PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Brauche Links und Infos zur Rolle der Wehrmacht im Nationalsozialismus



JG301_Bandit
29-06-05, 16:44
Habe in zwei Tagen eine mündliche Prüfung zu diesem Thema...
Da die Zeit drängt bitte nur wirklich gute Links schicken, da ich keine Zeit mehr habe die enorme Datenmasse zu filtern.
Ihr könnt mir auch gern noch ein paar Stickwortartige Tipps geben nach denen ich mich umsehen sollte... http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif

Vielen Dank und allseits gute Jagd!

Bandit

JG301_Bandit
29-06-05, 16:44
Habe in zwei Tagen eine mündliche Prüfung zu diesem Thema...
Da die Zeit drängt bitte nur wirklich gute Links schicken, da ich keine Zeit mehr habe die enorme Datenmasse zu filtern.
Ihr könnt mir auch gern noch ein paar Stickwortartige Tipps geben nach denen ich mich umsehen sollte... http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif

Vielen Dank und allseits gute Jagd!

Bandit

plumps_
29-06-05, 18:40
Hm, jetzt schon seit zwei Stunden keine Antwort von den Experten, da muss ich wohl wieder mit meinem Halbwissen kommen.

Das erste Stichwort, das mir einfällt, ist "Rüstungskonjunktur". Ein zentrales Thema, da mit dem Aufbau (u. a.) der Wehrmacht Arbeit und relativer Wohlstand in der Wirtschaftskrise geschaffen wurde, der aber nicht bezahlt war. Die Rechnung musste die Wehrmacht selber über die Eroberungszüge einlösen.


Hier mal der Eintrag zur Wehrmacht aus der MS Encarta 2003, ich denke, das gibt schon einen guten Einblick zum Thema. Es wird klar, dass die Wehrmacht von den Nazis gegründet und aufgebaut wurde und ihnen als bedeutendes Werkzeug zur Umsetzung ihrer Politik diente.

<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><div class="ip-ubbcode-quote-title">quote:</div><div class="ip-ubbcode-quote-content">
Wehrmacht, mit dem Gesetz über den Aufbau der deutschen Wehrmacht vom 16. März 1935 offiziell eingeführte Bezeichnung für die zuvor Reichswehr genannten Streitkräfte des Deutschen Reiches.

Die Wehrmacht war in Heer, Kriegsmarine und Luftwaffe unterteilt. Zu Beginn des 2. Weltkrieges 1939 hatte die Wehrmacht eine Gesamtstärke von 3,2 Millionen Mann (Heer: 2,75 Millionen, Kriegsmarine: 50 000 Mann, Luftwaffe: 400 000 Mann), Mitte 1943 erreichte sie mit über 11 Millionen Mann ihren personellen Höchststand, und bis Anfang 1945 sank ihr Personalstand auf 8 Millionen ab.

Der Oberste Befehlshaber der Reichswehr bzw. Wehrmacht war seit dem 2. August 1934 Adolf Hitler. Ihm unmittelbar unterstellt war Reichskriegsminister Werner von Blomberg als Oberbefehlshaber der gesamten Wehrmacht, Oberbefehlshaber der einzelnen Wehrmachtsteile waren Werner von Fritsch (Heer), Erich Raeder (Kriegsmarine) und Hermann Göing (Luftwaffe). Für jeden der drei Wehrmachtsteile wurde ein "žOberkommando" (Heer: OKH; Kriegsmarine: OKM; Lufwaffe: OKL) als oberste Befehls- und Verwaltungsbehöde eingerichtet. Nach dem Sturz Blombergs und Fritschs während der so genannten Blomberg-Fritsch-Krise übernahm Hitler am 4. Februar 1938 selbst den unmittelbaren Oberbefehl über die Wehrmacht; neuer Oberbefehlshaber des Heeres wurde Walther von Brauchitsch. Als oberste Wehrmachtsbehöde schuf sich Hitler das "žOberkommando der Wehrmacht" (OKW), zu dessen Chef er Wilhelm Keitel berief. Durch den Personalwechsel in der Führungsschicht und durch die übernahme der unmittelbaren Befehlsgewalt durch Hitler war die Wehrmacht zu einem zentralen, von Hitler abhängigen Instrument der nationalsozialistischen Expansionspolitik geworden. Nachdem Brauchitsch wegen zunehmender Differenzen mit Hitler am 19. Dezember 1941 seinen Abschied genommen hatte, übernahm Hitler auch den Oberbefehl über das Heer. Am 31. Januar 1943 wurde Raeder, ebenfalls wegen unüberbrückbarer Differenzen, entlassen und durch Karl Dönitz ersetzt. Und unmittelbar vor Kriegsende, am 23. April 1945, wurde auch Göing entlassen und im Oberkommando der Luftwaffe durch den Ritter von Greim abgelöst.

Das Offizierskorps, aber auch die Mannschaften waren in hohem Maß der autoritären, antidemokratischen Tradition des Kaiserreiches verhaftet. Von Beginn des NS-Regimes an passte sich die Reichswehr bzw. Wehrmacht mehr und mehr dem nationalsozialistischen Staat an und ordnete sich ihm unter, gefödert sowohl von einem großen Teil der militärischen Führungsriege, als auch durch den seit 1934 auf Hitler persönlich zu leistenden Eid. Grundlage dieser Anpassung war ein von vornherein zwischen Wehrmacht und Hitler bestehendes Einvernehmen in verschiedenen zentralen Punkten, wie in Fragen der Weltanschauung, der Aufrüstung und der Etablierung der Wehrmacht als der alleinigen "žWaffenträgerin der Nation". Letzteres wurde u. a. durch die Ausschaltung der als Konkurrenz empfundenen SA im Rahmen des blutig inszenierten Röhm-Putsches 1934 in die Wege geleitet.

Nach verdeckten Aufrüstungen und Heeresvergrößerungen in den Jahren 1933 und 1934 wurde die Wehrmacht seit dem 16. März 1935 unter Verletzung des Versailler Vertrags, der die deutschen Streitkräfte auf 100 000 Mann Landheer und 15 000 Mann Marine reduziert hatte, offen materiell und personell massiv aufgerüstet; zugleich wurde die im Versailler Vertrag untersagte Wehrpflicht wieder eingeführt. Erklärtes Ziel Hitlers war es, die Wehrmacht "žkriegsfähig" zu machen. Ab Kriegsbeginn 1939 bis zur endgültigen Niederlage 1945 wurde der größte Teil der männlichen Bevölkerung zwangsrekrutiert, was im letzten Kriegsjahr in Kinder- und Greisenbataillone mündete (so genanntes "žletztes Aufgebot", offiziell "žVolkssturm", im Volksmund auch "žKanonenfutter" genannt).

Die unselige, kriegs- und völkerrechtswidrige Rolle der Wehrmacht bei der Umsetzung des nationalsozialistischen Eroberungs- und Vernichtungskrieges ist unter Historikern unstrittig. So waren Wehrmachtsangehöige in den besetzten Gebieten regelmäßig an Massenerschießungskommandos und systematischen Misshandlungen insbesondere der Zivilbevölkerung beteiligt (in der Regel im Zusammenspiel mit der SS, dem SD und der Gestapo). Außerdem beteiligte sich die Wehrmacht im großen Stil an der Deportation von Juden, Sinti und Roma und politischen Oppositionellen aus den besetzten Gebieten in die Konzentrations- und Vernichtungslager.

In Anbetracht der immer unmenschlicher werdenden Verhältnisse an der so genannten Ostfront und der bereits absehbaren militärischen Niederlage bildeten sich zunehmend auch in Offizierskreisen Widerstandsgruppen, aus deren Reihen schließlich das erfolglose Attentat am 20. Juli 1944 auf Hitler verübt wurde. Zugleich propagierte die Wehrmachtsführung unter Hitler und Dönitz einen eisernen Durchhaltewillen, der den längst aussichtslos gewordenen Krieg unter hohen Menschenverlusten auf beiden Seiten unnötig in die Länge zog.

Nach Kriegsende 1945 beriefen sich die ehemaligen Angehöigen der aufgelösten Wehrmacht vielfach darauf, lediglich als Befehlsempfänger an normalen Kriegshandlungen beteiligt gewesen zu sein. Die Angehöigen des Oberkommandos der Wehrmacht, Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel und Generaloberst Alfred Jodl wurden in den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen zum Tode verurteilt und hingerichtet. Die Tatsache, dass die Mehrzahl der ehemaligen Wehrmachtsangehöigen, vor allem der unteren Dienstgrade, nicht belangt wurde, diente in der politischen Diskussion der bundesrepublikanischen Öffentlichkeit interessierten Kreisen als Bestätigung der (inzwischen längst widerlegten) These einer "žsauberen" Wehrmacht.

Die Bundeswehr hat sich in einem Grundsatzpapier zur Traditionspflege ausdrücklich von der Wehrmacht distanziert.

Anfang 1997 kam es zu einer heftigen Kontroverse über die Rolle der Wehrmacht im 2. Weltkrieg bzw. im Nationalsozialismus. Anlass dafür war die Wanderausstellung "žVernichtungskrieg – Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944" des Hamburger Instituts für Sozialforschung von Jan Philipp Reemtsma. Die Ausstellung dokumentierte das blutige Vorgehen der Wehrmacht in den eroberten Gebieten und im Rahmen des Holocaust.


Microsoft ® Encarta ® Enzyklopädie 2003. © 1993-2002 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. </div></BLOCKQUOTE>

Bldrk
29-06-05, 19:30
Wehrmacht? Ähm, da hab ich keine Ahnung.

aber hier mal ein Resumee aus meinem Gedächnis (da fallen mir zwei ganz wichtige Punkte auf; aufsteigend gute und absinkend schlechte Zeiten der Whrmacht mit der NS-Regierung):

Röm, einziger Mensch, den Hitler Dutst und alter Parteifreund, Chef der SA wollte nach Machtergreifung 33 eine Vortsetzung der "Revolution". Kurz Röm war mehr auf der Sozialen Schiene (verstaatlichung von Kaufhäusern...&gt;web). Doch Hitler konnte das nicht tollerieren, da Hitler neue "Freunde" hatte: Rüstung/Großkonzerne, denen er Aufträge und Einsatz versprochen hat und die Wehrmacht! Der Wehrmacht war die SA ein Dorn im Auge, da die Jungs vom Schlägertrup auch bewaffnet sein sollen und zukünftig eine Erweiterung des Aufgabenfeldes bekommen soll (glaub innerhalb und außerhalb Deutschlands, bin mir nicht sicher&gt; web). Drum hat er Röm (u.a.) im Sommer34 beseitigt und als schwulen Verräter öffentlich "entlarvt" (&gt;web), da er in einem Briefwechsel zu Fortsetzung der "Revolution" *..entweder mit oder ohne Hitler fortsetzen...* wolle-&gt; also potentieller Feind H. (&gt;web). Danach herabstufung der SA zu einem Schatten seiner selbst (als wärs toll, was die gemacht hätten) und erstellung einer neuen Truppe, der SS (aufstiegsorientiert, besser ausgestattet, etc &gt;web) und Vereidigung auch der Wehrmacht(wenn ich da mal nicht falsch liege, aber &gt;web) durch eine neue Eidsformel (auf Hitler).

So erstmal Wehrmacht glücklich, Hitler glücklich (Brandgesetzt&gt;web, Gesetzt zur Befreiung des Volkes vor Not oder so ähnlich, naja, zumindest hat er sich somit die totale Macht geholt, nachdem sie den Reichstag angezündet haben, die Schuld nem holländischen Juden zugeschoben habe, Hindenburg den Notstand ausgerufen hat,die Grundgesetze gefallen sind, Hitler noch mher macht hatte, neues Gesetz verkündet hat, womit er ohne den Reichstag Gesetze so viel er wollte verabschieden konnte...blabla, &gt;web), Industrie glücklich.

Dann Krieg. Dann Wehrmacht unglücklich über inkompetenz und Gößenwahn Hitlers (&gt;web) (so ab 43 stark spürbare Unzufriedenheit[?]). Die führende Köpfe der Wehrmacht waren zwar mit der Staatsform zufrieden, nicht aber mit Hitler. Plan zur Beseitigung Hitlers. Nach Beseitigung Krieg beenden oder Friedensverhandlungen, danach Entschädigung der NS-Opfer, inklusive der Juden (glaub ich), teilweise zurückerlangung der Rechte blabla....(&gt;web). 20.Juli44 Attentatversuch (zumindest der von den ~40 Stück, der fast geklappt hätte). Hitler nicht tot, da dicker deutscher Eichentisch Alf geschützt hat, andere Generäle in der Wolfschanze aber tot. Nur Hose von Hitler kaput- öffentliche Demütigung der Attentäter durch Banalisierung des Mordversuchs, dass er den Verlust seiner Hose bedauere&gt; für Bevölkerung wirkt er unantastbar, etc (&gt;web). Verdächtige und Familien (sippenhaft &gt;web) werden inhaftiert oder sofort erschossen. Ab 20.07.44 war der Hitlergruß (zumindest bei der LW so viel ich weiss) in der Whrmacht pflicht und einige andere fieser Nummern durch infiltrierung von Parteitreuen (oder wie die auch immer hießen) in der Truppe (zumnindest bei der LW) , blabla (&gt;web)
Erfolg der Operation von Anfang an fraglich, da die Staatsform erhalten geblieben wäre, also Wehrmacht mit NS zufrieden (?), zudem war die Operation schlecht vorbereitet...(&gt;web).
Danach wurde leider nix mehr unternommen.

Also Du musst Dich sehr gut informieren, da ich nicht sicher bin, ob das so stimmt, wies hier steht. Zudem muss das was Du sagst absolut Wasserdicht sein, da es ein heikles Thema ist. Also musst Du ziemlich weit ausholen und Details wissen (nicht unbedingt vortragen, aber Abfragesicher wissen).

Kaum zu glauben, dass ich mit Geschichte vor 11 Monaten mein Abitur gerettet hab, so wenig und lückenhaft, wie ich noch weiss... http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_eek.gif http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif


Also Die Arbeit kann Dir hier niemand abnehmen, aber nimm das hier mal als groben vademecum und recherchiere selbst!!!

CORTO.M
30-06-05, 03:16
Buchempfehlung zur Rolle der Wehrmacht im Nationalsozialismus.

http://images-eu.amazon.com/images/P/3596156459.03.LZZZZZZZ.jpg

Kurzbeschreibung
Die Wehrmacht hat von 1941 bis 1944 einen Vernichtungskrieg geführt. Warum sind die Generäle Hitler hierbei gefolgt? Der Autor zeigt als Erster, dass antirussische und antisemitische Feindbilder im Militär Tradition hatten. Ohne die Verherrlichung von Krieg und Gewalt, ohne die traditionsreiche Missachtung des Kriegsvölkerrechts hätte der Krieg im Osten so nicht geführt werden können. Nach 1945 wurde daraus die Legende von der sauberen Wehrmacht gestrickt.


IMHO gibt das Buch eine ziemlich gute übersicht zum Thema.

Bldrk
30-06-05, 03:45
Toucher! Das ist auch noch ein wichtiger Punkt, Corto!

CTO88
30-06-05, 05:26
Manstein und Nationalsozialismus

http://www.historisches-centrum.de/forum/schroeders04-2.html

über Paul Carell
http://www.historisches-centrum.de/forum/benz04-2.html

CTO88
30-06-05, 05:28
Hier kannst du Fragen stellen falls vorhanden:
http://www.nfhdata.de/cgi-local/frame/indexpage.pl?http...how_topics&forum=114 (http://www.nfhdata.de/cgi-local/frame/indexpage.pl?http://www.nfhdata.de/premium/newsboard2/dcboard.php?az=show_topics&amp;forum=114)

Genius85
30-06-05, 06:06
Verbrechen der Wehrmacht (aus Wikipedia):

http://de.wikipedia.org/wiki/Verbrechen_der_Wehrmacht



Verbrechen der Wehrmacht
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Verbrechen der Wehrmacht bezeichnet die Beteiligung der Deutschen Wehrmacht an den Verbrechen des NS-Regimes. Diese Verstrickung betraf erhebliche Teile der Wehrmachtsführung und der Generalität sowie einer unbekannten Zahl einzelner Soldaten.

Inhaltsverzeichnis
1 Die Wehrmacht als Teil des NS-Regimes

1.1 Der Kommissarbefehl
1.2 Behandlung sowjetischer Kriegsgefangener und der Zivilbevölkerung in den besetzten Gebieten
1.3 Beteiligung der Wehrmacht an der so genannten Endlösung
1.4 Zahlen


2 Rezeption des Verhaltens der Wehrmacht

3 Literatur


Die Wehrmacht als Teil des NS-Regimes
Die von Wehrmachtsangehöigen verübten Kriegsverbrechen waren großenteils Bestandteil der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik und Rassenideologie. Das Oberkommando der Wehrmacht, der Wehrmachtführungsstab sowie einzelne Generale wie Reichenau, Manstein u.a. waren für die propagandistische Indoktrination der Truppenkommandeure zuständig und daher für deren Taten verantwortlich. Das entband die Ausführenden, soweit es um Verbrechen ging, allerdings nicht von deren eigener Verantwortung. Durch das Militärstrafgesetzbuch (MStGB), die Kriegsstrafrechtsverordnung (KStVO) und die Kriegssonderstrafrechtsverordnung (KSSVO) waren Vergehen gegen die "Manneszucht", das heißt insbesondere Plünderung und übergriffe gegen die Zivilbevölkerung mit schweren Strafen (Festungshaft oder Todesstrafe) bewehrt. Auch nach geltendem Recht waren die Verbrechen, in die Wehrmachtangehöige verwickelt waren, strafbar. Allerdings wurden diese Gesetze in ganz wesentlichem Umfang praktisch außer Kraft gesetzt, wie unten anhand des so genannten Kriegsgerichtsbarkeitserlasses ausgeführt ist.

Verbrechen von Wehrmachtsangehöigen gab es vor allem an der Ostfront. Die Wehrmacht war an folgenden Verbrechen beteiligt:

Massakern und Massenerschießungen wie in Babi Jar,
völkerrechtswidrige Behandlung von sowjetischen Kriegsgefangenen,
völkerrechtswidrige Erschießungen von Angehöigen der sowjetischen Streitkräfte,
teilweise Zusammenarbeit mit SS-Einsatzgruppen bei der Judenvernichtung und bei Massenmorden.

Der Kommissarbefehl
Sowjetische Kommissare (höhere Offiziere bzw. Parteifunktionäre) wurden aufgrund des so genannten Kommissarbefehls vom 6. Juni 1941 widerrechtlich hingerichtet. Den Befehl hatte General Walter Warlimont im Auftrag des Chefs des Oberkommandos der Wehrmacht unterzeichnet: Er erklärte, dass "žim Kampf gegen den Bolschewismus (...) insbesondere gegenüber den politischen Kommissaren (...) eine Schonung und völkerrechtliche Rücksichtnahme (...) falsch ist (...) Sie sind daher, wenn im Kampf oder Widerstand ergriffen, grundsätzlich sofort mit der Waffe zu erledigen." Wieweit der Kommissarbefehl zur Anwendung kam, wird unten erläutert.



Behandlung sowjetischer Kriegsgefangener und der Zivilbevölkerung in den besetzten Gebieten
Adolf Hitler hatte bereits im Vorfeld des Angriffs auf die Sowjetunion in einem Vortrag am 30. März 1941 vor etwa 250 Generälen der Wehrmacht den kommenden Krieg als "žKampf zweier Weltanschauungen" bezeichnet und verlangt, "žvon dem Standpunkt des soldatischen Kameradentums abzurücken". Demgemäß sah der im Auftrag Hitlers von Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel unterzeichnete so genannte Kriegsgerichtsbarkeitserlass vom 14. Mai 1941 vor, dass

Straftaten feindlicher Zivilpersonen der Zuständigkeit der Kriegsgerichte und Standgerichte bis auf weiteres entzogen wurden,
Freischärler "ždurch die Truppe im Kampf oder auf der Flucht schonungslos zu erledigen sind",
auch "alle anderen Angriffe feindlicher Zivilpersonen (...) auf der Stelle mit den äußersten Mitteln bis zur Vernichtung des Angreifers niederzumachen sind"
es "žausdrücklich verboten wird, verdächtige Täter zu verwahren, um sie (...) an die Gerichte weiterzugeben".
Zur Absicherung der Täter sah der Erlass vor, dass für "žHandlungen, die Angehöige der Wehrmacht (...) gegen feindliche Zivilpersonen begehen, kein Verfolgungszwang besteht, auch dann nicht, wenn die Tat zugleich ein militärisches Verbrechen (...) ist". Generalleutnant Hermann Reincke - ihm unterstand die Abteilung Kriegsgefangene im OKW - erläuterte dies für seinen Bereich in einem Grundsatzbefehl vom 8. September 1941 dahingehend, dass der "žWaffengebrauch gegenüber sowjetischen Kriegsgefangenen in der Regel als rechtmäßig gilt".

Hermann Göing erklärte am 16. September 1941: "bei der Verpflegung der bolschewistischen Gefangenen sind wir im Gegensatz zur Verpflegung anderer Gefangener an keine internationalen Verpflichtungen gebunden." Letzteres ist unrichtig, weil Artikel 82 des Genfer Abkommens von 1929, das auch Deutschland unterzeichnet hatte, bestimmte, dass seine Regeln auch dann galten, wenn einer der Kriegsführenden - wie im Fall der Sowjetunion - nicht Vertragspartei war.Göing fuhr fort: "Ihre Verpflegung kann sich daher nur nach den Arbeitsleistungen für uns richten." In einer Besprechung der Chefs des Generalstabs der 18. Armee am 13. November 1941 wurde daraus die Konsequenz gezogen: "žNichtarbeitende Kriegsgefangene in den Gefangenenlagern haben zu verhungern."

Durch Wehrmachtssoldaten wurden Vergewaltigungen und Plünderungen und Zerstöungen von Wohnhäusern, zivilen Gebäuden und Kirchen durchgeführt, was nach dem geltenden Wehrmachtsstrafrecht strafbar war. Gegen diese Taten wurde kriegsrechtlich vorgegangen. Zwischen 1939 und 1945 wurden 84356 Gefängnisstrafen über einem Jahr von der Wehrmachtjustiz verhängt, auch gegen Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung (Seidler 1996:379).

Für die Wehrmachtssoldaten wurden in den annektierten Gebieten Frauen und Mädchen gezwungen, in Wehrmachtsbordellen als Zwangsprostituierte zu arbeiten, was der Praxis von Zwangsbordellen in den Konzentrationslagern entsprach. Wenn die Frauen dabei erkrankten, wurden sie zumeist erschossen. Entschädigungen haben die Zwangsprostituierten im Gegensatz zu den Zwangsarbeitern bisher noch nicht erhalten; zudem wird dieser Opferkreis in der deutschen Öffentlichkeit nur selten erwähnt.

Da sie unter britischen Schutz standen, wurden jüdische polnische Offiziere nicht in die Tötungsmaschinerie der Nazis eingebunden (Müller 2005:228).


Beteiligung der Wehrmacht an der so genannten Endlösung
Eine wichtige Etappe auf dem Weg zur so genannten Endlösung ist ein dritter Erlass. Am 17. Juli 1941 ordnete die Abteilung Kriegsgefangene im Oberkommando der Wehrmacht nach einer Vereinbarung mit Reinhard Heydrichs Reichssicherheitshauptamt die Auslieferung von "žpolitisch untragbaren" Gefangenen an Einsatzkommandos der Sicherheitspolizei und des SD an. Nach den Ausführungsrichtlinien Heydrichs vom selben Tage waren mit "žpolitisch untragbaren Gefangenen" die bedeutenden Funktionäre des Staates, die leitenden Persönlichkeiten der Zentral- und Mittelinstanzen bei den staatlichen Behöden, die führenden Persönlichkeiten des Wirtschaftslebens, die "žsowjetischen Intelligenzler" und alle Juden gemeint.

Zur psychologischen Erleichterung für die Soldaten und Föderung der Massenmorde und Verbrechen an Zivilisten und Juden wurden Juden und Partisanen gleichgesetzt. Typisch hierfür ist ein Befehl von Generalfeldmarschall Walter von Reichenau vom 10. Oktober 1941, wonach "žder Soldat für die Notwendigkeit der harten aber gerechten Sühne am jüdischen Untermenschentum volles Verständnis haben muss, da Erhebungen im Rücken der Wehrmacht (...) erfahrungsgemäß stets von Juden angezettelt wurden.(...) Immer noch werden heimtückische, grausame Partisanen und entartete Weiber zu Kriegsgefangenen gemacht (...) und wie anständige Soldaten behandelt und in die Gefangenenlager abgeführt. (...) Ein solches Verhalten der Truppe ist nur noch durch völlige Gedankenlosigkeit zu erklären.". Poeppel (s.Literaturverzeichnis), ein Kritiker der so genannten Wehrmachtsausstellung, will damit darlegen, dass die Fronttruppe Zivilpersonen in aller Regel entsprechend dem Erlaubten behandelte und planmäßige übergriffe und Kriegsverbrechen die Ausnahme waren.

(Damals) General Erich von Manstein bezeichnete in einem Befehl vom 20. November 1941 "ždas Judentum als den Mittelsmann zwischen dem Feind im Rücken und den noch kämpfenden Resten der Roten Wehrmacht und der Roten Führung (...) Das jüdisch-bolschewistische System muss ein für alle mal ausgerottet werden.".

Generaloberst Hermann Hoth formulierte dies in einem Armeebefehl der 17. Armee vom 17. November 1941 wie folgt: "žEs ist die gleiche jüdische Menschenklasse (...). Ihre Ausrottung ist ein Gebot der Selbsterhaltung".

Kein Soldat der Wehrmacht wurde zur Teilnahme an entsprechenden Vernichtungsaktionen gezwungen, bei lautstarken Protesten höherer Offiziere war dagegen eine Ablösung die Regel (so der Oberbefehlshaber Ost Generaloberst Johannes Blaskowitz, als er gegen die Behandlung der Zivilbevölkerung und die Judenverfolgung in Polen protestierte).


Zahlen
Während der vorgenannte Kommissarbefehl nach Streit wohl "nur" einige Tausend Opfer verlangte, kostete der letztgenannte Befehl der Auslieferung an den SD etwa 500.000 bis 600.000 Gefangene das Leben.

Insgesamt fielen nach einer Schätzung von Christian Streit 3,3 Millionen sowjetische Kriegsgefangene dem einkalkulierten Tod zum Opfer, das sind 57% aller in deutsche Kriegsgefangenschaft geratenen Rotarmisten. Zwei Millionen waren, weil sie gar nicht als Menschen behandelt werden sollten und deshalb auch allenfalls mangelhafte Vorbereitungen für ihre Aufnahme in Lagern getroffen worden waren, bereits vor Frühjahr 1942 tot. Die Todesrate der von der Wehrmacht gefangen genommenen englischen und amerikanischen Soldaten beträgt demgegenüber etwa 3,5 %.

Wilhelm Keitel und die in dem Nürnberger Prozessen mitangeklagten Militärs haben versucht, das Massensterben auf die Unmöglichkeit zurückzuführen, die immensen Gefangenenmassen zu versorgen. Dies wird in der historischen Forschung als unzutreffende Verschleierung gewertet.


Rezeption des Verhaltens der Wehrmacht
Die Wehrmacht konnte sich zunächst vor einer nationalsozialistischen Indoktrination schützen, was auch Mitgliedern der Verschwöung des 20. Juli 1944 Möglichkeiten bot. Doch die SS und die NSDAP versuchten zunehmend, das Militär zu politisieren. Gegen Kriegsende wurden jedem Truppenteil "žNS-Führungsoffiziere" zugeordnet, deren Bedeutung jedoch gering war. Typisch war in der oberen Wehrmachtführung jedoch bis zum Schluss der unpolitische Technokrat, der sich auf sein militärisches Fachgebiet beschränkte und moralische und politische Fragen ignorierte oder verdrängte. Der britische Historiker Christopher Browning hat manche in der Wehrmachtsausstellung als verbrecherisch präsentierte Maßnahmen etwa gegen den serbischen Partisanenkrieg als "žrealitätsnahe" Antwort bezeichnet, um "žeine militärische Katastrophe" zu vermeiden. Auch heute wird das Verhalten von Partisanen (Hinterhalte, Tarnung als Zivilpersonen, Missbrauch von Abzeichen etc.) als völkerrechtswidrig gewertet. "žDie Aufgabe von Berufssoldaten war es, ihr Vaterland gegen Feinde zu verteidigen, es stand ihnen nicht zu, ihr Urteil und ihre Loyalität von der Politik der Regierung abhängig zu machen, die diese Feinde schuf."

In den Nürnberger Prozessen wurde die Wehrmacht trotz ihrer Beteiligung an Kriegsverbrechen nicht zur verbrecherischen Organisation erklärt. Einzelne Offiziere - insbesondere die "Quasi-Generalstabschefs" Wilhelm Keitel und Alfred Jodl - wurden allerdings als Hauptkriegsverbrecher angeklagt, für schuldig befunden und zum Teil hingerichtet.

Die umstrittene Wehrmachtsausstellung des Hamburger Instituts für Sozialforschung dokumentierte für ein breites Publikum, dass auch Wehrmachtssoldaten aktiv an Hinrichtungsaktionen von Zivilisten und Widerstandskämpfern sowie am Völkermord gegen Juden beteiligt gewesen waren. Sie hatten Massengräber ausgehoben sowie Erschießungen und Vergeltungsaktionen an Zivilisten durchgeführt. Diese Ausstellung griff das bis dahin in Deutschland vorherrschende Bild einer 'sauberen', rein auf das militärische beschränkten Wehrmacht an. Jedoch wurden in der ersten Fassung der Ausstellung auch Exponate von Verbrechen gezeigt, die die Wehrmacht nicht begangen hatte. Nach dem Protest eines polnischen und eines ungarischen Historikers wurden die Exponate überprüft und die Ausstellung entsprechend wissenschaftlicher Ansprüche überarbeitet.

Die starre Durchführung von Durchhaltebefehlen (zum Beispiel bei der Schlacht um Stalingrad) kostete vielen deutschen Soldaten vermeidbar das Leben. Generäle, die sich diesen fast immer von Hitler persönlich gegebenen Befehlen widersetzten, wurden meistens abgelöst, aber nicht weiter belangt. Generalfeldmarschall Erwin Rommel schadete demgegenüber sein eigenmächtiges Ausweichen in Afrika 1942 ebenso wenig wie der taktische Rückzug des Waffen-SS-Generalobersten (!) Paul Hausser im Februar/ März 1943 vor der Wiedereinnahme von Charkiw.

Andererseits sind die Ereignisse vom 20. Juli 1944 wesentlich von einigen Angehöigen des Offizierkorps getragen worden. Offiziere wie Stauffenberg hatten zwar zunächst die Machtübernahme der Nazis begrüßt, waren aber unter dem Eindruck der Verbrechen insbesondere im Hinterland der Ostfront zu überzeugten Gegnern des Regimes geworden. Schon vor dem Zweiten Weltkrieg gab es jedoch militärischen Widerstand im Zusammenhang mit der sogenannten Sudetenkrise 1938.


Literatur
Manfred Messerschmidt: Die Wehrmacht im NS-Staat. Zeit der Indoktrination, Hamburg, 1969
Georg Tessin: Deutsche Verbände und Truppen 1918-1939, Osnabrück, 1974
Rudolf Absolon: Die Wehrmacht im Dritten Reich, 1969-1995 (6 Bände)
Rolf-Dieter Müller (Hg.): Die Wehrmacht. Mythos und Realität, München, 1999, ISBN 3-486-56383-1
Hans Adolf Jacobsen: Kommissarbefehl und Massenexekutionen sowjetischer Kriegsgefangener in: Martin Broszat/Hans-Adolf Jacobsen/Helmut Krausnick, Anatomie des SS-Staates, Band 2 ISBN 3-423-02916-1
Christian Streit: Die Behandlung der sowjetischen Kriegsgefangenen und völkerrechtliche Probleme des Krieges gegen die Sowjetunion in: Gerd R. Ueberschär/Wolfram Wette, "Unternehmen Barbarossa". Der deutsche überfal auf die Sowjetunion, 1984, ISBN 3-506-77468-9
Hannes Heer: Stets zu erschiessen sind Frauen, die in der Roten Armee dienen, 1995 ISBN 3-930908-06-9
Martin van Creveld: Kampfkraft.Militärische Organisation und militärische Leistung 1939-1945, Verlag Rombach Freiburg, 1989, ISBN 3-7930-0189-X
Philippe Masson: Die Deutsche Armee. Geschichte der Wehrmacht 1935-1945, 1994/96, ISBN 3-7766-1933-3
Hans Poeppel, W.-K. Prinz v. Preußen, K.-G. v. Hase, Die Soldaten der Wehrmacht, 1998, ISBN 3-77662-057-9
Rolf-Dieter Müller, Der letzte deutsche Krieg 1939-1945, 2005, ISBN 3-608-94133-9

Genius85
30-06-05, 06:09
Kriegsendphasenverbrechen (aus Wikipedia)

http://de.wikipedia.org/wiki/Kriegsendphasenverbrechen


Kriegsendphasenverbrechen
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Gedenkstätte an den Todesmarsch der Häftlinge aus dem KZ Dora-MittelbauVerbrechen in der Endphase des Zweiten Weltkrieges geschahen in vielen Orten Deutschlands, ähnlich wie die Politik der verbrannten Erde beim Rückzug der Wehrmacht.

Die Gestapokommandos und SS-Führungen wurden im Januar 1945 von den Gestapoleitstellen auf Anweisung des Reichsführers SS Heinrich Himmler und des Gestapo-Chefs Heinrich Müller vom Berliner Reichssicherheitshauptamt angewiesen, "umstürzlerische" Betätigung deutscher Linker und ausländischer Arbeiter vorzubeugen. "Die Betreffenden sind zu vernichten", hieß es in Befehlen dazu.

Schon Ende 1941 hatte Hitler im kleinen Kreis gesagt, dass Deutschland im Falle einer Niederlage ruhig untergehen könne. In den darauffolgenden Jahren und besonders Anfang 1945 wiederholte er diese Meinung:"Wenn das deutsche Volk nicht mehr in der Lage ist, sich zu behaupten", kann es ruhig untergehen. Ich "weine dann dem deutschen Volk keine Träne nach". Denn "die Zukunft gehöe dem stärkeren Ostvolk und die Guten seien gefallen". - Diese Ansicht entsprach Hitlers sozialdarwinistischer Ideologie vom Sieg des Starken über das Schwache, wie er schon in seinem Buch "Mein Kampf" geäußert hatte.

So rollten planmäßig folgende Aktionen an:

Standrechtliche Erschießung von etwa 8 000 deutschen Soldaten als "Fahnenflüchtige" in den letzten Kriegsmonaten 1945 (dies auch aus Gründen der Abschreckung der übrigen),
Hinrichtung von KZ-Insassen, die bis dahin der "Vernichtung durch Arbeit" entkommen waren,
Die Todesmärsche aus den Konzentrationslagern in Richtung Westen und Süden (Alpenfestung),
Hinrichtungen in Zuchthäusern,
Ermordung von Kriegsgefangenen.
Dies entsprach dem Nachkriegs- und überlebenskonzept des Nationalsozialismus. Die Befehlshaber, Kommandeure und "Unterführer" wollten den feindlichen Armeen nur "verbrannte Erde" hinterlassen (Politik der Verbrannten Erde). - Außerdem sollten keine Demokraten, Kommunisten, Sozialdemokraten, "widerspenstige" Pfarrer und sonstige Dissidenten übrigbleiben, damit der Neuaufbau schwer fallen sollte. - Auch die Spuren der Nazi-Verbrechen (zum Beispiel die Gaskammern in Auschwitz, die Konzentrationslager im Reich) sollten verwischt werden.

Gestapo-Chef Heinrich Müller : "Wir werden nicht den gleichen Fehler machen, der 1918 begangen wurde; wir werden unsere innerdeutschen Feinde nicht am Leben lassen."


Beispiele
Beispiele für Kriegsendphasenverbrechen in Deutschland sind (alphabetisch nach Ort):

Aschendorfer Moor, Emslandlager, 12. bis 19. April 1945: Im Aschendorfer Moor werden ca. 350 Häftlinge aus den Emslandlagern erschossen.
Berlin, Prinz-Albrecht-Straße und Invalidenstraße, 23. April 1945: 16 Häftlinge des Gefängnisses Lehrter Straße, meist Angehöige des Kreises vom 20. Juli 1944, werden in der Invalidenstraße umgebracht. 28. April 1945: 35 Häftlinge aus dem Gefängnis der Gestapo in der Prinz-Albrecht-Straße werden in einer Ruine an der Puttkamerstraße von der SS ermordet.
Bochum: Opfer einer Verhaftungswelle vom November 1944 werden im Rombergpark/Bittermark (Dortmund) erschossen.
Bremen, Frühjahr 1945: 15 Deportierte aus dem Dorf Meensel-Kiezegem/Belgien kommen im KZ Neuengamme/Nebenlager Bremen-Blumenthal ums Leben. Am 1. August und 11. August 1944 wird das Dorf von SS und belgischen Faschisten überfallen, viele Dorfbewohner werden deportiert, darunter 22 nach Blumenthal zur Zwangsarbeit im Stahlwerk. 61 Einwohner werden ins KZ Neuengamme deportiert. Auf der AG Weser sterben 15 von ihnen. In Bremen gibt es schon im März 1944 Evakuierungslisten der SS, nach denen alle Zwangsarbeiter (nicht nur der KZ-Außenlager) in größere Sammelpunkte getrieben werden sollten, um von dort beim Anrücken der Alliierten in Marsch gesetzt zu werden. Kein Gefangener sollte lebend in die Hände der Befreier fallen. Im ersten Quartal 1945 sind einem Arztbericht vom März 1945 zufolge in den sieben Bremer Neuengamme-Außenkommandos 515 KZ-Häftlinge ums Leben gekommen, verhungert, an Entkräftung verstorben, erfroren, erschlagen, 249 alleine im Kommando Schützenhof namentlich belegt, 55 im Kommando Blumenthal, 203 im Kommando Farge, 68 Tote im Lager Rießpott/Osterort. Bei einem Transport von 100 KZ-Häftlingen am 11. Januar 1945 aus diesem Außenlager kommen drei Häftlinge lebend in Neuengamme an. Der Todesmarsch von 2.500 bis 3.000 Häftlingen beginnt am 9. April 1945 in Farge und führt über Neuengamme an die Lübecker Bucht, wo die überlebenden zusammen mit anderen Opfern der Evakuierungsmärsche auf die "žCap Arcona", "žThielbeck" und "žAthen" verladen werden. (Die Schiffe wurden durch britische Bomben versenkt, die Insassen kamen zumeist ums Leben). Ein Teil der Transportunfähigen wurde im Kriegsgefangenenlager Sandbostel mit Flecktyphus und Ruhr zurückgelassen. Alleine in Brillit (Kreis Rotenburg) wurden über 300 Tote begraben.
Brettheim und Reubach/Hohenloher Ebene (Baden-Württemberg): Drei Bürger des Dorfes Brettheim bei Rothenburg ob der Tauber werden von SS und Wehrmacht unmittelbar vor Kriegsende erhängt. Sie hatten HJ-Mitgliedern, die weiterkämpfen wollten, die Waffen abgenommen.
Celle, 8. April 1945: Während der Bombardierung des Celler Güterbahnhofs befand sich dort auch ein Häftlingstransport. Die flüchtenden überlebenden wurden verfolgt und in einem beispiellosen Akt der Barbarei von SS-Leuten erschossen. Zusätzlich beteiligten sich SA und Polizei, sowie Zivilpersonen an diesem Massaker. Augenzeugen verglichen den Anblick der flüchtenden Häftlinge mit einer Hasenjagd. Daher wird dieses grausige Kapitel der Celler Stadtgeschichte auch als "Celler Hasenjagd" bezeichnet.
Chemnitz, 27. März 1945: Chemnitzer Gestapoleute erschießen im Wald bei Neukirchen sieben aus der Haft geflohene Antifaschisten.
Dortmund, 9. Februar 1945: Eine Verhaftungswelle beginnt; vom 7. März 1945 bis zum 12. April 1945 finden Exekutionen im Rombergpark und in der Bittermark statt. Am 16. März 1945 wird das Arbeitserziehungslager auf dem Gelände des Dortmund-Höder Hüttenvereins aufgelöst. Die Gefangenen werden nach Bergen-Belsen gebracht, einige werden in der Bittermark erschossen. Am 12. April 1945 findet die letzte Exekution in Dortmund am Eisenbahngelände beim ev. Friedhof Höde statt. Bis Kriegsende sterben tausende Kriegsgefangene im Stalag VI D, Westfalenhalle. Sie wurden schutzlos den Bombardements ausgesetzt. An diese Verbrechen erinnert das Mahnmal Bittermark.
Düsseldorf, 16. April 1945: Versuch einiger Düsseldorfer Bürger, darunter der stellvertretende Polizeipräsident Franz Jürgens, die Obernazis der Stadt festzusetzen, um Düsseldorf kampflos den amerikanischen Truppen zu übergeben. Der Versuch scheitert. Die Bürger werden - bis auf zwei, die fliehen können - nach Urteil eines Standgerichts und auf Befehl des Gauleiters Florian erschossen. Das Mordurteil des Standgerichts wurde später vom Bundesgerichtshof bestätigt.
Essen, 21. Februar 1945: Die Jüdinnen Klara Adolph und Julie Risse aus Essen werden verhaftet und später in Dortmund umgebracht.
Frankfurt am Main, 23. April 1945: 82 Frauen aus dem Gefängnis Frankfurt am Main werden nach Hirzenhain transportiert und dort von der SS erschossen.
Hagen, Donnerkuhle : An einem Morgen Ende März/Anfang April 1945 wurden zwölf sowjetische Zwangsarbeiter aus dem "žErweiterten Polizeigefängnis" auf dem Gelände der Hasper Klöckner-Werke in Begleitung von Gestapo-Beamten und Klöckner-Werkswachleuten abgeführt und elf von ihnen in einem Waldgelände oberhalb der Dickenbruchstraße am Rand von Bombentrichtern erschossen. Ein Gefangener entfloh.
12. April 1945: Gestapo erschießt in der Donnerkuhle bei Hagen zwölf Gefangene aus Hagener Gefängnissen, es waren acht deutsche und vier sowjetische Gefangene. Unter den deutschen Häftlingen befanden sich zwei "žfahnenflüchtige" Wehrmachtsangehöige, ferner Bürger aus Altena, Düsseldorf, Wermelskirchen und Wuppertal. (aus: "žDer Hagener Gestapoprozeß 1746/1996", Essen 1996).
Hagen-Rummenohl/Sterbeckerhammer, 5. April 1945: 118 Zwangsarbeiter des Stalag VI A Hemer aus Montenegro/Jugoslawien werden auf Befehl des Gauleiters Albert Hoffmann "abgeführt". Ziel (so die Akten im Lüdenscheider Stadtarchiv) "unbekannt". Später gehöen 107 Jugoslawen, die erst kurz zuvor angekommen waren, zu den Mitte April 1945 von den US-Truppen befreiten rund 23 000 Kriegsgefangenen. Wenn es sich um die Häftlinge von Sterbeckerhammer handelte, so ist von mindestens elf auf Befehl Hoffmanns Ermordeten auszugehen.
Hamburg, Bullenhuser Damm, Neuengamme: Am 20. April 1945 töten SS-Männer in der Schule Bullenhuser Damm 20 jüdische Kinder, die von NS-Ärzten zu grausamen Tuberkulose-Versuchen missbraucht worden waren. Am 21. und 23. April 1945 werden 13 Frauen und 58 Männer aus dem Zuchthaus Fuhlsbüttel ins KZ Neuengamme gebracht und von der SS ermordet. Zwei Angehöige des Hamburger Zweigs der Widerstandsgruppe "Weiße Rose", Margarethe Mrosek und Dr. Curt Ledien, werden am 21. bzw. 23. April 1945 im KZ Neuengamme auf Befehl der Gestapo ermordet.
Hannover, 6. April 1945: Angehöige der Gestapo-Dienstelle in Ahlem treiben vorwiegend sowjetische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter auf den Seelhorster Friedhof in Hannover und bringen 154 Menschen um. Am 2. Mai werden "žbelastete Nazis" von der US-Armee gezwungen, das Massengrab auszuheben: 526 Leichen werden entdeckt. 386 werden in einem Trauerzug zum Maschsee gefahren und am Nordufer bestattet. [1] (http://www.kueste.vvn-bda.de/blutwiese.htm)
Hemer, 10./11. April 1945: Acht Gefangene werden in Hemer von der Dortmunder Gestapo, die sich nach Hemer abgesetzt hatte, erschossen, Am 14. April 1945 befreien Teile der 9. US-Armee das Stalag VI A in Hemer und damit 22 000 Gefangene. 23 500 sowjetische Opfer aus diesem Lager sind in Hemer begraben (vor allem auf dem Duloh-Friedhof).
Herne, Ende März 1945: Verbringung von Gefangenen nach Dortmund. Dort vermutlich Exekution im Rombergpark
Herten, 29. März 1945: Acht russische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene werden im Hertener Wald von der SS erschossen und in Bombentrichter verscharrt. Gauleiter Albert Hoffmann soll dafür verantwortlich sein.

Isenschnibber FeldscheuneIsenschnibbe bei Gardelegen, April 1945: Massaker in einer Scheune bei Isenschnibben bei Gardelegen. 1017 KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter, darunter 63 jüdische Häftlinge, werden dabei von NSDAP-Aktivisten wie Walter Biermann und Arno Brake ermordet. 24 Stunden vor der Befreiung durch die US Army wurden die Häftlinge am Ende eines Todesmarsches in eine steinere Scheune eingepfercht und diese anschließend in Brand gesteckt. Bei einem ersten Versuch konnten die Gefangen das Feuer austreten, doch beim zweiten Versuch wurde mit Maschinengewehren auf alles geschossen, was sich bewegte. Zusätzlich warf man Handgranaten in die Scheune.
Iserlohn, Mitte Februar 1945: Verhaftungen französischer Zwangsarbeiter in Iserlohn, Exekution im Rombergpark/Bittermark.
Kassel, Karfreitag 1945: Es werden 12 Gefangene des Zuchthauses Kassel-Wehlheiden (unter ihnen ein Wehrmachtsdeserteur) von der Gestapo liquidiert. Am Tag zuvor ermorden Gestapo und Polizei italienische Zwangsarbeiter, die am Bahnhof Wilhelmshöhe aus einem bombardierten Güterzug Lebensmittel erbeutet hatten.
Köln, 25. Oktober 1944: Elf ausländische Zwangsarbeiter werden in Köln-Ehrenfeld gehängt. Am 10. November 1944 findet eine öffentliche Hinrichtung von 13 Antifaschisten in Köln-Ehrenfeld statt, darunter der 16-jährige Bartholomäus Schink von den Edelweißpiraten. 24. und 27. November 1944: Massenverhaftung der Kölner Gruppe des "Nationalkomitees Freies Deutschland". Die führenden Köpfe der Gruppe, Engelbert Brinker, Otto Richter und Wilhelm Tollmann, werden bei der Festnahme ermordet. 10. Dezember 1944: Acht Widerstandskämpfer werden in Köln nach einem Feuergefecht mit der Gestapo in ihrem Unterschlupf in die Luft gesprengt. 18. Januar 1945: Hinrichtung der deutsch-französischen Widerstandsgruppe um Martha Heublein aus Köln nach einem Volksgerichtsurteil in Siegburg. 30. Januar 1945: An diesem Tag berichtet die Gestapo aus Köln, sie habe 500 Personen, darunter 220 Deutsche, verhaftet. Von Januar bis März 1945 wurden in Köln 1 800 in- und ausländische Widerstandskämpfer ermordet.
Leipzig, 12. April 1945: 53 deutsche und ausländische Häftlinge aus zwei Leipziger Gefängnissen werden am Stadtrand ermordet. Am nächsten Tag werden 32 deutsche, französische, österreichische und tschechoslowakische Polizeihäftlinge in einer Leipziger Wehrmachts-Kaserne ermordet.
Lippstadt, 17. Dezember 1944: Verhaftungen in Lippstadt; drei Tage später Verbringung der Gefangenen nach Herne, von dort Ende März 1945 nach Dortmund zur Exekution im Rombergpark/Bittermark.
Lüdenscheid, 4. Februar 1945: Exekution von mindestens 14 sowjetischen Gestapo-Häftlingen im Arbeitserziehungslager Hunswinkel bei Lüdenscheid. Die Lüdenscheider Bürger Paul Anton Weber und Alex Usseler werden nach Dortmund gebracht und dort im März/April 1945 ermordet. Am 9. April 1945 findet die Exekution von drei deutschen Soldaten (Alex Kamp, Fritz Gass, Heini Wiegmann) in Lüdenscheid statt, denen Fahnenflucht vorgeworfen wurde. Ihre Leichen werden zur "Abschreckung" öffentlich zur Schau gestellt. Noch eine halbe Stunde vor Einmarsch der US-Truppen tötete ein Zahlmeister der Wehrmacht den als Gegner des NS-Regimes bekannten Friseur Hermann Massalsky, weil er Soldaten zur Desertion aufgefordert hatte.
Lünen, November 1944: Verhaftungen in Lünen, Betroffene werden später in Dortmund getötet.
Meinerzhagen, 29. März 1945 (Gründonnerstag): Verhaftungen in Meinerzhagen; die Opfer werden später in Dortmund ermordet: Vier unbekannte Russinnen und Ernst Hollweg, Jakob Junglas, Friedrich Wilhelm Kessler sowie Fritz Müller, Arbeiter beim Wehrwirtschaftsführer Hans Joachim Fuchs (Fa. Otto Fuchs), der auch für ihre Verhaftung gesorgt hatte.
Meschede, 22. März: 80 Ausländer, vor allem sowjetische Zwangsarbeiter, werden aus dem Lager Suttrop und aus der Sauerlandhalle in Warstein abgeholt und auf einer Wiese zwischen Eversberg und Meschede erschossen (siehe Warstein). In Fulmecke (nahe Waldstraße) werden die Ermordeten zwei Jahre später bestattet, nachdem sie auf der Kuhweide gefunden wurden.
Möfelden (Hessen): Wenige Kilometer südlich von Möfelden werden am Rhein am 21. März 1945 die sechs Arbeiter Georg Eberhardt, Cerry Eller, Johann Eller, Nikolaus Lerch, Jakob Schuch (alle Nierstein) und Rudolf Gruber (Oppenheim) ermordet, weil sie beabsichtigt hätten, Unruhe zu stiften. Vor der Hinrichtung wurden die Opfer grausam misshandelt. Der Arzt Dr. Zimmermann schreibt nach der Obduktion von köperlichen Misshandlungen und "die linke Hand des Schuch bei Faustschluß festverkrampft". Als letztes Zeichen des Widerstandes hatte Jakob Schuch noch einmal die linke Faust erhoben.
München, Perlacher Forst, 29. April 1945: Im Perlacher Forst werden ca. 150 Gestapohäftlinge von ihren Bewachern ermordet.
Neuss, Anfang Mai 1945: Der Neusser Bürger Heinrich Glassmacher, Maat auf dem Minensucher "M 612", wird mit zehn weiteren jungen Matrosen in Soderborg/Dänemark auf Anweisung der Marineleitung erschossen. Unter Führung von Glassmacher hatten die Matrosen das Auslaufen des Schiffes verhindert, um den Kampf nicht weiter fortzusetzen.
Ohrdruf (Thüringen), 30. Januar 1945: Eintausend Zwangsarbeiter werden nach Bergen-Belsen transportiert, unzählige sterben. Sie hatten als Sklavenarbeiter im Außenkommando Ohrdruf S III vom KZ Buchenwald seit November 1944 ein unterirdisches Hauptquartier für Adolf Hitler gebaut.

Ehrengräber der Opfer der Penzberger MordnachtPenzberg (Bayern) Ende April 1945: Angesichts der bevorstehenden Verwüstung der oberbayerischen Bergwerksstadt Penzberg haben Antifaschisten gewaltsam die Verwaltung übernommen, um die Stadt kampflos zu übergeben. Wehrmacht, SS und "Werwölfe" gehen gegen die Antifaschisten vor und ermorden 17 Bürger. Das Verbrechen wurde als Penzberger Mordnacht bekannt.
Plettenberg, Anfang März 1945: Zwei Arbeiter aus Plettenberg werden verhaftet, nach Dortmund gebracht und dort exekutiert.
Poppenhausen (Thüringen), Gemeinde Hellingen: Im Außenlager des Arbeitserziehungslagers Römhild werden kurz vor Kriegsende 70 marschunfähige Häftlinge in eine Sandhöhle gesperrt und getötet, indem der Höhleneingang gesprengt wird.
Ratingen, 6. April 1945: Mindestens zwölf Personen werden im Kalkumer Wald bei Ratingen von drei Düsseldorfer Gestapobeamten erschossen. Es waren sechs Deutsche, drei Sowjetbürger und drei Niederländer. Kriminalkommissar Dr. Harnischfeger war der Exekutionsleiter. Harnischfeger wurde zum Tode verurteilt, auf lebenslänglich begnadigt und bald entlassen; später wurde er leitender Kriminalkommissar in einer deutschen Großstadt. (siehe "Menschen wie wir" - Mahnmal für die im Kalkumer Wald ermordeten Zwangsarbeiter, hg. vom Stadtarchiv Ratingen 2000).
Sandbostel, in den letzten Kriegswochen bis April 1945: 3 000 Insassen des KZ Neuengamme werden in das Strafgefangenen- und KZ-Auffanglager Sandbostel, nödlich von Bremen, gebracht und kommen dort ums Leben.
Schwetig (Mark Brandenburg bzw. Neumark; heute: Świecko, zur Gemeinde Słubice gehöend), 31. Januar 1945: Die Häftlinge des Gestapo-Arbeitserziehungslagers "Oderblick" werden mit dem Ziel KZ Sachsenhausen "evakuiert" und auf Transport, d.h. Todesmarsch geschickt. Ca. 70 kranke Häftlinge werden in die Krankenbaracke eingeschlossen und verbrannt. Danach werden auch alle anderen Baracken niedergebrannt.
Sonnenburg (Mark Brandenburg bzw. Neumark; heute: Słońsk/Powiat Sulęciński), 31. Januar 1945: Es werden über 810 Häftlinge des Zuchthauses Sonnenburg ermordet.
Stukenbrock, 31. März 1945 (Ostermontag): Das Stalag 326 Stukenbrock wird von den Deutschen geräumt. Vorher werden Teile der Lagerbelegschaft nach Osten verlegt. In dem Lager kamen 65 000 Gefangene ums Leben.
Treuenbrietzen 23. April 1945: 131 italienische Militärinternierte, die als Zwangsarbeiter in einer Munitionsfabrik in Treuenbritzen arbeiten mußten, werden in einem nahegelegenen Waldstück von Wehrmachtsangehöigen getrieben, wo sie bis auf 4 überlebende erschossen werden. Die Rote Armee hat am 21. April 1945 Treuenbrietzen befreit und liegt nur wenige 100 m entfernt vom Ort des Massakers.
Warstein, Langenbachtal, Eversberg, 20.-22. März 1945: 57 ausländische Zwangsarbeiter aus dem Lager Suttroper Schule in Warstein werden auf Befehl des SS-Generals Dr. Kammler am 20. März erschossen. Am nächsten Tag werden 71 Arbeiter aus dem Lager Sauerlandhalle geholt und erschossen. Am 22. März werden 80 Ausländer aus dem selben Lager abgeholt und bei Eversberg ermordet. Anschließend wird die Sauerlandhalle von der SS angezündet. Französischen Arbeitern gelingt es, tausende eingeschlossene Russen aus der Halle zu befreien. Kammler hatte nach einer Reise nach Berlin verkündet: "Das Fremdarbeiterproblem wird für die deutsche Bevölkerung existenzbedrohend. Wir müssen jetzt Vergeltung üben. Wir müssen die Zahl der Fremdarbeiter dezimieren."
Wedel/Holstein, Frühjahr 1945: Zehn Männer aus dem niederländischen Putten kommen im Außenlager Wedel des des KZ Neuengamme ums Leben. Am 2. Oktober 1944 hatten SS und Wehrmacht in Putten eine "Vergeltungsaktion" durchgeführt: 661 Männer wurden aus dem zuvor zerstöten Dorf bei Ammersfoort entführt, nur 49 überlebten die Deportation, alle anderen wurden in Deutschland ermordet, darunter viele im KZ Neuengamme.
Weimar, 5. April 1945: Gestapobeamte bringen 149 Insassen des Polizeigefängnisses um.
Wenzelnbergschlucht bei Solingen, 13. April 1945: 71 Gefangene werden in der Wenzelnbergschlucht bei Solingen von Gestapo umgebracht.
Wuppertal, Ende Februar/Anfang März 1945: Im Waldstück auf einer Lichtung, nahe dem Schießstandes der Wuppertaler Polizei, werden unter Beihilfe der Wuppertaler Kriminalpolizei sechs Frauen und 24 Männer von der Gestapo erschossen. Es handelte sich um Zwangsarbeiter aus der UdSSR. Die Namen der Erschossenen blieben unbekannt, mit Ausnahme des Namens Helena Matrosova, einer ukrainischen Lehrerin.
Von "http://de.wikipedia.org/wiki/Kriegsendphasenverbrechen"

Airborn_
01-07-05, 03:17
Jaja, und die Fische haben die uns alle auch aus den Teichen gefischt damals, die Banditen..

http://forums.ubi.com/images/smilies/35.gif

JG5_Wolke
01-07-05, 03:17
Die Rolle der Wehrmacht ist sicher vielfältig. Man kann sie eben nicht nur auf Vernichtungskrieg, willige Vollstrecker oder Widerständler reduzieren.

Auch im 3. Reich galt - wie heute - das Primat der Politik.

In der Wehrmacht war es - im Gegensatz zu heute - verpönt, sich politisch zu betätigen. Mitglieder der NSDAP in der Wehrmacht waren eher Ausnahme als Regel.

Insofern macht man es sich sicher zu einfach zu behaupten, die Wehrmacht sei ausschließlich Verbrecherorganisation oder ausschließlich Hort des Widerstandes gegen Hitler gewesen.

Fakt ist, daß ca. 11 Millionen Deutsche Wehrmachtssoldaten waren und die Mehrheit von ihnen sich nichts zuschulden kommen ließ. Es sei denn, man folgt der Formel von Tucholsky nach welcher angeblich jeder Soldat ein Möder sei.

Insofern war die Wehrmacht eine Armee, wie jede andere auch.