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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie lief ein Geleitzug Angriff 1944/45 ab?



Ruhe_im_Puff
18-09-07, 06:45
Hi!

Ich schon hab folgende interessante infos aufgabeln koennen:

Am 18.02.1944 hatte U 264 seine vorgesehene Position in einem Suchtreifen mehrerer U-Boote eingenommen. Aufgabe war, einen von Westen kommenden Konvoi etwa im Seegebiet um 48?30'N-21?30'W zu finden und anzugreifen. Zur Suche des Geleits sollten deutsche Fernaufklärer von Bordeaux aus eingesetzt werden. Die etwa 20 U-Boote, die für die geplante Konvoi-Operation vorgesehen waren, erhielten Anweisung vom B.d.U., sich nach Erreichen der zugewiesenen Position im Aufklärungsstreifen bis 18.02.1944 - 18:00 Uhr bei Tgae nicht über Wasser aufzuhalten. Um 18:00 Uhr sollten alle Boote auftauchen uhnd versuchen, den Konvoi zu finden. Ausdrücklich wurde befohlen, dass die U-Boote von diesem Zeitpunkt ab, bei eventuellen Flugzeugangriffen nicht mehr tauchen dürfen, sondern aufgetaucht bleiben und den Angriff mit dem Flak-Waffen abwehren sollten. U 264 hatte die Position im Suchstreifen bereits am 18.02.1944 morgens erreicht und stand getaucht in dem befohlenen Seegebiet. Gegen 09:00 Uhr wurden Schraubengeräusche imk Horchgerät festgestellt. Das Boot, das in etwa 80 Metern Tiefe stand, ging auf Sehrohrtiefe, wurde jedoch von einem "Asdic"-Gerät erfaßt und mit einer Serie Wasserbomben belegt.



Gegen 04:00 Uhr wurde mit dem Funkpeiler ein Peilsignal einer deutschen FEraufklärung-Maschine, die den Geleitzug gefunden hatte, aufgenomen. Der Geleitzug musste nach Peilung östlich oder westlich von U 264 stehen. Eine Seitenbestimmung mit dem Funkpeiler war wegen der sehr großen Lautstärke der aufgenommenen Peilsignale nicht möglich. Wir mussten also sehr nahe beim Geleitzug stehen. U 264 lief mit Höchstfahrt in dieser Richtung, da der Konvoi dort vermutet wurde. Kurz darauf wurde in westlicher Richtung eine von einem deutschen Fernaufklärer abgefeuerte Fühlungshalter-Rakete gesichtet. Die Kennung dieser Raketen war den an den Operationen beteiligten U-Booten vorher mitgeteilt worden. Um 05:30 Uhr kam bei mäßiger Sicht, aber noch sehr großer Dunkelheit ein Zerstöer mit hoher Fahrt in Sicht, der genau Kurs auf U 264 nahm.


Allerding hab ich noch folgende Fragen:

Haben die Boote eigentlich beim Angriff versucht den Abwehrschirm der Eskorten zu durchbrechen um nahe ran zu kommen? Haetten sie dabei das Sehrohr benutzt, um die Eskorten zu beobachten?

Oder haette man einfach aus Grosser Distanz (8000m) auf teufel komm raus ein paar FAT oder LuT abgefeuert?


Waere dankbar wenn jemand mir ein paar details geben koennte wie das so ablief. http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif

Ruhe_im_Puff
18-09-07, 06:45
Hi!

Ich schon hab folgende interessante infos aufgabeln koennen:

Am 18.02.1944 hatte U 264 seine vorgesehene Position in einem Suchtreifen mehrerer U-Boote eingenommen. Aufgabe war, einen von Westen kommenden Konvoi etwa im Seegebiet um 48?30'N-21?30'W zu finden und anzugreifen. Zur Suche des Geleits sollten deutsche Fernaufklärer von Bordeaux aus eingesetzt werden. Die etwa 20 U-Boote, die für die geplante Konvoi-Operation vorgesehen waren, erhielten Anweisung vom B.d.U., sich nach Erreichen der zugewiesenen Position im Aufklärungsstreifen bis 18.02.1944 - 18:00 Uhr bei Tgae nicht über Wasser aufzuhalten. Um 18:00 Uhr sollten alle Boote auftauchen uhnd versuchen, den Konvoi zu finden. Ausdrücklich wurde befohlen, dass die U-Boote von diesem Zeitpunkt ab, bei eventuellen Flugzeugangriffen nicht mehr tauchen dürfen, sondern aufgetaucht bleiben und den Angriff mit dem Flak-Waffen abwehren sollten. U 264 hatte die Position im Suchstreifen bereits am 18.02.1944 morgens erreicht und stand getaucht in dem befohlenen Seegebiet. Gegen 09:00 Uhr wurden Schraubengeräusche imk Horchgerät festgestellt. Das Boot, das in etwa 80 Metern Tiefe stand, ging auf Sehrohrtiefe, wurde jedoch von einem "Asdic"-Gerät erfaßt und mit einer Serie Wasserbomben belegt.



Gegen 04:00 Uhr wurde mit dem Funkpeiler ein Peilsignal einer deutschen FEraufklärung-Maschine, die den Geleitzug gefunden hatte, aufgenomen. Der Geleitzug musste nach Peilung östlich oder westlich von U 264 stehen. Eine Seitenbestimmung mit dem Funkpeiler war wegen der sehr großen Lautstärke der aufgenommenen Peilsignale nicht möglich. Wir mussten also sehr nahe beim Geleitzug stehen. U 264 lief mit Höchstfahrt in dieser Richtung, da der Konvoi dort vermutet wurde. Kurz darauf wurde in westlicher Richtung eine von einem deutschen Fernaufklärer abgefeuerte Fühlungshalter-Rakete gesichtet. Die Kennung dieser Raketen war den an den Operationen beteiligten U-Booten vorher mitgeteilt worden. Um 05:30 Uhr kam bei mäßiger Sicht, aber noch sehr großer Dunkelheit ein Zerstöer mit hoher Fahrt in Sicht, der genau Kurs auf U 264 nahm.


Allerding hab ich noch folgende Fragen:

Haben die Boote eigentlich beim Angriff versucht den Abwehrschirm der Eskorten zu durchbrechen um nahe ran zu kommen? Haetten sie dabei das Sehrohr benutzt, um die Eskorten zu beobachten?

Oder haette man einfach aus Grosser Distanz (8000m) auf teufel komm raus ein paar FAT oder LuT abgefeuert?


Waere dankbar wenn jemand mir ein paar details geben koennte wie das so ablief. http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif

FliegenderFisch
18-09-07, 07:18
...

das glaubst du doch nicht wirklich oder? ich will nicht bezweifeln, dass einige es auf zufall probiert haben. gerade die jüngeren dürften ihre fats und luts vielleicht mal so "reingeballert" haben. aber eigentlich war die strategie sich in den konvoi "einsacken" zu lassen, um dann die schiffe aus nächster nähe anzugreifen. die durchschn. abschussentfernung lag bei 800m - 1000m.

aber gegen ende des krieges wurden die meisten boote schon vorher "abgedrängt", so dass es kaum mehr zu geleitzugangriffen kam. das lag auch an der verstärkten luftsicherung. immerhin hatte nachher fast jeder konvoi seinen eigenen kleinen "flugzeugträger" dabei, dessen maschinen nahsicherung flogen und uboote schon auf weite entfernung vor dem konvoi orteten (radar) und unter wasser zwangen. dann wurden die eskorten oder eine in der nähe befindliche "killer-group" (speziell zur uboot-abwehr geformte kommando-einheiten, die entlang der konvoirouten patroullierten) herangelotst, was für viele boote das sichere ende bedeutete. ganz einfach weil die allierten mit ihren killer-groups, flugsicherung, etc. technisch und zahlenmässig überlegen waren. dazu kam das knacken fast jeden ft´s der deutschen uboote durch das abwehrprogramm "ultra" (decodieren der deutschen enigma-chiffrierung)

tja. so war das gegen 1944/45...jede feindfahrt eine nahezu sicheres todesurteil.

Ruhe_im_Puff
18-09-07, 07:41
Hi!

Danke fuer deine Antwort! http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif
Also wurde wohl nur noch getaucht angegriffen?
Wie genau lief denn das ''einsacken'' ab? Auf grosser tiefe oder auf Periskoptiefe damit man ab und zu mal die Lage checken konnte?

Wenn die allierten sogar schon das Sehrohr mit Radar orten konnten....

hmmm... Fragen ueber Fragen http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif

UTB-U26
18-09-07, 08:11
Hallo,

In Großer Tiefe,

Einer der Bekanntesten Uboot Kommandaten war Otto Kretschmer, der dieses "ABSACKEN" / mit dem konvoi mitschwimmen anwendet, wenn man erst mal im Konvoi drin war, hat man leichtes spiel, das Uboot kann sehr schlecht erkannt werden, ( wegen den vielen schrauben geräuschen/ zuviele schiffe waren in der Nähe) und schon gings los, was wiederum schwer war , war es aus dem Konvoi wieder rauszukommen....

UTB-U26
18-09-07, 08:15
Kannst mich ja mal in icq adden 195801880

beerwish
18-09-07, 14:28
Soweit ich mich an diverse Berichte erinnere war es 44/45 Selbstmord aufgetaucht anzugreifen. Wegen der fast lückenlosen Luftüberwachung im Nordatlantik war es auch fast unmöglich einen Konvoi aufgetaucht zu überholen. Fühlungshalter und Rudeltaktik gab es auch nicht mehr. Man musste also Glück haben und aus den wenigen Meldungen andere Boote, Flugzeuge oder der Funkaufklärung eine Position vor einem Konvoi zu besetzen der dann zufällig an der richtigen Stelle vorbeikam. Getaucht konnte man bestenfalls vorsichtig korrigieren. Zackte der Konvoi war die Chance verpasst.

Zu der Zeit durfte man froh sein, wenn man aus irgend einer größeren Entfernung überhaupt einigermaßen gezielt auf den Konvoi schießen konnte. Deshalb brauchte man ja die FAT-Torpedos.

Kretschmer ist noch aufgetaucht in den Konvoi gefahren, weil U-Boote bei Dunkelheit praktisch unsichtbar waren. 1941 wurde er aber auch versenkt. Später wurde viel häufiger aus 2000-3000 Meter Entfernung auf überlappende Ziele geschossen. Ab 44/45 gab es kaum noch Versenkungen (außer U-Boote, die wurden viel versenkt).