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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gibt es Strafen für Versenken von Lazarett Schiffen



Anakin0173
10-09-06, 14:55
Ahoi,

ich spiele Sh3 mit der aktuellen WaraceCampain 1.92. Bin August 1940 im PQ AM33 unterwegs und auf der Rückfahrt treffe ich einen Großen Konvoi. Nach Fachmänischer Zerlegung der dicksten Pötte ist ein Aal unter den anvisierten Schiff durchgeschwommen und hat das nächstliegende Ziel ein Lazarett Schiff versenkt.Nun als ich endlich in Lorient einlaufe und mich meiner Ruhmespunkte freue kriege ich entsetzt ein Schock..
4835 Minus Punkte.

Hatte schon mal ein Problem damit gehabt,da hab ich ausversehen ein Irisches Schiff angegriffen als ich in den Naval Basen unterwegs war. Hab davon abgelassen dort rumzuschippern.

werde ich für die Versenkung von Lazarett Schiffen so hoch bestraft?? Weiß jemand da bescheid oder gibt es eine andere Möglichkeiten sowas zu verhindern??

Gruß

OlT z.See

Anakin

Anakin0173
10-09-06, 14:55
Ahoi,

ich spiele Sh3 mit der aktuellen WaraceCampain 1.92. Bin August 1940 im PQ AM33 unterwegs und auf der Rückfahrt treffe ich einen Großen Konvoi. Nach Fachmänischer Zerlegung der dicksten Pötte ist ein Aal unter den anvisierten Schiff durchgeschwommen und hat das nächstliegende Ziel ein Lazarett Schiff versenkt.Nun als ich endlich in Lorient einlaufe und mich meiner Ruhmespunkte freue kriege ich entsetzt ein Schock..
4835 Minus Punkte.

Hatte schon mal ein Problem damit gehabt,da hab ich ausversehen ein Irisches Schiff angegriffen als ich in den Naval Basen unterwegs war. Hab davon abgelassen dort rumzuschippern.

werde ich für die Versenkung von Lazarett Schiffen so hoch bestraft?? Weiß jemand da bescheid oder gibt es eine andere Möglichkeiten sowas zu verhindern??

Gruß

OlT z.See

Anakin

Glykol02
10-09-06, 16:53
Hi Anakin,

~~...die Macht ist stark in dir, fühle es und vertraue darauf!~~
~~...die Antwort auf deine Frage (n) verraten es! Du hast sie schon selbst beantwortet!

---> In Zukunft umsichtig um / unter die Lazarettschiffe zielen und schießen,... NIEMALS, wenn irgend möglich, die Beschädigung / Versenkung einer solchen Einheit in Kauf nehmen,...

Mal ernsthaft, http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif zwar schade um deine Versenkungserfolge am Konvoi, aber ich find`s gut, wenn`s so eine "žmoralische Abwatsche" für die Versenkung von Lazarettschiffen gibt,..., selbst wenn's "žunbeabsichtigt" war...
So was ließ sich selbst damals nicht als "žHeldentat" verkaufen, weder "žin der Heimat" als auch im Ausland. Propagandistisch also ein "žFehlschlag" auf ganzer Linie, daher auch die "ž–Punkte".

Btw, ich bin auch mit WarAce unterwegs, hatte mal einen (begrenzt) vergleichbaren Fall, Juni 1940, Harstad, nödliches Norwegen,...da war auch ein großer Konvoi – allerdings größtenteils Gegnerfahrt "žNull" , da Landungsunternehmen der Alliierten in der Bucht,...habe da auch die dicksten Brocken (mit-) versenkt, - die Luftwaffe hat auch mitgemischt- , aber um das von der Luftwaffe schon rauchig geschmissene Lazarettschiff habe einen Bogen gemacht,...

- http://forums.ubi.com/images/smilies/10.gif stand aber auch in irgend` ner readme, dass man es lassen sollte, Lazarettschiffe zu versenken,... Da hat man dann nämlich den Salat, minus- Punkte, mieses Ansehen, moralische Bedenken, usw...

alfudet
11-09-06, 02:34
Bei Abschuss von Neutralen und Lazarettschiffen gibt es Punkteabzug, da Du gegen die Grundregeln der Kriegsführung auf See verstößt.

1. im Game sind Neutrale wirklich als neutral zu betrachten, wobei es im wirklichen Kriegsverlauf nicht zählte sobald Blockadezonen angefahren wurden (z.B. wurden Schwedische Schiffe aufgebracht und auch versenkt).

2. Ein Angriff auf ein Lazarettschiff kommt ein Kriegsverbrechen gleich (bitte keine neue Diskussion, die hatten wir schon), dies galt auch für mit dem Roten Kreuz und "POW" Prisoner of War (hoffe richtig geschrieben) gekennzeichneten Schiffe. Da das nicht oder noch nicht vorhanden ist kannst Du mal das oben genannte Schiff als beide Typen betrachten. Und deswegen gibt es den berechtigten Punkteabzug.

Lavo4kin
11-09-06, 15:35
Seit wann gibts im Krieg "Regeln"? Ist es eine deutsche Nachkriegserfindung? Im Krieg wird der Feind vernichtet, und zwar so viel und so schnell wie nur irgendwie möglich. Nur das zählt.
Und das Wort "Kriegsverbrechen" existiert eh nur im Lexikon deren Länder die den jeweiligen Krieg verlieren. Wenn ihr versteht wie ich´s meine.

AASelle
12-09-06, 02:03
na es gibt durchaus "Kriegsregeln", als die Männer noch wie Männer kämpften, also Auge in Auge......z.B. war der König tot oder die Flagge in den Händen des Feindes, war die Schlacht beendet, guck Dir (noch besser lesen) einmal "Lederstrumpf" an, da ist eine wichtige Situation, bei der eine "ehrenhafte Kapitulation" stattfindet.......aber seitdem kein richtiger Anführer mehr an der Front steht, sondern sich feige in Bunkern verkriecht, wozu noch Regeln, ist ja nur noch Kannonenfutter, das Fußvolk......nun, aber Lazaretteinrichtungen zu vernichten hat nichts mehr mit Krieg zu tun, sondern mit Mord und ist ein Kriegsverbrechen (Genfer Konventionen), egal auf welcher Seite dies geschieht......

U-Flap
12-09-06, 04:16
Na schauts mal was genau heute vor 64 Jahren passiert ist...
http://uboat.net/about/members/ships_demo.html?shipID=2157
1.658 Tote... http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_frown.gif

alfudet
12-09-06, 05:46
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><div class="ip-ubbcode-quote-title">quote:</div><div class="ip-ubbcode-quote-content">Originally posted by U-Flap:
Na schauts mal was genau heute vor 64 Jahren passiert ist...
http://uboat.net/about/members/ships_demo.html?shipID=2157
1.658 Tote... http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_frown.gif </div></BLOCKQUOTE>

Zum Verständnis worum es genau geht:

Der Laconia-Befehl wurde während des Zweiten Weltkriegs von Admiral Karl Dönitz erteilt und trug zu seiner Verurteilung wegen Kriegsverbrechen bei.

Am 12. September 1942 patrouillierte das deutsche U-Boot U 156 vor der westafrikanischen Küste zwischen Liberia und Ascension. Der Kommandant, Korvettenkapitän Werner Hartenstein, entdeckte ein großes britisches Passagierschiff und griff an.

Das Passagierschiff, das den Namen Laconia trug, übermittelte die folgende Nachricht:

SSS SSS 0434 South / 1125 West Laconia torpedoed
(Achtung von U-Boot angegriffen, geographische Lage, Laconia torpediert).
Als das Schiff zu sinken begann, ließ Hartenstein sein Boot auftauchen, da er hoffte, die leitenden Schiffsoffiziere gefangen nehmen zu können. Dabei sah er mehr als zweitausend Menschen im Wasser um ihr Leben kämpfen. Die 20.000 Tonnen große Laconia hatte nicht nur die reguläre Besatzung von 136 Mann, sondern auch 80 Zivilisten, Militärmaterial, 268 britische Soldaten, sowie etwa 1.800 italienische Kriegsgefangene und als deren Bewachung 160 polnische Soldaten an Bord gehabt.

Hartenstein begann sofort mit Rettungsmaßnahmen. Die Laconia sank um 23:23 Uhr. Um 1:25 Uhr am 13. September sendete Hartenstein eine verschlüsselte Radionachricht an den Befehlshaber der Unterseeboote, in der er über die Situation informierte. Die Nachricht lautete:

"žVersenkt von Hartenstein Brite "Laconia". Marinequadrat FF 7721 310 Grad. Leider mit 1500 italienischen Kriegsgefangenen. Bisher 90 gefischt. 157 cbm. 19 Aale, Passat 3, erbitte Befehle."
(cbm. stand für die Menge des restlichen Treibstoffes, Aale für die verbliebenen Torpedos.)
Admiral Dönitz beorderte umgehend zwei andere U-Boote zur Untergangsstelle. Bald waren auf und unter Deck von U 156 fast zweihundert überlebende, einschließlich fünf Frauen, weitere zweihundert waren an Bord von vier Rettungsbooten in Schlepp. Um 6:00 Uhr sandte Hartenstein eine Nachricht auf englisch an alle, die sich in der Gegend auf See befanden, in der er seine Position angab und Hilfe anforderte und versprach, nicht anzugreifen. Die Nachricht lautete:

"žIf any ship will assist the ship-wrecked "Laconia" crew, I will not attack providing I am not being attacked by ship or air forces. I picked up 193 men. 4, 53 South, 11, 26 West. "” German submarine."
(Sollte irgendein Schiff der havarierten Laconia-Besatzung helfen, werde ich nicht angreifen, so lange ich nicht von Schiffen oder aus der Luft angegriffen werde. Ich habe 193 Männer aufgenommen. Geographische Lage "” Deutsches Unterseeboot)
U 156 blieb während der nächsten zweieinhalb Tage an der gleichen Stelle an der Wasseroberfläche. Um 11:30 Uhr am 15. September stießen U 506, Kapitänleutnant Erich Würdemann, und einige Stunden später U 507, Korvettenkapitän Harro Schacht, sowie das italienische U-Boot Cappellini dazu. Die vier U-Boote mit Rettungsbooten in Schlepp und hunderten überlebenden an Deck fuhren in Richtung der afrikanischen Küste zu einem Treffen mit Kriegsschiffen der französischen Vichy-Flotte, die von Senegal und Dahomey gestartet waren.

Am Morgen des 16. September wurden die vier U-Boote mit Rot-Kreuz-Flaggen an Deck um 11:25 Uhr von einem amerikanischen Bomber vom Typ B-24 Liberator entdeckt. Hartenstein signalisierte dem Piloten, dass er Hilfe benötige. Leutnant James D. Harden, United States Army Air Forces, drehte ab und teilte seinem Luftwaffenstützpunkt auf der Insel Ascension die Situation mit. Der diensthabende Offizier, Hauptmann Robert C. Richardson III, antwortete mit der Order "žSink sub." (U-Boot versenken).

Harden flog zurück zur Szene der Rettungsversuche und um 12:32 Uhr griff er mit Bomben und Luft-Wasser-Torpedos an. Eins der Rettungsboote in Schlepp hinter U 156 wurde getroffen, andere streiften das Boot selbst. Hartenstein kappte die Leinen zu den anderen Rettungsbooten und wies die überlebenden an Deck an, ins Wasser zu springen. Die U-Boote tauchten ab und entkamen. Viele hundert Laconia-überlebende ertranken, aber französische Schiffe konnten noch am gleichen Tag noch etwa tausend weitere überlebende retten. Insgesamt überlebten etwa 1.500 Passagiere. Ein englischer Seemann, Tony Large, hielt vierzig Tage in einem offenen Rettungsboot aus, bevor er aufgenommen wurde.

Der Laconia-Vorfall hatte weit reichende Konsequenzen. Bis dahin kam es vor, dass U-Boote überlebende von torpedierten Schiffen mit Verpflegung, Trinkwasser und Richtungsangaben zur nächsten Küste halfen. Da ein U-Boot auch unter Rot-Kreuz-Flagge ein Militärschiff bleibt und als solches angegriffen werden konnte, verbot Dönitz Rettungsaktionen für die Zukunft. überlebende von versenkten Schiffen sollten dementsprechend dem Meer überlassen werden.

Dönitz' Laconia-Befehl trug 1946 zu seiner Verurteilung wegen Kriegsverbrechen im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher bei, obwohl Admiral Chester Nimitz aussagte, amerikanische Unterseeboote im Pazifik hätten unter den gleichen Anweisungen operiert. Dönitz wurde zu 11 Jahren und 6 Monaten Gefängnis verurteilt; er verbüßte davon mehr als 10 Jahre im Kriegsverbrechergefängnis Berlin-Spandau.


Der Wortlaut des Laconia-Befehls:

1. Jegliche Rettungsversuche von Angehöigen versenkter Schiffe, also auch das Auffischen Schwimmender und Anbordgabe auf Rettungsboote, Aufrichten gekenterter Rettungsboote, Abgabe von Nahrungsmitteln und Wasser haben zu unterbleiben. Rettung widerspricht den primitivsten Forderungen der Kriegsführung nach Vernichtung feindlicher Schiffe und deren Besatzungen.

2. Die Befehle über das Mitbringen von Kapitänen und Chefingenieuren bleiben bestehen.

3. Schiffbrüchige nur dann retten, wenn ihre Aussagen für das Boot von Wichtigkeit sind.

U-Flap
12-09-06, 06:33
Du hast noch was beim "Laconia-Befehl" vergessen...

Punkt 4)
Bleibt hart. Denkt daran, das der Gegner bei seinen Bombenangriffen auf deutsche Städte keine Rücksicht auf Frauen und Kinder nimmt!

Ich hoffe jeder der sich für U-Boote interessiert kennt diesen Vorfall.

Anakin0173
12-09-06, 10:58
Vielen Dank für die Schnelle Hilfe und für die kleine Geschichtsstunde.

Gruß

Ani..