PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : UBoot sinkverhalten nu aber mal Fakten



Calari
04-04-05, 06:23
... also in zig Threads läuft die Diskussion wie jetzt ein UBoot bei zuviel Tiefe implodiert oder nicht.

Und jetzt wollt ich es auch mal genau wissen.
Mein Opa (89) war Maschinist auf einem deutschen UBoot und hat selber zwar (Gott sei dank) nie eine Versenkung miterlebt, hat aber die nötigen Infos aus seiner "Marineschulzeit".

Und dort wurde den Jungs folgendes beigebracht.
Wenn ein UBoot sinkt gibt es verschiedene Szenarien die eintreffen.
Punkt 1 und damit nehm ich mal Bezug auf ein Posting welches ich hier irgendwo steht.
Ein UBoot ist nicht mit einem Ei zu vergleichen.
Ein Ei ist ein kompl. gleich geschlossener Köper.
Ein UBoot besteht aus verschiedenen Schweissnähten.

So nu mal zum Verhalten und was passiert.
Zu 90% kommt der erste Wassereinbruch über das Seerohr, denn dort ist die "Verbindung" von innen nach aussen am schwierigsten.
Wenn das Wasser durch das Seerohr bzw. die Druckverbindung kommt, bliebe noch Zeit aufzutauchen. Das dann aber so schnell wie möglich da ein Wassereinbruch expotentiell "schneller" wird.

Dann kommt der nächste Einbruch über die Antriebswellen. Ebenfalls wegen der "Verbindung"
innen und aussen.
Wenn das passiert kommt die Meldung:
Ruder und Antrieb ausgefallen.
Denn die Hydraulik und der ganze Apparat zur Steuerung des Bootes ist damit hops.
Folge nix geht mehr und das Boot ist definitiv hops. "Einfaches" ausblasen wird das Boot dann auch nur noch schwer retten, denn wenn einmal Wasser eindringt dann ist nicht viel mit reparieren.

Als nächstes kommt der Einbruch über die Torpedorohre.
Und wenn das passiert war es das zu 100%.
Zum einen könnte man da nur gegen halten wenn man mit Fahrt auftaucht. Dann würde sich der Druck auf die Klappen aber noch mehr erhöhen und das Boot würde noch schneller vollaufen.

Zu defekten Lichtern usw.
Wusste mein Opa nicht mehr genau, wenn wüsste er nur vom Ausfall der Lichter. Explodierende Glühlampen ... ich glaub da hab ich ihm zum ersten mal von erzählt.

Defekte Anzeigen für Tiefe usw.
Ist ihm auch nicht bekannt ... kann ja sein das jemand von euch dazu noch was findet.

So weit die Infos die ich noch aus erster Hand besorgen konnte.
Wie gesagt auf alles weiss er leider auch keine Antwort, weil er erstens nicht mehr der Jüngste ist http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif und zum anderen nie versenkt wurde.
Naja zumindest nicht auf See, aber das ist eine andere Geschichte.

Fazit für mich, ein UBoot ist nicht einfach "zack" weg und das wars. Ein wenig reaktionszeit hat man schon.
Um also den Bezug auf ein Ei zu haben müsste man um die verschiedenen Schwachstellen zu übertragen einige Vertiefungen in das Ei bohren.
Was dann Periskop, Antrieb usw. darstellt.
Also nicht ganz durch bohren aber schon etwas rein.
Dann hätte man ungefähr den Vergleich. Und dann würde das Ei auch über diese "Schwachstellen" als erstes undicht werden.
Ebenso folglich implodierten die wenigsten UBoote sondern die meinsten liefen voll Wasser und gingen unter.

Calari
04-04-05, 06:23
... also in zig Threads läuft die Diskussion wie jetzt ein UBoot bei zuviel Tiefe implodiert oder nicht.

Und jetzt wollt ich es auch mal genau wissen.
Mein Opa (89) war Maschinist auf einem deutschen UBoot und hat selber zwar (Gott sei dank) nie eine Versenkung miterlebt, hat aber die nötigen Infos aus seiner "Marineschulzeit".

Und dort wurde den Jungs folgendes beigebracht.
Wenn ein UBoot sinkt gibt es verschiedene Szenarien die eintreffen.
Punkt 1 und damit nehm ich mal Bezug auf ein Posting welches ich hier irgendwo steht.
Ein UBoot ist nicht mit einem Ei zu vergleichen.
Ein Ei ist ein kompl. gleich geschlossener Köper.
Ein UBoot besteht aus verschiedenen Schweissnähten.

So nu mal zum Verhalten und was passiert.
Zu 90% kommt der erste Wassereinbruch über das Seerohr, denn dort ist die "Verbindung" von innen nach aussen am schwierigsten.
Wenn das Wasser durch das Seerohr bzw. die Druckverbindung kommt, bliebe noch Zeit aufzutauchen. Das dann aber so schnell wie möglich da ein Wassereinbruch expotentiell "schneller" wird.

Dann kommt der nächste Einbruch über die Antriebswellen. Ebenfalls wegen der "Verbindung"
innen und aussen.
Wenn das passiert kommt die Meldung:
Ruder und Antrieb ausgefallen.
Denn die Hydraulik und der ganze Apparat zur Steuerung des Bootes ist damit hops.
Folge nix geht mehr und das Boot ist definitiv hops. "Einfaches" ausblasen wird das Boot dann auch nur noch schwer retten, denn wenn einmal Wasser eindringt dann ist nicht viel mit reparieren.

Als nächstes kommt der Einbruch über die Torpedorohre.
Und wenn das passiert war es das zu 100%.
Zum einen könnte man da nur gegen halten wenn man mit Fahrt auftaucht. Dann würde sich der Druck auf die Klappen aber noch mehr erhöhen und das Boot würde noch schneller vollaufen.

Zu defekten Lichtern usw.
Wusste mein Opa nicht mehr genau, wenn wüsste er nur vom Ausfall der Lichter. Explodierende Glühlampen ... ich glaub da hab ich ihm zum ersten mal von erzählt.

Defekte Anzeigen für Tiefe usw.
Ist ihm auch nicht bekannt ... kann ja sein das jemand von euch dazu noch was findet.

So weit die Infos die ich noch aus erster Hand besorgen konnte.
Wie gesagt auf alles weiss er leider auch keine Antwort, weil er erstens nicht mehr der Jüngste ist http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif und zum anderen nie versenkt wurde.
Naja zumindest nicht auf See, aber das ist eine andere Geschichte.

Fazit für mich, ein UBoot ist nicht einfach "zack" weg und das wars. Ein wenig reaktionszeit hat man schon.
Um also den Bezug auf ein Ei zu haben müsste man um die verschiedenen Schwachstellen zu übertragen einige Vertiefungen in das Ei bohren.
Was dann Periskop, Antrieb usw. darstellt.
Also nicht ganz durch bohren aber schon etwas rein.
Dann hätte man ungefähr den Vergleich. Und dann würde das Ei auch über diese "Schwachstellen" als erstes undicht werden.
Ebenso folglich implodierten die wenigsten UBoote sondern die meinsten liefen voll Wasser und gingen unter.

Vaderchen
04-04-05, 06:34
Es kommt auf die Tiefe an. Wasser ist rasend schnell. Wenn erstmal Wasser durch die Torpedorohrverschüsse kommt, liegt deine Reaktionszeit u.u nur bei Sekunden. Danach ist das Boot voll und säuft ab wie ein Stein.

Aber dein Bericht zeigt sehr schön das das Hollywooddenken vieler hier mit Knallerei, Explosionen und zerquetschtem Boot völliger Humbug ist.

Calari
04-04-05, 06:37
Jo,
man sollte auch mal bedenken was wirklich passiert wenn Wasser durch ein "kleines" Loch eindringt.
Also ich rechne es jetzt nicht genau aus, wer aber schonmal seine Hand vor einem Kärcher-Dampfreiniger gehalten hat, weiss worauf ich hinaus will.
Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass ich ne Rohrzange in den Wasserstrahl halte während das Uboot auf unter 150Meter ist.

Soviel auch mal zu den "Dann muss man halt die Hand draufhalten Postings".
http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif

Gandalfi2005
04-04-05, 06:42
Prima dass Du Deinen Grossvater dazu noch befragen kannst. Echt mal ein guter Beitrag hier im Forum.
Vielleicht sollten wir mal ein paar Fragen sammeln, die Du dann Deinen Opa mal stellen kannst. Gibt ja wohl nicht mehr viele, die aus erster Hand berichten können. Nur sone Idee.

Gruss

Calari
04-04-05, 06:51
Kein Ding wenn jemand was wissen möchte, frag ich ihn gern.

Einzig wie erwähnt, er war Maschinist Frage zu: wie war der perfekte Torpedoangriff hab ich ihn zwar gestellt, da kommt dann aber natürlich nichts http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif
Hier ging es ja nur um das generelle Verhalten vom UBoot.
Dazu kommt, dass im hohne Alter die Erinnerung auch nicht immer die beste ist, aber wie gesagt, wenn ich da helfen kann mach ich es.

Wie es halt mit alten Leuten ist, manchmal muss man aufpassen das die Wahrheit nicht zu sehr verwischt wird.
Wenn ich alle Storys ohne sie von Oma "gegenchecken" zu lassen glauben würde, hätte der Krieg 20 Jahre dauern müssen um alle erzählten Erlebnisse zu schaffen http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif
Wie so alte Veteranen halt sind http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif

space_force
04-04-05, 07:07
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><font size="-1">quote:</font><HR>Originally posted by Calari:
Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass ich ne Rohrzange in den Wasserstrahl halte während das Uboot auf unter 150Meter ist.

Soviel auch mal zu den "Dann muss man halt die Hand draufhalten Postings".
http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif <HR></BLOCKQUOTE>Dazu bedarf es noch nicht einmal 150 Meter. Wie ich in einem Thread schon einmal geschrieben hatte, habe ich vor vielen, vielen Jahren als Schiffsmechaniker gearbeitet (eine Mischung aus Matrose/Motorenwärter. Ich nannte es immer "Mädchen für alles". Ob nun am Ruder, Ausguck, Decksdienst, Motoren etc.
Ähm, was wollte ich jetzt sagen, ach ja. http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_rolleyes.gif
Während der Ausbildung mußte/durfte ich auch in Neustadt die Leckabwehr/Brandabwehr üben. Da galt es einen Druckbehälter mit diversen Lecks, und ein ausgemustertes Schiff, ebenfalls mit "künstlichen" Lecks, mit Holzplatten und Sparren abzudichten. Kein Kindespiel, kann ich Euch sagen. Ein Team bestand jeweils aus 4 Leuten. Einer drückte seinen Kollegen mit aller Kraft gegen das Leck, die anderen sägten das Holz passend. Oft passierte es, daß der jeweilige Kollege fömlich "weggepustet" wurde, die Holplatten bekam man auch nur mit aller größter Not mit Sparren und Keilen befestigt. Oft gelang es auch gar nicht.

Damit will ich sagen, es wurde nur eine Wassertiefe von 3 Meter simuliert, ein Wassereinbruch knapp unter der Wasserline. Wie es jetzt bei 150 Metern aussieht, kann sich jeder vorstellen. Mit Daumen draufhalten ist da wirklich nichts. http://www.ubisoft.de/smileys/10.gif

negus1
04-04-05, 07:15
dass die stopfbuchsen für die sehrohre, antriebswellen, peilsender etc. empfindlich für wassereinbruch sind, ist unbestritten. dies ist aber eigentlich nicht das thema.

denn eine implosion ereignet sich nur dann, wenn das boot auf eine tiefe sinkt, indem der Druckköper selbst dem wasserdruck nicht mehr standhält. dies setzt eine gewisse sinkgeschwindigkeit voraus. bei langsamer sinkgeschwindigkeit läuft das boot langsam voll, die besatzung ertrinkt. eine implosion findet nicht statt, weil sich innen- und außendruck langsam ausgleichen.

sinkt das boot sehr schnell, kann es zu einer implosion kommen, die in ihren folgen genauso katastrophal ist wie eine explosion. so hat man z.B. von der "Thresher" nur noch einzelne Teile gefunden, weil sich das boot auf einen Schlag völlig zerlegt hat.

Calari
04-04-05, 07:22
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><font size="-1">quote:</font><HR>Originally posted by negus1:
dass die stopfbuchsen für die sehrohre, antriebswellen, peilsender etc. empfindlich für wassereinbruch sind, ist unbestritten. dies ist aber eigentlich nicht das thema.

denn eine implosion ereignet sich nur dann, wenn das boot auf eine tiefe sinkt, indem der Druckköper selbst dem wasserdruck nicht mehr standhält. dies setzt eine gewisse sinkgeschwindigkeit voraus. bei langsamer sinkgeschwindigkeit läuft das boot langsam voll, die besatzung ertrinkt. eine implosion findet nicht statt, weil sich innen- und außendruck langsam ausgleichen.

sinkt das boot sehr schnell, kann es zu einer implosion kommen, die in ihren folgen genauso katastrophal ist wie eine explosion. so hat man z.B. von der "Thresher" nur noch einzelne Teile gefunden, weil sich das boot auf einen Schlag völlig zerlegt hat. <HR></BLOCKQUOTE>

Da geb ich dir natürlich 100% Recht.
Wobei eine solche Sinkgeschwindikeit wohl eher die absolute Ausnahme ist.
Warum sollte ein Uboot dermassen schnell runter gehen. Nur wenn es eh schon "zerschossen" wurde und dann ist wieder nix mit implodieren sondern das Boot wird schon weiter "oben" zerlegt.

Also nach all den Fakten denk ich, dass es in Einzelfällen zur Implosion kommen kann. Aber das war sicher nicht die Regel.

DjangoSH3
04-04-05, 08:03
Wer sich nicht vorstellen kann wie sowas aussieht: Guckt euch noch mal den Film "Das Boot" an. Sehr eindruckvoll!

R6CombatMedic
04-04-05, 08:45
ääähhhmmm django hast du dir den thread auch gut durchgelesen? hier wurde erwähnt das es in der real. eben nicht so "leicht" ist wie in "Das Boot"...zumindest wenn ich es richtig verstanden habe ;o)

Vaderchen
04-04-05, 09:02
space_force
Neustadt war ne geniale Sache. Das Schiff ist der alte Zerstöer Rommel.
Was schöner war weiss ich nimmer. Im arschkalten Wasser Leckabwehr üben, oder mit Silberanzug und Pullen durch die Niedergänge kriechen und in der Affenhitze die Brände löschen. http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif

Das bestärkte mich darin das nie als echten Fall erleben zu müssen. http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif

TJCurtes
04-04-05, 09:39
Ich bin Altenpfleger und habe eine "Leutnant z.S. a.D." als Patient. Er diente Sep41-Jun42 in der 7.Unterseebootsflotille auf U73 (Fähnrich zur See) und Sep43 bis Sep44 auf U260 in der 6.Unterseebootsflotille (III.Wachoffizier).
Er bestätigt die Angaben von Calari´s Opa.

Die Glühlampen sind zerdrückt worden, wenn das Boot tiefer ging. Der Luftdruck im Inneren ist ja auch angestiegen wenn das Boot tiefer ging. Es kam auch häufig zu Trommelfellverletzungen unter der Besatzung.

kubanloewe
04-04-05, 09:58
@Calari

wenn Dein Opa Maschinist war dann frag Ihn doch bitte mal ob beim Aufladen der Batterien beide Diesel leifen und gleichzeitig das Boot antrieben oder ob ein Diesel abgekuppelt wurde und mit Vollgas die Batterien lud und der andre das Boot bewegte; so wies im Game iss. Denn im Turm sind die beiden Drehzahlmesser und da kann man schön ablesen das der aufladende (abgekuppelt von Schraube) Diesel mit voller Drehzahl läuft und der andre je nach Fahrstufe.
Wenn man jetzt auf Normalbetrieb schaltet werden im Spiel die Batterien gar nicht mehr geladen; so kommts mir jedenfalls vor.
Glaube kaum das dies so war.
Thx

space_force
04-04-05, 10:09
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><font size="-1">quote:</font><HR>Originally posted by Vaderchen:
space_force
Neustadt war ne geniale Sache. Das Schiff ist der alte Zerstöer Rommel.
Was schöner war weiss ich nimmer. Im arschkalten Wasser Leckabwehr üben, oder mit Silberanzug und Pullen durch die Niedergänge kriechen und in der Affenhitze die Brände löschen. http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif

Das bestärkte mich darin das nie als echten Fall erleben zu müssen. http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif <HR></BLOCKQUOTE>Hey, ein "Leidensgenosse".
Die Brandabwehr fand ich schlimmer. Als das Feuer noch brannte, konnte man immerhin etwas "anvisieren", aber wenn es gelöscht war...zappenduster...und am/mit Schlauch zurück kriechen. Unter Platzangst darf man da nicht leiden.
Leckabwehr war aber auch nicht ohne, besonders, wenn man es nicht schnell, oder überhaupt nicht geschafft hat. Da ist mir auch einiges abgefroren. http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif
Wirklich lustig war es, mit den Rettungswesten vom 3-Meter-Turm zu springen, am Netz wieder hochkrabbeln, und dann mit aufgeblasener Weste nochmal reinspringen (aua) und anschließend in die Rettungsinsel. Danach hätte ich ein gutes Bier vertragen können.

Der gesamte Lehrgang war echt hart, fand ich. Hat aber auch Spaß gemacht. Nur möchte ich das nie in der Realität erleben müssen, erst recht nicht in einem U-Boot.

TopCat007
04-04-05, 10:09
Danke all den Verfassern dieser interessanten Beiträge. Endlich mal ein wirklich guter Thread! http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif

U53
04-04-05, 10:24
Sehr interessant, vielen Dank und bitte mehr!

btw war mein Opa auch aufm U-Boot, jedoch nur wenige Tage, da ihm die Platzangst zu sehr zu schaffen machte und er dann aufn Kreuzer versetzt wurde, ich glaub es war die Prinz Eugen http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif

Calari
04-04-05, 10:32
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><font size="-1">quote:</font><HR>Originally posted by kubanloewe:
@Calari

wenn Dein Opa Maschinist war dann frag Ihn doch bitte mal ob beim Aufladen der Batterien beide Diesel leifen und gleichzeitig das Boot antrieben oder ob ein Diesel abgekuppelt wurde und mit Vollgas die Batterien lud und der andre das Boot bewegte; so wies im Game iss. Denn im Turm sind die beiden Drehzahlmesser und da kann man schön ablesen das der aufladende (abgekuppelt von Schraube) Diesel mit voller Drehzahl läuft und der andre je nach Fahrstufe.
Wenn man jetzt auf Normalbetrieb schaltet werden im Spiel die Batterien gar nicht mehr geladen; so kommts mir jedenfalls vor.
Glaube kaum das dies so war.
Thx <HR></BLOCKQUOTE>

Abgekoppelt ist richtig die Aussage bezieht sich jetzt auf Typ VII-C, ob es bei anderen Typen anders war weiss er nicht.
Allerdings meint er das die Drehzahl auf 50% maximaler Fahrt war. Sprich also nicht volle Drehzahl wie im Spiel.
Um die Antriebswelle "umzukoppeln" wurde eine Antriebswelle schon vorher abgestellt, damit die Kupplung nicht schon mit Drehzahl rein gehauen werden musste.
Auf deutsch eine Maschine stop, wenn sich nix mehr dreht umkoppeln.
Wird im Spiel wohl auch nicht berücksichtigt, was ich nu nicht so schlimm finde.

Wie gesagt ob das bei jedem Bootstyp so war kann ich nu natürlich auch nicht sagen.
Ich vermute aber mal das zumindest alle Vorläufer ähnlich zu handhaben waren.

kubanloewe
04-04-05, 10:35
cool THX!

jetzt frag nochmal ob dann nich auch Gegengesteuert werden mußte weil einseitiger Antrieb und was dies an Knoten ausmachte in etwa?

DerBayer
04-04-05, 11:35
Gibt es eigentlich berichte von Zerstöern die uboot implodieren gehöt haben?
Hab mal irgendwas von einem Schiffsfrak gehöt, das angeblich wegen Lufteinschlüsse beim sinken auch extrem Zerstöt wurde, als der Rumpf implodierte.
Aber es wird wohl wirklich wenig leute geben die wirklich wissen wie die ganzen Boote abgesoffen sind...da kommt ja keiner mehr raus http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_frown.gif

urfisch
04-04-05, 11:50
sehr schöner thread! super infos...jungs.

macht spass von zeitzeugen zu lesen. weiter so!

Roli131079
04-04-05, 12:38
Sehr interessanter Thread! Haben wir hier noch mehr Zeitzeugen-Connections? http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif

@Calari
Ich hätt' da auch ne Frage an deinen Opa:
Bei SH3 ist es ja so, daß man seine Crew in verschiedenen Sektionen, verschiedene Tätigkeiten ausüben lassen könnte. Sprich, wenn ich will kann ich einen Torpedoschützen als Maschinist abstellen, auch wenn das nicht so perfomant ist.
Wurde das früher strikt eingehalten? Haben Maschinisten während einer Feindfahrt die Sonne für ein paar Tage oder Wochen nicht mehr gesehn? Oder durften sie auch mal auf die Brücke, auch wenn nur kurz? Nur um mal durchzuatmen. http://forums.ubi.com/images/smilies/blink.gif

Calari
04-04-05, 15:40
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><font size="-1">quote:</font><HR>Originally posted by kubanloewe:
cool THX!

jetzt frag nochmal ob dann nich auch Gegengesteuert werden mußte weil einseitiger Antrieb und was dies an Knoten ausmachte in etwa? <HR></BLOCKQUOTE>

Hab ich dann heute abend mal nachgefragt, wusst er aber leider nicht.
Hmpf man hätte einen Opa haben müssen der Offizier war http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif
Also sorry, solche Informationen hatte dann wohl eher der Navigator.
Die Info ging mehr in die Richtung, wir haben eh nicht viel erfahren, es gab nur die Information wo man aktuell war bzw. wenn man im Zielgebiet war.
Somit leider keine Infos darüber, obschon mich das auch mal interresiert hätte.

Calari
04-04-05, 15:44
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><font size="-1">quote:</font><HR>Originally posted by Roli131079:
Sehr interessanter Thread! Haben wir hier noch mehr Zeitzeugen-Connections? http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif

@Calari
Ich hätt' da auch ne Frage an deinen Opa:
Bei SH3 ist es ja so, daß man seine Crew in verschiedenen Sektionen, verschiedene Tätigkeiten ausüben lassen könnte. Sprich, wenn ich will kann ich einen Torpedoschützen als Maschinist abstellen, auch wenn das nicht so perfomant ist.
Wurde das früher strikt eingehalten? Haben Maschinisten während einer Feindfahrt die Sonne für ein paar Tage oder Wochen nicht mehr gesehn? Oder durften sie auch mal auf die Brücke, auch wenn nur kurz? Nur um mal durchzuatmen. http://forums.ubi.com/images/smilies/blink.gif <HR></BLOCKQUOTE>

Frische Luft tanken wurde immer erlaubt wenn es irgend möglich war. Und das allen Mannschaftsmitgliedern die gerade abkömmlich waren.
Ein Austausch zwischen den Stationen ala... ich mach Wache für dich du dafür die Maschinen flott gab es zumindest auf dem UBoot von meinem Opa nie und hat er auch nie von gehöt.
Generell höt man wohl raus, dass der Umgang zwar sehr locker war was aber den Dienst anging strickt nach Vorschrift.
Somit ging der o.g. Tausch schon aus Sicherheitsgründen nicht.

Was ich weiss ist, dass alle Crewmitglieder sich auf See gedutzt haben. Und auch der Kapitän von meinem Opa machte (wie gesagt auf dem Boot) da keine Ausnahme.
Bei Landgängen usw. wurde aber die Dienstanrede eingehalten. Und die Offiziere wurden auch nur inidrekt gedutzt. Sprich ein Hey Willhelm wo gehts denn hin gab es dann auch wieder nicht http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif

Calari
04-04-05, 16:02
Mal noch ein wenig Querbeet wenn es wen interresiert.

Also Problem Nr.1 auf dem Boot scheint wohl die Langeweile und die Sauberkeit gewesen zu sein.
Weshalb öfter ausgiebiges Baden angesagt war und das auch in kalten Gewässern.

Wasserbomben - Angriffe will Opa nichts drüber erzählen, an manches muss man sich wohl nicht mehr errinnern bzw. will man nicht.
(Scheint nicht wirklich spassig gewesen zu sein)

Die Jungs von der Marine (egal ob Uboot oder Schiff) waren bei den Mädels hoch im Kurs.
Sprich die Landgänge scheinen wohl nicht so langweilig gewesen zu sein http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif

Kochen konnte nicht nur der Smut/Koch sondern viele an Bord und oft wurde was das Kochen angeht wohl getauscht. Sprich da mussten auch mal andere ran.

Notauftauchen hat Opa gehasst wie die Pesst und damit meint er wohl auch die übungen, weil das ganze Boot durcheinander gewirbelt wurde.
Zumal es keine Warnung gibt ala... in einer Minute notauftauchen alles festhalten.

Jede Versenkung war der Mannschaft bekannt.
Also es wurden nach der Versenkung genaue Infos zur Tonage gemacht.

Kurz mal was persönliches:
1941 war mein Opa kompl. auf See.
Das Uboot wurde ausserhalb der Häfen aufgeladen und Land hatte er ein volles Jahr gar nicht mehr gesehen.

1942 war er dafür nur 1 Monat auf See, nachdem sie (keine Ahnung was) versenkt hatten, wurden um die 15 Männer (Gefangene) aus dem Wasser gezogen und die mussten ab in den nächsten Hafen.
Beim Einlaufen gab es einen Fliegerangriff, mein Opa wurde verletzt und lag dann im Krankenhaus bzw. war auf Erholungsurlaub an Land.
Und zack Oma kennen gelernt http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif so kanns gehen.

Roli131079
04-04-05, 17:24
Nette Geschichte http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif
Gäbe es keinen Fliegerangriff, hätte dein Opa deine Oma wahrscheinlich nicht kennengelernt und dich gäbe es vielleicht garnicht http://forums.ubi.com/images/smilies/16x16_smiley-wink.gif

übrigens komm ich gerade von einer Feindfahrt. Hab sie nicht überlebt.
Einerseits war es eine der spannensten Feindfahrten die ich hatte, andererseits wüsste ich gerne ob sich das so hätte zutragen können. Vielleicht hat ja dein Opa was dazu zu sagen:

Ich hatte mich nach etlichen langweiligen Feindfahrten mit dem Typ IXB im Mittelatlantik in die 29. Flottille versetzen lassen. Neuer Hafen La Spezia. Vorher hatte ich mir in Lorient das IXC mit allen verfügbaren Ausbauten (November 1941) geholt.
Kurz nach dem ersten Auslaufen aus La Spezia bekomm ich zwei Funksprüche:
Die 29. Flottille wurde aufgelöst.
Sie wurden in die 1. Flottille versetzt!
.
.
Neuer Hafen Brest!

Ihr wisst was das bedeutet...

GIBRALTAR!!! http://www.ubisoft.de/smileys/26.gif

Patrouillenziel war CN26, Sizilien glaub ich..
http://www.ubisoft.de/smileys/kaffeetrinker_2.gif
Naja http://www.ubisoft.de/smileys/dozey.gif, halbe Fahrt vorraus LI!
Kurs Sizilien!

Auf dem Weg hab ich mit dem Deckgeschütz Nachts einen kleinen Frachter versenkt ( auf 6500 Meter, der wusste garnicht was los war.. http://forums.ubi.com/images/smilies/784.gif)
Ansonsten nicht viel los http://www.ubisoft.de/smileys/zombi.gif
Dann fings an:
Kurz vor CN26 griffen ca. alle 2 Stunden zwei bis drei Hurrican III an. Das ging einen Nachmittag, eine Abenddämmerung und eine Morgendämmerung bei ruhiger See so und dann war die Muni für 2 Zwillings C20 aufgebraucht. http://forums.ubi.com/images/smilies/blink.gif
Und was passiert? Die zwei glücklichen Hurricanes die mich kurz darauf anflogen waren die ersten von den dutzenden vorher die trafen! Das hatte gesessen! Das Boot schwankte hin und her und ich hatte in 3 Sektionen Wassereinbruch. Hülle von 96% auf 56%. Bevor ich den Wassereinbruch stoppen konnte war sie auf 44% gefallen.
Glückwunsch Tommy! Aber wir fahren noch!
Danach fuhr ich tagsüber auf Periskoptiefe bis die Batterien 25% übrig hatten und Tachte Abends wieder auf und gab AK Vorraus. Nach zwei Tagen und Nächten war ich vor Gibraltar. Auf dem Weg dahin machten noch ein Küstenschiff und ein C3 bekanntschafft mit meiner 108mm und 5 meiner Aale ( der C3 brauchte 5, 2 TII wollten unbedingt früher explodieren http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_rolleyes.gif )

Ich kam Nachts an der Meerenge an, und hier beging ich glaube ich einen Fehler.. ich behielt AK vorraus. Kurze Zeit später 2 Sonarkontakte. Zerstöer. Sehrohrtiefe, Schleichfahrt.
Durch das Periskop sah ich einen Vorraus und einen auf 200?. Die See war rauh und dunkel... http://www.ubisoft.de/smileys/read.gif
Der Zerstöer vor mir schaltete plötzlich die Scheinwerfer ein, 1000 Meter entfernt, - Sehrohr einfahren. Ich ging in die Zentrale, sah kurz noch den LI an... PING! ....PING! ...
NO Tiefe unter Kiel???!
EGAL, ...AAAALAAAARRRRM!!!
Auf Tiefe gehn, 100 Meter!!
20 Meter...
PING! 30 Meter...*schraubengeräusche* PING! WASSERBOMBEN!! PING! 40 Meter...*bumm* *bumm* *BUMM* *bumm* 50 Meter...*knarz* *ächz* 60 Meter... DAS BOOT IST BESCHÄDIGT HERR KALOIN!
???! http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_eek.gif
*lichtflakker* *glühbirnenplatz*
LI AUSBLASEN!!!

Ruhe.

Das Boot wurde durch überdruck zerstöt.

Auf 62 Meter.

http://forums.ubi.com/images/smilies/51.gif

Ich hatte den Rumpfschaden vergessen...
Ich hatte eine Reaktionzeit von circa 4 Sekunden.
Keine Chance!

Naja, wie ihr sicher merkt hatte ich trotzdem Spass! http://forums.ubi.com/images/smilies/16x16_smiley-very-happy.gif

Was ich mir nur gewünscht hätte wären mehr Hinweise darauf zu kriegen das mein Boot diese doch sehr geringe Tiefe nicht hätte überstehen können, angesichts des Schadens den es hatte ( den man auf einer langen Feindfahrt schnell übersieht )

Hat dein Opa von Unfällen auf solchen Tiefen gehöt? Wahrscheinlich war kein Kapitän so schusselig wie ich.. http://forums.ubi.com/images/smilies/34.gif

TJCurtes
04-04-05, 17:27
Und noch ein bischen Nähkästchen:

Viele UbootMänner haben, wenn es ging, schnell das Boot gewechselt. Gerade in den letzten Kriegsjahren war ein UBootEinsatz ein Himmelfahrtskommando. Wer konnte ließ sich verstetzen...

Auch war es bitterkalt an Bord. Es gab keine Heizung... außer ein kleines Gebläse (Elektro) auf der Brücke. Aber der LI hat wohl immer gemeckert wegen dem Stromverbrauch. Im Boot war es meist so kalt wie die Wassertemperatur. Also Norwegen/Schweden, Nordsee und andere nödliche Regionen waren schon echt scheisse. Die Maschinisten waren zumindest nachts gut dran. Dann fuhr das Boot fast ausschließlich über Wasser und es war warm an den Maschienen.

Stahlhelme (wurde hier auch schon diskutiert) gab es nur für die Bootswache im Hafen. An Bord wurden keine getragen. Jedem Kampf gegen Flugzeuge ging man aus dem Weg (Abhängig vom Kapitän) ... also untertauchen ...

jotefpe
04-04-05, 18:10
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><font size="-1">quote:</font><HR>Originally posted by Vaderchen:
space_force
Neustadt war ne geniale Sache. Das Schiff ist der alte Zerstöer Rommel.
Was schöner war weiss ich nimmer. Im arschkalten Wasser Leckabwehr üben, oder mit Silberanzug und Pullen durch die Niedergänge kriechen und in der Affenhitze die Brände löschen. http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif

Das bestärkte mich darin das nie als echten Fall erleben zu müssen. http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif <HR></BLOCKQUOTE>

Hai Vaderchen,

habe ich auch alles gemacht. Auch mehr: Nicht nur sämtliche Schiffssicherheitslehrgänge in Neuststadt - inklusive Tauchtopf - sondern auch die Landesfeuerwehrschule. Auch die Ausbildung bei den Briten (wie hieß es doch gleich?)

Hat sich ausgezahlt. Wir sind gerammt worden (jaja, von den Russen...) und hatten auch zwei Feuer an Bord.

Trotzdem staune ich, wie Du von der Ausbildung auf den 2. Weltkrieg und die U-Boote und ihr Verhalten schließt. ICH traue mir das nicht ohne so weiteres zu, trotz viel Literatur...
(die Du, so erfasse ich es, auch genossen hast.)

Entschuldige bitte, aber ich habe was gegen "Königsmacher".

Ich meine das ganz bestimmt nicht böse.

Information und Meinungsaustausch ist alles!