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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Überarbeitung der Produktionszyklen



TormDM
30-04-19, 22:56
Hallo zusammen,

ich möchte anhand eines Beispiels auf die Gestaltung der Produktionszyklen in Anno 1800 eingehen und einige, meiner Meinung nach, simple Verbesserungsvorschläge machen.


Beispiel:
Ich habe aktuell eine Fabrik die Nähmaschinen produziert. Die Fabrik ist mit Strom versorgt und produziert mit 200% Effektivität. Im Menü wird die Fabrik mit einem Zyklus von 30 Sekunden angegeben, d.h. mit Strom produziert die Fabrik alle 15 Sekunden eine Nähmaschine. Viel wichtiger ist jedoch der Aspekt, dass die Fabrik dann eben auch alle 15 Sekunden eine Tonne Eisen verbraucht. Dazu später mehr.

Jetzt stelle ich fest, dass die Fabrik nicht mehr ausreicht um meinen Bedarf zu decken, eine Zweite muss her.

Einfach eine zweite Fabrik daneben setzen würde meine Produktion verdoppeln - viel zu viel. Also fange ich an zu rechnen. Eine Fabrik entspricht 200% Produktion (mit Strom), da sich veränderte Produktionsbedingungen additiv verhalten rechne ich dann wie folgt. 50% (das ist die Spanne die man einstellen kann -50% bis +50%) entsprechen 25% von den aktuellen 200% der bisherigen Fabrik. Baue ich also eine zweite Fabrik auf und regele beide auf -50% so habe ich beide Fabriken am Ende auf jeweils 150% Effektivität laufen was je 75% des Gebäudes entspricht.

Verbrauchte ich vorher also alle 15 Sekunden eine Tonne Eisen, verbrauche ich nun alle 10 Sekunden eine Tonne Eisen. Das kann man wahlweise über Prozentrechnung als auch über den klassischen Dreisatz lösen, wobei man hier die Anti Proportionalität berücksichtigen muss.

Entsprechend mehr Eisen muss ich nun einplanen. Ein Hochofen produziert mit Strom alle 15 Sekunden eine Tonne Eisen. Ich brauche nun insgesamt statt 4 Eisen pro Minute (15sek Zyklus bei einer Fabrik mit 200%) 6 Eisen pro Minute (20sek Zyklus bei zwei Fabriken mit 150%), d.h. 2 Eisen/min mehr. Wie viele Hochöfen muss ich dafür noch gleich bauen? In dem Fall ist es noch einfach, ein Hochofen ohne Strom hat ein Zyklus von 30 Sekunden, produziert also genau 2 Tonnen pro Minute. Schwieriger wird es dann, wenn der Hochofen Strom bekommt und mit 15 Sekunden produziert. Vor allem dann, wenn ich bereits 4 Hochöfen in Betrieb habe und dann die Arbeitsbedinungen von -50% bis +50% über alle einstellen muss. D.h. ich muss ausrechnen um wie viel % ich in allen Öfen die Produktivität senken muss, damit dort am Ende eben 2 Einheiten pro Minute mehr rauskommen.

Achja und Kohle und Erz muss ich dann natürlich auch berechnen, schließlich erhöht sich mein Verbrauch auch dort.

Jetzt stelle man sich vor man hat nicht nur eine Nähmaschinen Fabrik sondern stellt auch Stahl, Stahlbeton, Dampfmaschinen, Hochräder und Kanonen her.

Um mir irgendwie zu behelfen und nicht bei jeder Produktionserweiterung in eine totale Rechenorgie zu verfallen, habe ich mir schon mit Excel beholfen und die meisten Berechnungen in Formeln abgebildet. Das sieht dann ungefähr so aus:


http://www.torm.de/Bilder/Anno1800Ketten.JPG
http://www.torm.de/Bilder/Anno1800Ketten.jpg




Folgende Verbesserungsvorschläge würden das Spiel aus meiner Sicht deutlich übersichtlicher gestalten ohne dabei auf Komplexität verzichten zu müssen.
Kompliziert =! Komplex.



1) Strom pro Fabrik an- und abschaltbar machen
2) Arbeitsbedingungen (-50% bis +50%) pro Fabrik einstellbar machen (und nicht pro Fabrik Typ Inselweit)
3) Arbeitsbedingungen multiplikativ machen (kein Mensch dieser Welt rechnet mit additiven Faktoren!)
4) Produktionszyklen auf eine feste Größeneinheit normalisieren. D.h. statt 30sec Produktionszeit besser: Produziert 2t/min, usw.


Punkt 1 trägt dazu bei, dass das ganze viel besser steuerbar ist. Ein Kraftwerk mitten in einen groß ausgebauten Industriekomplex zu setzen und alle Produktionsbetriebe in dieser Gegend arbeiten plötzlich in völlig anderen Zyklen bringt eine ganze Wirtschaft durcheinander.

Punkt 2 erleichtert schlicht das Rechnen. Wenn ich zu bestehenden Betrieben einen weiteren hinzufügen möchte, aber nicht volle Kapazitäten ausschöpfen möchte, muss ich nicht den Faktor über alle Fabriken berechnen sondern kann schlicht die neue Fabrik um den gewünschten Wert reduzieren.

Bei Punkt 3 kann es sich eigentlich nur um ein Fehler halten, bitte unbedingt abstellen!

Insbesondere der letzte Punkt würde massiv zu einer Verbesserung beitragen, denn dann kann ich über alle produzierenden Gewerke den Verbrauch von Zwischenprodukten pro Minute addieren und genau dem Bedarf entsprechend die Versorgung aufbauen bis runter zu den Rohstoffen.



Ich hoffe die Themen einigermaßen verständlich rüberbringen zu können, würde mich über Feedback sehr freuen.
LG.

exi123
30-04-19, 23:28
Völlig korrekt und super dargestellt.

(Und mit der Statistikzentrale kann ich diese Werte global sehen und lesen, damit ich immer richtig produzieren kann)

Drake-1503
30-04-19, 23:37
Na ja, eben weil man in einem späteren Stadium nicht nur eine Ware herstellt, kann man sich die ganze Rechnerei eigentlich sparen. Und dann ändert sich ja auch die Bevölkerung stetig, solange man noch aufbaut.
Ich gebe zu, mir ist das auch gerade aktuell alles aus dem Ruder gelaufen, bei der Aufwertung über Ingenieure zu Investoren kommen alle Ketten völlig aus dem Gleichgewicht, da sich die Warenverbräuche hier ganz erheblich verändern.

Ich denke aber, damit müssen wir klarkommen - das wird mit wachsender Erfahrung besser werden.

Zu deinen Rechenbeispielen: Wenn Strom auch noch den 50%-Buff aus der Mehrarbeit verdoppelt, sind wir schon bei 300%. Und wenn die Items auch multiplikativ arbeiten, kommst du auf fast 500%. Das wäre dann doch ziemlich viel ...

Was den Strom betrifft - schieb das Ding doch einfach woanders hin, wo kein Strom ist. So mache ich das, und ich finde das wesentlich übersichtlicher, als wenn die Betriebe mit und ohne Strom durcheinander stehen würden.

kanonenfutt2010
30-04-19, 23:37
Das Ganze ist ja auch noch steigerungsfähig sobald man etwas produziert was Strom benötigt. Dann muss man nämlich beachten, dass man nicht z.B. alle 1:30 eine Taschenuhr produziert sondern alle 45 sec...

TormDM
01-05-19, 16:40
Na ja, eben weil man in einem späteren Stadium nicht nur eine Ware herstellt, kann man sich die ganze Rechnerei eigentlich sparen. Und dann ändert sich ja auch die Bevölkerung stetig, solange man noch aufbaut.
Ich gebe zu, mir ist das auch gerade aktuell alles aus dem Ruder gelaufen, bei der Aufwertung über Ingenieure zu Investoren kommen alle Ketten völlig aus dem Gleichgewicht, da sich die Warenverbräuche hier ganz erheblich verändern.

Ich denke aber, damit müssen wir klarkommen - das wird mit wachsender Erfahrung besser werden.

Zu deinen Rechenbeispielen: Wenn Strom auch noch den 50%-Buff aus der Mehrarbeit verdoppelt, sind wir schon bei 300%. Und wenn die Items auch multiplikativ arbeiten, kommst du auf fast 500%. Das wäre dann doch ziemlich viel ...

Was den Strom betrifft - schieb das Ding doch einfach woanders hin, wo kein Strom ist. So mache ich das, und ich finde das wesentlich übersichtlicher, als wenn die Betriebe mit und ohne Strom durcheinander stehen würden.

Ich empfinde es als unnötig kompliziert bei so vielen Abhängigkeiten bei Produktionserweiterungen ständig in wilde Rechnerei zu verfallen. Ich habe diverse Produktionen die Eisen verbrauchen, ich glaube 6 oder 7 an der Zahl. Wenn ich dort einzelne Produkte erweitern möchte, fange ich jedes mal an über alle Betriebe hinweg zu rechnen, wie viel vom jeweils benötigten Zwischenprodukt brauche ich pro Minute? Wie muss ich die Arbeitsbedingungen über alle Betriebe eines Typs einstellen, arbeite ich mit oder ohne Strom? Beziehe ich Rohstoffe von anderen Indeln, die noch gar keinen Strom haben? Zwischenprodukte werden in den unterschiedlichsten Zyklen verbraucht (von 10sec bis 120sec). Da verliere ich irgendwann den Spaß dran. Das hat nichts mit Komplexität zu tun, sondern etwas mit mangelhafter Übersicht und ist unnötig kompliziert.

Mit Items arbeite ich z.B. gar nicht. Was bringt mir ein Item, dass Fahrräder schneller produzieren lässt, wenn die Zwischenprodukte nicht in ausreichender Form zur Verfügung stehen? Wenn ich die Produktionskette dann sowieso anpacke und stellenweise erweitere, dann kann ich auch eine weitere Fabrik bauen und das passend aufeinander abstimmen, statt Items zu verwenden. Wenn ich das Item mal wegnehme, passt meine Produktionskette nicht mehr.

Ansonsten ist es einfach nur ein Balancing Thema. 500% schneller (bei Strom + Überstunden + Item), dann muss ich ggfls. einfach nur die Kosten und Zykluszeiten anpassen. Denkbar wäre auch, dass Überstunden die Unterhaltskosten erhöhen.

Und ja, man kann prinzipiell zwei Industriebereiche aufbauen, einen mit und einen ohne Strom. Das ist Geschmackssache. Ich zentralisiere sowas gerne und hätte dort lieber mehr Freiheiten in der Gestaltung.

Michaeloffive
01-05-19, 18:04
Zitat von TormDM:
1) Strom pro Fabrik an- und abschaltbar machen
2) Arbeitsbedingungen (-50% bis +50%) pro Fabrik einstellbar machen (und nicht pro Fabrik Typ Inselweit)
3) Arbeitsbedingungen multiplikativ machen (kein Mensch dieser Welt rechnet mit additiven Faktoren!)
4) Produktionszyklen auf eine feste Größeneinheit normalisieren. D.h. statt 30sec Produktionszeit besser: Produziert 2t/min, usw.

Alleine damit wäre schon viel erreicht! :-)

Il_Duce2019
02-05-19, 10:28
Thema Statistikzentrale:

Ich fände es gut, wenn dort auch aufgeführt/unterschieden werden würde, welche und wie viele Betriebe real gesetzt sind und welche/wie viele im BluePrint-Modus vorhanden sind.
Dank dieses wunderbaren Features verbringe ich nunmehr Abende "nur" mit dem Einrichten einer Insel.
Leider verliere ich dabei des öfteren den Überblick! (Es ist ja auch nicht so, dass man in Ruhe spielen könnte ;o) Es eskaliert ja immer irgendwo irgendwas!)

Die Anzeige, die mir derzeit zur Verfügung steht, ist leider nicht immer korrekt. Z.B. habe ich gestern 12 Küchen im BluePrint-Modus gesetzt, als ich diese dann aktiviert habe, wurden mir 24 Küchen im Baumenü angezeigt. Es ist also nicht so, dass derzeit unterschieden wird, geschweige denn richtig gezählt.

Hier würde ich mir ausgegraute Werte oder Klammerwerte für den BluePrint-Modus wünschen.

LG @all.