschee. Mein Gott, welche Gewalt.
Welche Kräfte. So muss es sein, wenn unsere Städte in der Heimat zerbombt werden.

Nachdem die Hölle vorbei ist, mache ich mich auf den Weg zum Flottillenkommandanten.
Zwischen Trümmern, brenndenden Autowracks und Toten hinduch bahne ich mir einen Weg zur Kommandatur.
Fregkpt Hans Cohausz ist bis Ende 40 selbst auf U-30 gefahren und hat den Krieg selbst erlebt, auch wenn damals noch alles gut war.
Ich werde durch einen auffällig kleinen Ordonanzoffizier begrüßt und zum Besprechungszimmer begleitet. Wir beteeten den Raum und FrgtKpt Cohausz blickt, uns den Rücken zugewand, aus dem großen Fenster hinsaus auf den Hafen. Überall steigen immer noch kleine Rauchschwaden empor.
"Kommse rein, Herr Kapitänleutnant" sagt er auffällig laut. "Wundernse sich mal nich, dass ikke so laut bin, mich hamse beim letzten Angriff quasi an den Lauscher erwischt und de Trommelfelle demoliert".
Er drehte sich zu mir um und dann blickte ich in ein zernarbtes Gesicht, wie ich es vorher so nicht kannte.
"Splitter, wissense"
Ich versuchte, meinen Schock zu überspielen, und so begann ich sofort mit meinen Ausführungen zur Feindfahrt.
Ich redete fast 2 Stunden, ununterbochen. Er viel mir nicht ein einziges Mal ins Wort, so wie es früher mal seine art war. Es hatte sich hier etwas geändert. Wirklich geändert. Es war seine Ansicht. Vielleicht auch über den Krieg?
Nachdem ich geendet hatte, erzählte er mir über die letzten Angriffe der Bomber, über die miserable Lage der Einheiten an der Ostfront und über seine Versorgungsprobleme hier im Norden.
unsere Gespräch endete nach 3 Stunden. Wir hatten fast halb 3, als ich mich wieder zum Boot aufmachte, um der Manschaft die guten Nachrichten zu überbringen.
Wir haben nun Urlaub bis zum 12.April und werden dann an diesem , an dem gleichen Tage, ein neues Boot übernehmen, mit dem wir dann 14 Tage später schon zu Erprobungen auslaufen werden. Es handelt sich dabei um eines der nagelneuen Elektroboote vom Typ XXI. Die nummer des Bootes ist mir noch nicht bekannt.
Eine gute Nachricht. Dieser Typ soll unter Wasser rasend scgnell sein, fast 17 knoten getaucht machen, soll auf gut 300 meter runter können und muss eine rieseige Unterwasserausdauer haben, wie man hört. Der FrgtKpt sprach von mehreren Tagen und Wochen.
jedenfalls ist es das modernste, was die Welt zur Zeit aufbieten kann.
Na, wenigstens was.
Ich lasse die Mannschaft antreten, gebe die notwendigen Befehle aus, verabschiede mich von den jungs bis in 3 Wochen und verlasse danach Bergen an Bord einer He-111 Richtung Deutschland. Die fliegt sowieso Richtung Heimat, und da kann ich mitfliegen.
Ich freue mich auf meine Familie und meine Heimat, das schöne Sauerland.

KptLt Tommel
U-446

Soni2
16-06-11, 07:06
Wann gibt es Nachschub???

Tommel1965
01-09-11, 06:28
xxx OKM - Meldung xxx

10.April 1944

Wahrend einer Versuchsfahrt mit dem neuen Elektroboot Typ XXI,wurde das neue Boot im Skagerak von britischen Bombern angegriffen.
Der später zusätzlich hinzugezogene Hunter-Group mit insgesamt 6 Zerstörern und mehreren Flugbooten gelang es nach tagelangem, verlustreichen Kämpfen, das Versuchsboot zum Auftauchen zu zwingen.
Das Boot konnte sich versenken, einige Besatzungsmitglieder kamen hierbei ums Leben.
Wer von der Besatzung überlebt hat, ist leider unklar.
Fest steht allerdings, dass KptLt. Tommel den Angriff schwer verletzt überlebt hat und sich in derzeit britischer Gefangenschaft befindet.
Sein Aufenthaltsort wird in Irland vermutet.

Berlin, 10.April 1944

Holdepolde
04-09-11, 12:01
Schade hat immer sehr viel Spass gemacht die Berichte zu lesen von U-446. http://forums.ubi.com/images/smilies/11.gif

Hoffe es geht weiter http://www.ubisoft.de/smileys/read.gif

EloKa-28-
05-09-11, 00:12
Schade, da hats den armen Kerl erwischt... Hoffentlich hat er nen Bruder http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif