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kdtu45
22-05-06, 08:52
Hallo,

war selbst bei der Marine und kenne mich da ein wenig aus.
Absolut unrealistisch ist die Versenkung von Tankschiffen. Egal ob Leichter Tanker, T2 T3 wenn ein Tanker brennt dann brennt er. Alle Schiffe im Geleit machen sich schnellstmöglich vom Acker. Wenn ein Tanker voll ist, entzünden sich sich die geladenen Treibstoffe und der Tanker brennt aus und geht in der Regel unter. Ein Tropedoschuß in seine Masutbunker entfacht so ein Feuer, dass alle umliegenden Tanks in Brand geraten oder einfach explodieren. Besonders bei leeren Tanks wird die Sache um so gefährlicher. Es ist unmöglich einen Tanker restlos zu entladen. Folglich bleiben Kraftstoffreste in den Tanks, dadurch bildet sich ein zündfähiges Gemisch was bei dem kleinsten Funken explodiert. Deshalb müssen bis heute leere Tanker entgast werden, bevor sie einen Hafen anlaufen dürfen und die Tankerlöschbrücken sind weit von normalen Hafenanlagen und bewohnten Gebieten entfernt. Von daher waren Tanker im Geleit ein gefundenes Fressen für die U-Boote. Sehr bald erkannten die Engländer, dass die Plazierung von Tankschiffen in Mitten des Geleits eine ernsthafte Gefahr für die umliegenden Schiffe wurden und haben sie deshalb möglichst an die Geleitränder gelegt. Entweder wurde durch den Explosiondruck (insbesondere Flugbenzin oder Ottokraftstoff)die umliegenden Schiffe beschädigt oder die nachfolgenden Schiffe konnten dem brennenden Ölteppich nicht mehr ausweichen. Ein brennender Tanker muss wie in der Realität als versenkt gezählt werden. So wurden an den BDU brennende Tanker gemeldet.

Dienstgrade in der Kriegsmarine:
Grundsätzlich gibt es Mannschaften, Unteroffiziere ohne Portepee, Unteroffiziere mit Portepee und Offiziere. Es gibt keine Maate, die Bootsleute sind! (Falsch in der Kasere) Die Kriegsmarine kennt keine Bootsleute. Der Maat des Seemännischen Dienstes war der Bootsmannsmaat.
Dienstgradnamen:
Mannschaften:
Matrose
Matrosengefreiter
Matrosenobergefreiter
Matrosenhauptgefreiter
Matrosenstabsgefreiter
Matrosenoberstabsgefreiter
Bei den Unteroffizieren ohne Portepee wurde bereits nach der Verwendungsreihe unterschieden, es gab folgende "Grunddienstgrade":
Maat
Obermaat
in herausgehobener Stellung der Bootsmannsmaat. Diese wurden durch die Verwendungsreihe ergänzt, wie z. B. Feuerwerksmaat, Obersteuermannsmaat, Obermaschinistenmaat etc.
So komisch es klingt, die Kriegsmarine kennt für die Unteroffiziere mit Portepee nur den Feldwebel!!!
Feldwebel
Stabsfeldwebel
Oberfeldwebel
Stabsoberfeldwebel.
Usus war und ist es bis heute, den Unteroffizier mit Portepee nach seiner Verwendungsreihe zu unterscheiden, so z. B. als Funkmeister, Obersteuermann usw.
Quelle "Deutsche Uniform- und Rangabzeichen 1933 bis 1945"
Wetterberichte:
Ein Steuermann der mir derartige Wetterberichte geben würde, wäre 24 Stunden auf der Brücke und würde mir alle 5 Minuten ein aktuelles Wetter melden bis er es verstanden hätte. Man erkläre mir ein nebeliges Wetter bei 15 m/s Windgeschwindigkeit. Nebel sind über der Erdoberfläche befindliche Wolken, die sich wegen der Windstille nicht fortbewegen können. Windangaben werden grundsätzlich nur 10 Gradschritten angegeben oder aus den Haupthimmelsrichtungen, wie z. B. Wind aus NO oder Wind aus 290 Grad. Wer ist in der Lage einen Wind aus 192,5432176549452365? zu messen??!!?? Von brennendem Interesse für den Kommandanten ist die Sichtweite, zumindest in groben Angaben wie nebelig, verminderte Sicht, diesig, mittlere Sicht, gute Sicht oder eine präzise Angabe wie z. B. Sichtweite 3 Seemeilen.
Mein Obersteuermann würde umgehend zurück auf die Schule versetzt werden, wenn er mir eine Entfernung in Kilometern angeben würde. Eine Seemeile ist die Länge des Bogenstücks einer Bogenminute auf dem Äquator. 21600 Seemeilen ist der Äquator und sie entspricht 1 sm = 1852 m. Horizontale Streckenangaben werden in der Marine in Seemeilen angegeben, Höhenangaben in Metern, Yards oder Faden. Einzige Ausnahme ist die horizontale Entfernungsangabe für in Formation fahrende Schiffsverbände oder Enternungen bei der Schiffsartillerie (Höhenmetern), wie z. B. Abstand zum Steuerbordnebenmann 600 Yards.
Als Steuermann fehlt mir die Eingabe eines exakten Kurses. Das Mäusekino links unten in der Ecke ist zum abgewöhnen. Für das auf die Lauer legen für einen 1-Torpedoschuss ist dies notwendig. Auch beim Abfangen eines Gegnerschiffes können hier ein paar Grad entscheidend sein.
Unrealistisch erscheint mir weiter, dass man in einem Cargo C3 bis zu 40 Schuß Explosivgranaten mit dem Deckgeschütz jagen muss bis er sinkt, obwohl man in die Masutbunker und auf die Wasserlinie zielt und trifft. Am krassesten war es bei mir bei einem T3, den ich aus 1500 m mit 3 Schuß Explosivmunition versenkt habe. Ein T3 dagegen querab in 300 m Entfernung, gleiche Zielansprachen 35 Schuß vertragen hat??? Alles waren natürlich Wirkungstreffer und keine Fahrkarten.
Die Leuchtgranaten sind eigentlich nur etwas für das Artillerienachtgefecht, doch lieber so nahe an den Gegner, dass er ohne diese mit der Ari versenkt werden kann. Eigentlich könnte man dann gleich auf einer offenen Frequenz Position, Kurs und Fahrt melden und einen CO eines Zerstöers zum 5-o-clock tea einladen.

MfG

Kommandant U-45

kdtu45
22-05-06, 08:52
Hallo,

war selbst bei der Marine und kenne mich da ein wenig aus.
Absolut unrealistisch ist die Versenkung von Tankschiffen. Egal ob Leichter Tanker, T2 T3 wenn ein Tanker brennt dann brennt er. Alle Schiffe im Geleit machen sich schnellstmöglich vom Acker. Wenn ein Tanker voll ist, entzünden sich sich die geladenen Treibstoffe und der Tanker brennt aus und geht in der Regel unter. Ein Tropedoschuß in seine Masutbunker entfacht so ein Feuer, dass alle umliegenden Tanks in Brand geraten oder einfach explodieren. Besonders bei leeren Tanks wird die Sache um so gefährlicher. Es ist unmöglich einen Tanker restlos zu entladen. Folglich bleiben Kraftstoffreste in den Tanks, dadurch bildet sich ein zündfähiges Gemisch was bei dem kleinsten Funken explodiert. Deshalb müssen bis heute leere Tanker entgast werden, bevor sie einen Hafen anlaufen dürfen und die Tankerlöschbrücken sind weit von normalen Hafenanlagen und bewohnten Gebieten entfernt. Von daher waren Tanker im Geleit ein gefundenes Fressen für die U-Boote. Sehr bald erkannten die Engländer, dass die Plazierung von Tankschiffen in Mitten des Geleits eine ernsthafte Gefahr für die umliegenden Schiffe wurden und haben sie deshalb möglichst an die Geleitränder gelegt. Entweder wurde durch den Explosiondruck (insbesondere Flugbenzin oder Ottokraftstoff)die umliegenden Schiffe beschädigt oder die nachfolgenden Schiffe konnten dem brennenden Ölteppich nicht mehr ausweichen. Ein brennender Tanker muss wie in der Realität als versenkt gezählt werden. So wurden an den BDU brennende Tanker gemeldet.

Dienstgrade in der Kriegsmarine:
Grundsätzlich gibt es Mannschaften, Unteroffiziere ohne Portepee, Unteroffiziere mit Portepee und Offiziere. Es gibt keine Maate, die Bootsleute sind! (Falsch in der Kasere) Die Kriegsmarine kennt keine Bootsleute. Der Maat des Seemännischen Dienstes war der Bootsmannsmaat.
Dienstgradnamen:
Mannschaften:
Matrose
Matrosengefreiter
Matrosenobergefreiter
Matrosenhauptgefreiter
Matrosenstabsgefreiter
Matrosenoberstabsgefreiter
Bei den Unteroffizieren ohne Portepee wurde bereits nach der Verwendungsreihe unterschieden, es gab folgende "Grunddienstgrade":
Maat
Obermaat
in herausgehobener Stellung der Bootsmannsmaat. Diese wurden durch die Verwendungsreihe ergänzt, wie z. B. Feuerwerksmaat, Obersteuermannsmaat, Obermaschinistenmaat etc.
So komisch es klingt, die Kriegsmarine kennt für die Unteroffiziere mit Portepee nur den Feldwebel!!!
Feldwebel
Stabsfeldwebel
Oberfeldwebel
Stabsoberfeldwebel.
Usus war und ist es bis heute, den Unteroffizier mit Portepee nach seiner Verwendungsreihe zu unterscheiden, so z. B. als Funkmeister, Obersteuermann usw.
Quelle "Deutsche Uniform- und Rangabzeichen 1933 bis 1945"
Wetterberichte:
Ein Steuermann der mir derartige Wetterberichte geben würde, wäre 24 Stunden auf der Brücke und würde mir alle 5 Minuten ein aktuelles Wetter melden bis er es verstanden hätte. Man erkläre mir ein nebeliges Wetter bei 15 m/s Windgeschwindigkeit. Nebel sind über der Erdoberfläche befindliche Wolken, die sich wegen der Windstille nicht fortbewegen können. Windangaben werden grundsätzlich nur 10 Gradschritten angegeben oder aus den Haupthimmelsrichtungen, wie z. B. Wind aus NO oder Wind aus 290 Grad. Wer ist in der Lage einen Wind aus 192,5432176549452365? zu messen??!!?? Von brennendem Interesse für den Kommandanten ist die Sichtweite, zumindest in groben Angaben wie nebelig, verminderte Sicht, diesig, mittlere Sicht, gute Sicht oder eine präzise Angabe wie z. B. Sichtweite 3 Seemeilen.
Mein Obersteuermann würde umgehend zurück auf die Schule versetzt werden, wenn er mir eine Entfernung in Kilometern angeben würde. Eine Seemeile ist die Länge des Bogenstücks einer Bogenminute auf dem Äquator. 21600 Seemeilen ist der Äquator und sie entspricht 1 sm = 1852 m. Horizontale Streckenangaben werden in der Marine in Seemeilen angegeben, Höhenangaben in Metern, Yards oder Faden. Einzige Ausnahme ist die horizontale Entfernungsangabe für in Formation fahrende Schiffsverbände oder Enternungen bei der Schiffsartillerie (Höhenmetern), wie z. B. Abstand zum Steuerbordnebenmann 600 Yards.
Als Steuermann fehlt mir die Eingabe eines exakten Kurses. Das Mäusekino links unten in der Ecke ist zum abgewöhnen. Für das auf die Lauer legen für einen 1-Torpedoschuss ist dies notwendig. Auch beim Abfangen eines Gegnerschiffes können hier ein paar Grad entscheidend sein.
Unrealistisch erscheint mir weiter, dass man in einem Cargo C3 bis zu 40 Schuß Explosivgranaten mit dem Deckgeschütz jagen muss bis er sinkt, obwohl man in die Masutbunker und auf die Wasserlinie zielt und trifft. Am krassesten war es bei mir bei einem T3, den ich aus 1500 m mit 3 Schuß Explosivmunition versenkt habe. Ein T3 dagegen querab in 300 m Entfernung, gleiche Zielansprachen 35 Schuß vertragen hat??? Alles waren natürlich Wirkungstreffer und keine Fahrkarten.
Die Leuchtgranaten sind eigentlich nur etwas für das Artillerienachtgefecht, doch lieber so nahe an den Gegner, dass er ohne diese mit der Ari versenkt werden kann. Eigentlich könnte man dann gleich auf einer offenen Frequenz Position, Kurs und Fahrt melden und einen CO eines Zerstöers zum 5-o-clock tea einladen.

MfG

Kommandant U-45

Farmah
22-05-06, 09:40
och menno immer das Gemecker.

Das is keine Simulationssoftware für die Ausbildung von Uboot-kommandanten sondern ein Spiel.

Und zwar das beste was es in Sachen Uboote gibt.

Zeffus
22-05-06, 10:07
Also ich - als Landratte - finde die Anmerkungen sehr lehrreich und interessant.
Danke kdtu45.

Gandalfi2005
26-05-06, 06:11
Gut geschissen .... Und zwar Klug http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_razz.gif

Mir tun aber irgendwie die Unteroffiziere ohne Portepai oder Portepee oder Portmonaie leid. Wo tun die denn nun Ihr Geld hin .... http://forums.ubi.com/images/smilies/blink.gif

Trontir
27-05-06, 04:36
Danke für die Infos, kdtu45! Noch ein paar Gedanken, die mir beim Lesen gekommen sind ...

<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><div class="ip-ubbcode-quote-title">quote:</div><div class="ip-ubbcode-quote-content">Originally posted by kdtu45:
Ein brennender Tanker muss wie in der Realität als versenkt gezählt werden. So wurden an den BDU brennende Tanker gemeldet.
</div></BLOCKQUOTE>

Buchheim beschreibt in seinem Bildband "U-Bootkrieg", dass selbst bei einem angeschossenen Tanker, der auseinandergebrochen an der Oberfläche trieb, die Gefahr bestand, dass ein britisches Bergungskommando ihn (nachdem er ausgebrannt war) wieder in eine Werft eingeschleppt hätte. Man verscuhte im Krieg aus allem Möglichen transportfähige Schife zu machen und es war nach seinen Angaben billiger, aus Schrott ein Schiff wieder zusammenzuflicken als ein komplett Neues zu bauen. Soweit ich weiß, wurden Schiffe vom BdU nur angerechnet, deren Sinken beobachtet wurde (man also sicher sein konnte, dass sie nicht wieder geborgen werden konnten.)

<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><div class="ip-ubbcode-quote-title">quote:</div><div class="ip-ubbcode-quote-content">Originally posted by kdtu45:
Das Mäusekino links unten in der Ecke ist zum abgewöhnen.
</div></BLOCKQUOTE>

Meinst du das Kamerafenster links unten? Das lässt sich zumindest abschalten. Der Rest den du beschrieben hast (z. B. Wetterangaben), lässt sich nur bedingt modifizieren. Man muss schon froh sein, dass man den Wetterbericht nach dem Modden in verständlichem Deutsch bekommt http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif