PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : ... aus dem fiktiven KTB von U-451 (oder: wenn SHIII richtig Spaß macht!)



Trontir
15-08-06, 15:48
4. Januar 1942 irgendwo im Nord-Atlantik:
-----------------------------------------

U-451 stand schon geraume Zeit vor der kanadischen Ostküste auf und ab. Hier, östlich von Halifax, wurden die Geleitzüge nach England zusammengestellt und auf ihren langen Weg über den Atlantik geschickt. Und genau hier, "im Zentrum des Verkehrs", wie man es beim BdU so gerne ausdrückte, wartete die Mannschaft von U-451 bislang ohne Erfolg. Das Wetter war miserabel. Winterstürme peitschten die raue See. Sicht fast Null. Immer wieder kamen schwere Brecher über und tauchten die Brückenwache in eiskaltes Wasser. Der Orkan heulte. Das Boot stampfte, doch nichts geschah.

Gegen 17.00 Uhr dann ein leises Zirpen aus der Tiefe des Bootes. Kaum höbar und doch hatte einer aufgepasst: "Der Funkspruch, Herr Kaleun!"

Da war sie - die lange erwartete Kontaktmeldung von einem feindlichen Geleit! Endlich! Die Diesel änderten ihr monotones Geräusch - auch der Letzte an Bord merkte nun, dass die lange Zeit des Ausharrens, des stumpfen Abwartens und der Leere vorbei war. Aber in das wachsende Jagdfieber mischte sich erster nagender Zweifel. Ganz leise. "Wird es gut gehen? Kommen wir davon?"

"Beide Maschinen große Fahrt voraus! Steuermann, berechnen Sie einen Kurs, der uns bis Mitternacht vor den Geleitzug bringt", die Stimme des Kommandanten klang entschlossen.

Langsam schwang der Bug von U-451 herum, die See kam zunehmend quer und das Boot holte schwer über. So verrannen die nächsten Stunden. Das fahle Tageslicht verwandelte sich erst in ein schmutziges Dunkelgrau, um dann fast unvermittelt in ein Tintenschwarz zu wechseln. Die Nacht war da! Heute würde die Entscheidung fallen.

"Herr Kaleun, wenn der Geleitzug nicht gezackt hat, müssten wir auf Position stehen."
"Wir werden sehen.", brummelte der Kommandant und gab Befehl: "Auf Sehrohrtiefe gehen - alles einsteigen!"

U-451 glitt tiefer, bockig, immer wieder an die Oberfläche geworfen, bis es schließlich doch in der sturmumtosten See versank. Erwartungsvoll beugte sich der Alte durch das Zentraleschott zum Horcher: "Und?" ... "Schraubengeräusche. Ganz schwach. Aus 275 Grad. Werden langsam lauter. Mehrere Dampfer mit geringer Fahrt. ... wahrscheinlich zwei, nein, drei Eskorten!"

Der Kommandant warf dem Steuermann einen nachdenklichen Blick zu: "Wir stehen jedenfalls richtig. Mal sehen, ob die Brüder da oben mitspielen." Und zum LI: "Sehrohr ausfahren!"

Fest presste der Kommandant sein Auge gegen das Periskop. Doch so sehr er sich auch mühte - draußen herrschte finstere Nacht. Nichts. Die E-Maschine summte auf kleiner Fahrt, Wasser tropfte in die Bilge. Still vertickten die Minuten. Nichts.

"Frachter in 290 Grad, langsame Fahrt, kommt näher!", klang es in den Turm wie aus weiter Ferne. Wieder und wieder gab der Horcher neue Meldungen. Zählte mehr als 20 Dampfer, die gegen die schwere See ankämpften.

"Rohre 1-5 bewässern, Mündungsklappen öffnen. Aufschlagzünder einstellen. Tiefe 3 Meter!" 'Nur nichts riskieren', dachte der Alte. 'Torpedoversager hatten wir schon genug.'

Dann endlich - schemenhaft, unwirklich und kaum zu sehen - schälte sich ein erster dunkler Schatten vor die gischtende See. Dann ein zweiter und noch einer. Sie wanderten von Backbord langsam vorbei - eine schweigende Prozession.

U-451 hatte Glück. Es stand genau zwischen der ersten und zweiten Kolonne und ließ sich langsam tiefer in den Geleitzug sinken. "Wo stehen die Feger?", klang die Stimme dumpf aus dem Turm hinunter in die Zentrale. "Zwei achteraus, Herr Kaleun. Einer auf der gegenüberliegenden Seite vor dem Geleit. Weit ab."

"Könnte klappen", murmelte der Alte mehr zu sich selbst. "Achtung: Doppelschuss Rohr 1 und 3 auf einen Tanker, Gegnerfahrt 6 Knoten, Entfernung 500, Tiefe 3. Zweiter Doppelschuss aus Rohr 2 und 4 auf einen C3, Gegnerfahrt 6 Knoten, Entfernung 400, Tiefe 3." "Torpedos los!"

Der Kommandant ließ das Sehrohr einfahren und kletterte in die Zentrale. "Beide Maschinen Große Fahrt voraus. Kurs 55 Grad. Auf 25 Meter gehen - wir laufen mit dem Geleit mit, bis die Rohre nachgeladen sind!". Das letzte Wort war kaum gesprochen, als zwei dumpfe Detonationen durchs Wasser hallten. Torpedotreffer! Kurz danach eindeutig Sinkgeräusche.

Die Minuten vergingen, alle warteten in atemloser Spannung. "Rohr 1 klar", "Rohr 2 klar", "Rohr 3 klar" - fast eine dreiviertel Stunde war vergangen. Nur noch wenige Minuten, dann musste auch Rohr 4 wieder klar sein.

"LI, auf Sehrohrtiefe gehen!". Der Alte schwang sich wieder in den Turm.

Doch was zu diesem Zeitpunkt niemand ahnte ... die achteren Feger hatten die Spur aufgenommen. U-451 war kaum auf Sehrohrtiefe, als aus dem Horchraum der Entsetzensschrei durchs Boot hallte: "Zerstöer auf 160 Grad! Läuft an! Wasserbomben!" Das Rasseln der Alarmklingel ging im Dröhnen der schweren Explosionen unter ... wie ein Stein fiel U-451 hin und her geworfen dem endlos tiefen Meeresgrund entgegen. Wasser spritzte duch die lecken Außenbordverschlüsse, Druckluft suchte sich zischend einen Weg, das Licht fiel aus. Finsternis.

Nur die E-Maschinen liefen auf AK voraus, bis auch sie schließlich verstummten. Dann flackerte die Notbeleuchtung zögernd auf und gab den Blick auf das Werk der Zerstöung frei. Erste Schadensmeldungen gingen aus allen Räumen ein:

http://www.space-port.de/sh3/grafik/1_320.jpg (http://www.space-port.de/sh3/grafik/1_800.jpg)

Der erfahrene Oberfunkmaat und der Horcher waren gefallen! Angriffs- und Luftzielsehrohr zerstöt. Die achtere Batterie ausgefallen. Beide Diesel aus den Fundamenten gerissen. Die vordere Batterie beschädigt. Mehrere Abteilungen liefen langsam voll ... und das Boot verlor immer mehr an Fahrt. Es wurde schwerer und begann langsam zu sinken. 155 Meter, 160 Meter, 170 Meter ...

Fieberhaft arbeiteten die Männer an der vorderen Batterie. Sie mussten Strom bekommen - wenigstens ein paar Jonnies, um die E-Maschine auf Touren zu bringen. Ein Wettlauf gegen die Zeit begann! Bei 230 Metern dann das Kommando: "Anblasen!" 240 Meter. Erneut: "Anblasen!!"

Langsam, ganz langsam kam U-451 auf ebenen Kiel und verharrte. Für einen Augenblick. Dann begann es zu steigen. Meter für Meter. Die Wassereinbrüche waren gestoppt. Endlich die Meldungen: "Vordere Batterie klar! E-Maschine klar!" - "Beide Maschinen kleine Fahrt voraus!"

Aber was für ein lähmendes Entsetzen im Boot: es blieb still. Die Maschinen liefen nicht an. Keine Fahrt. Kein Wegschleichen. Kein dynamisches Auftauchen! Würde die Pressluft reichen? Wieder: "Anblasen!"

Noch stieg das Boot. Aber bei dem Wetter auftauchen, unter Feindbeschuss die Schlauchboote klar machen und aussteigen? Jeder wusste, wie die Chancen standen. Aus. Vorbei. "Rohr 3 und 5 bewässern!", die Stimme des Alten klang müde. Eine letzte Chance hatten sie noch ...

U-451 war als eines der ersten Boote mit akustisch gelenkten Torpedos ausgerüstet worden. Sie mussten auftauchen und alles auf eine Karte setzen! Die Chancen standen bei dem Seegang 1:1000. An Magnetzündung war nicht zu denken. Das heißt, der Torpedo musste nicht nur treffen, sondern auch der Aufschlagwinkel musste stimmen.

"Zweiter Zerstöer nähert sich.", unterbrach ein als Ersatz für den ausgefallenen Horcher eingesprungener Funkmaat die Gedanken des Kommandanten. Das Boot näherte sich langsam der Oberfläche, die letzten Druckluftreserven zischten wütend in die undichten Tanks. Schon war die See zu höen, die sich am Turm brach.

Unter dem schweren Luk stand der Kommandant. Hinter ihm der IWO. Mit aller Kraft stemmten sie es auf und sprangen auf die Brücke. Da fielen auch schon die ersten Schüsse. Explosionen mischten sich in das Heulen des Sturms. Dann eine Stichflamme. Ein Trümmeregen, der über dem Boot niederging. Das Unvorstellbare war geschehen: U-451 war mit letzter Kraft zwischen den beiden feindlichen Fregatten aufgetaucht. Und das Feuer aus den zu hoch gerichteten Geschützen des einen Schiffes versenkte die zweite Fregatte!

Noch während der IWO mit dem UZO verzweifelt die Zielwerte ermittelte. Gab der Kommandant die letzten Befehle: "Mündungsklappen öffnen. übrige Mannschaft klar bei Tauchrettern!"

http://www.space-port.de/sh3/grafik/2_320.jpg (http://www.space-port.de/sh3/grafik/2_800.jpg)

Die erste Fregatte kurvte in einem engen Bogen hinter dem Boot herum - eine Serie von WaBos hinter sich lassend. "Rohr 5 los!", die Stimme des IWO übertönte das Heulen des Orkans. Dann Geschützfeuer und erste Treffer auf dem Vorschiff von U-451. Ihre Zeit lief ab! Wie eine Ewigkeit dehnten sich die Sekunden. Bis klar wurde: Fehlschuss! Der Zaunkönig hatte sein Ziel verfehlt.

Langsam kam die Fregatte von Backbord herangestaffelt. Die Maschinen liefen AK, um das kleine Schiff gegen die See zu schieben. Dann war der Moment gekommen: unter dem Heulen der Granaten rief der IWO. "Rohr 3 los!"

http://www.space-port.de/sh3/grafik/3_320.jpg (http://www.space-port.de/sh3/grafik/3_800.jpg)

Plötzlich eine Wassersäule unter dem Heck der Fregatte - Treffer! Der letzte Zaunkönig hatte seinen Weg gefunden. Gegen jede Chance. U-451 war gerettet!

--------------------------------

So erlebt mit SHIII, LSHIII und einer modifizierten "Zones.cfg" von NYGM-Mod (in Kombination mit Änderungen von R6CombatMedic). Ganz sicher eine meiner spannendsten Fahrten ... http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif

Neu für mich war, dass das Boot selbst mit E-Maschine keine Fahrt mehr macht, wenn die hintere Batterie und/oder beide Diesel zerstöt sind. Ich hatte gehofft, mit einer Batterie und der intakten E-Maschine noch ablaufen zu können, aber das ging nicht. http://forums.ubi.com/images/smilies/16x16_smiley-surprised.gif

Trontir
15-08-06, 15:48
4. Januar 1942 irgendwo im Nord-Atlantik:
-----------------------------------------

U-451 stand schon geraume Zeit vor der kanadischen Ostküste auf und ab. Hier, östlich von Halifax, wurden die Geleitzüge nach England zusammengestellt und auf ihren langen Weg über den Atlantik geschickt. Und genau hier, "im Zentrum des Verkehrs", wie man es beim BdU so gerne ausdrückte, wartete die Mannschaft von U-451 bislang ohne Erfolg. Das Wetter war miserabel. Winterstürme peitschten die raue See. Sicht fast Null. Immer wieder kamen schwere Brecher über und tauchten die Brückenwache in eiskaltes Wasser. Der Orkan heulte. Das Boot stampfte, doch nichts geschah.

Gegen 17.00 Uhr dann ein leises Zirpen aus der Tiefe des Bootes. Kaum höbar und doch hatte einer aufgepasst: "Der Funkspruch, Herr Kaleun!"

Da war sie - die lange erwartete Kontaktmeldung von einem feindlichen Geleit! Endlich! Die Diesel änderten ihr monotones Geräusch - auch der Letzte an Bord merkte nun, dass die lange Zeit des Ausharrens, des stumpfen Abwartens und der Leere vorbei war. Aber in das wachsende Jagdfieber mischte sich erster nagender Zweifel. Ganz leise. "Wird es gut gehen? Kommen wir davon?"

"Beide Maschinen große Fahrt voraus! Steuermann, berechnen Sie einen Kurs, der uns bis Mitternacht vor den Geleitzug bringt", die Stimme des Kommandanten klang entschlossen.

Langsam schwang der Bug von U-451 herum, die See kam zunehmend quer und das Boot holte schwer über. So verrannen die nächsten Stunden. Das fahle Tageslicht verwandelte sich erst in ein schmutziges Dunkelgrau, um dann fast unvermittelt in ein Tintenschwarz zu wechseln. Die Nacht war da! Heute würde die Entscheidung fallen.

"Herr Kaleun, wenn der Geleitzug nicht gezackt hat, müssten wir auf Position stehen."
"Wir werden sehen.", brummelte der Kommandant und gab Befehl: "Auf Sehrohrtiefe gehen - alles einsteigen!"

U-451 glitt tiefer, bockig, immer wieder an die Oberfläche geworfen, bis es schließlich doch in der sturmumtosten See versank. Erwartungsvoll beugte sich der Alte durch das Zentraleschott zum Horcher: "Und?" ... "Schraubengeräusche. Ganz schwach. Aus 275 Grad. Werden langsam lauter. Mehrere Dampfer mit geringer Fahrt. ... wahrscheinlich zwei, nein, drei Eskorten!"

Der Kommandant warf dem Steuermann einen nachdenklichen Blick zu: "Wir stehen jedenfalls richtig. Mal sehen, ob die Brüder da oben mitspielen." Und zum LI: "Sehrohr ausfahren!"

Fest presste der Kommandant sein Auge gegen das Periskop. Doch so sehr er sich auch mühte - draußen herrschte finstere Nacht. Nichts. Die E-Maschine summte auf kleiner Fahrt, Wasser tropfte in die Bilge. Still vertickten die Minuten. Nichts.

"Frachter in 290 Grad, langsame Fahrt, kommt näher!", klang es in den Turm wie aus weiter Ferne. Wieder und wieder gab der Horcher neue Meldungen. Zählte mehr als 20 Dampfer, die gegen die schwere See ankämpften.

"Rohre 1-5 bewässern, Mündungsklappen öffnen. Aufschlagzünder einstellen. Tiefe 3 Meter!" 'Nur nichts riskieren', dachte der Alte. 'Torpedoversager hatten wir schon genug.'

Dann endlich - schemenhaft, unwirklich und kaum zu sehen - schälte sich ein erster dunkler Schatten vor die gischtende See. Dann ein zweiter und noch einer. Sie wanderten von Backbord langsam vorbei - eine schweigende Prozession.

U-451 hatte Glück. Es stand genau zwischen der ersten und zweiten Kolonne und ließ sich langsam tiefer in den Geleitzug sinken. "Wo stehen die Feger?", klang die Stimme dumpf aus dem Turm hinunter in die Zentrale. "Zwei achteraus, Herr Kaleun. Einer auf der gegenüberliegenden Seite vor dem Geleit. Weit ab."

"Könnte klappen", murmelte der Alte mehr zu sich selbst. "Achtung: Doppelschuss Rohr 1 und 3 auf einen Tanker, Gegnerfahrt 6 Knoten, Entfernung 500, Tiefe 3. Zweiter Doppelschuss aus Rohr 2 und 4 auf einen C3, Gegnerfahrt 6 Knoten, Entfernung 400, Tiefe 3." "Torpedos los!"

Der Kommandant ließ das Sehrohr einfahren und kletterte in die Zentrale. "Beide Maschinen Große Fahrt voraus. Kurs 55 Grad. Auf 25 Meter gehen - wir laufen mit dem Geleit mit, bis die Rohre nachgeladen sind!". Das letzte Wort war kaum gesprochen, als zwei dumpfe Detonationen durchs Wasser hallten. Torpedotreffer! Kurz danach eindeutig Sinkgeräusche.

Die Minuten vergingen, alle warteten in atemloser Spannung. "Rohr 1 klar", "Rohr 2 klar", "Rohr 3 klar" - fast eine dreiviertel Stunde war vergangen. Nur noch wenige Minuten, dann musste auch Rohr 4 wieder klar sein.

"LI, auf Sehrohrtiefe gehen!". Der Alte schwang sich wieder in den Turm.

Doch was zu diesem Zeitpunkt niemand ahnte ... die achteren Feger hatten die Spur aufgenommen. U-451 war kaum auf Sehrohrtiefe, als aus dem Horchraum der Entsetzensschrei durchs Boot hallte: "Zerstöer auf 160 Grad! Läuft an! Wasserbomben!" Das Rasseln der Alarmklingel ging im Dröhnen der schweren Explosionen unter ... wie ein Stein fiel U-451 hin und her geworfen dem endlos tiefen Meeresgrund entgegen. Wasser spritzte duch die lecken Außenbordverschlüsse, Druckluft suchte sich zischend einen Weg, das Licht fiel aus. Finsternis.

Nur die E-Maschinen liefen auf AK voraus, bis auch sie schließlich verstummten. Dann flackerte die Notbeleuchtung zögernd auf und gab den Blick auf das Werk der Zerstöung frei. Erste Schadensmeldungen gingen aus allen Räumen ein:

http://www.space-port.de/sh3/grafik/1_320.jpg (http://www.space-port.de/sh3/grafik/1_800.jpg)

Der erfahrene Oberfunkmaat und der Horcher waren gefallen! Angriffs- und Luftzielsehrohr zerstöt. Die achtere Batterie ausgefallen. Beide Diesel aus den Fundamenten gerissen. Die vordere Batterie beschädigt. Mehrere Abteilungen liefen langsam voll ... und das Boot verlor immer mehr an Fahrt. Es wurde schwerer und begann langsam zu sinken. 155 Meter, 160 Meter, 170 Meter ...

Fieberhaft arbeiteten die Männer an der vorderen Batterie. Sie mussten Strom bekommen - wenigstens ein paar Jonnies, um die E-Maschine auf Touren zu bringen. Ein Wettlauf gegen die Zeit begann! Bei 230 Metern dann das Kommando: "Anblasen!" 240 Meter. Erneut: "Anblasen!!"

Langsam, ganz langsam kam U-451 auf ebenen Kiel und verharrte. Für einen Augenblick. Dann begann es zu steigen. Meter für Meter. Die Wassereinbrüche waren gestoppt. Endlich die Meldungen: "Vordere Batterie klar! E-Maschine klar!" - "Beide Maschinen kleine Fahrt voraus!"

Aber was für ein lähmendes Entsetzen im Boot: es blieb still. Die Maschinen liefen nicht an. Keine Fahrt. Kein Wegschleichen. Kein dynamisches Auftauchen! Würde die Pressluft reichen? Wieder: "Anblasen!"

Noch stieg das Boot. Aber bei dem Wetter auftauchen, unter Feindbeschuss die Schlauchboote klar machen und aussteigen? Jeder wusste, wie die Chancen standen. Aus. Vorbei. "Rohr 3 und 5 bewässern!", die Stimme des Alten klang müde. Eine letzte Chance hatten sie noch ...

U-451 war als eines der ersten Boote mit akustisch gelenkten Torpedos ausgerüstet worden. Sie mussten auftauchen und alles auf eine Karte setzen! Die Chancen standen bei dem Seegang 1:1000. An Magnetzündung war nicht zu denken. Das heißt, der Torpedo musste nicht nur treffen, sondern auch der Aufschlagwinkel musste stimmen.

"Zweiter Zerstöer nähert sich.", unterbrach ein als Ersatz für den ausgefallenen Horcher eingesprungener Funkmaat die Gedanken des Kommandanten. Das Boot näherte sich langsam der Oberfläche, die letzten Druckluftreserven zischten wütend in die undichten Tanks. Schon war die See zu höen, die sich am Turm brach.

Unter dem schweren Luk stand der Kommandant. Hinter ihm der IWO. Mit aller Kraft stemmten sie es auf und sprangen auf die Brücke. Da fielen auch schon die ersten Schüsse. Explosionen mischten sich in das Heulen des Sturms. Dann eine Stichflamme. Ein Trümmeregen, der über dem Boot niederging. Das Unvorstellbare war geschehen: U-451 war mit letzter Kraft zwischen den beiden feindlichen Fregatten aufgetaucht. Und das Feuer aus den zu hoch gerichteten Geschützen des einen Schiffes versenkte die zweite Fregatte!

Noch während der IWO mit dem UZO verzweifelt die Zielwerte ermittelte. Gab der Kommandant die letzten Befehle: "Mündungsklappen öffnen. übrige Mannschaft klar bei Tauchrettern!"

http://www.space-port.de/sh3/grafik/2_320.jpg (http://www.space-port.de/sh3/grafik/2_800.jpg)

Die erste Fregatte kurvte in einem engen Bogen hinter dem Boot herum - eine Serie von WaBos hinter sich lassend. "Rohr 5 los!", die Stimme des IWO übertönte das Heulen des Orkans. Dann Geschützfeuer und erste Treffer auf dem Vorschiff von U-451. Ihre Zeit lief ab! Wie eine Ewigkeit dehnten sich die Sekunden. Bis klar wurde: Fehlschuss! Der Zaunkönig hatte sein Ziel verfehlt.

Langsam kam die Fregatte von Backbord herangestaffelt. Die Maschinen liefen AK, um das kleine Schiff gegen die See zu schieben. Dann war der Moment gekommen: unter dem Heulen der Granaten rief der IWO. "Rohr 3 los!"

http://www.space-port.de/sh3/grafik/3_320.jpg (http://www.space-port.de/sh3/grafik/3_800.jpg)

Plötzlich eine Wassersäule unter dem Heck der Fregatte - Treffer! Der letzte Zaunkönig hatte seinen Weg gefunden. Gegen jede Chance. U-451 war gerettet!

--------------------------------

So erlebt mit SHIII, LSHIII und einer modifizierten "Zones.cfg" von NYGM-Mod (in Kombination mit Änderungen von R6CombatMedic). Ganz sicher eine meiner spannendsten Fahrten ... http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif

Neu für mich war, dass das Boot selbst mit E-Maschine keine Fahrt mehr macht, wenn die hintere Batterie und/oder beide Diesel zerstöt sind. Ich hatte gehofft, mit einer Batterie und der intakten E-Maschine noch ablaufen zu können, aber das ging nicht. http://forums.ubi.com/images/smilies/16x16_smiley-surprised.gif

moselgott
16-08-06, 08:26
sehr spannend, bitte um vortsetzung!

GADM
24-08-06, 01:10
Hut ab, wie bist Du zurückgekommen und konntest noch mehr versenken?

GADM

R6CombatMedic
25-08-06, 04:11
Endlich wer, der beim Screenshots machen darauf achtet das kein Instrumentendreck und Mauszeiger im Weg is, das verdirbt immer die Athmosphäre... Habs bishr nur überflogen, aber gefällt mir soweit...

Lui_542
25-08-06, 05:28
Gut geschrieben! War bestimmt spannend und hast ganz schön geschwitzt. Die Zones.cfg die du mir geschickt hast macht es aber wirklich spannender bzw realistischer. Hab gestern nen Zerstöer torpetiert Treffer im Maschinenraum. Hat angefangen zu brennen und dann ist erst die steuerbord Schraube stehen geblieben dann die backbord und nach einen 2. Torpedo ist er dann abgesoffen mit einem riesigen Ölfleck! Hatte ich noch nie gesehen! http://forums.ubi.com/images/smilies/blink.gif Einfach nur geil!

Ruby2000
25-08-06, 10:28
Hi,

ein sehr schönes spannendes Erlebnis!


Gruß Ruby

SpookyU
26-08-06, 05:06
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><div class="ip-ubbcode-quote-title">quote:</div><div class="ip-ubbcode-quote-content">Originally posted by Lui_542:
Gut geschrieben! War bestimmt spannend und hast ganz schön geschwitzt. Die Zones.cfg die du mir geschickt hast macht es aber wirklich spannender bzw realistischer. Hab gestern nen Zerstöer torpetiert Treffer im Maschinenraum. Hat angefangen zu brennen und dann ist erst die steuerbord Schraube stehen geblieben dann die backbord und nach einen 2. Torpedo ist er dann abgesoffen mit einem riesigen Ölfleck! Hatte ich noch nie gesehen! http://forums.ubi.com/images/smilies/blink.gif Einfach nur geil! </div></BLOCKQUOTE>


ui, sehr schön. wo gibt es diese zones.cfg, kannst du mir die auch schicken? vielen dank

Trontir
27-08-06, 10:47
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><div class="ip-ubbcode-quote-title">quote:</div><div class="ip-ubbcode-quote-content">Originally posted by GADM:
Hut ab, wie bist Du zurückgekommen und konntest noch mehr versenken?
GADM </div></BLOCKQUOTE>

An weitere Versenkungen war nicht mehr zu denken, da beide Diesel ausgefallen waren. Ich hab dann die Mission beendet und bin direkt zum Stützpunkt zurückgekehrt.

(In Echt hätte die Besatzung auf ein anderes Schiff/U-Boot übersteigen müssen, um überleben zu können. Und das wäre bei der Nähe zur kanadischen Ostküste aller Wahrscheinlichkeit nach wohl ein alliiertes Schiff gewesen ...)

Lui_542
28-08-06, 02:25
@ Spooky
Ich habe einfach Trontir gefragt ob er sie mir schickt und er hat es getan. Ich weiß ja nicht ob ich sie weiter geben darf oder nicht. Schick ihm doch einfach mal ne PM und frag ihn