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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Feindfahrt U537 nr.1, KptLt Tommel, Januar43, Tagebuch



Tommel1965
28-07-10, 11:18
Mittwoch, 14.Januar 1943
Lorient
Der ursprünglich geplante Dienstbeginn meiner Mannschaft wurde auf den heutigen 14.01.43 verschoben. Mannschaft wurde um 3 Maate ergenzt und fast 3 Wochen in Kiel geschult auf den neuen Typ.
Nun sind wir hier in Lorient.Meine Befehle zu habe ich vom BdU in Berlin direkt schon letzten Monat erhalten.
Unser neues Boot : U 537 , Typ IX-C
großer Pott, viel länger als unser alte Boot.
Bin sehr skeptisch, ob es genauso wendig ist wie das alte. Ich denke nicht.
Viele Kommandanten klagen über die lange Tauchzeit. Mal sehen.
08.00 Antreten der Mannschaft wie üblich.
Wieder ein großer Bahnhof. Na ja, was solls.
09.00 nach Sichtung des Bootes meldet mir LI und IWO seeklar. Boot kleinste Fahrt vorraus.
Bin schon begeistert. Wir machen in kleinster Fahrt schon fast 8 knoten. Boot ist mit allen neusten Schikanen ausgerüstet. Sogar der Bold2 ist an Bord.
Leider haben wir keine Falken-Torpedos bekommen. Aber dafür haben wir von den anderen reichlich an Bord.
unser neues Ziel : PQ AK99 mit Sekundärauftrag Ostküste USA, Halifax.
10.00 Haben uns aus dem Hafengebiet unter Schutz eines Sperrbrechers herausgefahren und laufen nun mit voller Voraus bei fast 20 knoten die noch flache küstenregion der Biskaja.
10.30 Befehl an IWO :Sobald wir ausreichend Tauchtiefe erreicht haben, Tauchen per Alarm.
10.50 ALARM Gehen mit beide AK auf Tauchtiefe 70m, um das Boot zu trimmen.
10.51 Boot schneidet komplett unterund schort in die Tiefe. Tauchzeizt viel zu lange. Habe fast 45 s. gemessen, bis Achterschiff komplett unter Wasser. Das ist nicht gut, dauert viel zu lange und ist brandgefährlich.
Bei einem Fliegerangriff und einigermaßen gezielt abgeworfenen Bombern ist der Ofen aus.
Entschluss : Wir bleiben so lange es geht getaucht.
21.30 Es wird dunkel draußen. Wetterlage ist klar bei wenig Seegang. Befehl zu mAuftauchen und Batterien aufladen. Radar ist einzuschalten.
Will bei anfliegenden Bienen wenigsten früh genug gewarnt werden. Jede Sekunde zählt, auch wenn wir jedem Zerstörer unsere Position verraten.
23.00 Fahren jetzt mit hoher Fahrt aufgetaucht. Batterien Ladezustand ca. 75%.
23.20 ALARM Flugzeug aus Richtung 70°, Radarkontakt, kommt schnell näher, sind sogar 3 Stück.
Flieger kommen schnell näher. Boot taucht wie ein alter Sack. Viel zu langsam. Beide 3xAK, Ruder 10°Steuerbord, Flieger werfen Bomben, Viele Bomben, Bombenteppich voraus und an Steuerbord. mein Gott, wir sind gerade einmal auf 15m. Ich gebe innerlich das Boot schon auf.
Aber wir haben Glück. 30m gehen durch.
Flackgeschütz und vorderes Deck sind leicht beschädigt. Hülle ok. Wenn die Tauchzellen etwas abbekommen haben, ist der Ofen aus. Das sehen wir gleich beim Durchpendeln.
Bomber fliegen erneut an und werfen wieder einen gewaltigen Bombenteppich. Aber wir sind mittlerweile auf unter 50m. Beide Maschcinen kleinste Fahrt voraus, 3 knoten. Gehen wieder auf Kurs. Boot pendelt durch bei 70m. Glück gehabt.
Befehl : Wir bleiben getaucht bis bis 05.00
23.50 Mache meine Eintragungen ins KTB.
Morgen Besprechung mit allen Offizieren bezüglich der neuen Lage. Sehe große Gefahr bei Fliegerangriff.

KptLt Tommel
U 537

Tommel1965
29-07-10, 09:49
Donnerstag, 15.Januar 1943
Biskaja
01.00 Tiefe auf 50m, beide E-maschinen machen kleinste Fahrt voraus, neuer Kurs 230°
Wir werden einen kleinen Schwenker nach Süden machen. Denke, dass wir dann eher Ruhe vor den Bienen haben. Boot leider noch nicht mit der neuen Vierlinks-Flak ausgerüstet. Würde vielleicht helfen.
05.00 Sehrrohttiefe. Maschine stop. GHG Rundhorchen. Horcher meldet Keinen Kontakt.
Fahre Luftzielrohr aus und schaue mich einmal um. Die Luft ist rein.
05.05 Befehl zum auftauchen. Beide Maschinen halbe voraus.
Boot taucht auf. Brückenwache zieht auf, verstärkt um 3. und 4. Wachoffz.
Backbord-Diesel AK, Steurbord-Diesel umkuppeln auf Accu-Ladung. Radar eingeschaltet.
06.00 Besprechung mit allen Offizieren.
Thema : Fliegergefahr.
Entscheidung : In der Biskaja so oft es geht getaucht fahren. Maximal 1-2 Stunden auftauchen um Batterien zu laden, beim nächsten Auslaufen werden wir per Südkurs entlang der Küste bis zur nordwestspitze Spaniens fahren, um so den Fliegern zu entkommen.
08.00 Tauchen auf 50m.
13.00 Auftauchen mit Battereiladung
13.12 ALARM Flugzeuge in 170°. Entfernung Radarkontakt. kommen schnell näher.
Boot schort unter. Viel zu langsam, aber diesmal klappt es ganz gut. Das Radar und der sofortige Alarm hat uns ein paar Sekunden geschenkt. 20m gehen durch, als die 1. Wasserbombenteppiche auf uns niedergehen. Boot beschädigt. Wieder die Aussenlaffetten. Sollte kein Problem sein.
10 Strich backbord, neue Tiefe 70m.
Zweiter Wasserbombenangriff. Es sind 4 Flugzeuge. Einer nach dem naderen wirft sein Bomben. Wir werden übelst durchgeschüttelt. Stopfbuchsen undicht. Hintere Wellendichtung leckt. Mit Bordmitteln zu reparieren.
Wir bleiben getaucht, so lange es geht.
21.30 Aufgetaucht und wie üblich mit Batterieladung auf ursprünglichem Kurs.
23.50 Keine Vorkommnisse. Wetter hat sich sehr verschlechtert. Gut für uns. 15m/s Wind bei leichtem Nebel und sehr niedriger Wolkendecke.
Da wird kein Flieger uns angreifen. Radar wird wieder eingeschaltet. nicht das uns ein Zerstörer überrascht.
Befehl : Alle Manschaften in die Kojen, nur Notbesetzung auf den Posten,hinterer Torpedoraum ist frei von Dienstpersonal.
Funkraum nicht besetzt, alle 20 min Horchstop.
Wir verlassen nun langsam den gefährlichen Teil der Biskaja.

KptLt Tommel
U 537

Oniell2010
30-07-10, 08:15
bitte noch mehr ist immer schön sowas zu lessen http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif

Tommel1965
30-07-10, 08:54
Freitag, 16.Januar 1943
06.00 Nach nunmehr 6 Stunden Überwasserfahrt und mit nun vollen Batterien sind mir mit großer Fahrt der Jumos gut vorangekommen.
Das Wetter ist immer noch sehr schlecht, daher ist wohl mit Fliegern nicht zu rechnen.
Aber für die Brückenwache ist das Wetter nicht mehr zumutbar. Wasser steht uns teilweise bis zum Hals. Machen über Grund nur noch 3-4 knoten.
Mit dem üblichen Morgenalarm gehen wir in die Tiefe. Neue Tiefe 50m. Boot wird ruhig.
Lasse möglichst viele Leute in die Kojen. Torpedoräume werden bis auf Notbesetzung geräumt.IWO organisiert das.
13.00 Nach nunmer 7 Stunden Tauchfahrt meldet GHG in Richtung 300° Kontakt. Große Entfernung.
Besetzung der Gefechtstationen. Auf Sehrrohrtiefe gehen.
Luft ist ein, also Befehl zum Auftauchen.
Abfangkurs gesetzt mit AK, Batterieladung gekuppelt.
14.20 Sichtmeldung an 290°, Entfernung 6000m.
UGZ auf Brücke. Erkenne ein Küstenschiff.
Na, nix besonderes. Aber was solls.
Ruderlage hart backbord, auf 250° gehen, beide Ak voraus, bei 4000m auf Sehrohrtiefe. Weiter mit AK.
14.26 Entfernung unter 2000m, gehe noch näher ran, Gegner liegt bei 10 Strich steuerbord. Ziehe Boot nochmals 5 Strich nach Backbord.
Kommen in optmale Schussposition. Entfernung 1200m bei Feind-Lage 12 Strich stéuerbord.
Rohr 3 klar zum Unterwasserschuss, Mündungsklappe ROhr 3 öffnen, Rohr 3 fertig, Rohr 3 - LOS.
Ein Torpedo reicht. Torpedo läuft.
14.30 Torpedotreffer. Schiff sinkt sofort.
Erste Versenkung. nix besonderes, aber immerhin.
Auftauchen und wieder auf Kurs gehen. Große Fahrt voraus mit Batterieladung, danach beide halbe voraus. befehl : Radar einschalten.
Wetterlage hat sich beruhigt. hoffe, dass Flieger uns in Ruhe lassen. Sind schon einigermaßen weit ab.
18.20 Kontakt auf 50°,Entfernung 40sm, läuft leicht achteraus.
Wir gehen auf Abfangkurs.
19.50 Sichtkontakt in Richtung 10°, Entfernung 6000m. Gehe auf Kurs 340°, bei Entfernung 4000m tauchen wir auf Sehrrohttiefe. Ruder steurbord 20. Fahrt runter auf kleine Voraus. Erkenne im Sehrohr an backbord auf 280° 2 Schiffe. hintereinander fahrend, kleiner Frachter und Küstenschiff. Wieder nix besonderes, aber was solls. Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist.
Warten auf die Schiffe, sie laufen schön ruhig und Ahnungslos mit 8 knoten vor unsere Rohre. Entfernung in 300° nun 2000m. Befehl: Maschinen stop.
20.10 Schiffe nun in Entfernung 1300m, Erster Frachter in 330°, der dahinter in 300°.
Lasse beide noch ein weinig näher kommen. kleinste Fahrt voraus, Ruder 20° backbord. Boot kommt rum. Bei Feindlage 345° Ruder 0, Rohr 1 und 2 klar zum Unterwasserschuss, Mündungsklappe Rohr 1 öffnen, Rohr 1 klar, Ziel erfasst, Rohr 1 Achtung - Rohr 1 - LOS.
Ruder hart backbord. Möchte nicht, das der 2. Frachter nach Treffer auf erstem Schiff abdreht.
Muss jetzt schnell gehen. Ruder 0, Rohr 2 auf hinteren Frachter los.
Entfernung nur noch 600m. Ruder 3 Strich backbord. Möchte keinen weiteren Aal verschwenden. Torpedotreffer auf erstem Schiff. Feind vernichtet. nach kaum 10 Sekunden 2.Treffer auf dem hinteren Schiff. Sinkt nicht sofort. verliert Fahrt, sinkt aber noch nicht. Aber er liegt immer tiefer im Wasser.
Da müssen wir nix mehr machen.
20.40 Beide Schiffe versenkt.
Befehl zum Auftauchen. Gehen wieder auf Kurs. Torpedos nachladen, Batterien nachladen, Wachwechsel auf Brücke.
Lege mich in mein Kabuff und mache schon einmal die KTB-Eintragungen.
23.50 Keine Vorkommnisse mehr. Bisher 3 Schiffe versenkt. Waren zwar nur kleiene, aber was solls. Wir haben ja genug Aale.
Mittelwächter auf Brücke.
Übernehme die WAche bis 04.00 Uhr selbst.
Bin gespannt, was der morgige Tag bringt. Bisher läuft die FF ja eher ruhig, wenn man einmal von den anfänglichen Fliegerproblemen absieht.

KptLt Tommel
U 537

Tommel1965
30-07-10, 09:33
F U N K S P R U C H
- U 537 -
An :
MCMAL012
UhUdieEule
Falatity-1
patuxai

--- Wo kurvt ihr zur Zeit herum ? ---
--- Ende U537 ---

Fatality-1
31-07-10, 07:09
F U N K S P R U C H

An: U 537

-- In den tiefen Gewässern der Silent Hunter Trainingsgewässern um das schießen mit manueller Torpedoziellösung zu erlernen--

UhUdieEule
01-08-10, 12:45
FUNKSPRUCH
An: U 537, KptLt Tommel

+++ Boot im Drockendock zur Überhohlung +++ Rumpfzustand 49%
+++ Wird dauern bis zur nächsten Feindfahrt
+++ Seit Wochen keine Meldung von patuxai +++ BDU sorgt sich um den Verbleib

+++ Gruss UhU

Tommel1965
02-08-10, 10:26
Samstag, 17.01.1943
06.00 Bei Umdrehungen für 12 knoten sind wir auf befohlenem Kurs weiter gen Westen gefahren. Keine Vorkommnisse. Hab 3 mal tauchen lassen, um eine Horchpause einzulegen. Aber es waren keine Kontakte auszumachen.
06.30 ALARM Gehen mit dem üblichen Morgenalarm auf Tiefe. Klappt noch nicht wesentlich schneller als bei unseren ersten Tests kurz nach unserem Auslaufen aus Lorient.
Das macht mir wirklich sorgen für unsere Zukunft.
BdU versucht schon lange, Patuxai anzufunken.
kommt keine Antwort. Hoffentlich ist da keine Sterne Meldung fällig. Ich weiß, dass er mit seinem Boot ziemlich erfolgreich in der Dänemarkstraße unterwegs war.
Neue Tiefe 50m.
Zur Sicherheit werden wir den ganzen Tag bis zu Dämmerung noch getaucht mit 3 knoten in Richtung Westen laufen.
10.00 LI meldet, dass alle Schäden, auch der Wellenschaden beseitigt sind. Machen nochmals Tieftauchtest bis auf 200m. Alle Verschlüsse halten dicht. Na wenigstens was.
17.00 bisher keine Vorkomnisse.
Wetter immer noch nicht viel besser.15 m/s und sehr hoher Wellengang aus nord-nord-west.Hinzu kommt starker Nebel. Gebe Befehl zum Auftauchen.
Vielleicht sieht man jetzt noch mehr als heute nacht. Zur Not müssen wir dann wieder in den Keller. Auf eine Blindfahrt habe ich keine Lust.
19.20 Funkspruch
BdU fordert Positionsmeldung und Ölstandangabe.
Lasse den Funkspruch absetzen.
21.00 Sind nun augetaucht mit voller Kraft gelaufen, um hier noch einigermaßen Fahrt über Grund zu machen. Batterien sind wieder voll.
23.00 Es hat keinen Zweck mehr. Null Sicht durch den starken Seegang und den sehr starken Nebel. Gebe Befehl zum Tauchen.
Man kann nie wissen, auf was man alles so treffen kann, wenn man nichts sieht.
Haue mich in meinen Kabuff.
Mal sehen, was der morgige Tag bringt.
Hoffentlich hört der Sturm bald auf.

KptLt Tommel
U 537

Tommel1965
03-08-10, 05:32
Sonntag, 18.01.1943
Nordatlantik
06.00 Nach 9 Stunden Tauchfahrt haben wir knapp 30 sm zurückgelegt. Wir gehen auf Sehrrohrtiefe um oben einmal die Lage zu peilen.
Wetter sieht schlecht aus. Sehr kabbelige See und Wind mindestens 15m/s. Nebel scheint nicht mehr ganz so dicht zu sein.
Entscheidung : Auftauchen und Boot durchlüften, Batterien aufladen, Diesel Volle voraus, um unserem Ziel-PQ99 weiter näher zu kommen.
10.30 Erhalten Fühlungsmeldung mit feindlichem Geleit. Lage 30°, Entfernung 200sm.
Zusammen mit dem IWO koppel ich einen Abfangkurs. Wir könnten das schaffen, aber bei dem schlechten Wetter kommen wir auch nicht so gut vorwärts, und der Brennstoffbedarf ist schon gewaltig. Mit AK brauchen wir viele Stunden, um uns vor den Geleit setzen zu können.
Wir kalkulieren und rechnen, stecken Kurse und koppeln die Positionen.
11.00 Entscheidung : Wir gehen ran.
Befehl: neuer Kurs 35°, beide Diesel AK.
Wir laufen nun auf Angriffskurs,verfolgen quasi den Geleitkurs mit südlichem Versatz. Laufen nun entgegengesetzt unseres ursprünglichen Kurses, Richtung nord-west.
20.30 Haben Kontakt mit Geleit. Geleit läuft Generalkurs in Richtung 35°. hat etwas nach Süden geschwenkt. Läuft Richtung Liverpool?
Lage von U537 derzeit ungefährt 20sm südlich Geleit. Wir gehen weiter auf Parallelkurs und setzten uns weiter nach vorne.
23.00 Wir haben uns leicht vorgesetzt und halten Fühlung mit Geleit. Wir zacken mit, sind auch mit Geschwindigkeit runter auf 7 knoten.
Bewacher haben uns noch nicht geortet.
Wir bleiben aufgetaucht in einem Abstand von ca. 10sm zu Geleit, immer parallel mitlaufend.
23.30 Fühlungsmeldung an BdU gesendet.
Hoffentlich können noch sndere Boote herangeführt werden.
Ich glaube, es ist ein amerikanischer Geleit, denn die Zerstörer scheinen nicht die Besten zu sein. Vielleicht haben Sie gar kein Radar. Sonst hätten sie uns bemerkt.
Wetter ist hundsmiserabel. Sehr kabbelige See und fast keine Sicht. Sichtweite liegt bei maximal 400m.
23.50 Wir laufen weiter mit 7 knoten parallel zum Geleit in südlicher Position mit einem Abstand von rund 8-10 sm zum Geleit mit.
Sobald es dämmert, werde ich angreifen.
In den nächsten Stunden werde ich mich final vorsetzten und dann getaucht in den Geleit sacken lassen. Wird eine kniffelige Sache, da ich rein gar nichts sehen kann.
Nochmals Peilsignal an andere Boote gefunkt.

KptLt Tommel
U 537

Tommel1965
05-08-10, 02:21
Montag, 19.01.1943

Nach 4 1/2 Stunden Fahrt mit höchster Konzentration haben wir unsere Position zum Geleit um einiges verbessern können. Ich frage mich, warum wir nicht entdeckt werden. Das bleibt mir ein Rätsel.
Wetterlage sehr schlecht, höchst kabbelige See, auch der Nebel hat sich nochmals verstärkt. Wind bei den üblichen 15m/s.
05.30 Ich schwenke nach backbord und setze mich vor den Geleit.
ALARM Schiff voraus in Richtung 340° Entfernung unter 500m
Mist, wir sind offensichtlich schon mittendrin.
Verstehe ich nicht, aber egal. Oder es ist ein einzeln laufender Frachter ausserhalb des Geleits.
Wir gehen auf Tiefe, neue Tiefe Sehrrohrtiefe.
Ich probiere es. Kann nur Positionslichter erkennen. Mehrere rote und weiße Lichter voraus.Rohr 1 klar zum Unterwasserschuss, Mündungsklappen auf, Torpedo Achtung, Gegnerfahrt 6 Knoten in Lage 345°, Entfernung 400, Tiefe 5m, Torpedo 1 Achtung- Torpedo--los.
Ruder backbord 10, Boot kommt auf, Stützruder,
Sehe durch das Sehrrohr nichts mehr.
Greife mit maueller Zielrechnung auf Basis der Horchkontakte an.
Vor uns wimmelt es von Schiffen, Entfernungen so um die 1000m, kommen alle aus backbord auf.
Rohr 2,3 und 4 klar zum Torpedoangriff,
Suche mir die passenden Kontakte heraus und schieße einen Torpedo nach dem anderen, jeden auf ein eigenen Zielkontakt.
05.45 Alle Torpedos sind raus, Rohre werden nachgeladen.Ich gehe auf Tiefe 25m, um nicht mit irgend einem Pott zu kolidieren. Neue Fahrt für 5 knoten.
Torpedotreffer, nach 10 s der 2. Treffer, nach gut 1 min der 3. Treffer. Ein Pott sinkt. Weiß aber nicht, welcher.
Nach 15 min Ruder hart steuerbord. Wir laufen nochmal an. Torpedos sind wieder geladen. Beide AK. Wir müssen wieder etwas nach vorne ziehen, um in gute Schussposition zu kommen.
07.00 Sind wieder mitten drin. Der Geleit hat offensichtlich nach backbord gezackt. Kontakte ohne Ende. Drumherum Kontakt zu 5 Kriegschiffen als Aussensicherung. Gehe hoch auf Sehrrohrtiefe. Suche mir wieder die Kontakte heraus, die möglichst optimal liegen.
Alle 4 Aale sind raus, 2 davon als Fächer auf einen Kontakt.
Ruder 20 Strich backbord. Laufe aus dem Geleit heraus. Nehme noch mit den beiden Heckrohren 2 Ziele ins Visier.
Nacheinander kommen Treffermeldungen. Alle 4 Bugtorpedos haben getroffen. Wieder sinkt ein Schiff. Und noch ein Drittes.
Von den beiden Hecktorpedos trifft einer.
08.00
Kann nicht sehen, wen es erwischt hat. Haben wieder nach steuerbod gedreht, um Fühlung zu behalten. Aber wir können das nicht lange aushalten. Batterien werden ziemlich leergenuckelt.
Versuche, über das Luftzielrohr mehr zu sehen. Sicht ist oben noch viel zu schlecht.
Lasse den Geleit ziehen. Macht keinen Sinn mehr.
Müsste auch dringend Torpedos von aussen nachladen.
Laufe mit kleinster Fahrt in neuer Tiefe von 40m weiter in Richtung 320°, weg von Geleit.
12.30 Befehl zum Auftauchen. Wetter mieserabel, aber dann werden wir wenigstens nicht von Bienen belästigt.
Wir haben bei unserem Angriff auf den Geleit insgesamt 4 Schiffe versenkt. Davon 1 Tanker und ein C3-Frachter. Na ja, gar nicht schlecht.
1 Zerstörer war dabei. Muss ein Zufallstreffer gewesen sein. Vielleicht ist ein Torpedo durch den Geleit hindurch gelaufen und hat den Zerstörer aussen getroffen.
19.00 Batterien sind geladen, die Aussentorpedos sind im Boot, wir sind wieder klar zum Gefecht. Gehe wieder auf Kurs GQ AK99 wie befohlen. Funkmeldung an BdU geht raus.
23.00 Habe an Mannschaft BesanschotAn ausgeben lassen. Sie haben sichs verdient. Auch die Torpedomixer haben einen super Job gemacht.
So einfach war ein Geleitzugangriff lange nicht mehr.
Mache noch meine KTB Eintragungen und haue mich aufs Ohr.

KptLt Tommel
U 537

Tommel1965
09-08-10, 03:07
Mittwoch, 21.Januar 1943
Nordatlantik
11.00 Nach 2-tägiger Überwasserfahrt ohne jeglichen Kontakt laufen wir unverändert in Richtung PQ AK99 wie befohlen.
Wetter hat sich immer noch nicht wesentlich gebessert. Sehr kabbelige See mit 15 m/s Wind aus nord-west, nur der Nebel hat sich gelegt.
Nachmittags lasse ich tauchen, um etwas Ruhe ins Boot zu bekommen. Nachts fahren wir aufgetaucht.
14.00 Besprechung mit den Offizieren.
Themen : Unser Sekundärauftrag amerikanische Küste sowie die neue Gefahr durch Flieger bei unserer zu langen Tauchzeit.
20.10 Kontaktmeldung vom Radar in Richtung 130°. Entfernung ca. 120 sm,schneller Einzelfahrer läuft in Richtung 180° mit Geschwindigkeit ca. 12 knoten.
Entscheidung : Kein Nachsetzen. Entfernung zu groß, Ziel unklar, könnte auch kleiner Frachter sein. Brennstoffverlust bei AK zu groß.
Kurs weiter fortsetzen.
Lasse Generalkurs etwas nördlicher setzen, vielleicht gibts da oben noch weitere EInzelfahrer.
23.50 Immer noch keinen lohnenden Kontakt weit und breit.
Erreichen unseren Zielquadranten morgen kurz vor Mittag.
Befehl : Alle 30 min Horchpause einlegen.
Radar ist aktiviert.
Laut LI ist die Brennstofflage unkritisch.
Wetter scheint sich etwas zu beruhigen. Wind 7 m/s. Himmel scheint etwas aufzuklaren.
Unbedenklich, da wir für landgestützte Flieger nicht erreichbar sind.
Mittelwächter auf Brücke. Ich übernehme die Hundswache von 00.00 bis 04.00 Uhr.

KptLt Tommel
U 537

Tommel1965
11-08-10, 01:57
Freitag, 23.Januar 1943
Nordatlantik
01.00 Wir erreichten unser PQ gestern mittag so gegen 13.00 . Kreuzen hier jetzt seit 12 Stunden ohne jeglichen Kontakt. Aber war das nicht immer so? Hat überhaupt jemand einmal bei seiner PQ-Patroulie irgendein Kontakt gehabt.
Da kommt die Diskussion bezüglich des Funks wieder in mir hoch. Ich bin der festen Überzeugung, dass unser Funkverkehr mittlerweile durch die Tommies abgehört und vorallem verstanden wird. Anders sind einige Vorfälle nicht zu erklären. Der Löwe glaubt nicht dran. Ich jedenfalls funken nur sehr, sehr selten und nur, wenns unbedingt notwendig ist.
12.30 Befehl : In einer Stunde verlassen wir PQ99 und gehen auf Kurs 290°. Es geht an die Küste USA. Zunächst aber Richtung Hallifax.
Da ist mit Sicherheit viel los. müssen ja noch einige Torpedos los werden.
23.50 Bisher keine kontakte. Ist der Krieg vorbei oder was?
Na, wir werden sehen. Hallifax kommt näher. Entfernung noch so 130 sm.

KptLt Tommel
U 537

MCHALO12
12-08-10, 16:28
An Tommel:

War die letzte Woche auf "Landurlaub" (wenn man segeln so nennen kann... http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif )

U 99 läuft im Moment in den Western Approaches mit AK auf HX - Geleit zu, allerdings macht mir der hohe Brennstoffverbrauch durch anhaltend raue See sorgen... Eventuell werden ich beim BDU Versorgung in Lorient erbitten

Tommel1965
13-08-10, 08:00
U 537
KptLt Tommel

FUNKSPRUCH
An : MCHAL012
---Freut mich von dir zu hören---
---Wünsche dir gute Jagd---
---Melde mal kurz, ob Erfolg---
Ende U537

Tommel1965
16-08-10, 05:47
Sonntag, 25.Januar 1943
Kanadische Gewässer südl. Halifax
01.00 Haben nun nach langer Anfahrt mit vielen Tauchzeiten Halifax erreicht.
Entfernung zu Halifax Hafen um die 15 sm. Horcher meldet regen Schiffsverkehr aus allen Richtungen. Wetter ist sehr schlecht. Sicht liegt bei schwachem Nebel so um die 1500m.
02.00 Wir nehmen Fühlung mit 3 einzelnen Kontakten auf, die aus Richtung 260° backbord auf uns zu kommen. Entfernung noch so um die 8000m. Eigentlich könnte ich ja mal meine Heckrohre freimachen. Lasse beide große Fahrt mit Ruder Lage 0 gehen. Stehen genau quer ab zu den anlaufenden Schiffen. Nach Navigation müssten uns die Kontakte achteraus mit einem Abstand von rund 1000m passieren. Lasse tauchen auf Sehrrohrtiefe.
03.00 Kontakte kommen aus Richtung 230° näher. Entfernung nur noch 2000m. Laufen uns genau vor die Rohre. Rohr 5 und 6 fluten, bereit zum Unterwasserschuss!
03.45 Ziele genau in 20° achteraus, Abstand nur noch 800-1000m. 3 Schiffe, der mittlere mit mindestens 3 Schrauben. Ein Kreuzer oder sowas ?
Gehe über reine Zielrechnerkopplung mit GHG. Sicht gleich Null. Nebel hat sich wieder verstärkt. Gehe über Aussensichtkamera. Bin neugierig. Wahnsinn! 2 Tanker, mittig eskortiert von einem großen Kreuzer. Gibt es sowas? Noch nie gesehen oder gehört.Egal.
04.00 Rohr 5 und 6 Achtung! Ziele kommen auf aus 190°, Rohr 5-Los, Rohr 6-Los
Boot Ruder hart steuerbord, beide Maschine AK voraus. Jetzt zählt jede Sekunde. Boot geht gut herum. Sie ist wendiger, als ich dachte. Eigentlich nicht schlechter mein altes VII-C U-100.
Boot kommt auf, Ruder mittschiffs. Feindlage nun auf Bug 10°. Rohr 2 und 3 fluten! Fächer aus Rohr 2 & 3 auf mittleres Ziel, Rohr 2 & 3 Achtung, Fächer Rohr 2&3 - LOS !
Alarm !!! Schraubengeräusche aus 200°- kommen schnell näher- Turbinengeräusche- Zerstörer- Entfernung noch 4000m. Beide AK, Ruder Hartlage auf Tiefe, alle Mann voraus !!
Boot geht zügig auf Tiefe. 40m gehen durch, Ruder 10 Strich steuerbord, 60 m gehen durch, Ruder mittschiffs, neue Tiefe 200m !! - Ping,ping, ASDIC hat uns erfasst. Bloss jetzt schnell auf Tiefe und weg hier.
04.02 Torpedoexplosion! Und noch eine !!
04.04 weitere Torpedoexplosion, und nach wenigen Sekunden die 4. !!!
Alle Aale haben gesessen.
Alle 3 Ziele sinken. 2 Tanker sind schon weg und nun ein amerikanischer Kreuzer.
Jetzt geht die Waboverfolgung los. Zerstörer werfen schon!Die sind ja mal verärgert. Werfen noch weit ab in 180°. Mittlerweile gehen 160m durch. Beide Maschinen kleine voraus - Schleichfahrt.
Ruder nochmals 4 Strich backbord. Nach 30 s. aufkommen auf 0. Haben wir nochmals einen Haken geschlagen.
Zerstörer werfen eine Serie nach der anderen.
Insgesamt sind nun 4 Zeries hinter uns her und ziehen oben ihre Kreise. Wir haben 200m Tiefe erreicht. Kein Ping mehr. Wir verdrücken uns nach süden.
10.30 Nach langer Tauchfahrt haben uns die Zerstörer definitiv verloren. Aber sie werfen noch immer. Haben uns immer wieder mit Suchkreisen verfolgt. Liegen jetzt rund 4000-5000m achteraus. Wir laufen einfach weiter gerade von ihnen weg. Batterien sind auf 30%. Sollte noch klappen.
17.45 Batterien sind auf 10% runter, Zerie sind verschwunden. Ich lasse auftauchen. Draussen ist es schon dunkel. Wir müssen die Batterien aufladen. Wetter ist klar bei guten Sicht. Das ist nicht gut.
Radar aus. Hoffentlich lassen sie uns ein paasr Stunden in Ruhe, damit wir wieder ein paar Kajumbels in die Akkus bekommen.
21.30 ALARM Flieger aus 80°, Entfernung noch groß! Aus einem Kontakt werden wieder mal mehrere!
Gehen sofort auf Tiefe. 20m gehen durch, als die ersten Bomben fallen. Es sind mal wieder ganze Bombenteppiche, die auf uns niederregnen.
Aber Glück gehabt. Alle daneben.
Battereikapazität bei knapp über 50%. Sollte reichen.
Wir bleiben erstmal getaucht. Immer nur weg hier.
Nochmalige Kurskorrektur auf 200°, weiter in den offenen Atlantik. Tendez jedoch amerikanische Küste. Wir haben noch 3einige Aale, die ich loswerden möchte.
23.50 Denke, wir sind in Sicherheit.
Welch ein Erfolg. Mit einem Großkampfschiff hatte ich nicht gerechnet.
Mache meine KTB-Eintragungen und haue mich ein wenig aufs Ohr.
Befehl: Auftauchen so gegen 05.00.

KptLt Tommel
U 537

Tommel1965
18-08-10, 05:57
Montag, 26.Januar1943
05.00 Befehl: Auf Sehrrohrtiefe gehen. Beide kleine voraus. Gestatte mir einen Rundumblick. Nichts zu sehen. Klar zum Auftauchen.
05.30 Boot ist aufgetaucht, habe Brückenwache selbst übernommen. Steurn weiter Südkurs, beide Diesel halbe voraus für 12 knoten.
Das Wetter beruhigt sich. Entscheide mich für eine nicht ungefährliche Aktion und lasse die externen Aale ins Boot holen.
07.00 Es hat geklappt. Die Torpedos sind im Boot und werden klar gemacht.
Wetter hat aufgeklart. noch kabbelige See, aber keine Wolken mehr.
ALARM Flieger aus Richtung 160°, Kontakt auf große Entfernung.
Boot geht auf AK und schort in die Tiefe. Leider wie immer etwas behäbig.
Flieger, es sind mehrere, also mindestens 3, werfen schon Bomben. unser heck steht noch oben, wir sind noch nicht weg.
Wasserbomben.
Schadensmeldungen von Torpedoraum achtern und Wassereinbruch in Zentrale. Flak-Geschütz hat es ebenfalls getroffen. Aussenhülle beschädigt. Weitere Bomben gehen nieder. Sie fliegen wieder neu an, diesmal aus Richtung steurbord. Und aus backbord. Von allen Seiten. Die hölle bricht los. Wir sind aber mittlerweile auf 20m, Boot jedoch beschädigt.
Reparaturmannschaft macht sich an die Arbeit. Im Heckraum wird es eng. Wasser steigt dramatisch. Laut Meldungen schaffen wir es nicht rechtzeitig. Boot fällt achtern ziemlich auf Tiefe. Wir hängen im Wasser, bestimmt mit Schräglage von 60°.Versuche, das Boot mit beide AK nicht weiter fallen zu lassen.
Wieder Bomben oben. Aber die tun uns nichts mehr.
3 s vor dem Ende schaffen wir es, das Boot achtern abzudichten. Wir lenzen das Wasser aussenbords.
LI meldet Schäden. Achtern-Stopfbuchsen machen weiterhin stark Wasser. Lenzpumpe mus weiterlaufen. Hoffentlich kommt jetzt kein Zerstörer.
Wellendichtung undicht, Eine Tauchzelle scheint beschädigt, Papenberg ist hinüber, Sonar hats ebenfalls erwischt. Aussenhülle bei 60%.
Boot läuft wieder langsam in Trimmlage. Gehe mit beiden auf kleine Fahrt, neue Tiefe 50m. Traue mich nicht mehr.
14.30 Sind jetzt weiterhin getaucht nach süden gelaufen. Schäden weitestgehend behoben.
Gehen auf Sehrrohtiefe. Ich taue meinen Augen nicht. Wir ziehen eine fetten Ölstreifen hinter uns her.
LI kümmert sich darum. Er will den Ölbunker umpumpen und den defekten mit Meerwasser spülen. Das geht nur aufgetaucht.
Wir müssen es riskieren.
14.45 Befehl zum Auftauchen.
LI und seine Stoker gehen an die Arbeit.
17.00 Boot kann notdürftig repariert werden.
Entscheidung : Gehen sofort auf Kurs Süd-Ost. Heimatkurs. Navigator berechnet Kurs bei 10 knoten. Wir brauchen fast eine Woche bis Lorient.
Befehl : kein Funkspruch an BdU. Heimatkurs setzen und neuem Kurs folgen.
Boot ist nicht mehr 100%-Gefechtsklar. Wir schwächeln ein wenig, ich weiß nicht, ob die Stopfbuchsen größere Tiefen noch mitmachen.
Entschluss : Auf dem Weg nach Hause hoffe ich noch auf diverse Einzelfahrer, ansonsten gehen wir Kriegsschiffen aus dem Weg.
Wir sind jetzt bald in der fliegerfreihen Zone.
Aber das wird sich auch schnell wieder ändern.
23.50 Bisher keine Kontakte. Schäden alle repariert bis auf den defekten Bunker, den nun fehlenden Diesel, das unklare Sonar und die immer noch undichte Wellendichtung an steuerbord.
Wir sind nochmals mit einem blauen Auge davon gekommen. Auch wenn wir fast Flügel gehabt haben.
Es ist halt das Problem. Treffen die Bomben, war es das, weil wir viel zu langsam tauchen.
Bei unserer Rückkehr werde ich alles dran setzten, um einen dieser neuartigen Schnochel zu bekommen.
Wie immer haue ich mich hin, nachdem ich die EIntragungen ins KTB vorgenommen habe.
LI hat mal wieder einen super Job gemacht. Ohne ihn und seine Mannschaft wären wir vermutlich drauf gegangen.

KptLt Tommel
U 537

Soni2
19-08-10, 03:44
AN U-TOMMEL

SCHWEIN GEHABT! WUENSCHEN GLUECKLICHE HEIMFAHRT!

U-SONI

MCHALO12
19-08-10, 04:02
Da hattest du mal richtig Glück, nur wird die Fliegergefahr bei dir in den nächsten Monaten wohl nicht weniger werden...

Hoffentlich verlässt dich dein Glück nicht!

Soni2
19-08-10, 04:40
Was mich interessieren würde ... hast Du nun wirklich eine sichtbare Ölspur hinter Dir hergezogen, oder diente das "nur" als erzählisches Stilmittel zur gehaltvolleren Anreicherung Deiner Geschichte (siehe Auslaufen mit E-Maschine in meinem AAR)?

Tommel1965
19-08-10, 04:53
Mein LI meint, dass das wirklich so war !!! http://forums.ubi.com/images/smilies/16x16_smiley-mad.gif
Ich habe ihm gesagt, dass das SH3 dies gar nicht hergibt, aber er glaubt mir nicht.
Deshalb ist das schon o.k. so.
Wie hast du es schon einmal so ähnlich formuliert : Es ist ja sowie geschichtlich korrekt. Letzlich verhält es sich aber wie bei deinem Auslaufen mit E-Maschinen.
http://forums.ubi.com/images/smilies/16x16_smiley-wink.gif

Soni2
19-08-10, 05:08
Solche Details und "Ausschmückungen" sind wie das Salz in der Suppe. Wenn wir uns ausschließlich auf das Beschränken würden, was SH3 hergibt, würden die Berichte wohl um einiges "steriler" und weniger lebensecht wirken.

Trotzdem Schade. Das mit der Ölspur wäre ein nettes "Feature" gewesen ...

Tommel1965
20-08-10, 02:31
Dienstag, 27.Januar 1943
04.00 Wachwechsel auf der Brücke. Beide Diesel gehen mit Umdrehungen für zwo-zehn knoten.
Batterien sind voll, fast alle Schäden beseitigt.LI hat noch mal rangeklotzt und auch das undichte Wellenlager wieder hinbekommen. Stopfbuchsen auch alle wieder dicht. Wir ziehen keinen Ölfilm mehr hinter uns her, der Bunker ist ja auch leer. Geschütz ist definitiv hin, und auch der Treibölverlust macht mir immer noch Sorgen. Wir haben es mehrfach gekoppelt, und unser neuer Kurs sollte uns mit ein paar Stunden Reserve zurück nach Lorient bringen.
ich übernehme selbst die Wache ab 04.00 und genieße die frische Seeluft. Ein leichter Wind kommt aus südwest, 2-3 vielleicht, sternenklare Nacht, relativ ruhige See.
09.00 Besprechung mit IWO und IIWO, LI und dem Ersten. Wir diskutieren die Fliegerproblematik.
Die Meinungen gehen auseinander.
Meinen ursprünglichen Plan, die Biskaja südlich entlang der nord-spanischen Küste zu passieren, hat sich nun auf Grund der Brennstofflage erledigt. Wir müssen gerade durch, ob wir wollen oder nicht. Da das mit dem Bombenwerfen ja zu unserem Glück noch nicht so klappt, beschließen wir, das Risiko einzugehen.
Ich werde noch Tauchtests machen, damit wir wissen, wie tief wir runter könnnen.
IWO wird mit der Flakbesatzung intensives Training machen, um hier noch besser zu werden.
Ich denke darüber nach, wieder auf ein TypVII-Boot umzusteigen. Habe einen sehr guten Draht zum FdU West und außerdem ist mir noch einen Gefallen schuldig. Aber ich bin nir noch sicher, was ich am besten tue. In den Weiten der Meere herumschippern und Einzelfahrer suchen, ist auch nett. Es wird halt auch vor England und in der Gegend Irland immer heißer.
Mein LI meint, dass der Einbau eines Schnorchels bei IX-Booten nicht einfach ist und daher VII-Boote bevorzugt werden.
Na, schaun wir mal.
15.30 Wir gehen per Alarmtauchen in die Tiefe. zunächst auf 50m. Alles dicht. Dann gehen wir tiefer. Bis 150m. Immer noch alles gut. Jetzt will ich es wissen. Neue Tiefe 200m, und... Boot macht das mit. Fast werde ich sentimental.
Der LI durchkämmt mit seinen Stokern jede noch so kleine Ecke des Boots und prüft alle Systeme.
Alles gut. Wir tauchen auf.
18.00 Radar meldet Kontakt in Richtung 300°, Entfernung ungefähr 30sm.
GHG meldet mehrere Kontakte in der Richtung. Maat Löptin meint, es handelt sich um mindestens 4 Schiffe, davon 2 mit mehreren Schrauben, er denkt dabei an Linienschiffe.
Könnten es Truppentransporter sein, vielleicht mit Sicherung ? Das lasse ich mir nicht entgehen. Der LI wird mich umbringen, wenn wir AK gehen, aber wir müssen angasen, denn der Verband läuft mit 14 knoten. Das müssen wir rankommen. Befehl : Beide Diesel große Fahrt, 18 knoten gehen. Wir holen auf, parallel zum Kurs des Verbands.
20.00 haben nun den Verband in backbord, Entfernung noch 10sm. Lasse weiter vorsetzten.
21.00 Wir drehen 80° nach backbord und laufen nun auf den Verband. Er zackt nicht, sondern ist sich seiner Sache sehr sicher. Das Wetter ist mittlerweile nicht mehr so schön, kabbelige See und leichter nebel. Ganz gut für uns. Außerdem wird es gleich dunkel.
21.50 Wir sind auf fast 5 sm ran. Mich laust der Affe. In backbord voraus läuft ein Zerstörer mit 14 knoten, Abstand 4 sm, rechts davon ein graugepöntes Linienschiff, mindestens 16000BRT, 3 Grad weiter steuerbord eine 2. Pott, genau die gleiche Größe, ein Linienschiff als Truppentransporter umgebaut, auch mindestens 15.000BRT. Ein 4. Schiff, der 3.Zerstörer, läuft hinter dem Verband, genau auf der uns gegenüberliegenden Seite des Verbandes, Abstand zu dem fast 5 sm.
Lasse UZO auf Brücke kommen und beginne mit dem Anlauf. Und immer den Zerstörer auf backbord im Blick. Bisher sieht er uns nicht. Auch so Penner. Wahrscheinlich ein Ammi, die haben es noch nicht so drauf.
Entfernung zum Ziel nun nur noch 3000m, gehe mit Alarm auf Tiefe. Sehrrohrtiefe, beide E-Maschinen AK
22.20 Haben nun optmale Schussreichweite erreicht. Zerstörer hat uns wohl bemerkt.
Fächerschüsse aus Rohr 1 bis 4, 1&2 auf den hinteren, 3&4 auf den vorderen Pott. Rohr 1-4 klar, Rohr 1-2 los, Rohr 3-4 los.
Es knallt oben. Der Zerstörer feuert in unsere Richtung. Jetzt wird es aber Zeit. Alarm, neue Tiefe 60m, Ruder 3 Strich steurbord. neuer Kurs wird 235.
Torpedotreffer, 20 s. später der 2., nach weiteren 45 sekunden der 3., das wars. Der 4. muss ein Versager sein. Oder ich habe daneben geschossen. Frage an GHG, was passiert da oben. Beide Pötte haben gestoppt. Einer sinkt, die Schotten brechen. Die lauten, gurgelnden Geräusche und das Knartzen und Brechen von Stahl kennen wir.
Der Zerstörer kommt auf aus Richtung bckbord. Entfernung unter 500m, der andere umläuft die Pötte und kommt in unsere Richtung. Ich habe einen Plan. Wir steurn unter dem Pott durch. Das schaffen wir, wenn wir auf 6 knoten gehen.
Zerstörer wirft Bomben, aber achtern aus.
Wir durchlaufen den sinkenden Truppentransporter, die Zerstörer finden uns nicht. Wie geil ist das denn.
Befehl: Sehrrohrtiefe, Heckrohre klar zum Unterwasserschuss. Muss mir das anschauen. Und tatsächlich, Beide Pötte sinken, einer ist fast weg, der 2. liegt auf seiner backbordseite gestoppt und kränkt mindestens 20°.
Die Zerstörer suchen uns nun auf der falschen Seite.
Rohr 5 Fertig zum Fangschuss auf 2. Pott. Rohr 5 - los.
Zeieh Spargel ein und wir gehen mit Schleichfahrt auf Tiefe 100m.
Erstmal ein wenig Abstand gewinnen.
Wir müssen uns ja noch mit den Zerstörern befassen, die uns nun ans Leder gehen werden.
23.50 Bisher laufen wir unbehelligt mit 3 knoten ab.Sehrohrtiefe. Kurz mal schauen. Beide Pötte sind abgesoffen. Grausames Szenario, aber es ist halt Krieg. Uns kann es auch jederzeit selbst erwischen. Hunderte Menschen im Wasser. Rettungsboote überall.
Gehen wieder auf Tiefe.
GHG meldet, zerstörer kommen näher. Gleich geht es los. Sie werden uns jagen. Neuer Kurs 250, LI, tiefer auf 150m.

KptLt Tommel
U 537

Tommel1965
23-08-10, 02:05
Mittwoch, 28.Januar 1943
01.00 Die Zerstörer haben uns am Wickel. 2 Stück ziehen ihre Kreise, ASDIC hat uns fest im Griff. Das übliche Katz und Maus-Spiel. Zerstörer läuft an, dann kommen er uns zu nah und verliert uns aus der Ortung, wir gehen sofort AK, mit 10 Strich backbord, er wirft WaBos, die uns aber nicht mehr direkt erwischen.
02.00 Ein 3. Zerstörer ist mittlerweile da, ein 4. kommmt aus Richtung 130° auf uns zu, Entfernung noch 5000m. LI: tiefer. WIr gehen auf 200m, beide kleinste Fahrt, Schleichfahrt.
Neuer Anlauf in Dfarslinie. Sie werfen Wasserbomben über Wasserbomben. Es schüttelt uns gewaltig durch, aber das Boot hält.
08.00 Nach mehrstündiger WaBo-Verfolgung konnten wir uns ein wenig absetzen. Die Zeris suchen achteraus in 2000m Entfernung, ziehen ihre Kreise, werfen Schreckbomben und haben uns klar verloren.
Wir zacken nochmals nach steurbord und entfernen uns immer weiter.
14.00 nach nunmehr 14 Stunden unter Wasser tauchen wir auf. Die Zerstörer sind nicht mehr zu sehen, das GHG hört sie in 12 sm Entfernung.
Nach einem Rundumblick tauchen wir auf.
Beide Diesel halbe voraus, Batterien aufladen, Wunden lecken, Berichte schreiben, Dienstbesprechung mit IWO,IIWO,LI und dem Smadding.
20.06 ALARM , Flugzeug aus 230°, Radarkontakt, Entfernung groß, gehen sofort auf Tiefe.10 Strich backbord, neuer Kurs wird 045, Ruder kommt auf, gut so.
20.07 Mehrere Bomber, 3-4, Typ Lancaster, wo kommen die denn her ??? Eigentlich stehen wir zu weit ab von einer Alliierten Basis. Wir sind gerade auf 15m, da fallen die ersten Bomben, bei 20m ganze Bombenteppiche. Neue Tiefe 50m.
23.50 Sind immer noch getaucht. Bomber kreisen noch immer irgendwo da oben. Hoffentlich führen sie keine Überwassereinheiten heran, die uns dann fertig machen. Batteriekapa liegt bei ungefähr 60%.
Wir zöckeln mit 3 knoten weiter Richtung Heimat, allerdings zur Zeit als Gejagte, gehetzt von einer übermächtigen Meute.
Gut, verstehe ich ja auch, das die Tommies sauer sind, wir haben ihnen ja auch mächtig Feuer gemacht.

KptLt Tommel
U 537

Tommel1965
24-08-10, 06:33
Donnerstag, 29.Januar 1943
05.00 Sind immer noch getaucht. Bei 3 knoten sind wir ja auch nicht wirklich weit gekommen. Knapp 16 sm konnten wir machen. Batterie liegt bei 30%, ich lasse auf Sehrrohrtiefe anblasen.
Riskiere einen Rundumblick im Luftzielsehrohr.
nichts zusehen. Aber aus Erfahrung weiss ich, dass das nichts heißt.
Befehl zum Auftauchen. Radar einschalten. Es gibt uns vielleicht die entscheidenen Seemeilen Abstand, um doch noch früh genug wieder in den Keller zu können.
07.30 ALARM Flieger aus Richtung 120°, Abstand groß, kommen schnell näher.
Boot schort in die Tiefe. 10m gehen durch, als unser horcher die ersten Bomben meldet. Das heißt, unser Arsch ist noch oben. Na, dann wollen wir mal wieder hoffen, dass die da oben immer noch nicht zielen können. Und siehe da, sie haben es immer noch nicht gelernt.
Bomben überall, nur nicht auf uns.
Mal wieder Glück gehabt. 20 m gehen durch.
Gehen mit AK in die Tiefe, 10 Strich backbord, neuer Kurs 30°, Ruder kommt auf, gut so.
neue Tiefe 60m, Boot pendelt durch.
LI meldet, das Wellenlager wieder undicht ist. Es war halt nur behelfsmäßig repariert.
Lenzpumpe läuft. Hoffentlich kommt jeztzt kein Zerstörer.
Der Li und seine stoker klotzen ran, um die Welle abzudichten. DIe Lenzpumpe muss aus sein, falls ein Zerstörer doch noch kommt.
12.00 Bisher alles ruhig da oben. Batterien sind schon wieder runter auf unter 50%.
Wir warten mit dem Auftauchen.
15.00 LI meldet: Welledichtung wieder dicht.
Na, wenigstens was.
20.15 Gebe Befehl zum Auftauchen. Vorher Rundumblick auf Sehrohrtiefe.
22.00 ALARM Flieger aus Richtung 60°.
Gehen wieder auf Tiefe, Batterien haben knapp 70%, sollte reichen, wenn wir mit kleinster Fahrt gehen.
Kontakt waren mehrere Bomber, Typ Lancaster.
Wir haben es diesmal etwas besser geschafft.
Die Wasserbomben haben uns nicht erreicht. Aber die Bomber haben geworfen, was das Zeug hält.
nur eine Frage bleibt unbeantwortet : Wie schaffen es die Hunde, uns zu bemerken ? Das Wetter ist schlecht, die Wolkendecke sehr niedrig bei leichtem Nebel. Die See geht sehr kabbelig, Wind 15m/s. und trotzdem orten Sie uns offensichtlich. und vor allem: sie fliegen halt auch bei diesem Sauwetter.
Na gut, wie immer, wir sind mal wieder im Keller.
23.50 Wir sind immer noch getaucht bei einer Tiefe von 70m, hier bleiben auch erstmal so lange es geht.
Mache mir zunehmend Sorgen. Wenn das so weiter geht, kommen wir nicht mehr in einem Stück nach StNazaire.
Ich denke nach über meine zukünftige Taktik diesbezüglich. Viele Gedanken gehen mir durch den Kopf: Wechsel des Bootes auf VII, mehr Druck machen beim nachrüsten dieses neuen Schnorchels, Einfach weiter weg in den Südatlantik und auf Einzelfahrer gehen, oder habe ich taktisch etwas übersehen, mache ich einen Fehler. Ich beschließe, beim nächsten Fliegerangriff die Flak, sofern das Wetter das mitmacht, zu bestetzen, und diese Bastarde vom Himmel zu holen. Immerhin habe ich hierfür mehrere super Leute an Bord.

Ich mache wie üblich meine KTB-Eintragungen und lege mich in meinem Schapp aus Ohr.
Zur Ruhe komme ich allerdings nicht wirklich.

KptLt Tommel
U 537

Tommel1965
25-08-10, 02:09
Sonntag, 01.Februar 1943
07.00 Wir sind nun nach 3 Tagen dem Gegner entkommen. Nachdem wir fast den ganzen Freitag unter Wasser geblieben sind und dann mit leer genuckelten Batterien in der nacht aufgetaucht sind, konnten wir mir großer Fahrt unserem Kurs folgen und Raum zwischen dem Ort unserer letzen Sichtung durch die Bomber und uns bringen.
Wir mussten insgesamt 8 mal vor Fliegern tauchen. Der von mir geplante Flakeinsatz war wegen schlechten Wetters nicht durchführbar.
09.00 Befehl zum Tauchen. Weg von der Oberfläche. neue Tiefe 50m. Beide kleine Fahrt voraus.
10.00 Besprechung mit IWO, IIWO, LI.
Thema Flieger.
"Meine Herrn, ich glaube, dass ich die Ursache unserer ständigen Miesere mit den Mistbienen gefunden habe"
Ich habe, auch im Zusammenhang eines Funkspruchs mit U48, die Vermutung, dass unsere Funkspruche von den Briten mittlerweile entschlüsselt werden können. Der BdU glaubt daran immer noch nicht, aber ich bin zu dieser festen Überzeugung gekommen. Und die Briten können uns mittlerweile hervorragend einpeilen, auch wenn der FT noch so kurz ist.
Ich behalte seit nunmehr 3 Tagen absolute Funkstille. Und siehe da, ich habe den Eindruck, dass wir mehr und mehr in Ruhe gelassen werden.
Gestern nachmittag ein Lancaster-Bomber, aber der hat uns nicht gesucht, sondern war auf Rückflug von irgendwo her.Er hatte keine Bomben mehr. SOllte meine Vermutung sich beahrheiten, gibts hierzu viel Gesprächthema nach unserer Rückkehr.
Befehl an Funkmaat : Keine Funksprüche mehr absetzten. Auf Standortanfrage FdU keine Meldung funken.
16.00 Weit ist es nicht mehr nach St.Nazaire.
Es ist auch gut so, immer noch haben wir achtern ein Leckproblem an den Wellendichtungen. Nun ist die Steuerbordwellendichtung auch betroffen. Vielleicht doch ein Fall von Sabotage durch einige Werftarbeiter, die der Resistance näher sind, als wir meinen. Man hört über diese Dinge sehr viel. Der LI meint, dass uns das natürlich auf Dauer bei einer Auseinandersetzung mit Zerstörern Probleme machen wird. Regelmäßig muss die Lenzpumpe laufen.
23.50 Hatten die letzten 3 Tage keinen Schiffsverkehr mehr. Die reinste Bäderreise.Der ständig wechselnde Rythmus zwischen aufgetaucht Batterienladen und tagsüber getaucht bleiben, ohne jeden Schiffskontakt, ist ermüdend.
Ich werde mir für unsere nächste FF, egal wo sie uns hinführt, eine komplett neue Taktik überlegen. Der IWO ist hier zu 100% ebenfalls meiner Meinung. Ich schätze ihn als Fachmann und Freund sehr. Wir kennen uns bekanntlich ja schon sehr lnge.
Unsere Position ist ca 300sm westlich, sowie 200sm nördlich der Nord-Westspitze Spaniens.
Befehl an Navigator : Kursänderung, Ruder 3 Strich steurbord, neuer Kurs wird 130°.
Ich steuere die Küste Nord-Spaniens an. Wir werden uns, aufgetaucht im Scvhutze der Dunkelheit, tagsüber getaucht, im Abstand von maximal 50sm, die Küste entlang schleichen.
So kommen wir auch nach St.Nazaire.
LL hat mir für diesen kleinen Umweg grünes Licht gegeben. Der Öl-Vorrat reicht. Ein Vorteil unseres IX-Bootes. Wir haben von allem halt etwas mehr an Bord.

Ich verdrücke mich in mein Kabuff und mache meine KTB-Eintragungen. Entfernt höre ich das leise Surren der Lenzpumpe.
Ich gebe Befehl zum auftauchen. Wir müssen unsere Batterien aufladen. Halt unser neuer Rythmus der letzten Tage.

KptLt Tommel
U 537

MCHALO12
25-08-10, 15:47
An: U537
Von: U99

K an K

Nach 7 Stunden Ak-Fahrt Fühlung zu HX-Geleit bei rauer See und schlechter Sicht. Versenke Tanker und Frachtschiff bei Überwasserangriff, zusammen 20 000 t. Zum Tauchen gezwungen, Wasserbomben, keine Ausfälle. Torpedos nachgeladen, stosse überwasser AK nach um noch in Dunkelheit erneut zum Angriff zu kommen.

Gute Heimreise!

Tommel1965
26-08-10, 10:51
Mittwoch, 04.Februar 1943
Süd-Biskaja
01.00 Nachdem wir dem neuen Süd-Ost Kurs gefolgt sind, haben wir uns im Abstand von rund 40 sm an der Nord-Küste Spaniens entlang geschlichen. Weit und Breit kein Feind zu sehen. Der Himmel ist absolut frei von Bienen, obwohl das Wetter seit 48 Stunden mit sternklarem Himmel und ruhiger See. Die Taktik scheint tatsächlich aufzugehen. Unser Radargerät ist ausgeschaltet und wir halten uns immer noch an meinem Befehl, nicht zu funken.
02.30 Nachdem wir nun auf Nordkurs eingeschwenkt haben, haben wir es nicht mehr weit. Die achteren Wellendichtungen machen immer noch Wasser. Der Einbruch wird auch immer stärker. Warum ist uns völlig unklar. Selbst der LI ist mit seinem Latein am Ende.
07.00 Wir haben noch 100sm bis St.Nazaire.
KONTAKT-Meldung von der Brücke. Ich entere auf.
Der IWO zeigt in Richtung 11.00. Entfernung noch über 8000m. Ein Küstenschiff oder etwas ähnliches.
07.20 Unser Kontakt hat sich als ein kleiner Frachter unter deutscher Flagge geoutet. Zur Sicherheit haben wir ES geschossen. er hat erwidert, und wir haben ihn seines Weges ziehen lassen. Zur Sicherheit habe ich Befehl zum tauchen gegeben. Wir gehen auf 25m, und nicht irgendwo auf eine Sandbank zu laufen.
14.00 Auftauchen.
Wir stehen noch knapp 70 sm südlich von St.Nazaire.
Befehl: Beide Diesel volle voraus. Wir laufen mit 15 knoten nach Norden. Die reinste Bäderfahrt.
18.20 St.Nazaire kommt in Sicht. Wir funken.
Ein Mienensucher fängt uns auf und eskortiert uns die letzten 8 sm.
Ich nutze die Gelegenheit und funke an U99.
Um genau 19.30 legen wir im U-Boot Bunker an.
Die Maschinen stehen.
Wir haben es geschafft.
Es gibt für alle das übliche Einlaufbier und irgendwie ist man doch erleichtert. http://www.ubisoft.de/smileys/37.gif
Schon gehen mir wieder meine vielen unzähligen Gedanken durch den Kopf: Die Flieger, die Funksprüche, unsere Einpeilung durch die Briten, können sie unseren Funk entschlüsseln? Behalte ich unser Boot doch ? Die Manschaft ist mir schon ziemlich ans Herz gewachsen.
Ich werde mich auch für meine Funkstille rechtfertigen müssen beim FdU.
Aber unsere Versenkungserfolge werden eine deutliche Sprache sprechen. 93000 BRT. Wenn ich nicht schon das RK hätte. Vielleicht gibt ein paar extra Tage Urlaub.
Ein Läufer mit Befehlen vom Kapitän der Flotille
übergibt mir einen Befehl.
Meldung morgen früh um 0800 bei KorvKpt Sohler.
Ich kenne ihn auch schon länger. Er ist fair und gerecht, aber ein herter Bursche.
Antreten der Manschaft an Deck um 21.00.
Ich gebe der Mannschaft Ausgang bis morgen früh 07.00.
Befehl: Antreten der Manschaft morgen frühvor dem Unterkunftsgebäude 7 um 09.00. Wachmanschaft und der LI bleibt an Bord. Auch der Smut bleibt an Bord. Er hat noch einiges zu tun, wie er sagt.

Ich schaue mir nochmal den Funkspruch an, den ich an U99 gesendte habe.
Hoffentlich kommen die jungs auch heil nach Lorient.

F U N K S P R U C H

AN: U 99
K zu K

--- gute Jagd ---
--- und passt auf euch auf ---
--- Ebenfalls gute Heimreise ---
ENDE

U 537

Soni2
27-08-10, 03:50
An: U537
Von: U48

K an K

Gratuliere zur glücklichen Rückkehr. Befürchteten schon 3-Sterne Meldung.

Tommel1965
30-08-10, 05:30
Donnerstag, 05. Februar 1943
08.00 Habe mich wie befohlen beim Chef gemeldet.
Wir haben über meine Vermutungen zu dem Funkproblem gesprochen. Nun, er kann ja auch nichts machen. Der BdU sieht dieses Problem wohl so nicht.
Wir diskutieren noch die ein oder anderen Sachen. Vor allem geht es auch um die Schäden am Boot und den folgenden Auftrag, der uns spannender Weise in ein Seegebiet bringen wird, wo es vor US-Amerikanern nur so wimmeln wird.
09.00 Antreten der gesamten Mannschaft vor dem Unterkunftsgebäude.
Ich halte eine kurze Ansprache und schicke die Männer dann in den wohlverdienten Heimaturlaub.
Unser neuer Dienstbeginn ist erst wieder in über 4 Wochen, am Freitag, 06.März 43
Ich teile die Urlaubsscheine aus, gebe noch den ein oder anderen Tip, wie man nun am besten nach Hause kommt und lasse die Mannschaft bis auf die Offiziere in den Urlaub wegtreten.
10.00 mit den Offizieren und dem LI bespreche ich noch das ein oder andere.
Der LI bleibt noch die nächsten 3 Tage hier vor Ort, um mit den Werftgrannis die Dinge zu besprechen, die zu tun sind.

Ich habe mich entschieden, das Boot nicht abzugeben, sondern mich den Aufgaben zu stellen.
Aber ich werde beim BdU in Berlin vorbeischauen. Ich möchte mit ihm persönlich über das Funkproblem reden. Erst danach werde ich in nach Hause ins Sauerland fahren.
Nach einem kurzen Telefonat mit meiner Frau über die Dienstleitung (hat mir der Chef so ermöglicht, anders ist kein Durchkommen nach Deutschland ) packe ich meine Sachen, schmeiße mich in den großem Diener, lege das Lametta an und mache mich auf den Weg nach Berlin.

KptLt Tommel
U 537