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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Feedback Habe ich irgendeine Sonderedition ? - eine Meinung/Kritik zu AC:Unity (PS4)



poschey
17-11-14, 21:04
Ich möchte mir an dieser Stelle auch die Zeit nehmen und mal ein Feedback zu Assassin’s Creed Unity schreiben. Zu Beginn möchte ich anmerken, dass ich Fan der ersten Tage bin, jedes „normale“ Spiel der Reihe (I,II, Brotherhood, Revelations, III, Black Flag) gespielt habe. Zudem auch alle Spiele durchgespielt habe und somit auch von der Story im Bilde des Gesamtpaketes bin. Ich habe keine Romane gelesen oder Filme geguckt – habe hier also kein vertieftes Wissen über die Reihe.
Seit Jahren lese ich nun im Forum mit und seit etwa weniger Zeit schreibe ich auch aktiv im Forum meine Beiträge zu diversen Themen. Immer wieder stoße ich auf die witzigsten aber auch banalsten Themen. Gerade bei Assassins Creed Unity stelle ich mir eine besondere Frage: Habe ich irgendeine besondere Superduperedition ?
Es sei angemerkt, dass ich die normale Vorbestellerversion von Amazon habe, keine weiteren Zusatzinhalte. Ich habe mehr oder weniger am Vorbestellerprogramm teilgenommen und mir einen Überblick verschaffen und jetzt kommts:
Ich hatte in meinen bisherigen Spielstunden – und das sind nicht wenige, wenngleich nicht übermäßig viele – keine Performanceprobleme, keine Glitches, keine Grafikfehler, keine Abstürze, keine Disconnects oder Verbindungsprobleme. Da ich auf der PS4 Spiele sind Leistungsdaten zu Grafik, Abstürzen oder Performance hinfällig. Gleiche Voraussetzungen für alle. Dass ich keine Glitches und/oder Grafikfehler hatte, kann ich mir nicht einfach mit Glück erklären, sondern viel eher damit, dass wir in einer Meckergesellschaft leben, die neunmal das Negative herausstellt und einmal das Positive. Denn ich glaube nicht so recht, dass die ganzen Fehler regelmäßig auftauchen, sondern nur so dargestellt werden, aber das soll auch nicht meine Sache sein. Ich möchte Unity ein Feedback geben und eine alternative Meinung präsentieren für all diejenigen, die hier mitlesen und vielleicht über einen Kauf nachdenken. Für die Länge entschuldige ich mich an der Stelle und biete allen Interessierten gute Unterhaltung.

Zum Spiel: Ich werde in Kategorien vorgehen, so könnt ihr bei Bedarf zu bestimmten Kategorien springen.

Setting und Atmosphäre:
Ich finde das Setting – das Jahr 1789 – ist eines der besten Settings der Reihe. Natürlich kann man sich über schöne Palmenstrände und Dschungellandschaften über das Umland Italiens und Roms mit Kolosseum oder das frühe New York streiten, aber ein lebhaftes Paris zu Zeiten einer der größten Demokratiebewegungen der Geschichte ist unglaublich interessant und fassend.
Unity hat von Beginn an die beste Atmosphäre der Assassins Creed Reihe. So hat man sich in Assassins Creed II – mein favorisiertes Spiel – reingesteigert und gelebt. In Paris habe ich von der ersten Sekunde an Bock. Bock auf die Atmosphäre, auf die Bürger, auf die Konflikte auf alles. Man kann die Spannung in der Luft förmlich greifen und spüren. Selten hat mir das „Rumlatschen“ in einem Spiel so viel Spaß bereitet wie in Paris 1789. Normalerweise rannte ich durch die Straßen von Mission zu Mission. Nein, hier nicht. Paris ist voll, nicht leer. Wenn man einfach durch die Straßen hastet oder über die Dächer rennt verpasst man etwas. Die Interaktionen der Bürger, Wachen, Extremisten – all das muss man sich einmal geben und anschauen. Die Dialoge, wenngleich meist auf französisch machen ebenfalls Spaß und sind interessant. Wer sich also über eine schwache Atmo beklagt, der sollte vielleicht nicht mit Mach3 durch die Gassen rennen, sondern auch mal lauschen.

Story:
Endlich wieder eine Story von Anfang bis …. naja ich habs noch nicht durch. Aber ich freue mich, dass man den Helden einmal als Kind spielen konnte. Das fand ich bei II schon gut und hat mir in III auch sehr gut gefallen. Leider wurde die Kindheit in III zu einfach abgehandelt und war relativ bedeutungslos, außer der Kernelemente (Tod der Mutter, Treffen mit Lee). So finde ich die in Unity aufgebauten emotionalen Bindungen zu dem Freundinnen angenehm und gleichzeitig nicht zu eintönig oder simpel, dass sie überflüssig wären. Man bekommt für den jungen Ezio/Arno eine Sympathie und lernt seine draufgängerische Art kennen. Dazu finde ich, dass Ezio und Arno ähnlichen Charme aufweisen und charakterlich doch sehr ähnlich sind. Jedenfalls ist dies ein Punkt, der mir wiederum gut gefällt. Zur weiteren Story möchte ich an der Stelle nicht weiter schreiben, da ich sie erst vollständig beenden möchte. Zudem kann ich beruhigen, dass hier somit nicht gespoilert wird.

Spielmöglichkeiten:
Was in den ganzen Kritiken viel zu kurz kommt, sind die Möglichkeiten, die das Spiel offenbart. Hallo ?? Macht mal die Augen auf, was das Spiel einen alles entscheiden lässt. Früher hat man Rüstung und Waffen gekauft, steckte mehr ein, teilte mehr aus. Die Taschen der Utensilien wurden auf ein Maximum gelevelt und am Ende war man der Chuck Norris Assassine. Das ist in den Grundzügen gleichgeblieben, aber man entscheidet jetzt was man will. Metzel ich mich durch die Massen, spiele ich heimlich. Brauche ich Distanzoptionen (also mehr Munition und Klingen) oder will ich ein gestärktes Adlerauge. All diese Optionen gepaart mit der Tatsache, dass man auch noch komplett anders aussieht und der Vielfalt an Kleidungsstücken (Kapuze, Oberkörper, Gürtel, Beine, Arme, etc) ist ja fast schon ein Skilltree. Doch selbst diesen haben wir auch. Zwar ist es teilweise störend, dass ich erst Doppelattentate lernen muss oder Arno nicht weiß, wie man sich auf eine Bank setzt, dennoch kann ich auch hier steuern, was ich spielen möchte. Abrollen und Schlösser knacken für alternative Wege oder Schmetterschläge und Waffenmeister für den Nahkampf ? Na klar, am Ende kann ich mir einen Hybrid schaffen, der alle Fähigkeiten hat, aber für das frühe und normale Spiel suche ich mir was aus und passe mich vom Spielstil an.

Kommen wir zu den Attentaten. Endlich gibt mir das Spiel nicht mehr vor, was ich machen muss. Ich bahne mir selber den Weg in die Gebäude oder zu den Schauplätzen. Verschaffe mir durch bestimmte vorangegangene Aktionen Vorteile und Alternativen. Das ist dermaßen Innovativ und endlich nicht mehr dieses ewige „du gehst jetzt verdammt nochmal an genau DIE Stelle…“.

Könnte man sowas bitte auch mal mit einfließen lassen. Das sind überragende Möglichkeiten im Spiel und in kaum einer Kritik habe ich sowas mal lesen dürfen. Da heißt es nur, dass man das Spiel zurückgeben will oder Deutschland und die USA ja eh Kackländer sind …. WTF !?

Von daher steht Unity zusammen mit dem zweiten Teil an meiner Spitze der Rangliste der Assassinenspiele. Vielleicht, weil ich bisher keine negativen Erfahrungen gemacht habe. Vielleicht aber auch, weil Unity Möglichkeiten eröffnet, wie noch kein Creed zuvor. Denkt mal drüber nach.

Von daher, kann ich persönlich nur zu einem Kauf raten. Das Spiel ist gut, sieht bombastisch aus und überlässt dem Spieler eine Vielzahl an eigenen Entscheidungen auf dem Weg durch das wunderschöne Paris von 1789.

Anmerkung: Zum Koopgameplay und zur Story werde ich etwas schreiben, wenn ich beides intensiver beurteilen kann.

Ansonsten, danke ich dir, wenn du soweit gelesen hast - sorry für die Länge - und freue mich auf einen regen Austausch.

Bis dahin, schwarzgelbe Grüße
Poschi