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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Feindfahrt U703 nr.23, Oktober1942, Tagebuch



Tommel1965
01-06-10, 05:30
Moin, moin !
Dienstag, 20.10.1942
Heute morgen um 10.15 Uhr mit U703 aus Lorient ausgelaufen. Wetter klar mit 3 m/s Wind.
Boot nach lezter FF repariert und die Schäden an der Aussenhülle beseitigt.
Derzeitige Position ca. 100 sm südwestlich von Lorient.
LI meldet mir, dass die falschen Torpedos geladen worden sind. Statt T3 nur die alten T2 mit kurzer Reichweite (mein Fehler).
Denke aber, dass das nicht so tragisch ist.
11.05 Uhr : Tauchen auf 50m, kleine Fahrt.
Kurs : Süd-West , Ziel südlicher Atlantikbereich vor Gibraltar-Enge, Ziel-Quadrant noch offene See.
Besprechung mit Offizieren und Decksoffizieren:
Thema : die sich veränderte Lage durch vermehrte Flugzeugsichtungen und Flugzeugangriffe auf das Boot.
Meine Entscheidung, schon vor einigen Monaten die Decksoffiziere-Qualitfikation auf 2 zusätzliche Wachoffiziere zu erweitern, erweißt sich nun als richtig.
Befehl : Radar bleibt aus, Brücke ist ständig zusätzlich mit 2 ausgebildeten Wachdecksoffizieren zu besetzten.

KapLtn Tommel, U703

Tommel1965
01-06-10, 05:30
Moin, moin !
Dienstag, 20.10.1942
Heute morgen um 10.15 Uhr mit U703 aus Lorient ausgelaufen. Wetter klar mit 3 m/s Wind.
Boot nach lezter FF repariert und die Schäden an der Aussenhülle beseitigt.
Derzeitige Position ca. 100 sm südwestlich von Lorient.
LI meldet mir, dass die falschen Torpedos geladen worden sind. Statt T3 nur die alten T2 mit kurzer Reichweite (mein Fehler).
Denke aber, dass das nicht so tragisch ist.
11.05 Uhr : Tauchen auf 50m, kleine Fahrt.
Kurs : Süd-West , Ziel südlicher Atlantikbereich vor Gibraltar-Enge, Ziel-Quadrant noch offene See.
Besprechung mit Offizieren und Decksoffizieren:
Thema : die sich veränderte Lage durch vermehrte Flugzeugsichtungen und Flugzeugangriffe auf das Boot.
Meine Entscheidung, schon vor einigen Monaten die Decksoffiziere-Qualitfikation auf 2 zusätzliche Wachoffiziere zu erweitern, erweißt sich nun als richtig.
Befehl : Radar bleibt aus, Brücke ist ständig zusätzlich mit 2 ausgebildeten Wachdecksoffizieren zu besetzten.

KapLtn Tommel, U703

patuxai
01-06-10, 15:06
Moin Tommel1965,

Bin recht gespannt, wie Deine FF weitergeht,
N.b.; ich habe auch ab und an zwei Maate als Wachoffiziere auf der Brücke, ob das aber an der Effizienz des Entdeckens etwas beiträgt, weiss ich nicht.

Mfg aus SOA

Marcel
alias KptLt. Heinrich "Ajax" Bleichrodt

Tommel1965
02-06-10, 03:06
Mittwoch, 21.10.1942
Um 01.30 aufgetaucht. Boot durchgelüftet und Batterien aufladen.
Wetterlage ist klar, Wind 0, Sicht optimal.
02.45 Kursänderung auf 270°, Umdrehungen für 12 Knoten
05.30 Batterien 100%, lasse große Fahrt gehen mit 15 Knoten. LI meldet, dass seit der Batterieaufladung die Leistung der Jumos nicht mehr optimal ist. Test mit Diesel-AK ergibt 16 Knoten. Bei Auslauf aus Lorient waren es 20 Knoten. Nicht gut, falls wir mit Alarm in den Keller müssen.
Brennstoffberechnung ergibt, dass große Fahrt zu viel Diesel verbaucht.
Befehl : Weitermarsch mit halber Fahrt, bringt ca. 12 Knoten.
07.20 Horcher meldet Kontakt auf 40°, Entfernung 50 sm. Kontakt läuft mittelschnell in Richtung Nord-Nord-Ost.
Enschluss : Kein Nachsetzen möglich, Kurs weiter 270°
19.30 Sind den ganzen Tag aufgetaucht gelaufen.
Kein Kontakt weit und breit.
Einsatz Radar bei Hartruderlage steuerbord.
Resultat: Keine Kontakte
Befehl : Kursänderung auf 280°, Umdrehungen für 12 Knoten halten.
23.50 Keine Kontakte. Lasse Brückenwache wechseln. Vorgezogenen Mittelwächter auf Brücke.
Kurs weiter folgen, derz. Position : knapp nord-westlich Spitze Spanien
Entschluss : werde Boot in den Verkehrsweg der Liverpool-Geleite laufen lassen. Schaun wir mal, ob es dort Beute gibt. Machen wir auf dem Weg nach Süden halt einen kleinen "Schlenker"
01.30 Keine Vorkommnisse.

KptLt Tommel, U703

Tommel1965
04-06-10, 05:06
Mittwoch, 22.10.1942
08.00 Bisher keine Vorkommnisse. Erstaunlich ruhig hier. Schon spannend, der dritte Seetag und noch alle Aale an Bord. Haben das Seegebiet der Geleitzüge von oder nach Liverpool fast erreicht. Wetter ist sehr gut, fast schon zu gut. Wind 0, klare Sicht, kein Wellengang.
Allerdings auch weit und breit kein Flugzeug oder Schiff in Sicht.
10.30 Tauchalarm. Schauen wir mal, ob wir noch Tieftauchtauglich sind. Lasse bis auf 190 m gehen. Alle Verschlüsse halten, das sollte genügen. Neue Tiefe 30 m, Maschine stopp, rund horchen. Resultat: Nichts.
Befehl: Auftauchen und weiter Kurs wie befohlen.
16.45 Wir erreichen die Geleitzugroute.
Lasse die Brückenwache verstärken um 2. Wach-Bootman. Schwenken um auf Südkurs 185°.
20.00 Wir steuern unser befohlenes Planquadrat DH36 weiter an. Dieselumdrehungen für zwo-zehn knoten.
LI meldet, dass die Jumos zwar immer noch nicht zu wenig Umdrehungen laufen, aber dass Boot selbst bei AK nicht über 16 knoten hinauskommt.
Haben die Schrauben vielleicht einen Schaden? Nun, wir werden es bei unserer Rückkehr erfahren, denke ich.
23.50 Immer noch keinerlei Feindkontakt.
Seltsam, seltam.
01.00 keine Vorkommnisse. Kurs weiter 185° Südkurs.Wetter Windstill und klar.
Position ca. 300 sm westlich Portugal Höhe Lissabon.
Funkspruch an "patuxai" :
-Danke für Interesse- Weitere Meldungen folgen-
Auch dir eine gute Jagd.

KptLt Tommel, U703

Tommel1965
14-06-10, 11:05
Donnerstag, 23.10.1942
04.00 Halten weiter aufgetaucht südkurs. Wetterdaten sind gar nicht so gut. Klares Wetter mit 0 Windgeschw.
Überhaupt nix los auf dieser Route. Hier laufen jedoch die Liverpool-Konvois. Na, schaun wir mal.
09.00 Befehl zum Tauchen. Tiefe 50m. Maschine stop. Rundhorchen. Nix. Tauche wieder auf.
12.30 Ziel erreicht.
Befehl : 24 Stunden patroulieren im Zielsektor.
Aufgetaucht bleiben.
Entscheidung : Morgen um 13.00 laufen wir direkten nordkurs.

KptLt Tommel, U703

Tommel1965
14-06-10, 11:18
Freitag, 24.10.1942
01.00 Laufen Suchkurs im Quadrant DH36.
Keine Vorkommnisse.
13.00 Suchkursende befohlen. Gehen aufgetaucht auf Kurs 5° nord. Laufen mit Umdrehungen für 14 Knoten. Brennstoffvorrat laut LI mit diesem Tempo nicht bis Lorient ausreichend.
16.30 Endlich
Horchkontakt in 280°, Entfernung 6 sm, Geschw. 8 Knoten mit Kurs 190, neuer Kontakt gleichauf mit dem ersten, also 2 Schiffe.
16.45 Beide AK, Kurs 260°. Mal sehen, wie weit wir so ran kommen. Möchte auf gar keinen Fall entdeckt werden. Bei Entfernung 4000m auf Sehrohrtiefe. Gehen weiter mit AK ran. Feindlage ganz sauber in Schussposition, Entfernung 1500m, Rohr 2 und 3, beides T3 elektrisch, warte noch bis ich unter 1000m bin,
17.20 Entfernung zu beiden Zielen unter 1000m, Rohr 2 los auf ersten C2-Frachter, Rohr 3 los auf ihm folgendes Küstenschiff.
17.22 Treffer mittschiffts auf fast zeitgleich auf beiden Frachtern.
Küstenschiff sinkt sofort, C2 Frachter macht keine Fahrt mehr. Fangschuss aus Rohr 1 .
Frrachter sinkt ebenfalls, nachdem er auseinanderbricht.
Endlich, da haben wir drauf gewartet.
19.00 Befehl : Kurs wieder aufnehmen auf 5° nord.
23.50 Horchpeilung in 340°. Mehrere Kontakte, näher kommmend. - Geleitzug mit südkurs.
Alarmtauchen auf Sehrohrtiefe und neuer Kurs 330°, beide E-Motoren AK
Entfernung zu den ersten Kontakten ca. 6000km.

KptLt Tommel, U703

Tommel1965
15-06-10, 02:10
Samstag, 25.10.1942
00.20 Geleitzug. Geschätz sind es vielleicht 14-15 Pötte. Nur ein Zerstörer in backbord, Enfernung ca.3000, sieht uns nicht. Bewaffneter Trawler auf steuerbord 40°, Entfernung ca. 5000.
Getaucht mit AK weiter auf Ziele zu. Ein Truppentransporter, ein Tanker, eine C3-Frachter, direkt dahinter ein Küstenschiff.
00.40 Rohr 1-4, bereit zum Unterwasserschuss. Gehe noch näher ran, jeder Meter zählt.
Entfernung zu den Zielen nur noch ca.1500m.
2 Aale auf den Truppentransporter, Rohr drei auf den Tanker, Rohr 4 auf das Küstenschiff. Wir sind entdeckt worden. Zerstörer kommt auf aus backbord 300°. Entfernung 2000m.
Lege Boot mit AK auf steuerbord 90°. Boot kommt auf. Rohr 5 klar. Rohr 5 los. Auf Zerstörer, jetzt nur noch 1000m entfernt. Feuert schon. Rohr 5 war ein Falke. Läuft dierkt auf den Zerstörer zu. ALARM ! Sofort auf Tiefe. Neue Tiefe 90m, Kurs auf 240°. Will unter dem Geleit durchtauchen.
01.00 Mehrere Torpedotreffer. 2 Treffer an den Truppentransporter, C3-Frachter ein Treffer, auch das Küstenschiff sinkt schon, dann trifft auch der letzte Torpedo. Den Zerstörer hat es erwischt. Offensichtlich muss er wieder abgedreht haben, und der Falke hat ihn dann erwischt.
01.15 Torpedos wieder nachgeladen. Gehen nochmals ran. Geleit hat gezackt, wir müssen Hartruderlage 30° backbord. Auf Sehrrohrtiefe, dann nochmals einen weiteren Tanker und ein C2-Frachter angegriffen.
Schon wieder entdeckt. 2. und 3. Zersatörer kommen schnell näher aus 40°. Enfernung 4000.
ALARM. Tiefe 130m, neuer Kurs steuerbord 130°.
WB-Verfolgung durch beide Zerstörer bis 03.00
Geleit fast ausser Sicht. Große Rauchwolke vom Truppentransporter, der wohl nicht sinken will.
Hatte große Schlagseite.
04.00 Lasse auftauchen und in sicherem Abstand Deckstorpedo vorne nachladen.
C3-Transporter liegt ohne Fahrt mit defekter Maschine. Zerstörer noch bei ihm. Geleit aussser Sicht. Warte in sicherem Abstand, bis Zerstörer abläuft.
05.30 Auftachen in Sichtweite zum Frachter. Frachter ist nicht bewaffnet. Seltsam. Versenkung mit Decksgeschütz.
Wir haben uns verraten, Frwchter hat gefunkt, Zerstörer kommt wieder näher. Entfernung noch über 4000m. Müss jetzt schnellgehen. Tut es aus. Frachter nach ca. 6 Schuss zerstört. Was man nicht alles tut, um Aale zu sparen. Beide AK, ALARM tauchen, auf Tiefe 140m, und nur weg hier. 2. und 3 Zerstörer nähern sich unserer Position.
Bei 80m Schleichfahrt.
WB-Verfolgung. Täuschkörper raus.
10.00 Zerstörer entfernen sich. Werfen nur noch Schreckbomben.
Befehl : Schleichfahrt auf neuer Tiefe 90m weiter bis 18.00
18.00 Auftauchen, Batterien laden.
neuer Kurs : 350° nordkkurs. Noch 2 Torpedos und ein Decktorpedo hinten.
Boot und Besatzung wohl auf, keine Schäden.
Versenkte Tonnage: 45000
23.45 Keine Vorkommnisse. Batterien wieder aufgeladen.
Befehl : Kurs weiter halten. Heimatkurs berechen, Meldung Brennstofflage durch LI an mich.

KptLt Tommel, U703

patuxai
15-06-10, 07:05
Funkspruch an "Tommel19",
momentan bin ich mitten im Unternehmen "Rösselsprung" drin. Zirkle zwischen Jan Mayen und der Bäreninsel herum. Da ist was los, Konvois und Einsatzgruppen jede Menge. Offiziell hat sich der Grosse Konvoi PQ17 aufgelöst, und der Versorger Dithmarschen ist auch schon weg. Langsam geht es wieder Richtung Brest.
mfg, Marcel
alias KptLt. Heinrich "Ajax" Bleichrodt

Tommel1965
15-06-10, 15:07
Funkspruch an KptLt Bleichrodt,vermutl. U109 ,
Wünsche dir noch eine gute Jagd.
Kommt ohne Verluste wieder heim.
Melde dich, wenn du wieder in Brest bist.
Werde auch den Heimatkurs anlegen und dann erst mal in den Urlaub gehen.
Weiß, daß mein nächster Zielhafen LaSpezia sein wird. Ob das so gut ist, wird sich zeigen.

KptLt. Tommel, Kdt U703

Tommel1965
28-06-10, 01:56
Sonntag, 26.10.1942
04.30 Nach nunmehr vierstündiger Überwasserfahrt und mit aufgeladenen Batterien sind wir weiter auf Heimatkurs.
08.00 GHG meldet Kontakt auf 270. Entfernung ca. 25sm. Trotz knapper Brennstofflage entscheide ich, den Kontakt anzulaufen.
09.50 Sichtkontakt mit Schiff, Entfernung 5000.
Es ist ein C2-Frachter, schneller Einzelfahrer.
Wie schön.
Setze das Boot steuerbord vor den Frachter, AK aufgetaucht. Er hat uns noch nicht entdeckt.
Sehrrohrtiefe, beide E-Maschinen AK.
Durchlauf vor dem Frachter in Entfernung zum Frachter mit 2000m. Bei Abstand von ca. 800m läuft der Frachter genau in optimaler Lage und Schussposition für unsere Heckrohre.
10.30 Hecktorpedo los. Reserve wird nachgeladen.
Hecktorpedo ist ein T3 Falke, der findet sein Ziel.
10.32 Torpedotreffer.
10.37 Hecktorpedo nachgeladen.
Beide Maschine stopp. Entfernung zum Zeil 1500m
Hecktorpedo los.
10.40 Torpedotreffer mittschiffs.
Frachter zerbricht in 2 Teile und sinkt.
11.00 Befehl zum Auftauchen und Rückmarsch nach
Lorient.
Lage: Boot und Besatzung 100% wohl auf, 1 Torpedo auf Deck achtern.
Lasse den Torpedo ins Boot laden. Wird schon gut gehen.
12.00 Keine Feindkontakte. Kurs weiter Lorient.
Marschgeschwindigkeit Diesel Umdrehungen für 12 Knoten. Brennstoff wird reichen.
Zur Not gehen die letzen Seemeilen mit E-Maschinen.
23.00 Anlegen in Bunker Lorient. Mussten noch 2mal in den Keller und vor anfliegenden Flugzeugen alarmtauchen. Wasserbombenabwürfe aber nicht erfolgreich.
Besatzung antreten lassen und Boot zur Überholung und Neuausrüstung an Werftingenieur
übergeben.
Urlaub für fast 2 WOchen.

KptLt. Tommel, Kdt U703

Testpilot1978
28-06-10, 17:38
Hallo Trommel65

Deine berichte gefallen mir sehr gut.Aufs wesentliche konzentriert und doch packend.Weiter so ...

Ein begeisterter Leser

mfg

OvenvonTalon
29-06-10, 22:27
Kann es sein dass die geringe AK Fahrt und die geringe Reichweite nach dem aufladen damit zusammenhängt dass der Steuerbord-Diesel weiteraufläd? Ist an der der Drehzahlanzeige leicht zu erkennen (z.B. beide Maschienen stopp und auf der SB-Anzeige ca. 500 U/min). Um auf Beutefang zu gehen, bevorzuge ich die PQ´s vor Gibraltar.