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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Komapatientin



Laguna232
22-03-05, 08:09
Huhu,
ihr habt ja sicherlich auch im Radio oder Fernsehen auch von der Komapatientin gehöt die dem seit15 Jahren befallen ist. Nun hat sich ja entschieden, dass sie auch weiter von der Nahrungszufuhr abgeschnitten wird und somit nicht mehr lange zu leben hat.
Mich würde nun mal interessiern, wie ihr in so einer Situation handeln würdet.
Hoffe, dass dieser Thread in Ordnung geht, denn mich hat die Sache ziemlich mitgenommen.
Liebe Grüße
Laguna232

Laguna232
22-03-05, 08:12
Ich habe bereits meine Meinung dazu an den Sender Sunshine-Live geschrieben und dieser wurde auch vorgelesen. Hier eine Kopie:


Mir persönlich würde es sehr wehtun , wenn dieser Vorfall in meiner Familie liegen würde und ich die Entscheidung tragen müsste: Weiter leben oder dem ein Ende setzen.
Nur möchte ich nicht, dass die Person weiter leidet. Wenn die Frau aufwacht, dann wacht sie doch in einer total fremden Welt auf. Sie wird sicherlich noch nicht mal ihren eigenen Mann wieder erkennen. Vielleicht wird sie, nachdem sie aufwacht, schwerbehindert sein. Man weiss so etwas nicht. Was ist, wenn sie danach wieder putzmunter durch die Gegend läuft? Vielleicht wird sie aber auch im Rollstuhl sitzen, nicht mehr sprechen können usw.
Ich würde auf jedenfall weiterkämpfen. Immerhin kann die Frau auch nichts dazu und kann nicht selber entscheiden, ob sie weiter leben möchte oder gar sterben möchte. Sagen aber die Ärzte, dass ihre Aufwachchancen gleich null sind und sie niemals mehr ein normales Leben führen könnte, dann würde ich mich für den traurigen Weg entscheiden.

Sorry wegen dem Doppelpost. Ich dachte, dass ich editiert hätte.

miimpo2
22-03-05, 08:13
In diesem Fall finde ich es gut. Gestern haben sie im Radio einen österreichischen Arzt dazu befragt, und der meint dass im Falle eines Wachkomas (was bei ihr der Fall ist) die Hitnrinde zerstöt wird. Was zur Folge hat dass sie, selbst wenn sie irgendwann aufwachen sollte, schwerst behindern sein wird. Sie wird bis zu ihrem Ende auf dem Niveau eines Neugeborenen bleiben. Und das ist nicht schön. Da hat es keinen Sinn mehr.

Also warum sie noch länger unnötigen qualen aussetzen? Wenn ich 15 Jahre im Koma gelegen wäre und derartige Hirnschäden hätte und selbst entscheiden könnte, ich würde die Maschine abdrehen lassen.

Trr Kah
22-03-05, 08:25
Sterben müssen wir alle, aber so dahinvegetieren... Das gehöt zu dem Schrecklichsten, was ich mir für einen einzelen vorstellen kann. http://forums.ubi.com/images/smilies/51.gif

Wenn ihr das Schicksal weiterhin so grausam mitspielt, liegt sie vielleicht noch 20, 30 Jahre völlig hilflos in ihrem Bett! Und selbst wenn sie aufwacht, wird sie niemals mehr als ein absoluter Pflegefall sein. Wer will so ein Leben? Ich kann ihre Familie nicht verstehen, die ihre Tochter einfach nicht gehen lassen können.

Laguna232
22-03-05, 08:28
Das wäre für mich genauso schlimm,als wenn der Arzt mir sagt: Ihr Kind im Bauch ist behindert. Weiss man sowas wirklich? Viele Frauen lassen sich doch davon abschrecken und treiben ab. Wie oft haben die Ärzte schon gepfutscht und wollten es nicht zugeben?
Die Frau im Koma kann uns auch nicht mal eben sagen, dass es ihr gut oder schlecht geht. Zwar wird die Frau nach 15 Jahren vielleicht einige Schäden davon tragen, wäre sie jemals wieder aufgewacht, aber man soll sowas doch trotz allem nicht einfach so abstempeln. Ich bräuchte die Bestätigung von 100 Ärzten, damit ich mich überzeugen kann. Einer allein kann viel sagen.

Ist eh ein schwieriges Thema: Irgendwo will man aber kann nicht. Und irgendwo denkt man an die Schmerzen die der jenige hat und setzt dem ein Ende. Wenn ich ehrlich bin, weiss ich auch nicht, wie ich mich richtig ausdrücken soll. Manchmal denke ich, es wäre das beste für sie, wenn man dem ein Ende setzt und irgendwo vertsehe ich auch die Familie. Schwierig, schwierig. Weil man sowas selber noch nicht erlebt hat.

Trr Kah
22-03-05, 08:40
Ich glaube aber, nach 15 langen Jahren war man bei jedem Arzt und hat sämtliche Diagnosen gehöt. Muss man nicht irgendwann einen Schlußstrich ziehen dürfen?

Natürlich ist das schwierig und auch ich war glücklicherweise nie in der Situation, so eine Entscheidung treffen zu müssen. Aber wäre ich die Patientin, ich würde so laut ich könnte nach meinem Tod schreien. Und keiner könnte mich höen...

Laguna232
22-03-05, 08:46
Die Familie scheint sie aus Liebe nicht gehen zu lassen. Auch wenn ich jemandem noch so lieben würde und es sich bestätigt, dass es wirklich keinen Sinn mehr hat, dann würde ich auch aus Liebe handeln. Aber nur weil ich die Person nicht weiter leiden sehen will. Ich würde dann an die schöne Zeit denken, die ich mit ihr erlebt habe und die grausame Zeit aussen vor lassen.

Zalman
23-03-05, 02:27
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><font size="-1">quote:</font><HR>Originally posted by Laguna232:
Die Familie scheint sie aus Liebe nicht gehen zu lassen. Auch wenn ich jemandem noch so lieben würde und es sich bestätigt, dass es wirklich keinen Sinn mehr hat, dann würde ich auch aus Liebe handeln. Aber nur weil ich die Person nicht weiter leiden sehen will. Ich würde dann an die schöne Zeit denken, die ich mit ihr erlebt habe und die grausame Zeit aussen vor lassen. <HR></BLOCKQUOTE>

Liebe? Wie du schon gesagt hast: wenn ich einen Menschen wirklich Liebe, dann erspare ich ihm Leid zu gut es eben geht, tue alles damit er ein schönes Leben hat. Im vorliegenden Fall ist jedoch nicht zu erwarten, dass die Frau jemals wieder ein erträgliches (von schön wage ich gar nicht zu sprechen) Leben führen können wird. Also, wenn dass Liebe ist, die zu solch grausamen Handeln fähig ist, dann stimmt mit den Eltern was nicht. Gerade weil man seine Tochter liebt, sollte man ihrem Leiden nun endlich ein Ende setzen.

Laguna232
23-03-05, 02:37
Entweder tut man was aus Liebe, weil man die Hoffnung irgendwo nicht aufgeben will, oder man tut was aus Liebe, weil man die Person nicht leiden sehen will. Die Familie der Frau steht wohl auf der ersten Linie, auch wenn es der qualvollere ist. Sie können nicht loslassen.

Exterminas_II
23-03-05, 02:54
Mir fallen da zwei essenzielle Punkte ins Auge.

1. Wolltet ihr nach 15 Jahren "Auszeit" plötzlich wieder zurück? Ich meine die Welt die diese Frau kennt ist eine komplett andere, eine Welt mit Berliner Mauern und Golfkriegen (lol)

2. Solltem an sich dafür entscheiden sie sterben zu lassen, ist es dann nötig sie über eine Woche hinweg verhungern zu lassen? Wo es doch in Amerika so schöne Todesspritzen gibt...

Laguna232
23-03-05, 03:15
Anders wird man schon wieder denken, sobald man sowas selber in der Familie miterlebt. Dann fällt es einem doch schwieriger die Person zu verlieren, auch wenn es besser wäre sie gehen zu lassen.

Ocean Soul
23-03-05, 04:00
Lieben heißt loslassen.

Dies ist wirklich ein schwieriger Fall, aber das perverse daran ist doch, dass diese Frau zum Spielball aller geworden ist...
...und sogar Bush, der Messias, seinen Urlaub abbrach um ihr "Leben zu retten" (<--- was das alles sehr glaubwürdig macht) <span class="ev_code_GREEN">und andererseits mehr Todesstrafen fordert.</span>

SeniorDingDong
23-03-05, 05:46
Meiner Meinung ist diese Frau schon "tot".

Falls sie irgendwann erwacht, hat sie auch nichts mehr davon weil ihr Gehirn schon total zerstöt ist.

Daher ist dieses "Stecker ziehen" nur noch eine reine Formsache...

Ich bin der Meinung, die Sache jetzt zu beenden. Ihre Eltern sind verblendet und wollen die Wahrheit nicht akzeptieren. (vieleicht hoffen sie ja auch darüber ein Buch schreiben zu können und ein paar $$$ zu verdienen ~ )

George Bush ist sich natürlich für keine religiöse und medienwirksame scheiße zu schade und verlängert nochmal das Leiden der Frau (und von ihrem Mann)

Rattenverwirrer
23-03-05, 05:51
Gibt es bei einem so langem Wachkoma eine (wenn auch noch so winzige) Chanche daß sie mal zu Bewußtsein kommt? Wenn ja, verstehe ich die Eltern.

Wenn es ganz hoffnungslos ist sollte man sie gehen lassen, aber nicht so. Niemand kann sicher wissen ob sie das Verhungern wirklich nicht spürt.

Gerade Bush, als größter Kriegstreiber dieses Zeitalters und Schutzpatron des elektrischen Stuhls solte sich auch um das Leben derer sorgen, die leben wollen und das auch mitteilen können.

miimpo2
23-03-05, 05:55
Es gibt eine (extrem geringe) Chance dass man aus diesem Wachkoma erwacht. Allerdings ist ihr Gehirn bereits so geschädigt, dass an ein normales Leben nicht mehr zu denken ist.

Wenn sie jetzt aufwachen würde, sie würde nicht einmal bemerken dass die Mauer nicht mehr steht, es die Sowjetunion nicht mehr gibt und Bush immer noch an der Macht ist (wenn auch ein anderer)

Laguna232
23-03-05, 06:19
Ich habe sowieso manchmal das Gefühl, dass Bush gar nicht weiss, was er da unterschreibt. Genau wie Schröder. Bush ist es wirklich egal, wie es einem geht oder nicht und Schröder sieht nicht, wie Deutschland wirklich den Bach runtergeht. Die beiden könnten Geschwister sein.

tingol
23-03-05, 06:29
was ich an der stelle des mannes/der familie tun würde weis ich nicht und ich hoffe ich werde diese entscheidung niemals treffen müssen, sollte das aber mit mir passieren, dann will ich das die maschienen abgeschaltet werden. 15 jahre einfach so im bett liegen und sich nicht regen zu können sind die hölle. wenns gewiss ist, dass die chance aufzuwachen sogut wie nicht vorhanden ist, dann will ich lieber sterben als so dahinzuvegetieren.

Klassiker
23-03-05, 07:07
Ein sehr schwerer Fall...
Ich wüsste nicht, was ich tun würde. Ich sehe folgendes Kernproblem: Wenn überhaupt darf ein Mensch nur selbst entscheiden, ob er sterben will. Diese Frau hat keine Verfügungen hinterlassen. Was tun? Sicher, auf den ersten Blick erscheint es nur logisch, sie gehen zu lassen. Aber was, wenn sie ein Mensch ist/war, der sich immer ans Leben klammerte? Dem ein Leben im Rollstuhl lieber als der Tod ist/war? Haben dann wir das recht, rein rational zu sagen: "Das Leben, das sie führen wird ist nicht mehr lebenswert?" Woher wissen wir das? Woher wollen wir wissen, was für sie lebenswert ist? Ich denke, sowohl Ehemann als auch Eltern sollten ihre Ehefrau/ihre Tochter so gut kennen, dass sie entscheiden können, was für ein mensch sie war. Jetzt gehen ihre Meinungen da anscheinend sehr weit auseinander. Ihr Mann sagt, sie wolle sterben, ihre Eltern sagen, sie als Katholikin wolle leben... Wem glauben? Und dürfen wir an einen derartigen Fall überhaupt rational/wissenschaftlich herangehen?

Extrodier
24-03-05, 07:02
Läge ich da, und könnte noch einen einzigen Gedanken fassen, ich würde beten, dass sie es beenden! Das hat doch nichts mehr mit einem, nur ansatzweise lebenswerten Leben zu tun!

Ich verstehe auch, dass der Ehemann nach 15 Jahren ohne ein Anzeichen der Besserung keine Kraft mehr hat!

<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><font size="-1">quote:</font><HR> Ein schönes Sterben ehrt das ganze Leben. <HR></BLOCKQUOTE>
(Francesco Petrarca (1304-74), ital. Dichter u. Gelehrter)

Ich denke, dass kann man dieser Frau nicht mehr geben, aber sie nicht noch länger dahinvegetieren lassen, das sollte man ihr geben.

Mirdath
31-03-05, 11:39
Für sie ist das Leiden nun vorbei: http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID4203334_NAV_REF1,00.html

Corky13
31-03-05, 14:04
gut...

Was mich aber aufregt sind die Eltern , der Bushclan und die Kirche. Wie belämmert muss man sein das als Mord hinzustellen ? Die Frau wollte doch sterben wenn ihr Leben nur noch an der Maschiene hängt (zumindest wird das behauptet).

miimpo2
31-03-05, 14:41
ich will mir nicht anmassen ihre Wahrnehmung zu haben, aber ich behaupte trotzdem dass damit für sie nun ein langer Leidensweg beendet ist. Vielleicht ist sie jetzt in eine bessere Welt eingegangen...

Laguna232
01-04-05, 01:22
Ich finde, diese Frau hat in den letzten Tagen ihres Lebens mehr gelitten als alles andere. Qualvoll wenn man sich vorstellt, dass sie hungern und dursten musste. Schlimm ist es ja auch, dass sie 15 Jahre schon so leiden musste, aber das mit dem hungern lassen, ist einfach die Wucht.
Liebe Grüße
Laguna232

Rattenverwirrer
01-04-05, 01:36
Nun wird behauptet, ihr Mann hätte das Koma durch Prügel ausgelöst und wolle sie einäschern lassen, um das zu vertuschen.

Die Ärzte haben schon lange eine andere Ursache festgestellt, und er hat einer Obduktion zugestimmt, oder sie sogar selber beantragt.

Aber wenn man sich erst auf einen Feind eingeschossen hat wird halt jedes Geschütz aufgefahren das sich irgendwie gegen ihn verwenden läßt.
Hat man keine wenigstens halbwegs sachliche Munition mehr, so kommt es zu den seltsamsten Verzweiflungstaten.

Bei meinem nächstem Arztbesuch muß eine Patientenverfügung her. Meine Eltern sind zwar nicht bescheuert, aber religiöse Fanatiker gibt es auch hier.