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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Weiss jemand wie sie es damals richtig gehandhabt haben?



Subwulf
30-07-05, 00:33
hi
hab folgende Frage:
War es üblich oder überhaupt möglich noch kurz einen Funkspruch abzusetzen bevor man wegen einem Flugzeug oder einem anlaufenden Zerstöer in den "Keller" gehen musste. Oder war dafür schlicht keine Zeit?

Angenommen, es war sehr unüblich:
Wäre es sehr schlecht, es in meinen Strategiespiel so zu handhaben, dass ein UBoot vor dem Alarmtauchen noch kurz einen Funkspruch schickt und ganz grob sagt, was passiert ist? So hat der Player einen besseren überblick und höt mal des öfteren was von seinen UBooten...

D_Charge
30-07-05, 02:58
Hallo Subwulf.
Meines Wissens nach war das keine gängige Methode. Schliesslich dürfte es bei einer Tauchzeit von 30-35 sec schwierig sein noch einen Funkspruch rauszupusten. obwohl es später ja auch möglich war, Funksprüche zu senden, die so schnell waren das sie nicht mal eingepeilt werden konnten. Ich glaub ich bin dir keine grosse Hilfe. Ich hoff mal deine Frage hat mit deinem Projekt zu Silent Hunter 3 zu tun... http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif
Wie steht es eigentlich damit? http://forums.ubi.com/images/smilies/11.gif

RUN DEEP, RUN SILENT http://www.ubisoft.de/smileys/wchand.gif

Subwulf
30-07-05, 03:46
ja, das ist so ziemlich der grund warum ich frage...

In meinem Konzept stellt sich nämlich folgendes Problem:
Da ich mich ja nun für möglichst hohen Realismus bezüglich des Handlings der UBoote auf der Map entschieden habe, sieht man die UBoote nur dann an der aktuellen Position, wenn kurz vorher ein Funkspruch dessen eingegangen ist. Der BdU wusste damals ja auch nicht stündlich die genau Position seiner UBoote, nur wenn sie wieder mal was von sich höen liessen, konnte er sich ein aktuelleres Positionsbild seiner Einheiten machen. Dies hat aber den Nachteil, dass es für den Player etwas langweilig werden könnte. Bsp:

UBoot läuft aus Kiel aus, Patrouillengebiet nordwestlich von Schottland. Angenommen es wird auf der Reise von einem Flugzeug beschädigt und kurz darauf noch von einem Zerstöer versenkt, dann hat man als Player ja keine Ahnung dass es dieses Boot nicht mehr gibt. Erst so nach 3 Wochen wird dann die 3* Meldung fällig. Daher überleg ich mir, ob das UBoot vor seinem Alarmtauchen nicht kurz was von sich höen lassen könnte, einfach nur damit der Player sich in etwa vorstellen kann, warum sich das UBoot danach nie mehr meldet. Was meint ihr dazu?

Mein Game kommt stetig voran. Diese Woche hab ich das erste mal am Code für die Konvoigenerierung gearbeitet, sprich nun kommt langsam Leben in meinem Strategiespiel auf. Werde nächstens eine Testversion an Ubisoft schicken, wegen Lizenzverhandlungen und einer möglichen Zusammenarbeit. Mal schauen was sich daraus ergibt. Läuft alles nach Plan, werde ich es Anfang Dezember fertigstellen. Da aber momentan die Grafiken etwas auf sich warten lassen, kann ich weiterhin noch keine Screenshots uploaden.

grüsse subwulf

Schwarzer_Prinz
30-07-05, 04:46
Wenn du vollen Realismus willst, sind solche Funksprüche unmöglich, da sie in der Realität nicht gemacht wurden.

Für so einen Funkspruch müßte man folgendes tun:
Aktuelle Position an den Funker melden (geht schnell)
Funkspruch mit der ENIGMA verschlüsseln (geht gar nicht schnell)
Funkspruch per Morse-Code absetzen (geht relativ schnell)
Vor Allem das Verschlüsseln vereitelt solche Schnellsprüche. Und in Klartext zu senden wäre so ziemlich das Dümmste, was ein Kommandant befehlen könnte, damit würde er sämtliche Feindflieger und -zerstöer im Umkreis auf sich ziehen.

Da stellt sich halt immer die Frage zwischen Realismus und Spielbalance.

JG400Pips
30-07-05, 05:51
UBoot läuft aus Kiel aus, Patrouillengebiet nordwestlich von Schottland. Angenommen es wird auf der Reise von einem Flugzeug beschädigt und kurz darauf noch von einem Zerstöer versenkt, dann hat man als Player ja keine Ahnung dass es dieses Boot nicht mehr gibt. Erst so nach 3 Wochen wird dann die 3* Meldung fällig. Daher überleg ich mir, ob das UBoot vor seinem Alarmtauchen nicht kurz was von sich höen lassen könnte, einfach nur damit der Player sich in etwa vorstellen kann, warum sich das UBoot danach nie mehr meldet. Was meint ihr dazu?

Das wäre am realistischen,denn der BdU wusste auch nur anhand der FT`s wo seine Boote gerade waren.
Die einzige Ausnahme,die mir bekannt ist,ist U99 unter Kretschmer.
Der setzte noch einen FT ab und meldete das Boot als Verlust!

DSK_Marlowe
30-07-05, 09:40
U110 unter Lemp hat glaub ich auch noch ne Meldung abgesetzt, die sind aber nicht mehr getaucht und wussten, dass sie manövrierunfähig sind.

Warte auch schon gespannt auf dein Spiel @Subwulf!

Copyoffline
30-07-05, 09:46
1. was ist ein FT?

2. müssten die Boote nicht irgendwie sich um bestimmte Zeit melden? Aus dem einfachem Grund. Falls sich ein Boot mal nicht meldet weiss man es ist in schwierigkeiten und man weiß ungefair wo...

3. Die Versenkung eines Bootes ist ja ein Riesenevent für die Allierten. Das dürften doch die anderen Boote in der Nähe mitbekommen haben. Sie wissen ja ungefair wo die anderen Mitglieder eines Rudels lauern und wenn an einer Stelle heftig gebombt wird und dann bei den Britten eine Party losgeht, ist irgendwie klar das sie den und den versenkt haben. Da kann doch sein dass Boote in der Nähe die Versenkung eines anderes Bootes melden.

Ich weis nicht genau wie das war das sind nur meine Gedanken dazu.

D_Charge
30-07-05, 11:09
FT heißt glaub ich Funktelegramm, also Funkspruch. Ich laß mich aber gern korrigieren. http://forums.ubi.com/images/smilies/16x16_smiley-very-happy.gif

@ Subwulf
Das höt sich ja alles sehr interessant an. Und eines weiß ich jetzt schon: einen Abnehmer für dein Strategiespiel hast du schon...

RUN DEEP, RUN SILENT http://www.ubisoft.de/smileys/wchand.gif

Glykol02
30-07-05, 13:37
Hi Subwulf,

um dem Langeweile/Realismus-Dilemma zu entkommen, und um einige Hinweise der Vorredner aufzugreifen könnte ich mir eine "žgraphische" Lösung vorstellen:

Soweit ich es bisher mitbekommen habe ist man ja bei deinem Spiel der BdU und guckt bei den Operationen auf die große Seekarte. Darin die vermuteten Geleitzugrouten (so wie in unserer SH III Karte, evt. jeweils nur die aktuellen Routen, je nach Kriegslage/jahr.) Und wenn ein U-Boot seinen regelmäßigen Standortbericht sendet "žpoppt" es auf der Karte auf.
Jetzt mein Vorschlag: Es müsste eine Option geben, z.B. Rechtsklick auf das aufgepoppte U-Bootsymbol, und dann müsste man die Option "žvermutlicher Standort in XX Tagen/Stunden" auswählen können, dargestellt auf der Karte z.B. durch einen grauen oder roten Strich vom U-Bootsymbol "žin die Zukunft".
So wäre die Graphik auf der Karte zumindest etwas linearer/"dynamischer" als nur mit punktuellen Standortsymbolen. Man könnte zusehen, wie sich das Netz aufspannt...
Und wenn eines vom Flugzeug überrascht und versenkt wurde würde man das wie die Vorredner schon schrieben erst mitkriegen, wenn es sich nicht mehr meldet...Der Faden wäre gerissen.

übrigens in welchen Interwallen mussten sich die Boote eigentlich damals melden? Ich könnte mir denken, dass die sich zumindest ab `42 beim Anmarsch in ihre überwachungsstreifen mit der Funkerei eher zurückgehalten haben?
Wenn man es als BdU mal genau wissen wollte (zwischen den regelmäßigen? Interwallen), könnte es ja auch die gezielte Aufforderung an ein bestimmtes Boot geben, einen aktuellen Wetterbericht zu senden.
Wobei ich glaube beim Hirschfeld gelesen zu haben, das die einzelnen Kaleuns so ihre eigene Art hatten, mit den "ždringenden" Standortmeldungen vom BdU umzugehen...

Wünsche dir alles gute für dein Projekt, hast ja echt `nen langen Atem http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif
Hast Du eigentlich vor eine Demo rauszubringen?

Grüße,
Glykol02

Tyke_sta
30-07-05, 15:31
Es wurde gemacht. Sogar recht häufig. Wenn man nen Zerstöer gesichtet hat wurde ein FS abgeschickt. Meistens verschlüsselt. Per Enigma verschlüsseln ? Ging relativ schnell, auserdem konnte man in 30 Metern noch Funksprüche senden. Besonderst bei Konvoiangriffen wurde das benutzt. Sonst schaut nocheinmal Das Boot, Von Zerstöer angegriffen. Kommt ein Funkspruch.

Edit: Ja ich glaube alle paar Stunden musste Status berichtet werden, zumindest in den 40zigern. in den 30iger wurde absolute Funkstille befehlt, damit die U-Bootoperationen geheim blieben.

Eh Subwulf wie sieht das aus, wenn die U-Boote kämpfen gibt es da eine Animation ??? Oder kann man eingreifen ?? Damals hat der BDU ja auch den Befehl gegeben das Geleit anzugreiffen.

Subwulf
30-07-05, 20:44
hab mal gelesen dass sie zu beginn des Krieges wie die Wilden gefunkt haben. die unnötigstens dingen, was den einbruch in den code stark erleichert hat. erst gegen ende lernten sie, dass es vielleicht nicht nötig ist jeden Mist zu funken. Kommt die Funkpeilung hinzu, die ja auch zum Ende der Rudelangriffe geführt hat.

@Tobsi44
Also wäre es durchaus realistisch, wenn des öfteren noch Funkmeldungen vor dem Alarmtauchen gesendet werden würde?

Demoversion:
Ja, es wird eine vollwertige Demo geben, mit allem was auch die Vollversion hat. Unterschied: Die Demo ist nur spielbar bis Ende 39 oder what ever. muss mir das noch genau überlegen. Mein Tip: Bei Fertigstellung einfach mal die Demo saugen und dann selbst entscheiden, ob die Voll die rund 22.95 euro wert ist oder nicht.

Subwolves wird ja ein rundenbasiertes Strategiespiel. Rundendauer 12h. Alle 48 h im Schnitt eine Standordmeldung, wäre das realistisch? Klar kann man dann noch selbst einstellen, ob man den Wert ändern will oder nicht. Wieviele h war der historische Leitwert?

U-Boot im Kampf:
Das wird ein besonderes plus an Subwolves: Kommt es zum Kampf kann der Spieler entscheiden, ob er diesen als generierte Missionfile in SH3 durchspielen will oder den Ausgang des Kampfes durch den Computer berechnen lassen möchte.

@Glykol02
Danke für den Glückwunsch.

grüsse Subwulf

Oak_Groove
31-07-05, 05:42
Kann mir eigentlich nur Vorstellen, daß wenn solche Sprüche abgegeben wurden, dies als Kurzsignal (ßß) erfolgt ist. Kurzsignale waren im Kurzsignalheft M.Dv. Nr.96 festgelegt, dieses enthielt über 100 Seiten mit 4er Gruppen allgemeinen Inhalts, von denen jede Gruppe für einen ganzen Satz stand, z.B. aaee für "beabsichtige Durchführung Unternehmung wie vorgesehen". Die Vorschrift legte fest das Kurzsignale für die Operationsgebiete Nord- und Mittelatlantik nicht mehr als 11 bis höchstens 15 Buchstaben umfassen
dürften, d.h. Einleitungszeichen (ßß), nicht verschlüsselte dreistellige Kenngruppe, eine bis höchstens zwei verschlüsselte (vierstellige) Kurzsignalgruppen und die verschlüsselte Unterschrift.
Das abgabefertige Kurzsignal sah etwa so aus:
ßß
cfk (unverschlüsselte Kenngruppe)
JRTB|
HKAD|- Signalgruppen u.Unterschrift
SB |

im Klartext z.B.
2017/2
JRTB Mein StO ist Qu AM 26
HKAD Habe noch Brennstoff an Bord 100 Tonnen
SB U 353

Das Gebetempo der Funker lag im Einsatz im Schnitt bei 60 bis 70 Zeichen pro Minute. Die Verschlüsselung einer oder zwei Kurzsignalgruppen plus Unterschrift dürfte nicht lange gedauert haben. Die eigentliche übermittlung sollte in 12 bis 15 Sekunden erfolgt sein.

Vielleicht ist es einen Versuch Wert beim Public Record Office (PRO) in Kew, London anzufragen. Dort wird die weltweit größte Sammlung des von den allierten aufgefangenen und entschlüsselten U-Boot Funkverkehrs aufbewahrt. Eine bessere Quelle für den deutschen U-Boot Funk gibts wohl kaum.