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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Merten Buch - ganz interessant



HKLE
06-03-06, 03:04
Hallo Leute

Hab gerade das Buch "Nach Kompaß" von Merten gelesen und fand, daß es ein paar ganz interessante Ideen zu Taktikfragen geben könnte.

Zumindest der Mittelteil des Buchs ist in dieser Hinsicht interessant - seine 5 Unternehmungen sind da recht intensiv beschrieben.

Für mich wars z.B. neu, daß er nach Möglichkeit vor den später anzugreifenden Schiffen lief um eine Idee über deren Generalkurs zu bekommen. Auch das generelle rasche Abtauchen bereits bei Insichtkommen einer Mastspitze war mir neu. Immerhin schafft man es im Spiel z.T. bei Abständen von nur mehr 4000m "ungesehen" zu bleiben (hier: ein Handelsschiff Mitte 1940, kein Zerstöer) (NB: ich spiele nicht mit 100% Realität, da ich das Torpedozielen doch meinem Spezialisten überlassen möchte) Das Abtauchen hat Merten meist auf ca 100m Tiefe praktiziert - ich selbst gehe eigentlich normalerweise auf Periskoptiefe, um die Chance eines überblicks möglichst lange zu bewahren ...

Klar daß es sich hiebei um "subjektive" Taktiken gehandelt hat, aber interessant wars trotzdem zu lesen.

Nur als Tip gedacht zum Nachlesen

lG

HKLE
06-03-06, 03:04
Hallo Leute

Hab gerade das Buch "Nach Kompaß" von Merten gelesen und fand, daß es ein paar ganz interessante Ideen zu Taktikfragen geben könnte.

Zumindest der Mittelteil des Buchs ist in dieser Hinsicht interessant - seine 5 Unternehmungen sind da recht intensiv beschrieben.

Für mich wars z.B. neu, daß er nach Möglichkeit vor den später anzugreifenden Schiffen lief um eine Idee über deren Generalkurs zu bekommen. Auch das generelle rasche Abtauchen bereits bei Insichtkommen einer Mastspitze war mir neu. Immerhin schafft man es im Spiel z.T. bei Abständen von nur mehr 4000m "ungesehen" zu bleiben (hier: ein Handelsschiff Mitte 1940, kein Zerstöer) (NB: ich spiele nicht mit 100% Realität, da ich das Torpedozielen doch meinem Spezialisten überlassen möchte) Das Abtauchen hat Merten meist auf ca 100m Tiefe praktiziert - ich selbst gehe eigentlich normalerweise auf Periskoptiefe, um die Chance eines überblicks möglichst lange zu bewahren ...

Klar daß es sich hiebei um "subjektive" Taktiken gehandelt hat, aber interessant wars trotzdem zu lesen.

Nur als Tip gedacht zum Nachlesen

lG

R6CombatMedic
06-03-06, 16:54
Du musst bedenken das die Sichtweite bei SH3 totaler Mist ist. Was war Standard? 8km? lächerlich! Bei klarem Wetter und ruhiger See kannst du Schiffe schon um die 20km entfernt sehen, ganz zu schweigen die Rauchfahnen...
(Ein hoch auf die 16km Visibility Mod)

Hab schonmal von Merten´s Buch gehöt, wollt ich mir auch noch zulegen.

Von wem war nochmal das Buch welches Buchheim so stark kritisiert? Es war meineswissens von 2 ehem. Kommandanten geschrieben und wurde nur in geringer Stückzahl gedruckt. Welches war das noch?

HKLE
07-03-06, 01:43
Hallo R6CombatMedic

Den Visibility Mod hab ich derzeit noch nicht, werd ihn aber finden. Ich spiele derzeit vor allem mit dem RUB 1.45.

Das Merten Buch ist ganz gut lesbar, behandelt aber mehr oder weniger die gesamte Lebensgeschichte von Merten selbst. Das heißt, es fängt mit den 20er Jahren an und höt etwa 1984 auf. Wenn man bedenkt, in welcher Zeit und mit welchem Umfeld er aufgewachsen ist - Kaiserreich, 1. Weltkrieg, Weimarer Republik (die "wilden 20er Jahre als frühe Vorwegnahme der "68er" Generation und dementsprechende Orientierungslosigkeit), dann kann man sein ansonsten nerviges Moralisieren (Aufopferung für Volk und Vaterland etc) richtig einordnen. Ich hab selten ein so unbefangenes Buch auch zum politischen Umfeld gelesen, auch wenn ich ihm so manches "Unwissen" nicht so recht abnehme. (Aber das ist jetzt natürlich unfair - er kann sich ja nicht mehr wehren)

Ich glaube, daß auch in diesem Zusammenhang dieses Buchheim Thema einzuordnen ist. Ich habs nicht so genau verfolgt, bin aber bei meiner Suche unter "Merten" auch darauf gestoßen. (so kannst Dus auch leicht finden)

Jedenfalls, einmal eine Aufbereitung der U-Boot Taktik von einem Profi, ders selbst ausprobiert hat. Und der auch zeigt, was uns alle manchmal wahrscheinlich beim Spielen auch nervt, was aber zur "Realität" gehöt hat - verschossene Torpedos, verpaßte Gelegenheiten etc etc

liebe Grüße

AASelle
07-03-06, 05:45
Topp schrieb in seinem Buch, daß bei günstigster Wetterlage die Sicht auf dem Atlantik auf 14000 m beschränkt war, das war schon das Äußerste, 20000 m sind daher doch ein wenig zuviel, der Sichtmod jedoch kommt dem ja schon recht nahe mit 16000 m an die Angaben Topp´s heran.....

gruß
Selle

Capt.Heatseeker
11-03-06, 10:49
Das Ausdampfen eines Gegners war gängige Praxis. So wurde die Gegnerfahrt bestimmt. Der komplette Anlauf dauerte entsprechend lange, da man sich dem Gegner erst vorsetzen musste. Daher war es auch wichtig, den Kurs erst einmal zu beobachten.

Das Abtauchen auf bis zu 100 m hat den einfachen Grund der besseren akustischen Gegebenheiten. In Seerohrtiefe war Rundhorchen praktisch unmöglich. Das machte je nach Wasserschichten wohl erst ab ca. 60 Meter Sinn. In SH3 finden die unterschiedlichen Wassereigenschaften keine Beachtung.

Das Beobachten mit dem Seerohr war auch so eine Sache. Das Seerohr wurde nicht - wie im Spiel möglich - bei 7 - 8 Kn. ausgefahren. Ich meine gelesen zu haben, dass es bei dieser Geschwindigkeit sogar zu Schäden kommen konnte. Jedenfalls war die Gischt dann zu stark.

Einige essentielle Taktiken lassen sich also nicht auf SH3 übertragen und sich künstlich daran zu halten ist dann ja auch irgendwie doof. Zumal es keine Möglichkeiten für Durchpendeln u.s.w. gibt.

Am bescheuertsten finde ich immer die Katz- Mausspiele mit Zerstöern auf Seerohrtiefe. Treffen können sie mich nicht, und ich schipper dann zickzack mit ausgefahrenem Spargel durch den Konvoi - ohne jede Gefahr, eine Wabo aufs Dach zu bekommen...

SubWheelie
11-03-06, 11:36
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><div class="ip-ubbcode-quote-title">quote:</div><div class="ip-ubbcode-quote-content">R6CombatMedic </div></BLOCKQUOTE>
Hi,
das Buch heisst "Nein ! So war das nicht !" von Karl-Friedrich Merten/Kurt Baberg, erschienen im J. Reiss Verlag. Ich habe ein Exemplar davon :-) Die Autoren kritisieren in diesem Buch die "Schmähschrift" "Die U-Boot-Fahrer" von LGB.
Grüße,
Wheelie
PS.: Mein Buchtip ist aber "Handbuch für UBootkommandanten" von Siegfried Breyer und selbstverständlich "Feindfahrten" von Wolfgang Hirschfeld

theRealAntEater
11-03-06, 13:46
War gerade mal wieder (reduzierte) Bücher shoppen in so nem Buchladen in der Nähe vom Goethehaus (an der Berliner Straße) in Frankfurt.
Der einzige Buchladen in Frankfurt (außer Flughafen) mit guter Militärliteratur.
Ich erstand:
"U-Boote im Duell"
"Seekrieg im Ärmelkanal" (über die 15. Vorpostenflottille)
und besagtes Merten-Buch
Bisher muß ich sagen, der olle Merten hat nen Standpunkt und vertritt den konsequent, ein richtiger Preuße eben, sowas respektiere ich.
Interessant ist natürlich, wie stark der Mentalitätsunterschied zwischen "alten Herren" wie Merten und Leuten wie Suhren oder Werner war. Trotz der Tatsache, daß Merten in der Weimarer Republik in die Marine eintrat und die jüngeren im dritten Reich, sind die jüngeren Leute einem mentalitätsmäßig näher als Merten.
Bin erst etwa bei der Stelle wo er nach Mürwik kommt, aber es fällt einem auf wie klein die Reichsmarine doch war. Im 2. Wk kannte bei den höheren Offizieren wirklich jeder jeden.
Interessant war, wie ähnlich seine Niobe-Zeit zu meinen eigenen Erlebnissen auf der GoFo ist (natürlich war damals alles SEHR viel strenger!).
Selbst die Veralberung des "auf der Back ist alles wohl, die Laternen brennen" in "....die Posten pennen" ist noch gebräuchlich
http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif
"Feindfahrten" ist wirklich zu empfehlen, ebenso wie "Eiserne Särge" von Werner (trotz der Fehler).
Bei dem Buchladen gabs noch "Eine Uboot-Feindfahrt" von einem englischen Autor.
Ein Buch über Teddy Suhrens Amerikafahrt mit U 564.
Das Buch entstand weil in England hunderte von Photos dieser Fahrt auftauchten.
Ich habs durchgeblättert, gefiel mir sehr gut, nur leider mit 32 Euro etwas zu teuer.